25 Juli 2016

Im Hier und Jetzt

Die politischen Ereignisse in meinem Herkunftsland (und sonstwo) bedrücken mich sehr. In Gedanken bin ich oft bei all den Menschen, und vor allem meiner dortigen Familie. 

 

Nachrichten möchte ich zur Zeit bewußt keine mehr schauen, auch wenn es mir schwer fällt. Diese News-ticker-Berichterstattungen gehen mir eh auf den Geist. Wenn alles zuviel wird, und sich die Unvorstellbarkeiten bis in den Himmel türmen, dann muß zumindest ich alles für einen bescheidenen Zeitraum hinter mir lassen können.

 

Die ersten Tomaten im Garten tätschelnd, macht sich Familie Pü geschlossen auf den Weg zum Meer. Der beste Freund des jüngsten Sohnes ist dieses Mal auch mit dabei.

 

Es gibt Strände, die näher zu uns gelegen sind. Bei den derzeit tropischen Temperaturen ist uns weder nach Menschenmassen, noch nach zusätzlichem Stress - egal in welcher Form. Hier trifft man ab und an mal auf andere Menschen, oder auch mal einen Hund. Die Ruhe, das Grün und Blau, die Weite, alles das tut unendlich gut.

 

Wenn man am Fuße der Treppe den Strand erreicht, dann trifft man auf dieses große Holzkreuz. Manchmal liegen dort liebevoll arrangierte Steine und Blumen darunter. 

 

Das Kreuz gehört zu der kleinen Kirche oberhalb des Strandes. Von einer älteren Dame erfahre ich, daß diese kleine Kirche widerum zu einer größeren in einem der Nachbarorte gehört. Der junge Pastor ist lieber draußen in der schönen Natur, als in der kleinen, dunklen Kirche. "Er ist ein Naturbursche!", sagt die ältere Dame lachend. Sehr sympathisch, denke ich. Für einen unserer weiteren Besuche nehme ich mir vor, da mal hinein zu gehen.

 

Als ich u.a. die Melone auspacke, stelle ich voller Entsetzen fest, daß ich das Messer nicht dabei habe. Während ich noch überlege, ob ich die Melone mit einem der mitgebrachten Metallschaufeln in grobe Teile zerteilen kann, erwacht für einen Moment lang Robinson Crusoe in uns (Nicht umsonst stelle ich immer wieder fest, daß in uns Neandertaler und Vagabunden stecken ;-)).

 

Wärme, Melone, Wasser... egal, welche Sauerei wir beim Schlachten der Melone veranstalten - wir sind am Wasser.

 

Weiteres mögliches Werkzeug sammeln wir auf einer Flosse. Ob man damit eine Melone zerteilen kann?! Irgendwie werden wir das Teil schon essen können.

 

Während Herr Pü sich die Füße abkühlt,


decken der Sohn und ich den Tisch. Eine entsprechende Holzplanke ist schnell gefunden, die der Sohn von Sand und Muscheln befreit. 

 

Schöne Blumen haben wir gratis mit dabei.

 

Es ist windstill. Ein kleines Lagerfeuer möchten wir am Wasser machen und sammeln etwas Holz. Für Funkenflug besteht heute keine Gefahr.

 

Eine kleine Feuerstelle ist schnell errichtet. Aber leider macht das mitgebrachte Feuerzeug schlapp und an Ersatz ist nicht heranzukommen.

 

Ist das fein?! Die Melonenschlacht kann beginnen - sogar das Messer ist aus den Untiefen meiner Tasche wieder aufgetaucht. Hätte mich auch schwer gewundert, wenn ich es tatsächlich vergessen hätte einzupacken.

 

Soll mal irgendwer behaupten, uns würde es an irgendwas mangeln.

 

Während die Familie sich an Melone und anderen mitgebrachten Kleinigkeiten labt, kühlt nun Frau Pü sich die Füße im Meer. So einen Fischschwarm hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Leider kommt das auf dem Bild überhaupt nicht raus, aber das waren ca. 5 cm große, grellgrün schillernde Fische. Der Kumpel des Jüngsten ist leider in eine Qualle geraten und hat nun eine gerötete, schmerzende Wade. Zum Glück beherbergt meine Zaubertasche auch eine kleine Not-Apotheke, so daß er schnell wieder von seiner Pein befreit die restlichen Stunden mit uns genießen kann.

