01 November 2016

Friedhöfe und ich - einige Fakten

Angeregt duch sie kommen hier einige Gedanken dazu. 

1. Als Kind führte mich mein Schulweg an einem Friedhof vorbei - später durch ihn hindurch. Ich genoß diese Minuten unendlich und trödelte mit Leidenschaft.

2. Friedhöfe sind für mich mystische Orte der Ruhe und des Friedens.

3. Bis ich nach Deutschland kam, kannte ich keine Friedhöfe.

4. Das erste mal auf einem Friedhof, dachte ich, ich sei im Paradies gelandet: Vogelzwitschern, alter Baumbestand, gepflegte Gräber mit Denkmälern. Ich war sehr irritiert.

5. Viele Jahre habe ich immer wieder Friedhöfe besucht, um dort spazieren zu gehen und zu fotografieren.

6. Ich mag keine anonymen Friedhöfe.

7. Das Grab meiner Mutter ist tausende von Kilometern entfernt. Ich war erst zwei Mal da.

8. Zu wissen, daß meine Eltern irgendwann Seite an Seite begraben sein werden, so wie sie es sich gewünscht hatten, tröstet mich irgendwie.

9.  Ich persönlich möchte nicht auf einem Friedhof beerdigt werden.

10. Mein Wunsch ist es, verbrannt zu werden und meine Asche an einem sehr stürmischen Tag in alle Winde verstreuen zu lassen - ich war schon immer freiheitsliebend. Auch wenn das so nicht überall erlaubt ist, ist es eine schöne Vorstellung für mich, wenn meine Nachkommen das bewerkstelligen könnten.

Kommentare:

  1. Schön, dass du uns deine Gedanken mitteilst! Ich habe lange auch so gedacht wie du. Aber jetzt möchte ich etwas dafür tun, dass diese Inseln der Ruhe und des Fruedens erhalten bleiben.
    Einen schönen Tag!
    Astrid

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    1. Obwohl das zu meinen Lebzeiten meine Vorstellung ist von dem, was ich wünschenswert fände, denke ich, daß man es seinen Nachfahren überlassen sollte, womit sie am besten weiter leben können. Lieben Gruß.

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  2. Hallo Pünktchen,
    ich habe mir vor einigen Jahren ein Grab im Friedwald in Schwaigern gekauft. Ich habe also meinen Tod schon "gekauft".
    Es hört sich schlimm an, aber ich finde ab einem gewissen Alter sollte man seine Sachen schon geordnet haben. Nichts ist schlimmer, als das alles den "Erben" zu hinterlassen.

    Auch ich werde verbrannt, allerdings komme ich in dieses Friedwaldgrab zusammen mit drei anderen Urnen dort unter einem Ahornbaum liegen.

    Es ist jetzt noch schwer ein Grab dort zu bekommen und ich hatte dieserhalb auch schon Anfragen. Aber mein Grab gebe ich nicht mehr her, das gehört mir.

    Wer Interesse hat, schaut hier:

    https://www.friedwald.de/standorte/schwaigern/

    Ich mag alte Friedhöfe und so zieht es mich immer auf den Pragfriedhof oder den Hoppenlaufriedhof in Stuttgart. Da sind doch einige bekannte Schwaben beerdigt.

    Lieben Gruß Eva
    die auch den alten Friedhof in Ludwigsburg interessant findet.

    Hier dort ist auch der letzte württembergische König beerdigt.

    http://rundumludwigsburg.blogspot.de/2015/11/der-alte-friedhof-in-ludwigsburg.html

    Lieben GRuß Eva

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    1. Liebe Eva,
      in meiner Familie wird das z.T. ganz anders gehandhabt. Aber das ist ja jedem selbst überlassen und gut so. Liebe Grüße zu dir.

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  3. Interessant zu lesen, wie andere Menschen über Friedhöfe denken, was sie für Erfahrungen damit haben. Ein guter Anstoß sich damit mal bewusst zu beschäftigen... Lieben Gruß Ghislana

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    1. Ja, ich denke die Eindrücke werden vielfältig sein. Wie immer: die einen so, die anderen vielleicht ganz anders... Lieben Gruß.

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  4. Ich habe viele Jahre direkt neben einem Friedhof gewohnt. Tür an Tür. Lange hat mir das nichts ausgemacht, aber irgendwann hat es angefangen, mich zu belasten. Zwei meiner direkten Nachbarn haben sich dann auch innerhalb eines Jahres das Leben genommen und ich hatte kein gutes Gefühl mehr zu dieser direkten Nähe. Ich wohne nicht mehr dort und bin sehr froh darüber. Deinen Post finde ich sehr gut und es ist schön, dass Du Deine Gedanken dazu teilst.
    glg Susanne

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    1. Liebe Susanne, das ist aber auch sehr speziell, direkt neben einem Friedhof zu wohnen. Erst recht, wenn da so furchtbare Dinge in der Nachbarschaft passiert sind. Glücklicherweise konntest du deinen Wohnort verlagern. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß das irgendwann zur Belastung wurde. Liebe Grüße.

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    2. Meine Schwester wohnte eine zeitlang gegenüber einem Friedhof. Ich fand das immer schön. Hübsch grün und im Herbst stimmungsvolle Lichter.

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  5. Die alten Friedhöfe mag ich sehr, die neuen aufgeräumten und ordentlich mit Kies bestreuten dagegen weniger.

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    1. Stimmt, da stimme ich dir zu.

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  6. Interessant zu lesen, ich mag Friedhöfe auch.
    Erst die Tage habe ich mit meinem Mann über (unsere) Beerdigungen gesprochen (nicht dass wir es schon vorhätten!)
    Deinen Punkt Nr. 10 kann ich gut nachvollziehen, allerdings hat meine Tochter schon Veto eingelegt. Wir dürfen keinesfalls verbrannt werden (fand ich als Kind auch schrecklich). Mir ist es relativ egal, was nach meinem Tod mit mir geschieht, hauptsache meine Familie kommt damit gut klar.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Haha... und unsere Söhne haben uns mitgeteilt, daß sie etwas dagegen haben, daß wir überhaupt sterben. Lach. "Ein Krümelchen Mama, ein Krümelchen würde ich aber von deiner Asche behalten wollen", sprach der Sohn. Als ich ihm erklärte, daß wir durch sie weiterleben würden, wurde es schon sehr still und ernst. Mein Mann konnte die Siuation gut rumreißen und meinte, um ihn müßte sich keiner kümmern, er würde eh als Zombie wieder auferstehen. Voila! ;-))

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