18 Mai 2016

Von Pleiten, Pech und Pannen

 

Die Jersey-Shirts, die ich mir letztes Jahr genäht hatte, habe ich fortwährend getragen. Also wollte ich für Nachschub sorgen und setzte mich an die Nähmaschine. Der Schnitt ist einfach und meinem Können angepaßt. Und ich hatte ja bereits sechs Mal danach genäht.

 

Beim ersten Jersey-Shirt habe ich wieder alle denkbaren Fehler gemacht, die man machen kann. Dabei dachte ich, darüber hinaus gekommen zu sein. Leider mußte ich feststellen, daß dem nicht so war. Von Shirt zu Shirt wurde es leichter, und als es mir so richtig gut und fehlerfrei von der Hand ging, wurde ich übermütig und wollte mir das aus einem anderen Stöffchen nähen.

 

Dabei machte ich den Kardinalsfehler schlechthin: Leinen ist nicht Jersey! Als ich voller Stolz das Hemd anzog, da war ich recht geschockt: ich sah aus, wie in einer Wurstpelle und brauchte sogar noch Hilfe, um da wieder rauszukommen. Immerhin hat diese letzte Nummer für reichlich Lacher im Hause gesorgt. 

Nach der zweiten Wäsche der neuen Jerseys dann der nächste Schock: Jersey ist auch nicht gleich Jersey. Die Stücke sind sehr viel mehr eingelaufen, als die Jersey-Stoffe, die ich vom Hollandmarkt hatte. Diese waren sogar teurer... 

 

Ihr erinnert euch noch an diese Pflänzchen hier...? Alsbald mußten sie pikiert werden. Was für eine Sträflingsarbeit! Der Gärtner, mit dem ich schon mal beim Einkaufen zu tun habe, sagte mir lachend: "Das ist Arbeit für Leute, die Vadder und Mudder erschlagen haben!" Desweiteren sprach er: "Die Leute beschweren sich immer, wenn sie veredelte Tomaten, Gurken etc. kaufen über den Preis. Dabei vergessen sie gerne, daß die Pflanze dabei durch drei Hände geht und Arbeit damit verbunden ist." Unglaublich aber wahr, aber nicht ein Pflänzchen hat meine Pikierungsbemühungen überlebt - obwohl ich so verdammt vorsichtig war. Für das nächste mal habe ich mir vorgenommen, daß Pro Töpfchen nur ein bis maximal zwei Sämlein vorgesehen sind. So wird das noch am ehesten was.

Habt ihr auch schon mal beim Nähen unfreiwillig für solche Lacher gesorgt? Wie geht ihr vor, wenn ihr Pflanzen aus Gesätem zieht? Verratet ihr mir euer Erfolgsgeheimnis?

Wißbegierige Grüße von einer weiterhin Ambitionierten ;-). 

Kommentare:

  1. Ach Mensch , Kopf hoch meine Liebe , das kennen wir wohl alle
    in der ein oder anderen Art . Darum Nähe ich nicht ! Nein im Ernst ,
    das ist nicht meins . Aber auch beim Stricken passieren so Sachen
    und es ärgert einen nur . Das kann man nicht alles bedenken . Darum
    mach ich auch keine Bekleidung , sieht auf Bildern immer besser aus ,
    als dann von und an mir .
    Was das Gärtnern betrifft , das kenn ich auch sehr gut . Aber meistens ja ,
    bis ich zum pikieren komme , sind die klitzekleinen Pflänzchen schon hinüber .
    Es klappt selten . So sähe ich in Kästen und Kübeln aus , wo dann alles
    bleiben kann . Ja und fürs Beet hole ich mir Pflanzen . Bevor ich auch das
    ganz aufgebe .
    Und lustig , Tomaten säe ich viele , davon schaffen es nur ein paar , wieder nur
    Wenige überleben das umsetzen . Aber in der verwendeten Erde wachsen
    immer genug " wilde" Exemplare heran .
    Lieben Gruß von JANI

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    1. Liebe Jani, ich beherrsche das Nähen ja auch nicht wirklich. Aber dran bleiben und weiter machen ist mein Weg. Irgendwann kommen die Fortschritte. Will ich doch hoffen ;-). LG

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  2. Hallihallo, ich zieh die Pflanzenbabies mit einer Pinzette raus...und nur durch Fehler lernt man....haha schoen waers... Solche Erfahrungen ...ich sag lieber nix ...ich kann auch ein Lied davon singen....liebe Grüsse

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    1. Liebe Christa, ach wie tröstlich sind deine Worte. Danke dafür!

