17 März 2017

Ein echtes Familienmitglied


 Über ein halbes Jahr ist es her, daß Mautz gestorben ist. 
"Mama, ich bin so froh, daß wir Möhrchen haben. Er hat mich meinen Kummer vergessen lassen. Manchmal habe ich Angst, Mautz zu vergessen."
Wir haben uns alle Bilder, die ich noch auf dem Computer habe, angesehen. Fast zu jedem Bild sind die Geschichten nur so aus uns heraus gesprudelt. Niemand von uns hat irgendwas vergessen. Er war so ein Glücklichmacher - das vergißt man nicht. 
 

Möhrchen - im Stillkissen-Nest. Ganze Nächte ist er fort und kommt halb zerfleddert zurück. Die Kampspuren allein sind schon beeindruckend.

Möhrchen lebt seit Oktober 2016 bei uns. Er hat sich von einer reißenden Wildkatze

 

zu einem ganz sanften Katerchen verwandelt. Wenn ich darüber nachdenke, wie alles gekommen ist, dann würde ich sagen: "Uns ist ein echter Glücksfall passiert."  Es gibt viele Rituale mit ihm, die uns den Alltag versüßen. 



Jedes Mal, wenn er rein kommt, wird er auf den Arm genommen, geknuddelt, geherzt, auf den Kopf geknutscht. Und jedes mal begrabe ich meine Nase in seinem unfaßbar dichten Fell und nehme einen ganz tiefen Schnuff von ihm. Er riecht sooooo lecker! Inzwischen genau so lecker wie auch sein Bruder immer gerochen hat. Dieser Duft, ein intensives Gemisch von frisch gewaschener Wäsche und Babymixtur, ist so betörend. Ich muß das riechen, weil es so unerhört gut tut, weil es beruhigt irgendwie und auch glücklich macht. 


Neuerdings "spricht" er ausdauernd mit uns. So herzig ist er!

 

Er hat uns mit seinem ganzen Wesen verzaubert. Mautz zu verlieren war furchtbar. Möhrchen hat unsere Wunden wieder heilen lassen. Er ist ein toller Kerl, ein echtes Familienmitglied eben.  

Kommentare:

  1. Das kommt mir alles sooo bekannt vor und ich vermisse genau diese hier beschriebenen Rituale schon jetzt, obwohl die Maus noch etwas da ist …
    Schön, dass Möhrchen sich allmählich in Euer Leben geschlichen hat und mit seiner ganz eigenen Art Euer aller Herz erobern konnte. Aber er ist und bleibt wohl auch ein echter Naturbursche und Russe. Auf dem letzten Foto ist das ganz deutlich zu erkennen :-)
    LG Silke

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    1. Liebe Silke, in eurer Haut möchte ich grad nicht stecken, weiß ich doch nur von einer verhältnismäßig kurzen Zeit, wie schmerzhaft der Abschied von unserem Mautz war.

      Das Möhrchen ist wie sein Bruder auch ein absoluter Naturbursche. Egal ob es stürmt, in Strömen regnet, oder extreme Minusgrade herrschen - sie sind und waren immer mehrfach am Tag draußen. Manchmal auch ganze Nächte verschwunden. Ich werde nie vergessen, wie Mautz tagelang im Dauerregen mit seiner Pfote in ein Erdloch fassend davor verbracht hat. Erst als er die Maus hatte kam er damit an. Sie sind zwar sehr scheue Kater, haben sich aber oft genug wie Hunde benommen. Und wehe, es kam hier jemand auf das Grundstück, der ihnen nicht wohlgesonnen war. Sie haben hier stets Haus und Hof und auch uns bewacht, waren auf ihre Weise sehr anhänglich. Wir sind so glücklich, daß das Schicksal sie zu uns gebracht hat. Man kann gar nicht anders, als sie zu lieben.
      Ich wünsche eurer Maus und euch eine Zeit ohne großes Leiden, sofern das möglich ist. Ganz liebe Grüße.

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    2. Gestern fiel mir ein, dass unser Tierarzt uns für Kampfwunden und andere Verletzungen Hexoral empfohlen hatte. Das war jahrelang ein gutes Mittel für die Erstversorgung der Maus. Sonst hätte sich so manche Wunde vielleicht entzündet und einen Tierarztbesuch erforderlich gemacht.
      Auch nach dem Entfernen von Zecken geben wir normalerweise etwas auf die Stelle zur Desinfektion. Nur vorhin bei Allegra waren wir so 'durch den Wind', dass wir es vergessen haben. Aber nun kommen wir ja wohl wieder ins Training. Viel später als sonst üblich beginnt jetzt wieder die Zeckenzeit und unsere Grasedame ist in den nächsten Wochen wieder extrem gefährdet …

