31 Juli 2016

Im siebten Himmel

Ach meine Lieben, kann mich bitte mal jemand kneifen?! Wir hatten einen so so schönen Tag am Meer.


 

Kaum am Wasser angekommen, saßen bis auf meine Wenigkeit alle im Schlauchboot...


und paddelten davon eh ich "Piep" sagen konnte. Erst am späten Nachmittag waren wir aufgebrochen, weil es den ganzen Vormittag bis in die frühen Nachmittagsstunden ohne Unterlaß geregnet hatte. Ehrlichgesagt rechnete ich nicht mehr damit, daß es was werden würde mit unserem ersten Bootsausflug.

Wenn es darum geht, einsame Strände aufzufinden, sind meine Familie und ich ähnlich begabt wie Trüffelschweine ;-).

Irgendwann kam dann sogar noch die Sonne raus.

 
Was für ein wunderbares Fleckchen Erde. Schöner kann man es sich doch nicht wünschen.


Sogar ein Hundchen mit drei Beinen konnte seine Lebensfreude kaum verbergen und tollte freudig durch das Wasser.


Nachdem meine Familie von seiner ersten Tour begeistert wieder zurück gekehrt war, nahmen wir alle Platz in unserer Neuinsvestition.


Vorne saß das jüngste Kind,


in der mittleren Position wurde tüchtig gepaddelt, während ich mich hinten breit machte. Juchz, wie schön! Ich sage nur: "Jedem sein Gummiboot!" :)


Ach, was ist das nur schön, über das glitzernde Wasser zu schippern, ab und an mal eine Hand oder einen Fuß darin einzutauchen, die frische Kühle zu genießen, in den Himmel zu schauen...

 
 Nachdem der Rest der Familie 


mich eine ganze Weile übers Meer kutschiert hatte, griff ich zu den Paddeln. Keine Wellen, kaum Wind, wir glitten wie eine Feder übers Wasser.

 

Immer wieder haben wir den wunderbaren Himmel vor und über uns bewundert. Soooo schön!

 

Darf ich vorstellen: unser derzeitiger Außenbordmotor :)

 

Da das an diesem Strandabschnitt nicht nur flach ist, ist das Wasser an tieferen Stellen auch recht frisch gewesen. Das Kind mußte sich irgendwann auf meinem Schoß schlotternd wärmen und erholen.

 

Immer wieder gab es neue Wolkenformationen und kleinere Wellen kamen auf. Das Zurückrudern wurde dadurch etwas beschwerlicher. Gegenseitig bekräftigten wir einander darin, daß ein kleiner Außenbordmotor her muß.

 
Wie schön es ist, irgendwo ans Ufer zu paddeln, wo man sonst nicht zu Fuß hinkommen würde, um ein kleines Päuschen einzulegen. Mein Mann und die Jungs beschlossen, irgendwann hier am Ufer in einem kleinen Zelt zu übernachten: Ich sage nur: "Ohne mich!" Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie gerne gezeltet. Also, tagsüber, das war schon nett. Aber sobald es ans Übernachten ins Zelt ging, habe ich es gehaßt. Egal auf welchen Luxusmatten ich schlief, am nächsten Morgen hingen meine Knochen auf halb Acht. Nein, da schätze ich das eigene Bett viel zu sehr.


Die Stunden auf dem Wasser vergingen viel zu schnell, und wir waren einhellig der selben Meinung: "Das machen wir bald wieder!"


Strandschätze wurden zum Mitnehmen gesammelt.


Mit dem jungen Angler führte ich ein angeregtes Gespräch.


So ein schönes Fleckchen Erde. So wunderbar. Könnte man doch dieses Leben einfach nur genießen...

 

So innige Geschwistermomente gibt es auch.

 

Weil es schon so spät geworden war, und wir Hunger bis unter beide Arme hatten, suchten wir auf dem Heimweg einen Imbiß auf. Meine Pita hat innendrin nur Salat und Knoblauchjoghurt. Einen wunderschönen Tag hatten wir, sagte ich das schon?!

Bei ihr geht es um das Thema "Garten und Natur". Da wir gerne in der Natur unterwegs sind, schicke ich ihr die taufrischen Bilder des Tages.

