02 November 2016

Leichter leben

Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich versuche, unser Haus leerer zu bekommen. Aus mir wird wohl nie ein Sammler werden, was ich auch zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben erstrebenswert fand. Je älter ich aber werde, umso mehr versuche ich nicht nur zu reduzieren, sondern nur noch mit Bedacht erst anzuschaffen: Dinge, die wirklich im Alltäglichen gebraucht werden. Mein Traum ist es, irgendwann nur noch von Dingen umgeben zu sein, die tatsächlich und wirklich zum Einsatz kommen und nicht nur Raum belegen, in irgendwelchen Kellerräumen vor sich hinstauben. 

Als Mautz starb, habe ich hier Tabularasa gemacht. Ich habe mich rigoros auch von teuren Dingen getrennt, die ich nie mehr getragen hätte. Mit frohem Herzen habe ich sie an Menschen verschenkt, die sich die Dinge nie selbst hätten leisten können. Ich habe mich unendlich glücklich und befreit gefühlt. Was für eine Wohltat!


Bei meinem wilden Durchsichten habe ich ein Holzbrett gefunden. Auf Holz habe ich noch nie gemalt. 

 

Ich bin dabei, es zu grundieren. Mal sehen, wie es sich darauf malen läßt. Bin gespannt. Zuvor müssen aber noch einige Lagen drauf.   

Kommentare:

  1. Das interessanteste, auf dem ich bisher gemalt habe, war ein Hühnerei. Auch wenn es komisch klingt: aber die feine Oberflächenstruktur, die Größe und nicht zuletzt die Rundung - das hat wirklich Spaß gemacht. Habe es dann an einen Freund verschenk, und er hat es seither im Regal stehen. Kann man halt nicht an die Wand hängen, so ein Ei. ;-)
    Liebe Grüße
    Mareike

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    1. Stell ich mir gar nicht so einfach vor, ein Ei zu bemalen. Lieben Gruß

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  2. Da hast du etwas geschafft, was hier noch ein Weilchen dauern wird: Sachen verschenken an Leute, die sie brauchen können, ist wunderbar - aber wohin mit dem, was keiner mehr will? Wegwerfen ist so doof, aber muss wohl sein. Bis Weihnachten soll dieses Haus (und mein Lebensgefühl darin) jedenfalls auch um einige Zentner leichter sein.
    Puhhh...!
    Viel Freude bei der Holzmalerei!

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    1. Oh, das ist auch hier ein Prozess... seit Jahren. Sachen, die keiner mehr will? Eine Freundin behauptete das auch so von ihren Sachen. Und was soll ich dir sagen: nachdem wir alles an die Straße getürmt hatten mit einem großen Schild daran, war bis zum Abend ALLES weg. Es gibt so unvorstellbar bedürftige Menschen. Und die Sachen, die partout nicht weggehen, die muß man dann halt vielleicht wirklich entsorgen. Viel Glück, auf daß die Zentnerlast spürbar weniger wird in eurem Haus.

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  3. Sowas tut einem selbst auch echt gut. Und wenn man damit jemand anderem auch noch eine Freude machen kann? Prima! Ich find's toll, dass Du das machst. Viel Spaß dabei!:)

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    1. Nicht, daß irgendjemand meint, wir säßen hier auf Jaffa-Kisten. Wir haben nach meinem Geschmack viel zu viel, und ich mag mich einfach nicht von den Dingen beherrschen lassen. Man braucht nicht viel zum Glücklichsein.

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  4. vielleicht kommt da eine Mona Lisa drauf ;) viel spass, auf festem untergrund malt es sich ganz gut ! und fein nichts zu behalten was nur vollstaubt : weitergeben macht reicher !
    lieber gruss

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    1. Mona Lisa... ha ha...Keine schlechte Idee. Ich muß noch überlegen. Die zündende Idee fehlt mir bislang. Und so lange kann das Brett noch trocknen ;-)

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  5. Liebes Pünktchen,
    ich habe die Wohnung voll aber ich trenne mich von wenigen Dingen, weil ich sie alle noch brauche. Es sind auch viele Erinnerungsstücke dabei, die ich dann meinen Kinder weitergeben werde. Aber mein Porzellan werde ich mich Sicherheit nicht verschenken, denn ob die Leute wissen, was sie da haben, ich weiß nicht?

    Wir haben an der Kunstakademie vor Jahren auf Sperrholz gemalt. Ich glaube damal etwas astraktes in Schwarz-Weiß ohne aber vorher zu grundieren. Man braucht etwas mehr Farbe. Die Struktur des Sperrholzes hat sich daher unter der Malerei abgezeichnet, was einen ganz besonderes Effekt gab.

    Viel Spaß beim Malen.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Liebe Eva, jeder soll so und wie er mag. Ich konnte mich noch nie so wirklich für Besitz begeistern und empfand das immer auch als Last. Ich habe kiloweise Goldschmuck geerbt. Da waren auch sehr schöne Stücke darunter - habe mich aber nie dafür begeistern können. Am Ende habe ich alles verkauft, ein, zwei Stücke behalten, eine Kette von einer Designerin nach einer Vorstellung anfertigen lassen. Das woran mein Herz tatsächlich hängt ist eine schwarze Kette mit bunten Blümchen aus Rocaillesperlen, das meine Mutter mit mir zusammen auffädelte, als ich zwölf Jahre alt war. Das liebe ich.
      Mit dem Malen, das dauert noch. Irgendwie habe ich gerade so gar keine Idee. Mal sehen. Liebe Grüße.

