13 Mai 2016

Touché, oder der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Vor 1,5 Jahren - wir befinden uns auf hoher See, da hörte ich mich in einem scharfen Ton zum Sohn sagen: 

"Sag mal, wie redest du eigentlich mit mir? Überdenke bitte deinen Tonfall. Schließlich bin ich deine Mutter...!"

Im gleichen Augenblick biß ich mir innerlich auf die Zunge. Hatte ich wirklich gerade die Mutter-Karte ausgespielt?? Wie sollte man da je eine Chance haben, sich gegen seine Mutter zu behaupten?...

Der Sohn steht mir gegenüber. Er ist sichtlich erregt. Aus seinen wunderschönen Augen schießen Blitze in meine Richtung.
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"Und wie, wie... redest du mit mir?? Schließlich bin ich dein Sohn!", entgegnet er mit fester Stimme.

Ach Kind, wenn du wüßtest, was du für ein großartiger Lehrmeister für mich bist. Ich bin so froh und stolz darauf, deine Mama sein zu dürfen. Wenn du wüßtest, wie sehr ich dich liebe. Aber zum Glück weißt du das ja...

Kommentare:

  1. Niemand ist in der Elternrolle fehlerfrei. Wohl dem, der seine eigenen Gedanken, Worte und Handlungen überdenkt und gleichzeitig so viel Größe besitzt, Kritik von Kindern anzunehmen.

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    1. Ja, das ist so. Eltern haben nicht immer Recht, nur weil sie diese Position inne haben und letztlich am längeren Hebel sitzen. Und dann sollten sie ebenso in der Lage sein, sich im Falle eines Falles bei einem Kind entschuldigen zu können, wie man das auch im umgekehrten Fall erwarten darf. Ich finde es gut, daß meine Kinder die Traute haben, mir auch mal einen Spiegel vorzuhalten.

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  2. Gut gekontert würde ich mal sagen :)

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  3. Hach...ich weiß nicht...vielleicht mache ich mich jetzt unbeliebt...aber ich finde, so einen gewissen Respekt vor den Eltern und der älteren Generation doch recht angemessen...nicht im Sinne von "Basta"...aber durchaus im Sinne von "Respektvoller Umgang". Den Tonfall eines Kindes kann man aus meiner Sicht also durchaus kritisieren, wenn sie sich darin vergriffen haben...erst recht als Mutter. Der Respekt fängt beim Umgang mit den eigenen Eltern an und geht weiter in der Schule mit dem Umgang mit Lehrern und hört nicht auf beim Umgang mit älteren Menschen auf der Straße, die man dort antrifft. Ich habe z. B. noch gelernt, dass der Ältere dem Jüngeren das "Du" anbietet...und nicht anders herum...und der Jüngere den Älteren zuerst grüßt. Mag man vielleicht "überholt" finden, ich denke, das gibt dem Umgang miteinander in der Gesellschaft einen gewissen Rahmen, der so schlecht nicht ist. Natürlich sollte man als Eltern eine höflichen Umgang mit anderen Menschen vorleben...auch den eigenen Kindern gegenüber...als gutes Vorbild. LG Lotta.

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    1. Liebe Lotta, was deine Ansichten anbelangt, teile ich diese mit dir - wir stehen also dicht beeinander. Die alte Weisheit “wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus” trifft auch darauf zu, wie wir Kinder lehren. Im Großen und Ganzen gelingt es uns gut, einen respektvolles Miteinander zu leben. Aber es kann durchaus zu Situationen kommen, wo man nicht immer so besonnen ist und entsprechend reagiert. Eltern sind nicht unfehlbar. Sich dann in diesen Situationen, vielleicht aus niederen Gründen heraus, nur auf den Mutter-Thron zu setzen, ist mir in diesem speziellen Fall zu billig erschienen. Das Fehlverhalten lag ganz klar auf meiner Seite, und der sonst sehr respektvolle Sohn hat mir das in feinster Manier wiedergespiegelt, weil er sich so abgebügelt fühlte. Ich habe mich später dafür ganz ehrlich bei ihm entschuldigt. Dieser Schritt gehört für mich unbedingt auch zu einem respektvollen Umgang mit Kindern dazu.
      Liebe Grüße.

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  4. Sie halten uns manchmal den Spiegel vor, und wohl dem, der Selbsterkenntnis zu schätzen weiß. Natürlich sollen Kinder lernen, den Eltern gegenüber (aber nicht nur da) bei Meinungsverschiedenheiten den rechten Ton zu finden. Aber es ist ein Unterschied, ob ein Kind im Eifer des Gefechts einmal die Selbstkontrolle verliert und ausfallend wird, oder ob es grundsätzlich keinen Respekt den Eltern gegenüber hat (in diesem Falle sind letztere meist aber auch Teil des Problems...). Ich stimme dir völlig zu: das Pochen auf äußere Autorität erzeugt keine wirkliche Achtung. Aber Eltern, die die innere Größe haben, eigene Schwächen zu erkennen und solche Situationen auch mit einer Portion Humor zu betrachten, müssen nicht mehr viel "predigen".
    Es gibt keine bessere Erziehung als dieses Voneinander-Lernen.
    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Liebe Brigitte, wie immer gibt es nichts, was es nicht gibt: ich habe sogar Leute gekannt, die ihren Kindern ernsthaft mit Schlägen Respekt beibringen wollten. Im Endeffekt haben sie ihnen das letzte Fünkchen Respekt aus dem Leib geprügelt...

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  5. Das ist auch gut so!
    Habt es fein miteinander!
    Astrid

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