04 März 2017

Auf der Hundewiese

Um auf andere Gedanken zu kommen, war ich gestern mit Mann und Maus auf der Hundewiese - ohne eigenen Hund. Auffallend dabei war, daß lauter stark übergewichtige Menschen herumsaßen, während bewegungsfreudige Hunde über das Gelände sausten.

Für einen ordentlichen und unbeabsichtigten Lacher habe ich auf der Hundewiese gesorgt: ich holte völlig arglos eine knisternde Tüte aus meiner Jackentasche heraus. Im Nu fanden sich dreißig erwartungsvolle Hunde vor mir ein :).

 

 






Den schwarzen Malinois kenne ich gut. Ein toller Hund, der seine Familie anfangs gut gefordert hat. Mittlerweile ist er angekommen und hat sich gut in die Familie eingefügt.

Wir sind seit einiger Zeit wieder an einem Hund aus dem Tierheim dran. Ich fahre also nach wie vor regelmäßig hin. Mein Mann meinte gestern stöhnend: "Himmel, ist das schwer, einen Hund aus dem Tierheim zu bekommen!" Der Hund, an dem wir dran sind, hat schon zwei mal seine Besitzer gewechselt. Angeschafft wurde er von einem sehr jungen Pärchen mit Säugling, die schnell überfordert waren. Ich meine, ein Säugling allein ist ja schon eine Herausforderung. Er kam dann ins Tierheim. Seine neuen Besitzer arbeiteten im wechselnden Schichtdienst. Aber dann waren sie gezwungen, beide die gleichen Schichten zu übernehmen. Der Hund war 8-9 Stunden täglich alleine. Den Rest kann man sich denken...

Er ist ein gutmütiger Hund, hat aber Kawumm unter der Haube. Dieser Hund muß ausgelastet werden. Immerhin konnte ich durchsetzen, daß wir ihn mal mehrere Stunden am Stück im eingezäunten Bereich haben durften. Als wir an seiner Box angekommen waren, hatte er dort gerade sein Kissen komplett auseinander gerupft. Beim Rausgehen zerrte er wie verrückt an seiner Leine. Nach zweieinhalb Stunden mit uns war er total entspannt, es gab kein Gezerre mehr. Er hat sich auf den Boden gelegt, auf den Rücken gedreht und uns seinen Bauch kraulen lassen. Tolles Tier! Den Interessentenbogen haben wir inzwischen von Marley auf ihn umgeschrieben.

Wie es weitergeht...? Wir dürfen gespannt sein. Am Mittwoch kommt erst mal das Gassi-Seminar, an dem ich mit den Jungs teilnehmen werde. Hat jemand von Euch schon einmal so etwas mitgemacht? Was genau wird dort gemacht/vermittelt?

Wenn wir ihn nicht bekommen, dann ist das Thema Tierheim für mich ein für allemal durch. Das behaupte ich jetzt mal so ;-). Sollten wir ihn bekommen, werde ich mich allerdings auch wundern, denn Marley wäre um einiges einfacher zu händeln gewesen als dieser Hund. 

Was auch immer es sein soll: möge das Gute geschehen! Amen!

Kommentare:

  1. Ich muss deinem Mann Recht geben, das ist ja eine richtige Tortur einen Hund aus dem Tierheim zu holen. Jetzt wundere ich mich nicht mehr, dass viele Leute das nicht machen. Ich muss gestehen, dass ich ausser einen Wellensittich keine Tiere im Haus hatte, deshalb bin ich total erstaunt, was für Anforderungen an potenzielle Bewerber gestellt werden. Ich hätte gedacht, dass jeder das Tier bekommt, welches er ausgesucht hat (ganz schön naiv). Doch diesmal muss es doch für euch klappen, ich drücke euch wirklich ganz fest die Daumen. Eine bessere Familie finden sie doch gar nicht (sage ich jetzt mal so aus der Ferne :) Hayirlisi. Ganz liebe Grüße zu dir.

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    1. Teşekkür ederim, canım. Ja, man könnte zeitweilig meinen, daß einem eher ein drittes Auge wächst, als daß man einen Hund aus dem Tierheim bekommt ;-). Das Problem ist, daß etliche Leute die Tiere wieder zurück geben, sobald die ersten Schwierigkeiten auftreten. Das Tierheim will dem vorbeugen - verständlich. Für die Tiere muß es sehr schmerzhaft sein, immer wieder das neue Zuhause zu verlieren. Es gibt halt immer die zwei Seiten einer Medaille... Liebe Grüße zu dir.

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  2. Nein, ganz anders: die Tierheimleute wussten, dass ihr auch mit schwierigeren Hunden könnt und warteten ab, bis sich Euer Herz für einen der Hunde entscheidet, der sonst schwerer zu vermitteln wäre ;-)
    Viel Glück und Geduld

    Herzliche Grüße
    Beate

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    1. Liebe Beate, vielen Dank für Deine wie immer wohlwollende Sichtweise auf die Dinge. Sie machen Mut. Für mich wird immer klarer, daß kein Weg daran vorbei führt, sich so gut es geht kennen zu lernen. Ich glaube fest daran, daß die Rückfall- bzw. Rückgabe-Quote deutlich sinkt, wenn man ein gutes Gespür füreinander entwickeln kann. Das kann man aber kaum, wenn man immer nur ein halbes Stündchen hat. Nach Hause kann man ihn auch nicht probehalber mitnehmen - wie soll es dann gehen?? Also doch nur im Tierheim und dem angrenzen Gelände bzw. Wald. Aber dann bitte am besten gleich tageweise. Für diesen Hund gibt es kaum Bewerber - da sind wir... und noch ein weiterer Interessent. Ich wiederhole mich: möge das Beste für das Tier geschehen! Liebe Grüße zu Dir.

