25 November 2016

In anderen Schuhen

"Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht über tausend Schritte in seinen Schuhen gegangen bist." (Indianische Lebensweisheit).

Vor einiger Zeit haben der Mann und ich in der Grundschule einige Stunden im Unterricht bei unserem Jüngsten hospitiert. Heute war ich einen Tag lang beim Sohn auf der weiterführenden Schule. Ich kann gar nicht sagen, wie erledigt ich bin. Und ja, ich kann es nun besonders gut nachempfinden, wenn sich das Kind nach einem langen, fordernden Schultag nach Hause schleppt, die Tasche in die Ecke stellt... und erst mal nichts mehr tun möchte. Anstrengend ist das. Der einen Lehrerin versagte nach zwei Stunden die Stimme, obwohl der Unterricht alles andere als chaotisch war. Trotzdem - der Lehrerberuf ist ein mit Sicherheit sehr Anstrengender. Schön zu sehen war, daß gerade in dieser Klasse, in der sich nahezu ein ganzes Jahr lang trotz aller Bemühungen keinerlei Gemeinschaft einstellen wollte, diese sich nun doch deutlich bemerkbar macht.

Gerade, wenn mir die Luft droht auszugehen, nehme ich mir die Freiheit (inzwischen geht das ab und an), mich hinzusetzen, mich auf ein Motiv zu konzentrieren und ein Bild zu malen. Manchmal haut es hin, daß sich ausreichend Zeit findet, um an einem bereits angefangenen Bild weiter zu malen. Wenn es ein nicht ganz so großes Bild ist, genügt auch mal weniger Zeit. Die Herausforderung derzeit ist, das Malen noch bei Tageslicht hinzubekommen. Einpaar maritime Motive geisterten noch auf der Festplatte umher. Und eines konnte ich relativ zügig malen.


"Am Hafen"
18x24cm
Acryl auf Leinwandkarton

Ich wünsche euch allen ein schönes, erholsames Wochenende. Ich bin so froh, daß für heute hier erstmal die Mühlen wieder langsamer mahlen.

Kommentare:

  1. Dein Bild ist ganz toll geworden, ich mag deine Motive sehr. Und was den Lehrerberuf angeht, ja ich finde auch, dass er anstrengend ist. Bei uns geht in knapp 1 Jahr die Vorschule los dann sind wir wieder im Schulsystem drinne. Diese Woche hat sich die Vorschule der Kita vorgestellt. Im Januar schaue ich mir noch die Vorschule in unserem Einzugsgebiet an. Dir und deiner Familie wünsche ich ein erholsames Wochenende. Selamlar


    Ein wunderschönes Bild, du kannst wirklich sehr gut malen. Ich habe auch den Eindruck, dass gerade seit Einführung der Ganztagsschule, die Kinder überhaupt keine Zeit mehr für sich selbst haben. Die sind den ganzen Tag in der Schule und müssen dann Abends auch noch lernen, Referate schreiben usw. Mir gefällt das nicht. Die Kinder haben eigentlich keine Kindheit mehr. Viele liebe Grüße Wolfgang


    Da bin ich gestern auch erschrocken, als die Enkel meiner Seniorin mit Schulranzen ankamen. Ich habe den Ranzen mal getragen und muß sagen, 3. Klasse Grundschule ganz schön schwer. ABER, der Enkel könnte die Bücher auch in der Schule lassen, aber er möchte lieber schlepppen. Also manchmal sind die Kinder auch selbst schuld, wenn der Ranzen so schwer ist. Ich weiß noch, als mein Sohn in das Gymnasium kam, war er aus dem gleichen Holz gestrickt. ER hat auch alles herumgetragen, dabei hatte er ein Schließfach in der Schule. Dein Bild gefällt mir richtig gut, prima gemacht. Lieben Gruß Eva

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  2. Sorry, Ihr Lieben, habe gerade aus Versehen eure Kommentare geschreddert und mußte sie so noch einmal hierher kopieren.

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  3. Wie schön Du malst! Ich stelle mir das so sehr besonders vor, wenn man in ein Bild so eintauchen kann, dass man es für immer auf einer Leinwand festhalten kann.
    glg Susanne

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  4. Liebe Papatya,
    so toll ich den Beruf des Lehrers auch grundsätzlich finde, er erfordert Nerven wie Drahtseile, viel Menschenliebe und darüber hinaus noch so sehr viel mehr. Genießt die Zeit, wo ihr nicht an Schulzeiten gebunden seid. Es ist doch ein Unterschied. Aber das kennst du ja von deinem älteren Sohn.

    Lieber Wolfgang,
    unsere Kinder kommen direkt nach dem Schulunterricht nach Hause. Ich kann dir sagen, daß die Freizeit dennoch an manchen Tagen knapp ausfällt. Unter unserem Dach lebt eine Sportskanone, um den sich seit Jahren die Trainer von diversen Sportverbänden reißen. Wir sind in der Theorie alles zig mal von dem zeitlich Machbaren durchgegangen. An zwei Tagen unter der Woche hätte das Kind aufgrund von Schule und Trainingszeiten erst die Möglichkeit, erst ab 21.00 Uhr wieder zu Hause zu sein, sich an die Hausaufgaben zu setzen, oder sich mit dem zu befassen, was für die Schule erarbeitet und vertieft werden will. Zu der Zeit schläft der Sohn normalerweise. Zwischen Schule und Trainingszeiten gäbe es nur die Zeit, um etwas zu essen und die Sachen zu packen, um zum Training zu fahren. Desweiteren geht auch der Samstag drauf. Wie soll das gehen? Es bliebe ihm überhaupt keine Zeit mehr für irgendwas. Zum Glück kann unser Sohn seine sportliche Seite auch so ausleben, in dem er immer mal wieder extern an Wettbewerben teilnimmt und auf dem Siegertreppchen steht - ganz ohne Sportverein und Trainingszeiten. Das genügt ihm derzeit. Und wir werden ihn mit Sicherheit nicht irgendwo reinstecken, wo ihm kaum noch Luft zum Atmen bleibt. Liebe Grüße.

    Liebe Eva, heutzutage können die meisten Schüler einen Teil ihrer Sachen in der Schule laassen - und tun es nicht. Die Sanktionen, die beim Vergessen von Unterlagen erfolgen wollen sie meiden und schleppen übervolle Taschen und Rucksäcke hin- und her. Und vergessen wird in dem Alter noch sehr viel, wenn man als Eltern da nicht hinterher ist.

    Liebe Susanne,
    es macht Freude, die Farben zu mischen, sich dem Original anzunähen. Fast ist es wie eine Meditation. Ich vergesse alles um mich rum. Ein mitunter sehr angenehmer Nebeneffekt ;-). Lieben Gruß

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  5. Wouw! Wusste gar nicht, dass Du soo schön malen kannst, wie toll!:)
    Es ist wirklich wie Meditation manchmal... Habe auch eine Zeit lang gemalt und weiß wie schön und entspannend das sein kann.
    Lieben Gruß
    Ayse

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