05 Januar 2017

Der Winter und ich - einige Fakten dazu

Astrid's zehn Fakten zum Winter haben mich animiert, auch etwas dazu zu schreiben. Leider kann ich nicht mit wunderschönen Winterbildern dienen - der Festplattencrash wirkt sich eben immer noch aus.

1. Ich entstamme einer Gegend der Türkei, die sehr beeindruckende Winter hervorbringen kann.

2. In meiner Kindheit sah ich im Winter viele Männer, an deren Bärten Eiszapfen hingen.

3. In Norddeutschland erlebte ich 1978 die Schneekatastrophe mit. Für uns Kinder war das eine grandiose Sache - die Erwachsenen hatten sich derweil vielen Herausforderungen zu stellen. Das Beste allerdings war, daß wir lange Schulfrei bekamen. Wir haben uns doch damals tatsächlich von Flachdächern in die Schneemassen gestürzt. So einen imposanten, verrückten Winter habe ich nie wieder erlebt.

4. Schneeschippen finde ich einfach nur doof, auch wenn es erforderlich ist. Toll, wenn man Kinder hat, die aus dem geschippten Schnee sofort Iglus bauen, die dann noch stimmungsvoll mit Fackeln und Teelichtern schmücken. Einmal gab es sogar als Überraschung für uns Eltern ein Festmahl im Iglu bei Kerzenschein: heiße Würstchen im Liegen. Wir mußten uns auch alle in dieses Iglu reinquetschen. Das hatte was;-).

5. Ich liebe Schneemassen. Aber nach diesem Erlebnis bin ich geläutert und mehr als vorsichtig geworden.

6. In diesem Leben werde ich nicht mehr rodeln.

7. Wenn dicke, bezaubernde Schneeflocken vom Himmel herabfallen, dann fühle ich immer noch, wie ich als Kind gefühlt habe: meine Freude darüber ist grenzenlos.

8. Klirrende Kälte empfinde ich als belebend, Sommerhitze lähmt mich dagegen.

9. Ich denke so gerne an die wenigen Winter in meinem Heimatland zurück. Bei meiner Großmutter auf dem Land war alles sehr einfach. Im Winter war das Landleben besonders schwer. Absolut jeder mußte da mit anpacken. Wenn nach einem arbeitsreichen Tag der Ofen dann in der Wohnküche bollerte, die schmackhaften Gerichte in die Mägen gewandert waren, wir Kinder uns um meine Großmutter auf dem Divan scharrten, die uns ausgedachte Geschichten erzählte..., dann war es einfach nur schön und wie in 1001 Nacht. Perfekter hätte das Leben da nicht sein können.

10. Wenn es so richtig knackig kalt ist, dann vermisse ich die vielen Maronenverkäufer aus meiner alten Heimat.

Kommentare:

  1. Ich liebe den Winter ebenso und wenn ich auch zehn Punkte zum Winter aufschreiben wollte, so könnte ich etliche davon von Dir kopieren. Iglus und Burgen habe ich auch immer gebaut auch mit den Kindern, eingeladen worden bin ich allerdings nie und Eiszapfen, die aus Bärten heraus wachsen habe ich auch noch nie gesehen. Und leider schneit es für mich immer zu wenig oder wenn es mal schneit, ist das Wetter so gemein und lässt am nächsten Tag wieder alles schmelzen.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  2. Schön, deine Kindheitserinnerungen! Und so ein wenig teile ich sie mit dir, den in den Fünfziger Jahren war es in der tiefsten deutschen Provinz ähnlich wie in der Türkei, auch nur mit einem Bollerofen in der Wohnküche ( mit einem Wasserfach, aus dem ich für die morgendliche Wäsche warmes Wasser hatte ), mit Geschichten und Gesang.
    "Wenn der Esel sich wohl fühlt, dann geht er aufs Eis", sagt ein Sprichwort bei uns. Wir Beide wissen ja nur zu gut, dass wintersportliche Tätigkeiten einen Preis haben....
    Alles Liebe!
    Astrid

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  3. Sich von Flachdächern in Schneewehen plumpsen lassen, klingt echt wild. Ich glaube, solche Schneemengen habe ich nicht mal in Finnland gesehen. :D
    Danke für die tollen Winter-Erinnerungen.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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  4. Ich kann mich noch an einen Winter erinnern, der so kalt war, dass sogar die Donau gefroren war und wir dort Schlittschuhlaufen waren. Das würde ich mich heute nicht mehr trauen und die Kälte kann ich auch nicht mehr so gut aushalten. Aber als Kind fand ich es toll.
    glg Susanne

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  5. Nummer neun gefällt mir am besten. Deine Großmutter würde sich darüber freuen. Ja, es braucht nicht viel, um als Kind glücklich zu sein. Auch meine schönsten Erinnerungen haben mit Geld nichts zu tun. Es ist die Atmosphäre, die Harmonie in der Familie, die Geborgenheit, die sich einprägt, die man nicht vergißt.
    Ein gesundes und glückliches Neues Jahr wünsche ich Dir und Deinen Lieben.
    Herzliche Grüße
    Edith

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  6. Oooh Maroni, ja Du hast recht, das fehlt hier ganz entschieden. An Weihnachtsmärkten muss ich immer Maroni haben. Und manchmal steht im Januar noch ein Stand am Bahnhof. Danke für Deine Kindheitserinnerungen. Darf ich neugierig sein und fragen von wo aus der Türkei Du kommst? Liebe Grüße, Eva

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    1. Klar darfst Du neugierig sein, liebe Eva. Ich stamme aus der Nord-Ost-Türkei, vom Schwarzen Meer. Die Gegend nennt man auch die grüne Lunge der Türkei. Liebe Grüße zurück.

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    2. Danke. Hab mittlerweile auch Deinen ganzen Türkeireisebericht gelesen, hachz. So schön. Lieben Abendgruß vom Rhein. Eva

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