      Vorhin musste ich auch an Euch denken, als die Maus sich vom Futterschälchen abwendete. Es ist wirklich besser, dass ihr Mautz plötzlich so gefunden habt. Ich kann verstehen, warum viele es nicht ertragen können und ihr geliebtes Tier irgendwann 'erlösen'. Mag sein, dass ich in ein paar Stunden oder Tagen auch anders darüber denke - je nachdem wie es ihr noch ergeht … Aber im Moment sind wir der Meinung, dass auch wenn unser Tierarzt ins Haus käme, sie angsterfüllt sterben müsste …

      Ja, Russen scheinen wirklich ein ganz besonderer Mix aus Katze und Hund zu sein. Ich war vor einigen Wochen noch der Meinung, dass es nach unseren beiden grauen Damen dann 2 'gebrauchte Katzen' aus der Katzenhilfe sein sollten - aber Russen sind wirklich ganz besondere Wesen. Das wird mir in diesen Tagen immer mehr bewußt wenn ich an die letzten 15 Jahre denke. Besonders bei der Maus war diese Mischung aus Draußentier und extremen Kuschelbedürfnis und fast grenzenlosem Vertrauen so faszinierend. Auch wenn sie den Rassestandarts auf Ausstellungen nicht genügt hätte, so war sie doch eine ganz besondere Mischung. Darum tut es jetzt auch so fürchterlich weh, dass sie ihre letzten Stunden/Tage wohl überwiegend ohne meine Nähe verbringen möchte ...

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    3. Seit Ende letzten Jahres bekommt Möhrchen, der sonst immer übersät war mit Zecken, Bravecto. Ein neueres, aber auch teureres Mittel, was sogar in einem Land eine Zulassung gegen Milben hat, aber ansonsten gegen Zecken- und Flohbefall ist. Er hat das zuletzt Mitte Dezember bekommen und ist April wieder dran.Bis jetzt hatte er nicht eine einzige Zecke...

      Mautz hatte fürchterliche Panik vor dem Autofahren. Ihn zum Tierarzt zu bekommen war Stress pur für das arme Tier. Wir hätten ihm gerne die letzte Untersuchung erspart. Denn auch die hat großen Stress bedeutet, da muß man sich nichts vormachen. Und ob ein Tier das braucht, wenn es ihm ohnehin so schlecht geht, wage ich zu bezweifeln.

      Erst letzte Woche sprachen wir über "Russisch Blau". Das sind so spezielle Geschöpfe, daß wenn wir ehrlich sind, wir keine anderen Katzen mehr haben möchten. Es muß einem nur klar sein, daß das keine Schoßkatzen sind. Wir haben Mautz so sehr geliebt, und auch Möhrchen ist ein ganz besonderer Charakter. Wen interessieren da noch Rassestandards...?

      Ist es nicht so, daß Tiere sich immer zurück ziehen, wenn das Ende naht? Ich kann deinen Kummer verstehen, aber macht es ihr nicht schwerer, als es ohnehin schon ist.

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    4. Wenn das Mittel so lange vor Zecken schützt, dann muß das aber auch ein heftiger chemischer Coctail fürs Tier sein. Sonst hätte ich es Allegra jetzt vielleicht besorgt, aber da sie nun auch immer anfälliger wird, ist mir das zu heikel. Demnächst bekommt sie dann mal wieder Frontline und wir müssen dann halt aufpassen, dass sie uns keine quicklebendigen Zecken & Nymphen im Fell ins Haus trägt - alles schon mehrfach dagewesen …

      Du hättest eben die Augen von Maus sehen müssen, als ich aus der Dusche kam. Seit gestern Nachmittag sitzt sie mit dem Kopf zur Zimmerecke und dreht sich kaum noch in den Raum. Aber eben schaute sie von oben herab zu mir runter. Die Angst vor dem nächsten Boxenstopp (3 Minuten mit dem Auto, max 10 Minuten beim Tierarzt und schnell zurück) sah man ihr regelrecht an. ein Wunder, dass sie nicht wieder hinter den Geschirrspüler gekrabbelt ist. Vielleicht hat sie es ja nun endlich verstanden, dass wir sie nicht mehr zum Tierarzt bringen. Jedenfalls trank sie kurz danach aus dem angebotenen Wasserschälchen. Und nach einer kleinen Pause ging sogar noch etwas Feuchtfutterwasser hinterher. Das muss sie nun erstmal wieder verdauen und schaut zur Wand. Wahrscheinlich hat sie auch leichtes Fieber und braucht deswegen die kühlende Wand an der Seite. Nur schade, dass sie pulverisiertes Traumisal als Schmerzmittel in der Feuchtfuttersuppe ablehnt. a war ich am Samstag nämlich richtig glücklich, als uns der Tierarzt beim Telefonat noch den Tipp gab - es soll süß schmecken, und wir haben vom letzten Jahr noch ausreichend davon im Haus …

