31 Dezember 2016

Abschließend...

 

Bei allen, die hier seit Jahren lesen und mir die Treue halten, die mit ihren Kommentaren bereichern, zum Nachdenken animieren, zum Lachen bringen und auch trösten, bei euch allen möchte ich mich bedanken. Auch den Neuzugängen und den Anonymen möchte ich sagen: "Schön, daß ihr hergefunden habt! Ohne euch wäre das hier sterbenslangweilig. Bleibt mir gewogen! Wir lesen uns in 2017... und rutscht gut!"

29 Dezember 2016

Mein persönlicher Jahresrückblick


Ihr Lieben,

wir liegen in den letzten Zügen des Jahres 2016. Und so verwundert es nicht, wenn man sich rückblickend noch einmal ins Gedächtnis ruft, was uns dieses Jahr beschert hat.


Es gab viel Glückliches, aber auch reichlich anderes. Die Zeit rast nur so dahin, da ist es ganz besonders wichtig, die schönen Momente unseres Lebens sich erneut ins Gedächtnis zu rufen. Auf vermutlich diesem Blog entdeckte ich die Idee des Familien-Glücks-Glases: Man platziert ein größeres Glas mit Stift und Papier gut sichtbar für alle irgendwohin – bei uns stand es in der Küche. Jeder, der einen bemerkenswerten Glücksmoment festhalten wollte, konnte dies auf einen Zettel schreiben, diesen zusammenfalten und in das Glas tun. Alle diese Zettel haben wir an Heilig Abend bei unserem Essen wieder hervorgeholt, auseinandergefaltet und reihum vorgelesen. Das war sehr schön. Die einzelnen Zettel habe ich in mein Tagebuch geklebt – ich möchte mich noch oft mit meiner Familie an diese besonderen und schönen Momente erinnern. Ich kann euch nur raten, Ähnliches zu tun. Dieses schöne Ritual möchten wir gerne beibehalten. 


Im letzten Jahresdrittel gab es eine furchtbare Erfahrung, der wir uns als Familie stellen mußten. Noch zutiefst fassungslos und traurig habe ich die Bekanntschaft der hiesigen Polizei gemacht. Aber auch bei diesem Negativerlebnis gab es positive Erfahrungen zu machen: ich habe einige der Beamten intensiver kennen gelernt. Dort haben wir sehr viel Entgegengekommen und Verständnis, gute Beratung und Unterstützung erfahren - in solchen Momenten ist das von unschätzbarem Wert. Seitdem liegt ein Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft vor. Ob die Täter je gefaßt werden, steht in den Sternen. Es geht mir auch gar nicht darum, durch Strafe so eine Art Vergeltung zu erfahren. Aber Gewalttätern muß in irgendeiner Form Einhalt geboten werden. Ein Denkzettel muß her. Das kann man nicht tolerieren und so weiterlaufen lassen. Es folgten sehr viele Termine beim Arzt, im Krankenhaus, diversen Institutionen und eben der Polizei. In der Adventszeit, die bei uns sonst sehr ruhig abläuft, konnte von besinnlicher Zeit nicht die Rede sein. An den Folgen dieser Geschichte haben wir noch immer zu knabbern.

Es ist erschütternd, daß bei manchen Menschen offensichtlich keinerlei Skrupel mehr vorhanden sind. Jegliche Empathie und Anstand scheinen verloren gegangen zu sein. Vielleicht haben sie all diese Eigenschaften auch durch die fehlende Muttermilch (im übertragenen Sinne) gar nicht erst ausbilden können. In den Massenmedien werden ständig Schamgrenzen überschritten, Intimsphäre scheint ein Fremdwort geworden zu sein, dessen Bedeutung kaum einer mehr kennt, das elektronische Zeitalter fördert seinerseits die Sprachlosigkeit in den Familien: statt miteinander zu reden wird stumm geglotzt (ihr glaubt nicht, in wievielen Kinderzimmern von Grundschülern ich von der ersten Klasse an eigene Fernsehgeräte gesehen habe), in den sozialen Netzwerken ergießt sich ungehemmt der Haß.

