26 Februar 2017

Gemalte und gedachte Linien

Bei ihr sind Linien gefragt. Und da ich heute ziemlich viele davon gezeichnet und gemalt habe, und noch viel mehr Gedankenlinien in meinem Kopf mit mir herumtrage, will ich darüber erzählen.


In meinen letzten Posts kann man darüber lesen, was uns die letzten Monate über beschäftigt hat. Wir haben unser Herz an einen kleinen Mischlingshund verschenkt und ihn dann am Ende leider doch nicht bekommen. Solche Erfahrungen wühlen einen auf, sie bringen einen zum Nachdenken. Ich gehe schwanger mit so vielen Gedanken derzeit. Das Tierheim, in dem wir viel Zeit gelassen haben, beherbergt etliche Tiere. Da sind die Welpen, die meist sehr begehrt und in nullkommanichts wieder weg sind. Und dann sind da auch etliche andere, die dort abgegeben wurden, weil man sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr halten konnte/wollte. Immer, wenn wir Marley besuchten, haben wir auch alle anderen Hunde besucht. Inzwischen kennen wir sie alle mit Namen, wissen, wann sie geboren wurden und seit wann sie dort verweilen.


Einer von ihnen ist Axel, bald fünf Jahre alt. Axel ist nicht gerade der Traum meiner schlaflosen Nächte. Ohne irgendwelchen Liebhabern dieser Hunderasse auf den Schlips treten zu wollen... Axel fand ich auf den ersten Blick gruselig, und als auch noch seine Belltiraden einsetzten, wollte ich schnell wieder woanders hin. Als ein American Bulldog zählt er meines bescheidenen Wissens nach zu den Kampfhunden. Ein Grund mehr für mich auf Abstand zu gehen. Und dennoch..., wann immer wir im Tierheim waren, gingen wir bei unserer Besuchsrunde auch zu Axel.


Seit 2015 habe ich angefangen, den Pinsel zu schwingen. Ich male, wann immer ich dazu komme. Seitdem wir dieses Tierheim kennen gelernt haben und wissen, daß sie nahezu ausschließlich von Spenden leben, bin ich am überlegen, wie ich Mensch und Tier dort unterstützen kann. 



- Axel -
 Acryl auf Leinwandkarton
24x30 cm 

Nachdem ich schon Marley gemalt hatte (Das Bild schenke ich dem Tierheim. So oder so können sie es behalten. Und bei Verkauf gehört ihnen die volle Summe), kam mir der Gedanke, vielleicht all jene Hunde in den Fokus der Betrachtung zu rücken, die in irgendeiner Form benachteiligt sind. Ich habe beschlossen, nach und nach alle Hunde mit längerem Aufenthalt zu malen und den Erlös dem Tierheim zu spenden. So ganz nebenbei kann ich üben, diverse Linien zu malen ;-)... Wie findet ihr meine Idee?

Was ich ganz besonders faszinierend finde ist allerdings die Wandlung, die ich gerade selbst durchlebe. Noch vor einigen Wochen hätte man mich mit dem einen oder anderen Hund (ver)jagen können. Heute denke ich wirklich anders darüber. Sogar für Axel habe ich zwischenzeitlich warme Gefühle entwickelt und weiß, daß ich jeden Hund lieben kann.

Es gibt gerade Linien, die zwei Punkte auf dem kürzesten Wege miteinander verbinden. Und es gibt andere, die über verschlungene Pfade zueinander führen. Ich kann jedem wärmstens empfehlen, sich Tiere im Tierheim anzuschauen. Nicht nur oberflächlich, oder ein bis zwei Mal. Geht ruhig regelmäßiger hin. Ihr werdet erstaunt sein, was das mit einem macht...

Einen feinen Sonntag wünsche ich Euch allen da draußen.

Kommentare:

  1. Ich bin überzeugt, es gibt ernsthaft Niemanden, der an diesem wunderbaren Vorhaben etwas aussetzen kann. Ich habe da noch nie etwas ähnliches gehört. Was ich zu einem späteren Zeitpunkt doch wissen wollte ist, ob sich wohl mehr Interessierte in diesem Tierheim einfanden aufgrund Deiner Aktion.

