21 Oktober 2016

Tobi

Es war im Sommer diesen Jahres, als wir einen unserer wunderschönen Schlauchboot-Ostsee-Tage auf dem Meer verbrachten. Der struwellige Hund war auch da. Irgendein Mischmasch, wie uns später sein Frauchen verriet. Seit Jahren hegen wir den Wunsch nach einem Hund - mal mehr, mal weniger. Eine ganz genaue Vorstellung gab es nie: von groß bis klein war alles denkbar. Aber im Hinblick auf Kater Mautz sollte es schon ein Welpe sein, damit sie sich besser aneinander gewöhnen konnten. So weit ist es dann ja leider nicht mehr gekommen. 

Jede sich uns bietende Gelegenheit haben wir in den letzten Jahren genutzt, um uns über die unterschiedlichsten Hunderassen zu informieren. Wir haben uns mit Hundehaltern unterhalten, uns in Internetforen herumgetrieben und alle möglichen Bücher zum Thema gewälzt ... und tatsächlich gibt es eine Hunderasse, die es uns in erster Linie seines Wesens wegen angetan hat. Er gilt mitunter als sehr eigensinnig, was ich durchaus sympathisch finde. Ein Hund, der nicht darauf aus ist, gefallen zu wollen, seinen eigenen Kopf hat. Einer, dessen man sich als Hundehalter würdig erweisen und dessen Gunst man gewinnen muß. Wir finden, daß er hervorragend gut in unsere Familie passen würde. Wie die Faust aufs Auge quasi - denn hier tut auch noch lange nicht jeder das, was er sollte ;-). Aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr. Denn eigentlich wollte ich ja eine ganz andere Geschichte erzählen. Die von Tobi nämlich.


"Tobi"
18x24 
Öl auf Leinwandkarton 
 
Tobi ist neuneinhalb Jahre alt. Sechs davon hat er in einem Zwinger verbracht. Er stammt aus der ausländischen Tierrettung. In einem deutschen Tierheim hat ihn sein heutiges Frauchen kennen gelernt. Sie hat ihn ab und an dort abgeholt und ist mit ihm Gassi gegangen. Irgendwann war klar, daß es zwischen ihnen Liebe war, und sie nahm ihn dann endgültig zu sich. An diesem Nachmittag habe ich Tobi ganz genau beobachtet. Wie er entspannt am Steg herumschlenderte, sein Frauchen aber nie wirklich aus den Augen lassend. 

Irgendwann fragte das Frauchen Sohn1, ob sie eine kleine Runde mit ihm im Schlauchboot fahren dürfte. Der Sohn gab den Kapitän, und sie fuhren eine kleine Runde. Was dann passierte, hat mich sehr bewegt: Tobi war außer sich. Völlig panisch lief er am Steg hin- und her, während das Schlauchboot sich entfernte. Es hat nicht viel gefehlt, und er wäre gewiß ins Wasser gesprungen. Der Sohn drehte wieder ab und lenkte das Boot an den Steg. Als er sein Frauchen wieder hatte, war Tobi außer sich. Einerseits war ihm die Erleichterung anzumerken, andererseits hat er sie mit seiner Schnauze traktiert und sie immer wieder angeknurrt. Irgendwann, als er wieder bei Sinnen war, haben wir ihn ganz doll geknuddelt. Was für ein feiner Kerl, der Tobi. 

Auch wenn das Thema Hund aus gesundheitlichen Gründen erst mal in weite Ferne gerückt ist, schaue ich seither online hier in den umliegenden Tierheimen nach. Vielleicht zieht hier irgendwann mal ein Hund ein. Vielleicht eine Katze. Vielleicht auch nichts von alledem. Alles ist möglich. Wir lassen uns überraschen.

Kommentare:

  1. Wir haben seit Jahren einen Hund, immer einen Westhighland Terrier und können uns ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen, frei nach Loriot "Ein Leben ohne West ist möglich, aber nicht sinnvoll". Einerseits bindet ein Hund natürlich, mitunter sogar sehr, unserer kann zum Beispiel kein Auto fahren. Er muss sich jedesmal übergeben. Auf der anderen Seite gibt uns dieser Hund unendlich viel.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Ja, wenn man einmal ein Tier hatte, wird es ohne echt schwer. Sie sind solche Glücklichmacher. Und sie hinterlassen eine Riesenlücke, wenn sie irgendwann gehen. Gebunden sind wir durch unsere jungen Kinder eh. Jetzt wäre eine gute Zeit, sich Tiere ins Haus zu holen. Ein Hund, dem bei der Autofahrt übel wird... - der ist mir jetzt schon sympathisch. Unser Kater wurde panisch bei Motorongeräuschen. Ihn zum Tierarzt zu bekommen wurde zu einem echten Desaster. Am Ende kam der Tierarzt dann zu uns. Liebe Grüße und weiterhin viel Freude an eurem Wessi.

