15 Januar 2017

Neues Jahr, neue Erkenntnisse...

Oftmals sind wir Menschen ja reine Gewohnheitstiere. In meiner Kindheit wurde ich häufig Zeuge dessen, wenn meine Großmutter sich einen frischen Kaffee aufbrühte und diesen mit großem Genuß zu sich nahm. Der unglaublich leckere Duft ließ mich wie eine Katze um sie herum schleichen. So goss sie mir dann ein kleines Schlückchen auf die Untertasse und versüßte mir das dunkle Gebräu mit etwas Zucker. Das wurde zu einer liebgewonnenen Gewohnheit zwischen uns. Ich liebte unser Ritual. Die restliche Familie trank immer und ausschließlich Tee.

Irgendwann als junge Heranwachsende entdeckte ich erneut den Kaffee, nur daß ich ihn mir nun selbst zubereitete. Bei weitem nicht jeder Kaffee schmeckte mir. Es gab große Unterschiede. Vor einigen Jahren landete ich dann beim Cappuccino. Von ihm kam ich dann auch nicht mehr los. In der Regel trank ich zwei Tassen dieser Kalorienbombe täglich - manchmal wurden es auch drei... Ich versuchte des Öfteren meinen Konsum einzuschränken und trank ihn eine Zeit lang nur an den Wochenenden. Und dann kam das neue Jahr..., was in der Regel bei vielen zu Ganzjahresvertragsabschlüssen mit Fitnesscentern führt ;-).


Ich trank plötzlich Tee. Vormittags eine Kanne, und am Nachmittag auch. Am liebsten Pfefferminz mit Apfel oder frischem Ingwer. Übrigens gab es schon einmal solcherlei Annäherungsversuche.

Nach zwei Wochen wollte ich mir in alt gewohnter Weise einen Cappuccino gönnen. Mit Vorfreude nahm ich die Tasse in die Hand und den ersten Schluck in den Mund. Die Ernüchterung war groß: er schmeckte mir überhaupt nicht mehr. Völlig verdattert nahm ich einen weiteren Schluck und trank sogar ungläubig die Tasse leer. Nichts. Kein Genuß. Kein Geschmack. Brrrr. Ich setzte eine neue Kanne Tee auf und trank ihn. Das behalte ich momentan so bei.

Diese Erfahrung hat mich an meine Schwangerschaften erinnert. Eine Zeit lang aß ich einen ganz bestimmten süßen Sahnejoghurt. Dann wurde ich schwanger, und ich erinnere mich daran, wie ich den ersten Löffel dieses einst so geliebten Joghurts im hohen Boden wieder ausspuckte - er schmeckte so unglaublich widerlich und künstlich nach Chemie, daß ich ihn auch nach meinen Schwangerschaften nie mehr anrührte. (Übrigens liebte ich meine Schwangerschaften auch besonders deshalb, weil sie mich ernährungstechnisch auf den unverfälschbaren, rechten Weg brachten. Unfaßbar wozu Hormone in der Lage sind...). So ähnlich ist es mir nun nach zwei Wochen meiner Cappuccino-Abstinenz gegangen. Habt ihr auch mal solche Erfahrungen gemacht?

Bei ihr wird heute die fotografische Umsetzung eines Getränkes gesucht. Ganz wie gefordert ist mein Beitrag nicht, aber da ich ein für mich eher außergewöhnliches Getränk würdige, ist es ok., denke ich.

Ich gehe mir mal meine Nachmittagskanne Tee brühen. Habt einen feinen Sonntag - womit und wodurch auch immer.

Kommentare:

  1. Das ist echt erstaunlich, was die Hormone mit einem machen können. Ich kann mich noch erinnern, dass ich während der Schwangerschaft Pastirma gehasst habe , wie die Pest, obwohl ich es vorher geliebt habe. Und Cola! Das Zeug, dass ich fast täglich konsumierte, erzeugte während der Schwangerschaft und noch 2 Jahre danach (mit dem Pastirma genauso) Würgereiz bei mir aus.

    Und dann, irgendwann, so aus heiterem Himmel kam es wieder zurück und ich mag es wieder, bis heute.