      Mag sein, dass Russenkater anders drauf sind. Allerdings Allegras Vater muss auch sehr liebevoll und ein echter Herzensbrecher gewesen sein. Er lebte nämlich zusammen mit seiner Katzendame in der Wohnung, als wir Allegra vor Ort kennenlernten.
      Ich vermute, es hängt ganz extrem davon ab wie die Kitten aufwachsen. Da haben wir bei beiden wahnsinniges Glück gehabt. Und Maus kam beim Öffnen der Wohnungstür der Katzenkinderstube sogleich fast die Treppe runtergepurzelt und kaum saß ich auf dem Fußboden, hatte ich die kleine sofort auf dem Schoß.
      Wolfgang musste sich Allegra erspielen. Sie kam erst zum Vorschein, als Shiva und Aljoscha uns beschnupperten und Wolfgang den Federwedel schwang. Früher lag sie auch gerne auf uns, aber sie durchlief schon so manchen Sinneswandel. Oder es liegt daran, dass Wolfgang im gestressten Zustand die falsche Aura hat. Dann kommt sie erst wenn er schläft und thront dann auf ihm.
      Allegra wäre von der 'Form' zwar ideal zum Züchten gewesen, aber eigentlich war sie dazu viel zu ängstlich. Denn Katzenausstellungen, die ja dann auch dazugehören sind ja so eine Sache. Wir wollen jedenfalls nie wieder eine besuchen!

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    5. Ja, bestimmt ist das eine Chemiekeule. Ich habe auch auf Anraten einer Bekannten andere, harmlosere Sachen ausprobiert. Effekt: ich hätte es auch sein lassen können. Er war immer übersät mit Zecken...wir dann auch. Diese Mittel sind gewiß nicht ohne, aber mit Zecken ist auch heikel.

      Mautz und Möhrchen waren/sind so scheu...undenkbar, sie würden auf uns liegen. Mautz liebte ja seine Pappkiste. Nur wenn er darin lag, durfte ich diesen auf mir betten und ihn kraulen. Verrücktes Tier. Als ich wegen dem ersten Hund, den wir nicht bekamen so traurig war, da ist das Möhrchen fast in mich hineinkrochen. Es war auffallend, wie sehr er mir nicht mehr von der Seite wich. Meine Freundin meinte, er würde meine Trauer spüren, und mich trösten wollen. Aber egal wie scheu sie auch sind, beide Kater haben es erdulden müssen, daß ich sie immer mal wieder auf den Arm genommen und geherzt habe. Anstandshalber habe ich ihnen dann immer zugeraunt: "Ich weiß... du findest das nicht so toll, aber da mußt du jetzt durch. Denn Liebe muß man ausdrücken, sonst hat sie keinen Wert!" Inzwischen mag das Möhrchen das sogar - behaupte ich mal. Und am liebsten genießt er es, wenn er auf dem Rücken liegt, alle Viere von sich streckt, und ich ihn nach Herzenslust am Bauch streicheln und kraulen darf. Die Schnurrlaute sind beeindruckend ;-).

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    6. Bauch kraulen lassen ist ein Zeichen von großem Vertrauen, das lässt nicht jede Katze zu :-) Und das auf den Arm nehmen zu trainieren ist auf jeden Fall sinnvoll. Bei Allegra haben wir es anfangs leider etwas vernachlässigt. Aber zur Belohnung in die oberen Schrankfächer gucken zu können hat dann geholfen. Und jetzt bekommt sie ihr Insulin auf meinem Arm beim Öhrchenkraulen. Wenn Wolfgang es allein versucht, endet das im Katzenrodeo …
      Die Maus habe ich vorhin im Arm nochmals die Straße entlang getragen. Sie liebt das - vor allem, wenn die Sonne scheint :-)

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    7. Dinge tun, die noch möglich sind. Das ist gut. Liebe Grüße zu euch.

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  2. Das kann ich alles so gut nachvollziehen. Es ist doch toll, wie sehr die kleinen Viecher Teil der Familie werden und schlimm ist, wenn sie dann plötzlich weg sind. Wir sind gerade sehr traurig, dass der tolle Hund unserer Tochter eingeschläfert werden musste.
    Alles Liebe,
    Magdalena

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    1. Das, liebe Magdalena, ist eben grauenhaft. Aber deswegen auf all die wunderbaren Jahre mit so einem Geschöpf verzichten...? Nein, das wäre zu schade darum. Ich wünsche Euch gegenseitigen Beistand, um die Trauer zu überwinden. Es tut furchtbar weh. Und vielleicht... irgendwann... kommt wieder ein toller Gefährte daher. Alles Liebe

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