28 Juli 2016

Im Ferientakt

"Leben ist nicht genug," sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben!" H.C. Andersen

Wie immer denke ich, wenn es so weit ist: "Wie...? Schon wieder Ferien?!". Und dann aber, wenn ich mich alsbald dem neuen Rythmus hingebe, merke ich, wie bitter nötig wir die Freienzeiten auch haben. Nichts mehr müssen, sondern weitestgehend frei über die freien Tage verfügen dürfen. Und wie erholsam das sein kann, wenn man am späten Abend nicht ständig auf die Uhr stiert, weil man weiß, wann man am nächsten Morgen wieder auf den Beinen sein muß.
  
Wir leben hier zwischen den Meeren. Urlauber müssen viele Kilometer bewältigen, um hierher zu kommen. So oft es geht, und wir auch Lust haben, sind wir am Meer. 

Ich erinnere mich daran, daß ich 2008 in der türkischen Ägäis zu meinem Mann sprach: "Schau mal, so eine Nußschale, die würde mir schon reichen...!" Mein Mann schaute in die Richtung, in welche ich deutete und lachte sehr. "Das, was du da aufgrund der Entfernung eine Nußschale nennst, ist in Wahrheit eine riesige Jacht." Ähem...
 

Ok, er hatte natürlich recht. Das war tatsächlich eine riesige Jacht. Je näher sie kam, erkannte auch ich diese Tatsache. Aber im Grunde meines Herzens meinte ich dennoch, was ich sagte. Wozu ein größeres Boot oder Segelschiff...? 

Wenn ich da an die ganzen Folgekosten denke. Wenn man über das nötige Kleingeld verfügt, ist das natürlich kein Thema, aber so... Ich denke da noch an Nachbarn, die einige Zeit im Jahr mit ihrem Holzschiff segelten, und dieses dann wochen- und monatelang aufwendig wieder geschliffen und lackiert werden mußte. Nichts für mich! Ich bin da sehr praktisch veranlagt. Und statt zu bejammern, was nicht möglich ist, nutzt man eben das, was machbar ist.


So war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir zu unserem erstem Boot gekommen sind - zu unserem Schlauchboot :). Nun haben wir ein Schlauchboot mitten in unserem Wohnzimmer, weil die kleinen Herren es natürlich sofort aufbauen mußten. Ein Freund, passionierter Segler, sagte: "So fängt es an!" Ich denke mal, für uns bleibt es dabei. Wir werden uns mit diesem Boot be- und vergnügen.


Wer schon mal ein Schlauchboot mit Paddeln versucht hat, übers Meer zu bewegen, der weiß, daß das je nach Windstärke und Wasserströmung eine wenig vergnügliche Angelegenheit sein kann. Am Wochenende gibt es die ersten Paddelversuche. Ich werde berichten ;-).


Ein kleiner Außenbordmotor und Rettungswesten werden sich bald zum Boot dazu gesellen. Sonstige Folgekosten - keine! Boot mitnehmen, aufpumpen, ins Wasser lassen und übers Meer töftern. Abends Luft raus, zusammenpacken und mitnehmen. Wunderbar! 

Jetzt fehlt nur noch eins - mein Badeanzug, auf den ich seit Freibadsaisonbeginn warte. Irgendwas scheint da bei der Bestellung schief gelaufen zu sein. Es mußte ein weiteres Mal bestellt werden. Angeblich soll es heute kommen. Ich glaube es erst dann, wenn ich es in meinen Händen halte.

Habt es fein - so wie es euch eben möglich ist. 

25 Juli 2016

Im Hier und Jetzt

Die politischen Ereignisse in meinem Herkunftsland (und sonstwo) bedrücken mich sehr. In Gedanken bin ich oft bei all den Menschen, und vor allem meiner dortigen Familie. 

 

Nachrichten möchte ich zur Zeit bewußt keine mehr schauen, auch wenn es mir schwer fällt. Diese News-ticker-Berichterstattungen gehen mir eh auf den Geist. Wenn alles zuviel wird, und sich die Unvorstellbarkeiten bis in den Himmel türmen, dann muß zumindest ich alles für einen bescheidenen Zeitraum hinter mir lassen können.