    Ich hätte öfters schwanger werden sollen, glaube ich. Zu spät...:)))

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  2. Toll, und Tee ist gut. Mir geht es mit Kaffee ähnlich, er schmeckte mir plötzlich nicht mehr. Dahinter steckte hoher Blutdruck. Als wüsste der Körper, was ihm jetzt zu weit geht, hat er den Kaffee abgelehnt... Seitdem bin ich Tee- und Wassertrinkerin. Auch lieber Tee zum Kuchen als Kaffee, oder mal einen heißen Kakao. Und wenn der Liebste mir Mangosaft mitbringt, sage ich nicht nein ;-). Liebe Grüße und immer genug Tee im Haus - Ghislana

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  3. Ich finde die Natur auch erstaunlich, wie das Geruchsempfinden und Geschmacksempfinden sich verändert. Ich habe es mit Wasser so gehabt. Das Wasser was wir vorher getrunken haben, habe ich nicht mehr trinken können, und da ich sowieso so wenig trank ist mein armer Mann los gezogen und hat von verschiedenen Marken Wasser gekauft, dann musste ich probieren damit er Kisten kaufen konnte. Und bei meiner letzten Schwangerschaft habe ich ja noch gearbeitet und hatte Kundenverkehr. Es war Sommer und der Schweißgeruch von den Kunden hat mich manchmal echt zum würgen gebracht :) Oder auch Parfümgeruch. Und auch das ganze Holz in der Küchenabteilung hat für mich gestunken.
    Aber das Schwangersein war schön :) Danach war ich wieder normal :)
    Liebe Grüße

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  4. Wenn der Test positiv ausfällt, sagste aber Bescheid, gelle?! :-)

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  5. Ich habe die Zeit mit meinen beiden Schwangerschaften geliebt und hatte spezielle Vorlieben, die aber bei beiden unterschiedlich waren, aber immer auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt. Ich glaube fest daran, dass der Körper uns mitteilt, was ihm gut tut und was nicht. Ich bin eine alte Kaffeetante und bis vor zwei Wochen hätte ich mir nicht vorstellen können, jemals ohne Kaffee aus dem Haus zu gehen....und seit 2 Wochen mache ich das...weil ich überhaupt nicht das Bedürfnis habe...
    Das finde ich schon krass, ohne dass ich mir darüber Gedanken gemacht habe und diese liebe Gewohnheit auch gar nicht ablegen wollte...
    Ganz liebe Grüsse zu Dir!
    Von Herzen
    Susanne

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  6. Dass mein Kaffeekonsum zugunsten von Tee mal so schrumpfen würde, hätte ich nie gedacht.
    Seit Neuestem trinke ich auch den Kaffee (große Tasse) wieder mit einem halben Teelöffel Zucker. Ich habe ihn bestimmt 20 Jahre ohne getrunken. Er bekommt mir besser mit.
    Grund dafür war die veränderte Wahrnehmung für den Körper, hineinhören, was will ich wirklich, was sind Gewohnheiten, und siehe da, ich brauche nicht literweise Kaffee. Manches vertrage ich nicht, wie Kakao, bei Wasser habe ich manchmal eine echte Sperre im Magen, dann darf das nicht trinken. Also jede Menge Veränderungen einfach so, ohne ersichtliche (?) Gründe.

    :-)

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  7. Oh ja ... so kenne ich das auch. Es verändert sich immerwieder.
    Bei mir ist das auch so krass, dass ich oftmals selber überrascht bin von dem "nicht-mehr-schmecken".
    Ich habe in zwei meiner Schwangerschaften sehr viel Karottensaft getrunken. Nie mehr danach! Das war die auffälligste Geschmacksveränderung die ich je erlebte.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  8. Bei Tee bin ich immer dabei...und deine Umsetzung des Themas finde ich herrlich! LG Lotta.

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  9. Das ist interessant! Wenn ich mal eine Zeitlang keinen Kaffee trinke, fällzt es mir nachher auch schwer, ihn wieder zu mögen. Ich bin aber grundsätzlich "Beidestrinker" morgens ein bis zweit Tassen mit Hafermilch und dann Tee - Rooibos, Schwarz, Grün, Weiß - ganz egal.
    Als ich Schwanger war konnte ich im Nebenraum riechen, wenn jemand in der Küche eine Muskatnuss gerieben hat! Irre ne? Wie so'n Hund...! Schade, dass das wieder weggegangen ist!
    Gros bisou
    Sandra
    P.S. Der Teebeutel ist 'ne gute Umsetzung!