 

Gegen Abend wird es Zeit, sich wieder auf den Rückweg zu machen. Nach einer ausgiebigen Sandschlacht reinigt man sich gegenseitig mit Gießwasser.

 

Vorbei an diesem Prachtexemplar von Baum,

 

und duftenden Rosenhecken geht es zum Auto.

 

Auf den letzten Metern entdecke ich in großer Höhe noch diese Schönheiten. Auch wenn wir auf sie verzichten müssen, hatten wir einen so sehr schönen Tag.

Ich hoffe, ihr hattet es auch so richtig gut. Man braucht einiges an Kraft und Nervenstärke, um den Unbill der heutigen Zeit aushalten zu können. Wären die Menschen doch nur klüger und sich darüber im klaren, daß wir nur dieses eine Leben haben.

Kommentare:

  1. Zu gerne wäre auch ich ans Meer gefahren, liebes Pünktchen, auf der Flucht vor unguten Gedanken. Aber das war mir eindeutig zu weit. Ich fuhr nach Billerbeck, habe Fotos gemacht, beim Sortieren der Bilder zu einem passenden Text gefunden und mich darüber gefreut.
    Ans Meer fahren, den Kumpel des Sohnes mitnehmen, erinnert mich an frühere Zeiten. Und wenn das Pech jemanden trifft, ist es immer der Kumpel. So war es bei uns auch. Einen unbeschwerten Tag und liebe Grüße von Edith

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  2. Du sagst es: Es ist nur dieses Eine. Aber was machst du, wenn dir so einige Menschen & Dinge dasselbige schwer machen? "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." ( Schiller)-
    Ich freu mich, dass dir dieser schöne Tag am Meer gelungen ist. Es sieht auf jeden Fall so richtig nach Sommer aus.
    LG
    Astrid

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  3. Ich mag auch nicht mehr Nachrichten gucken. Am Wochenende habe ich mich nur im Garten aufgehalten und bewusst alles andere ausgeblendet. So ein Strand in der Nähe zu haben ist ja herrlich, da beneide ich euch darum. Wassermelone, Sand, Strand, Meer und seine Liebsten um sich herum, mehr braucht man nicht um glücklich zu sein. Wünsche euch schöne Ferien. Selamlar

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  4. Wie oft denke ich: Das Leben könnte so schön sein... Ja, ich schaue auch keine TV-Nachrichten, es reicht mir, die neuesten Tragödien morgens auf dem Titelblatt der Zeitung serviert zu bekommen. Diese oft so sensationsgeile Medienberichterstattung auf allen Kanälen ist mir schrecklich zuwider - jeder will ganz nahe dran sein, die ersten Interviews haben, die dramatischsten oder intimsten Bilder. Furchtbar.
    Danke, dass du uns ein bisschen mitgenommen hast auf diesen wunderbaren Ausflug!
    Liebe Grüße, Brigitte

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  5. Ach, was für eine schöne Sommerlebensinsel in diesem kaotischen, traurigen Sommer! Fein habt Ihr es Euch gemacht. Richtig!
    Und die Nachrichten sind bei mir im Moment auch auf Sparflamme. Ganz ignorieren kann ich das Weltgeschehen nicht, aber ich muss nicht jede Stunde den Schrecken wiedergekäut bekommen.
    Habt schöne Sommermomente!
    Lieben Lisagruß!

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  6. Ich mag auch nicht mehr Nachrichten gucken. Am Wochenende habe ich mich nur im Garten aufgehalten und bewusst alles andere ausgeblendet. So ein Strand in der Nähe zu haben ist ja herrlich, da beneide ich euch darum. Wassermelone, Sand, Strand, Meer und seine Liebsten um sich herum, mehr braucht man nicht um glücklich zu sein. Wünsche euch schöne Ferien. Selamlar

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  7. Es sieht so aus, als hättet ihr alles richtig gemacht an diesem schönen Sommertag. Und die Melone hättet ihr sicher auch ohne das Messer geöffnet bekommen. :-)

    Lieber Gruß
    Steffi

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  8. Schön!
    Toller Ausflug, und so toll geschrieben und bebildert :-)
    Wenigstens habe ich keine hellgrüne Schrift auf grauem Hintergrund mehr sondern schwarz, so bin ich Dir hoffentlich wenigstens etwas entgegen gekommen *lach*

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  9. Gut gemacht! Danke fürs erzählen. Ja, auch ich blende aus, es wird zu viel im Kopf.
    Ein schöner Ausflug, ihr seid aber nah am Meer. Das muss wundervoll sein.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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