    Da möchte ich Dir schon viel Erfolg wünschen und den Tieren ebenso!

    Liebe Grüße
    Beate

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    1. Liebe Beate, daß die Leute sich mehrheitlich wegen der Bilder im Tierheim einfinden werden, davon gehe ich nicht aus. Es gibt dort eh ein sehr reges Kommen und Gehen. Eher könnte ich mir vorstellen, daß man bereit ist, ein Bild von seinem "Schatz" mitzunehmen, wenn man weiß, daß der Erlös zu 100% dem Tierheim und den Tieren zu Gute kommt. Wir werden sehen... Liebe Grüße und Danke Dir für Deine guten Wünsche.

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  2. Ich war noch nie in einem Tierheim und habe es auch nicht vor...oder vielleicht doch? In meiner Heimatzeitung erscheinen immer in einer gespendeten Anzeige Fotos von Hunden und Katzen, die neue Besitzer suchen. Die gucke ich mir immer ganz genau an und lese den Text dazu. Wenn, dann hätte ich gern eine Katze. Aber...es sollte eine Rassekatze sein. Würde ich in ein Tierheim gehen, dann hätte ich sicher gleich eine unterm Arm. Ich kenne mich. Oh ich finde Deine Aktion wirklich ergreifend und Deine Hundebildnisse sowieso. Liebe Grüße von Cosmee

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    1. Danke Dir, liebe Cosmee! Ich könnte mir sogar vorstellen, dort zu arbeiten. Die Tiere wachsen einem sehr ans Herz. Liebe Grüße

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  3. Liebe Pünktchen,
    das ist eine ganz tolle Idee und ich hoffe für dich und für das Tierheim, dass sie sich gut verkaufen! Vielleicht kann man in einem Café im Ort fragen, ob man die Bilder dort für eine Zeit ausstellen kann, dann werden sie von noch mehr Menschen betrachtet und auch auf das Tierheim aufmerksam gemacht!
    Ich war lange nicht mehr bloggend und lesend unterwegs, da wir eine kleine Reise unternommen haben und viel bei unseren kränkelnden Vätern waren, deswegen überrascht mich die Hunde-Story ein bisschen! ....muss direkt mal intensiv lesen!
    Gros bisou
    Sandra

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    1. Liebe Sandra,
      die haben da so eine Art winziges Cafè, wo man die Bilder evtl. hinhängen könnte. Auf jeden Fall wurde meine Idee sehr wohlwollend angenommen und aus dem privaten Umfeld gab es bereits Anfragen für Hundebilder ;-). Liebe Grüße.

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  4. Wie schön, dass du trotz der Enttäuschung um Marley immer noch Lust auf das Tierheim und die Hunde dort hast. Für mich steht fest, dass ich mir definitiv Katzen von dort holen würde, wenn es dann mal soweit wäre. (Momentan ist das wegen unsicherer geographischer und finanzieller Zukunft noch nicht möglich.) Es gibt so viele Tiere, die gerne ein liebevolles Zuhause hätten, da möchte ich persönlich keinen Züchter unterstützen, der noch mehr Tiere produzieren, um damit Geld zu verdienen.

    Liebe Grüße und viel Erfolg mit deinem Projekt!
    Sabrina

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    1. Ja, genau so, liebe Sandra. Es gibt schon so viele Tiere. Und wenn ich könnte, würde ich sie alle versorgen wollen. Jedes Tier, auf seine ganz ureigene Weise, ist liebenswert. Wenn man Zeit mit ihnen verbringt, wächst irre schnell zusammen, was zusammen gehört ;-). Die Enttäuschung um Marley war sehr groß, aber ich sehe das Große und Ganze, was das Tierheim dort leistet. Sich dafür stark zu machen lohnt in jedem Falle. Liebe Grüße.

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