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  6. Anonym3.11.16

    Liebe Pünktchen,
    Tabula rasa ist auch gerade bei mir angekommen ;-)
    Alles, was nicht unmittelbar verschenkt werden konnte habe ich an das Gebrauchtwarenhaus gespendet. Das fühlt sich wirklich gut und richtig an.

    Leider liegt mein Talent nicht auf bildnerischem Gestalten...

    Ich bin schon sehr gespannt, wen oder was Du auf die Holzplatte aufmalen wirst.
    Herzlichst
    Lilo

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    1. Liebe Lilo, ich habe hier an die 17 riesige Säcke an das Spendenhaus getragen. Es gibt so viele Menschen, wo das Geld an allen Ecken und Kanten fehlt. Und vielleicht kann sich der ein oder andere so einen bescheidenen Wunsch erfüllen.
      Was mal auf der Holzplatte landen wird... hm hm hmmmh... wir werden sehen. Liebe Grüße zu dir (und vielen Dank für dein fleißiges Kommentieren. Das habe ich so gar nicht erwartet und freue mich sehr darüber).

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  7. Hi, ist ja witzig, hier mache ich auch gerade Tabularasa. Der Kleiderschrank war schon im September dran, im Oktober war ich zu viel unterwegs, aber seit dieser Woche geht es hier rund *lach* Obwohl es mir ursprünglich ums sortieren und logischem Aufbewahren ging, sind vier! Müllsäcke bisher zusammengekommen. Es wurde einiges aus- und wieder neu eingeräumt und Möbel verrückt - ein gutes Gefühl! liebe Grüße und verdiente Erholung beim Malen wünsch ich Dir

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    1. Danke, liebe Petra! Es ist ja kein einmaliger Prozess - dieses Ausmisten, Umräumen, Einräumen. Aber es ist eine große Wohltat, wenn die Dinge ihren Platz finden und man sich so erleichtert und frei fühlen kann.

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  8. Ich glaube in dem Moment wo man die Endlichkeit des Lebens sieht, möchte man sich von Dingen trennen, die man schon so lange hat, aber die einem nicht glücklich macht. Weil es Sinnlos ist. Ich glaube ich kann es nicht so genau ausdrücken wie ich es meine. Ich habe nach Elira's Tod alte Familienerbstücke in die Mülltonne geworfen und sie beim kaputt gehen genossen. Ich habe dabei gedacht, dass so ein altes Glas/Porzellan 60-70 Jahre überlebt, aber meine Tochter nicht mal 2 Jahre alt werden durfte. Deshalb wollte ich sie auch nicht mehr haben. Ich bereue es bis heute nicht.
    Ich kann mir vorstellen, dass es dir ähnlich ging, als Mautz starb.
    Liebe Grüße

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    1. Liebe, ich sehe durchaus Parallelen. Als Mautz starb war das wieder einmal eine Initialzündung. Das dringende Gefühl begehrte auf, sich von Ballast und Dingen befreien zu wollen, die nicht wirklich wichtig für unser Leben sind. Wir haben mehr als wir brauchen. Wenn es mehr Aufwand braucht, um Dinge zu säubern, zu pflegen und zu erhalten etc. macht das alles für mich keinen Sinn mehr. Aber schon als Kind haben mich Sachen mehr gestört, als daß sie mich langfrißtig erfreut hätten. Ich hatte schon immer ein Wahnsinnverlangen nach Minimalismus.

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  9. Oh ja, das kenne ich und im Moment habe ich auch wieder einen
    " Schub ". Gerade komme ich aus dem Diakonieladen und habe dort viele Kleidungsstücke abgegeben. Leere wird es zwar auch bei mir nie geben, aber mein Grundsatz ist, jeden Tag 2 Dinge auszusortieren. Das klappt gut und hat schon deutlich Luft gebracht. Weiter so.
    LG und fröhliches Ausortieren Gitta

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    1. Genau Gitta, man muß am Ball bleiben. Und das Wohlgefühl, was ich nun habe, ist kaum durch Besitz zu toppen. Unseren Kindern würde ich am liebsten am Ende unseres Lebens nur Dinge vermachen, die sie ausdrücklich wünschen - ansonsten nichts. Ich glaube, diese Art Geschenk ist schon groß genug.

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  10. Es sind Beziehungen zu Menschen, die dem Leben ihren Wert geben. All die Dinge, die wir meinten und meinen unbedingt zu brauchen werden zu Tand im Verhältnis zu unseren Familien und Freunden und deren Wohlergehen. Es ist ein Glück, beieinander sein zu können( wenn auch nicht immer, so umso kostbarer) und von unseren Lieben zu wissen, sie sind soweit gesund, sie haben ihr Glück immer wieder im Blick, wir werden geliebt. Im Verhältnis dazu ist alles unwichtig. Und manchmal denke ich, das Zuviel an Dingen, das Zuviel an haben-wollen hält die Menschen voneinander fern.
    Schönes Entleeren weiterhin!
    und lieben Lisagruß!

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    1. Liebe Lisa, damit hast du absolut recht, und ich weiß das auch. Manch einer hat so viele Besitztümer und ist augenscheinlich glücklich. Näher betrachtet erkennt man oft die Isolation, die Furcht um das ERhalten des Hab und Guts. Ich für meinen Teil möchte nicht der Sklave von Dingen sein. Es ist absolut beglückend, sich von dem Zuviel zu befreien. LG

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  11. PS: wenn ich mich manchmal schwer von etwas trennen kann, so sag ich mir: wirst Du auch nur einen Deut unglücklicher sein, wenn du dieses Ding nicht mehr besitzt? Und bisher war die Antwort immer NEIN! und ich kann es leichten Herzens weggeben. :-)

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