Denkt man an die grauenhaften Bilder vom Berliner U-Bahn-Treter, stockt einem unwillkürlich der Atem. Trotzdem laut Statistik die Zahl der Gewalttaten rückläufig ist, hatte beinahe jede Woche des Jahres 2016 ihre erschreckenden Höhepunkte. Für mich bedeutet das in der Konsequenz auch, daß ich künftig nur noch ein Mal am Tag die Nachrichten anschauen möchte. Macht man es öfter, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, der Weltuntergang stünde unmittelbar bevor.

Mein persönliches Fazit für dieses Jahr:
Oftmals kann man die Welt nicht so beeinflussen, wie man es gerne möchte. Keiner kann den Menschen verordnen, sie mögen doch bitte ihre Bindungen pflegen. Ich bin überzeugt davon, daß Niemand böse zur Welt kommt. In der Erziehung hat alles Konsequenzen: das, was wir tun genau so, wie das, was wir sein lassen. Das sollte man sich immer wieder klarmachen. „Peace on earth begins at home.“ Zumindest da hätte jeder die Möglichkeit anzusetzen. Wollen wir ernsthaft etwas für diese Gesellschaft tun, dann laßt uns nicht vorwurfsvoll den anderen begegnen, sondern vor unserer eigenen Tür kehren und  laßt uns Aufmerksamkeit und Liebe schenken - soviel wir nur können.

Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen einen guten Rutsch in das Jahr 2017. Lassen wir das Schlechte daraus hinter uns und gehen das Gute an!

21 Dezember 2016

Vier Kerzen

Ihr Lieben alle,

es ist turbulent geworden in der Welt. Weihnachten steht vor der Tür. Stille und Besinnung tun gut. Nicht mehr lange, und viele von uns werden mit ihren Lieben zusammen kommen. In Gedanken bin ich immer wieder bei den Familien der Opfer. Diese kleine Geschichte, über die ich im Netz gestolpert bin, möchte ich mit euch teilen. 

Kopf hoch! Laßt uns weiter brennen. Ich wünsche euch friedvolle, besinnliche Weihnachtstage.


Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und erlosch schließlich ganz. Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus. Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht. Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es das Weinen an. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!“ Mit einem Streichholz nahm das Kind das Licht dieser Kerze und zündete die anderen Kerzen wieder an!
Autor unbekannt

18 Dezember 2016

Ein letztes Mal

Ein allerletztes Mal war ich in dieser Woche zur Weihnachtsfeier in der Grundschule eingeladen. Neben einem beeindruckenden Programm, den die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen auf die Beine gestellt hatten, hat mich insbesondere das zum Abschluß im Klassenraum gesungene Lied sehr berührt. Geistesgegenwärtig habe ich auf den Aufnahmeknopf gedrückt. Dieses Lied (jedoch mit anderem Text) haben sie durch alle bisherigen Jahre ihrer Grundschulzeit hindurch gesungen. Es wird auch mir eine Erinnerung an diese besondere Zeit dort sein. Obwohl ich alles erdenkliche versucht habe, ist es mir nicht möglich, die Tonaufnahme der kleinen Menschen hier hochzuladen. So schade.

Nach vielen Jahrzehnten in Deutschland kann ich nicht leugnen, auch von der hiesigen Kultur geprägt worden zu sein. Mit diesen beiden Kulturen aufgewachsen zu sein und sie genossen zu haben, fasse ich als ein ganz besonderes Geschenk in meinem Leben auf. Heute ist bereits der vierte Advent - alles Gute wünsche ich meinen Lesern dazu. Proportional zu dieser Zeit steigt meine Rührseligkeit gen Himmel.
So ist das.