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  3. Ach Pünktchen, ich bin nicht die Näherin vor dem Herrn.
    Eigentlich kann ich gar nicht nähen. Ich habe jetzt wirklich laut gelacht.
    Entschuldige bitte. Stellte mir vor: Ich ziehe es an und das Teil platzt aus allen Nähten. Könnte Passieren.
    Was das Gärtnern betrifft, so bewundere ich alle Hobbygärtnerinnen. Ich kaufe die Ware, weil ich dafür einfach kein Händchen habe.
    Einen sonnigen Mittwoch wünscht
    Irmi

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    1. Liebe Irmtraud, natürlich darfst du aus tiefster Kehle lachen. Ehrlich, ich habe zwar im wahrsten Sinne des Wortes erst mal ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt, aber dann habe auch ich nicht anders gekonnt als zu lachen. LG

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  4. Liebes Pünktchen, beim Nähen kann ich leider nicht mitreden (ich würde gerne nähen können! :)) - und beim Säen... Ich habe Kerne immer in einen Blumentopf gelegt (wo sie auch bleiben sollen), gegossen und drauf gewartet, dass da was wächst. Hat mit der Avocado und auch mit den Orangenkernen super geklappt - mehr habe ich noch nicht ausprobiert :)

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    1. "Liebes Pünktchen, beim Nähen kann ich leider nicht mitreden (ich würde gerne nähen können!" :))

      Ich auch, ich auch :))

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  5. Oh je - verzeih, ich muss erst die Lachtränen abwischen... aber daran bist du selber schuld mit deiner Fähigkeit, dich selbst auf die Schippe zu nehmen! :-)
    Ja, also: nächstes Mal den Stoff vorher waschen (ich spreche aus Erfahrung: ein selbstgenähtes Jäckchen aus Wollwalk in meiner Lieblingsfarbe hellpetrol war leider nach der ersten Wäsche im Wollwaschgang nur noch Kindergröße...)!
    Und wenn ich Pflänzchen aus Samen ziehe, lege ich tatsächlich nur ein bis drei Samen in diese kleinen Anzuchttöpfchen, schon weil das Pikieren so ein Gefitzel ist.
    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Liebe Brigitte, ich hatte die Stoffe schon gewaschen. Nach der zweiten!!! Wäsche sind die Sachen sehr viel mehr eingelaufen, was mich gewundert hat. Nach der dritten Wäsche kann ich vermutlich einen Umhang für Herrn Mautz daraus schneidern ;-)...
      Ich glaube, daß ich ab jetzt auch nur 2-3 Sämlein pro Topf aussäen werde. Das scheint mir am ehesten erfolgsversprechend zu sein. LG

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  6. Oh je...ich kann es nachfühlen, auch wenn ich weder Ahnung vom Nähen noch vom Pikieren habe...aber es ist schon ein wenig ärgerlich, wenn man sich vorher so viel Arbeit gemacht hat! LG Lotta.

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    1. Liebe Lotta, bei so einem Einfach-Schnitt hält sich die Arbeit in Grenzen. Das Pikieren war wirklich Fisselskram. Wenn etwas nicht erfolgsversprechend verläuft, muß man die Taktik ändern. Das werde ich tun und hoffe, daß es dann besser läuft. LG

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  7. Hihi, ach, solche Nähereien kenne ich zuhauf. Mit dem Einlaufen hatte ich allerdings nicht so Probleme, da ich immer gebrauchte Stoffe verwende...Und das mit dem Pikieren ist mir dieses Jahr zum ersten mal gelungen. Allerdings waren die Pflänzchen etwas größer und kräftiger, als auf Deinem Foto.
    Lieben Lisagruß!

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    1. Liebe Lisa, das kann ich ja kaum glauben... Wie oft habe ich mir deine Nähereien angeschaut und war stets voller Bewunderung dafür. Aber so gibt es ja noch Hoffnung für mich ;-). Die Gärtnerin sagte mir, daß ich vermutlich viel zu früh pikiert hätte. Die Pflänzchen hätten kräftiger sein müssen. Sie will mir beim nächsten Mal zur Hand gehen. Sehr nett ist das!