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  3. Also, wenn du in deinem Alltag täglich mind. 2,5 oder mehr Stunden finden kannst, um diesen Hund auszulasten, dann drücke ich dir - von Herzen - die Daumen. Ansonsten lasse ich das wohl besser sein.
    Oder meinst du, dass er nicht mehr so viel Bewegung brauchen wird, wenn er täglich mehr bekommt als es im Tierheim möglich ist?
    Ciao Beo

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    1. Leider leider kann man den Ernstfall nicht proben. Ich würde ihn ja gerne tageweise mit zu uns nehmen, aber da stellt sich das Tierheim aus nachvollziehbaren Gründen quer. Also werde ich es anders angehen: Hab ich diesen Schein, bin ich berechtigt, mit ihm auch durch den Wald zu gehen. Ich werde versuchen mehrere Stunden am Stück im Tierheim zu blocken, damit wir eine Chance haben, uns gegenseitig besser kennen zu lernen. Dann wissen wir sicherlich mehr. Unser hinterer Garten muß an einer Stelle eingezäunt werden, dann kann man ihn auch dort gut auslasten. Der Rest sind dann "normale" Runden. Und das Fahrrad fahren würde ich gerne ausprobieren. Wenn das klappt, mache ich mir keine Sorgen. Neben anderen Möglichkeiten ist hier ist ein Radfahrparadies. Besser geht es kaum. Mir wurde von Mitarbeitern gesagt, daß heute einige Leute vor seiner Box standen und er sich nicht gerührt hätte. Als wir kamen sprang er sofort auf und wollte raus - durfte leider nicht, weil er und einige andere Hunde derzeit Durchfall haben. Dafür haben wir dann einen Hund ausgeführt, der sonst selten aus seiner Box kommt. Überhaupt habe ich mich heute über mich selbst geärgert: warum habe ich Marley eine halbe Stunde täglich ausgeführt und bin dann nach Hause gefahren?? Ich hätte locker noch den einen oder anderen Hund auch noch ausführen können, der sonst kaum raus kommt. Ich lerne noch, wie man unschwer erkennen kann. Lieben Gruß

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  4. Liebe Pünktchen,
    wenn es dann soweit ist:

    Freunde von uns haben seit vier Jahren einen Hund, der viel Auslauf braucht. Sie haben sich einen Roller für Erwachsene gekauft, mit dem man eher dem "Hundetempo" nahekommt, als zu Fuß. Andererseits hat der Mensch eher Bodenkontakt, was aus Sicherheitsgründen nicht zu unterschätzen ist. Ein wenig Übungssache ist auch das, natürlich!

    https://www.amazon.de/dp/B00ITGYNQ4/?tag=glv-21&ascsubtag=0e9e52d56d477dafa5890078570ba143

    Lieben Gruß
    Beate

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    1. Liebe Beate,
      Danke, daß Du so mitdenkst. Aber um das Tempo von diesem Hund mitzuhalten, ist ein Fahrrad eher das Richtige. Der hat Kraft und geht ab wie eine Rakete. Angeblich haben ihn seine Vorbesitzer ja zum Joggen und Radfahren mitgenommen. Aber ehrlich? Das alles müssen wir im Falle eines Falles selbst herausfinden, denn erfahrungsgemäß wird viel erzählt, was nicht der Wahrheit entspricht. Ich bin selbst sehr gespannt, ob und was noch wird.
      Liebe Grüße zu Dir.

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  5. Ein Hund, der gut neben dem Fahrrad läuft - ein Traum! (Das kann unser "tiefergelegter Collie" bei aller Liebe nicht bieten...) Ja, ein größerer Garten mit Zaun drumrum ist ideal, er wird zwar vielleicht das eine oder andere Löchlein buddeln, aber langweilig wird es ihm da nicht. Wichtig (aber das wisst ihr selber): ob er mit Katzen kann?
    Mensch, ich drück euch die Daumen, dass zusammenkommt, was zusammengehört (oder so...)!!!
    Brigitte

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    1. Liebe Brigitte,
      wie gesagt: erst mal müssen wir rausfinden, ob das mit dem Fahrradfahren wirklich klappt. Aber es wäre naiv anzunehmen, daß diesem Hund mit ausgedehnten Spaziergängen gedient wäre. Das ist vermutlich so effektiv, wie wenn der sich einmal um sich selber drehen würde. Das Gute an unserem Heim ist, es verfügt über diverse Eingänge, Zugänge... wie auch immer. Sollten sich beide gar nicht ausstehen können, müssen sie sich gar nicht erst begegnen. Ich vermute, daß sie den anderen riechen werden können, aber wir leben ja auch so nicht in einer Blase fernab von allem anderen, was hier noch in unmittelbarer Nähe auf vier Beinen durch die Gegend läuft. So oder so muß man wachsam sein. Eine Aussage wie "Der kann nicht mit Katzen!" akzeptiere ich nicht, ohne es vorher versucht zu haben. Meine Schwiegermutter hatte immer Windhunde aller Art, die bekannt sind für ihren Jagdtrieb. Natürlich sollte man Hund und Katze nicht unvorbereitet aufeinander treffen lassen. Auch da ist viel Behutsamkeit gefragt. Ich weiß, daß das gelingen kann. Bei meiner Schwiegermutter haben diverse Katzen und Hunde friedlich unter einem Dach gelebt. Löcher buddeln im Garten ist hier wirklich nicht schlimm. Soll er doch... wird wieder zugeschüttet ;-). Schlimmer als die zwei Jahre währende Wühlmausplage kann das auch nicht sein. Ich habe schon auf der Hundewiese die Löcher bewundert, die die Hunde emsig gebuddelt haben. Lockert den Boden auf... oder so ;-).

      Liebe Grüße

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