 

Die ersten Tomaten im Garten tätschelnd, macht sich Familie Pü geschlossen auf den Weg zum Meer. Der beste Freund des jüngsten Sohnes ist dieses Mal auch mit dabei.

 

Es gibt Strände, die näher zu uns gelegen sind. Bei den derzeit tropischen Temperaturen ist uns weder nach Menschenmassen, noch nach zusätzlichem Stress - egal in welcher Form. Hier trifft man ab und an mal auf andere Menschen, oder auch mal einen Hund. Die Ruhe, das Grün und Blau, die Weite, alles das tut unendlich gut.

 

Wenn man am Fuße der Treppe den Strand erreicht, dann trifft man auf dieses große Holzkreuz. Manchmal liegen dort liebevoll arrangierte Steine und Blumen darunter. 

 

Das Kreuz gehört zu der kleinen Kirche oberhalb des Strandes. Von einer älteren Dame erfahre ich, daß diese kleine Kirche widerum zu einer größeren in einem der Nachbarorte gehört. Der junge Pastor ist lieber draußen in der schönen Natur, als in der kleinen, dunklen Kirche. "Er ist ein Naturbursche!", sagt die ältere Dame lachend. Sehr sympathisch, denke ich. Für einen unserer weiteren Besuche nehme ich mir vor, da mal hinein zu gehen.

 

Als ich u.a. die Melone auspacke, stelle ich voller Entsetzen fest, daß ich das Messer nicht dabei habe. Während ich noch überlege, ob ich die Melone mit einem der mitgebrachten Metallschaufeln in grobe Teile zerteilen kann, erwacht für einen Moment lang Robinson Crusoe in uns (Nicht umsonst stelle ich immer wieder fest, daß in uns Neandertaler und Vagabunden stecken ;-)).

 

Wärme, Melone, Wasser... egal, welche Sauerei wir beim Schlachten der Melone veranstalten - wir sind am Wasser.

 

Weiteres mögliches Werkzeug sammeln wir auf einer Flosse. Ob man damit eine Melone zerteilen kann?! Irgendwie werden wir das Teil schon essen können.

 

Während Herr Pü sich die Füße abkühlt,


decken der Sohn und ich den Tisch. Eine entsprechende Holzplanke ist schnell gefunden, die der Sohn von Sand und Muscheln befreit. 

 

Schöne Blumen haben wir gratis mit dabei.

 

Es ist windstill. Ein kleines Lagerfeuer möchten wir am Wasser machen und sammeln etwas Holz. Für Funkenflug besteht heute keine Gefahr.

 

Eine kleine Feuerstelle ist schnell errichtet. Aber leider macht das mitgebrachte Feuerzeug schlapp und an Ersatz ist nicht heranzukommen.

 

Ist das fein?! Die Melonenschlacht kann beginnen - sogar das Messer ist aus den Untiefen meiner Tasche wieder aufgetaucht. Hätte mich auch schwer gewundert, wenn ich es tatsächlich vergessen hätte einzupacken.

 

Soll mal irgendwer behaupten, uns würde es an irgendwas mangeln.

 

Während die Familie sich an Melone und anderen mitgebrachten Kleinigkeiten labt, kühlt nun Frau Pü sich die Füße im Meer. So einen Fischschwarm hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Leider kommt das auf dem Bild überhaupt nicht raus, aber das waren ca. 5 cm große, grellgrün schillernde Fische. Der Kumpel des Jüngsten ist leider in eine Qualle geraten und hat nun eine gerötete, schmerzende Wade. Zum Glück beherbergt meine Zaubertasche auch eine kleine Not-Apotheke, so daß er schnell wieder von seiner Pein befreit die restlichen Stunden mit uns genießen kann.

 

Gegen Abend wird es Zeit, sich wieder auf den Rückweg zu machen. Nach einer ausgiebigen Sandschlacht reinigt man sich gegenseitig mit Gießwasser.

 

Vorbei an diesem Prachtexemplar von Baum,

 

und duftenden Rosenhecken geht es zum Auto.