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  8. Willkommen im Club! Das sind die besten Geschichten für Familientreffen. Kleiner Tipp: alle Stoffe vor der Verarbeitung waschen. Das Pikieren kenne ich auch, bei mir abgeschafft. Meine Finger ersetzen jede Guilloutine.
    LG
    Magdalena

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    1. Liebe Magdalena,
      über deinen letzten Satz habe ich jetzt aber lachen müssen... Herrlich!

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  9. wenn du webware (leinen, baumwolle - also eben keinen dehnbaren jersey) im schrägen fadenlauf (also dass die kettfäden nicht senkrecht vor dir, sondern 45° schräg verlaufen) zuschneidest, hat der stoff immerhin eine gewisse dehnbarkeit. mir reicht das für oberteile nicht wegen der oberweite, aber für röcke geht das gut.

    jo, und pikieren tu ich auch nicht gern. außerdem fressen so diverse kleintiere gern die sämlinge, deshalb kauf ich viele jungpflanzen auf dem markt. nur die robusteren zieh ich selber: erbsen, bohnen, zucchini + co.

    liebe grüße

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    1. Danke für deinen Tipp! Ich hoffe, ich denke daran bei Gelegenheit.
      LG

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  10. Liebes Pünktchen, da ich Deinen blog jetzt erst entdeckt habe (und mich durch die Türkeireise gelesen habe den nachmittag, ach toll! So toll!) aber die Sääzeit nicht mehr lang hin ist und ich deine Pikierschwierigkeiten gelesen habe, wollte ich doch antworten.... Ich ziehe meine Tomaten seit Jahren aus Samen. Nicht in so Minitöpfchen, sondern in Plastikschachteln in denen Pilze verkauft werden oder so Behältnissen. Plastikboxen ohne Löcher werden ab Dezember gesammelt.... Ich nehme weder pure Supermarktblumenerde noch spezielle Anzuchterde. Ich mische. Blumenerde und Sand und Gartenerde. Säe aus, mit Abstand. (Deiner war zu eng und die Minitöpfe sind nicht unbedingt ein Vorteil) Lasse das Gebutzel wachsen und warte. Länger als Du gewartet hast. Nicht pikieren nachdem die Keimblätter draussen sind, viel zu klein. Lass sie wachsen. 5 -8 cm dürfen sie haben. Sie brauchen Licht, sonst werden sie dünn und gakelig. Zum pikieren nehme ich einen Löffel und hebe immer ein Löffel voll aus der Erde. Verheddertes vorher von oben entwirren. Lege den Löffel voll seitwärts ab, damit die Pflänzchen liegen. Entwirre sehr behutsam und pflanze ein. Wichtig: Tomaten tief setzen, bis über die Keimblätter - sie wurzeln am ganzen "Stamm" entlang und werden starke Beine kriegen. Mach das zwei mal, bis sie groß geug sind, raus zu dürfen. Beet oder Balkon. Gewöhne sie stunden- bis tageweise an Sonnenlicht, sonst verbrennen sie sich die Blätter u gehen kaputt. Alles Gute für 2017!! Eva

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    1. Liebe Eva,
      da warste aber tapfer mit dem Türkei-Bericht. Irgendwann muß ich ihn auch nochmal lesen. Danke Dir für Deine Tipps. Ich werde sie beherzigen. Mal sehen, ob ich dieses Jahr Glück habe ;-). Würde mich ja wirklich freuen, wenn ich wenige Pflänzchen durchbekommen würde und nicht wieder für ein Massengrab sorge. Wir werden sehen. Liebe Grüße zu Dir.

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  11. pe ess: Zucchini vorziehen oder Kürbisse: In so eine Pilzbox höchstens 8 Kerne legen. Tomaten: da leg ich in so eine Box höchstens 18 Kerne. Mit Abstand und Schildchen...wir ziehen pro Jahr ca. 12 Sorten Tomaten....ab Februar sind alle Fensterbänke voll. Lach. Das wird! Nur Mut! Grüne Grüße!

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