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  10. Da kann ich Dir zustimmen, der längere Verzicht ändert das Geschmacksempfinden. Ich bin mittlerweile auch zur Teetrinkerin geworden. Beim Kaffee schmeckt mir eigentlich nur noch der ganz milde Monsun-Kaffee und auch nur mit Cashew- oder Reismilch (wegen Laktoseintoleranz), aber auch nur noch maximal einmal am Tag.
    Deine künstlerische thematische Umsetzung gefällt mir, genau den werde ich mir jetzt gleich aufbrühen - einen Pfefferminztee.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  11. @EQ: Bei mir ist es dabei geblieben. Nie mehr kann ich diesen Joghurt essen, weil ich dann SOFORT an diesen ekelhaft chemischen Geschmack denken muß. Bäh!

    @Jahreszeitenbriefe: Wenn ich behauptete, ich würde Tee gerne mögen, wäre das gelogen. Habe die Tage sogar überlegt, ob ich nicht einfach heißes Wasser trinken soll. Schmeckt für mich mindestens so gut ;-).

    @Papatya Elira: Wenn man noch nicht mal mehr Wasser trinken kann. Oje... Ich hatte das mit den Lebensmitteln. Nichts blieb im Magen, ich nahm dramatisch ab, der Arzt drohte mit Einweisung... und dann blieb ein Naturjoghurt drin. Mein Mann hat vor lauter Erleichterung alle Naturjoghurts der Umgebung aufgekauft ;-).

    @Limeslounge: Pittchen, biste bekloppt?? Wolltest du gerne häkeln, oder wie habe ich das zu verstehen...lach. Zwar gibt es seltenerweise auch noch Frauen, die in meinem methusalemischen Alter ohne künstliche Befruchtung schwanger werden, aber das gleicht einem Lotteriegewinn.
    Mädels, ihr könnt alle die Häkel- und Stricknadeln fallen lassen: ICH BIN NICHT SCHWANGER!!! In den beiden Fällen wußte ich es, lange bevor irgendein Frühtest das anzeigen konnte. Sogar mein Gyn mußte mit seinem Sonografiedoppler erst mal "suchen", bevor er meine Schwangerschaften bestätigen konnte ;-).

    @Neststern: ich habe es auch sehr geliebt schwanger zu sein. Und was die Vorlieben angeht: in der ersten Schwangerschaft habe ich mich nahezu ausschließlich von süßen, saftigen Nektarinen ernährt. In der zweiten... hätte ich schon am frühen Morgen morden können für einige Flaschen ... BIER! Ich saß tränenüberströmt vor den Flaschen, so daß mein Mann voller Mitgefühl meinte: "Einen Schluck kannst du ruhig trinken." Aber ich wußte, daß es mit einem Schluck für mich nicht getan gewesen wäre. Also habe ich weiter geheult und nichts getrunken. Wenn die Versuchung für trockene Alkoholiker genau so groß ist... dann gute Nacht!

    @Beate: bei Wasser eine Sperre im Magen. Oh, das wäre echt schlimm für mich...

    @Elisabeth: Karottensaft! Ach, wäre es doch nur Karottensaft gewesen. Aber Bier??? ;-)

    @Himmel Blau: Uff! Wisch Schweiß von der Stirn. Da bin ich aber erleichtert.

    @Sandra: Oh wie toll! Ja, genau das habe ich auch so vermißt. Der Geruchssinn hat einem genau gezeigt, was gut oder inakzeptabel war für einen. Du hast absolut recht: schade, daß das aufgehört hat. Schnüff...

    @Andrea: ja, gerade, wenn man den Zuckerkonsum runterdrosselt, dann plötzlich schmecken Dinge ganz anders. Also, meine letzte Tasse Cappuccino war nicht nur nicht lecker, sondern bäh... Das muß ich mir nicht wieder angewöhnen. Hoffentlich sehe ich das auch in einigen Monaten noch so...

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  12. Guten Morgen,
    das ist ja interessant. Aber bei mir gibt es sowas auch, die Phasen, in denen ich ein Produkt bevorzuge. Aber das hat bei mir nichts mit der Schwangerschaft zu tun. Da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern, ;-)
    Aber im Moment habe ich auch eine Liebe zu Pfefferminztee, lies mal heute meinen Post....
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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