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  2. Ich denke immer daran, wenn wir unsere beiden Katzen nicht mehr hätten.
    Weil dann wirklich etwas fehlen würde, die beiden Katzen passen ja schon auf den Enkel auf und es ist schon eine Freude, wie sie immer in das Zimmer vom Enkel hereinkommen sich unter das Bett legen und schauen, dass es ihm gut geht.

    Aber einen Hund, könnten wir uns wirklich nicht vorstellen. Ich mag Hunde, aber mir wäre eine Katze immer lieber.

    Aber das muß Jeder selbst entscheiden. Ich sage einmal Katze, immer Katze. Aber es ist wirklich sehr unterschiedlich. Es scheint ja ein richtig netter Hund zu sein der Tobi.

    Dann wünsche ich dir mal alles Gute und halte die Augen auf, irgendwann wird sicherlich wieder ein Tier bei dir einziehen.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Den unmittelbaren Vergleich zwischen Hund und Katze habe ich nicht. Dennoch sind Katzen wahre Luxus-Tiere. Sie brauchen einen nicht so sehr wie ein Hund. Sie sind selbständig und könnten sich auch zur Not selbst versorgen - zumindest als Freigänger. Und sie riechen nicht unangenehm, was sich bei einer empfindlichen Nase als durchaus störend bemerkbar macht. Ich kann mir sowohl Hund, als auch Katze vorstellen. Und ehrlich: so einen besonderen Kater wie Mautz wird es für uns nicht nochmal geben. Wenn ich wieder fit bin, können wir uns vorstellen, Tobi in Pflege zu nehmen, wenn sein Frauchen Urlaub macht. Da kann man den "Ernstfall" dann in Ansätzen üben. Ich stelle es mir schlimm vor, wenn mein ein Tier irgendwann wieder abgeben muß, weil man sich falsche Vorstellungen davon gemacht hat. Liebe Grüße.

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  3. Liebes Pünktchen, eine nette Geschichte. Ich hatte als Kind auch einen Hund (einen Mischling), und gerne würde ich auch jetzt einen haben, aber bei so viel Reisen und Umziehen kommt das leider nicht in Frage.
    Dein Tobibild gefällt mir ausnehmend gut. So gut, dass... Nein, ich frage jetzt nicht ;-)

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    1. Lieber Mond, vielleicht werdet ihr ja irgendwann wieder seßhafter und dann klappt es auch mit einem Hund.

      Also, wann immer es Interesse bei einem Bild gibt, DARF und SOLL man gerne nachfragen. Ich tausche nach wie vor gerne gegn gewünschte Materialien. Ich bekomme schon Bauchschmerzen, weil hier die Bilder immer mehr werden... und wohin dann damit :( Liebe Grüße

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    2. Na dann: Würdest Du es mir überlassen? Und wenn ja, wogegen? Ich freu mich, von Dir zu hören. Meine Tochter wird Ende November 8, ich glaube, das Bild würde ihr sehr gefallen, das wäre doch ein schönes Geschenk...

      Liebe Grüße, Mond

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    3. Mit Geschenk meine ich: von ihren Eltern an sie! Nicht von Dir an uns. Sag mir doch bitte, was ein würdiges Tauschmittel wäre, falls Du Dich von Tobi trennen kannst...

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    4. Lieber Mond, na klar machen wir das. Ich freue mich!!! Ich nutze zur Zeit gerne Ölfarben von Daler Rowney. Weiß und Schwarz, oder Titanweiß und Zinkweiß kann man immer gut gebrauchen. KLEINE Tuben tun's oftmals besser als die eklig auslaufenden Größeren ;-). In der kommenden Woche macht sich Tobi auf den Weg. Wie gehabt, oder?? LG

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    5. Ach wie schön! Ja, sehr gern. Deine Adresse habe ich noch. Wird so gemacht!
      Liebe Grüße...

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  4. So schön, tauschen und einander glücklich machen... ;-) Lieben Gruß Ghislana

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    1. Ja, das finde ich auch! Ganz ganz toll.

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