 

Auf den letzten Metern entdecke ich in großer Höhe noch diese Schönheiten. Auch wenn wir auf sie verzichten müssen, hatten wir einen so sehr schönen Tag.

Ich hoffe, ihr hattet es auch so richtig gut. Man braucht einiges an Kraft und Nervenstärke, um den Unbill der heutigen Zeit aushalten zu können. Wären die Menschen doch nur klüger und sich darüber im klaren, daß wir nur dieses eine Leben haben.

22 Juli 2016

Mittendrin

Die Ferien nahen, während mir so gar nicht danach ist. Schweren Herzens haben wir umdisponiert und unsere Urlaubspläne für die Sommerferien fallen lassen.

Schaue ich mir die Nachichten an, möchte ich mir am liebsten eine Decke über den Kopf ziehen. Ich bin und war schon immer gegen die Todesstrafe. Es kann doch nicht wahr sein, daß in meiner alten Heimat ernsthaft darüber nachgedacht wird, diese wieder einzuführen. Niederschmetternd ist das. 

Das Weltgeschehen ist eine Sache, aber was sich vor meinen eigenen Augen abspielt hat noch einmal ein besonderes Gewicht: 

Mir wird schlecht, wenn ein Drittklässler meinem kleinen Sohn entgegenschmettert, wie Scheiße die Flüchtlinge seien, und daß er sie hassen würde für immer, nur weil dieser sich mit einem kleinen Flüchtlingsjungen angefreundet hat.

Hass kann man vererben. Man sollte darüber nachdenken, was man mit einer möglicherweise unbedachten Äußerung an seine Kinder weiter gibt - vielleicht für ihr ganzes Leben.

Manchmal möchte ich diese Welt so gerne mit anderen Augen sehen, als sie sich gerade präsentiert.


Ich möchte auch weiterhin aufgeschlossen und unvoreingenommen auf Menschen zugehen, weil ich daran glaube, daß wir alle ganz ähnliche Bedürfnisse und Interessen haben und voneinander lernen können. Weder kann ich die Welt ändern, noch das Weltgeschehen darin. Aber ich möchte auch weiterhin "Ja!" statt "Nein!" sagen. Ich möchte negativen Gedanken, die sich in so vielen Köpfen festgesetzt haben, positive Aspekte entgegen setzen. Ich weigere mich, mich in diesen Strudel der bedrohlichen Gefühle einsaugen zu lassen. Manchmal könnte man meinen, die Welt würde bald untergehen. Ich bemühe mich aufrichtig, gegenüber den Ansichten und Standpunkten anderer unvoreingenommener zu sein - auch wenn es mich zutiefst erschüttert zu sehen, welche zerstörerische Kraft der Hass hat. 

Mag sein, daß es nicht einfach ist, sich auf fremde Kulturen einzulassen. Aber jede Kultur hat ihre guten und schlechten Seiten. Die eigene Lebensweise ist nicht zwangsläufig die einzig richtige - auch ein Gedanke, den man ab und an mal zulassen sollte.

Den eigenen Horizont kann man nur selbst erweitern. Dazu muß man schon mal die eigene Komfortzone verlassen. Man kann Gelegenheiten nutzen, andere politische oder religiöse Meinungen kennenzulernen - Voraussetzung sollte ein friedlicher und respektvoller Umgang miteinander sein. Andere Meinungen können durchaus horizonterweiternd sein. 


Aus meiner eigenen Historie heraus möchte ich keine Person beurteilen, bevor ich nicht seine Geschichte kenne. Freundschaften mit Menschen aus den verschiedensten Hintergründen geben einen Einblick in die verschiedenen Perspektiven dieser Welt. Wenn man in einigen Fällen jemanden dennoch nicht mag, ist das völlig in Ordnung. Ein zivilisierter Umgang miteinander sollte dennoch möglich sein.


Wir haben einen wunderschönen Tag mit unseren syrischen Freunden am Strand verbracht. Der strahlende A. hat seine schwierige Sprachprüfung als einer der Wenigen mit Bravour bestanden. Das und so manches andere haben wir an diesem Tag miteinander gefeiert.

Ich glaube daran, daß wir alle voneinander lernen können und möchte das auch weiterhin tun.

Macht es gut