03 Februar 2016

Von morgens bis mittags

Unter der Woche weilt meine bessere Hälfte weit weg von uns, in der Großstadt. So ist es nicht verwunderlich, daß wir häufig im Laufe des Tages miteinander telefonieren, um die Dinge abzusprechen, uns auf dem Laufenden zu halten, die Meinung des anderen einzuholen, einfach mal zu horchen, ob am anderen Ende alles in Ordnung ist. 

Kater Mautz ist der Erste, der morgens wach wird. Der Hunger treibt ihn an, so daß er es kaum abwarten kann, bis ich aufstehe. Tue ich das nicht sofort, marschiert er so lange mit deutlich hörbaren Schritten vorwurfsvoll hin- und her (ja, seine Schritte klingen dann tatsächlich von Minute zu Minute vorwurfsvoller), bis ich mich auf die Bettkante setze. Dann werde ich überhäuft mit Liebesbekundungen er gibt Köpfchen, reibt sich an meinen Beinen, stubst mich mit seiner feuchten Nase an, während ich: "Dicker, dicker Bär...", sagend ihn kräftig durchmassiere. Danach gibt es Futter für ihn, während ich im Bad verschwinde. Auf dem Rückweg mache ich Frühstück für die Kinder und mir den ersten Kaffee. 

Eine Stunde bevor das erste Kind aus dem Haus muß, wecke ich es. Und das tue ich genau so, wie auch ich immer in meiner Kindheit geweckt worden bin: ich küsse und streichle sie, noch bettwarm, wach. Eine gute Zeit ist das, weil sie ja noch im Dämmerschlaf sind, und ich mich in diesen Minuten an ihnen sattküssen kann. Dann geht es für die Beiden ins Bad, während sie sich für den Tag bereit machen.

Das eine Kind frühstückt, während das andere kaum einen Bissen runterbringt.  Derweil bereite ich das Frühstück für die Schule vor. Der erste Kaffee ist getrunken, und die ersten SMS mit der besseren Hälfte ausgetauscht,  da wird noch einmal gemeinsam auf die Stundenpläne geguckt, damit niemand ohne Sport- oder Schwimmsachen in die Schule geht. Gibt es eine Klassenarbeit an dem Tag, wird auf Wunsch gerne noch einmal kurz Vokabeln abgehört, oder irgendetwas wiederholt. Ist noch ein bißchen Zeit, wird kurz angerissen, was wir evtl. am Nachmittag unternehmen wollen, oder was zum Mittagessen gewünscht wird. Während ich das eine Kind bereits zur Bushaltestelle bringe, darf das andere noch etwas dösig durch die Gegend schauen. Nachdem ich auch das zweite Kind zur Bushaltestelle gebracht habe und zurück bin, räume ich die Küche etwas auf - und nehme mir einen zweiten Kaffee mit an meinen Schreibtisch.



Da ich mich derzeit im Sonderurlaub befinde, habe ich eine angemeldete Nebentätigkeit, die ich mit wenigen Stunden täglich von zu Hause aus gut bewerkstelligen kann. Also setze ich mich an den Schreibtisch und lege los. Zwischendurch kann ich problemlos eine Waschmaschinenladung befüllen, was von Vorteil ist.

Nach dieser Zeit erledige ich entweder Dinge im Haushalt, kaufe ein, und koche das Mittagessen. Die Kinder trudeln meist am frühen Nachmittag ein. Bei schweren Stürmen oder sintflutartigen Regenfällen hole ich sie mit dem Wagen an der Bushaltestelle ab.

Wir essen gemeinsam, jeder erzählt, wie sein Tag war (oft gut, aber manchmal bekomme ich auch haarsträubende Geschichten zu hören). Die Kinder nehmen sich etwas Zeit, bevor sie sich an ihre Hausaufgaben setzen. Ankommen ist wichtig. In dieser Zeit gehe ich mitunter meinen Interessen nach, bleibe aber in der Nähe und bin ansprechbar.

Wie läuft es bei euch ab - von morgens bis mittags, oder auch nachmittags?

Kommentare:

  1. Dein Tagesablauf erinnert an mich ein wenig an meinen, als die Kinder noch jünger waren (vielleicht im Alter wie deine beiden jetzt). Inzwischen sind die Zeiten sehr viel mehr getaktet, weil der ÖNV hier doch sehr rudimentär ist, ich wieder mehr arbeite, andere Arbeiten und da auch mein Mann einen sehr viel weiteren Arbeitsweg hat als früher. Dank Skype können Neuigkeiten und Planänderungen und immer wieder mal ein "Na, wie geht's?" ausgetauscht werden. Und in wenigen Jahren dreht sich das Zeitrad wieder etwas anders. Dir einen schönen Tag heut, Birgit

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  2. Ach deine Schilderung erinnert mich so sehr an früher! Ich wünschte, ich könnte meine noch mal wachküssen. Das tun jetzt Andere :) Aber so ähnlich ist es auch abgelaufen. Und manchmal sitzen wir Vier zusammen und erinnern uns an diese turbulente, schöne Zeit....
    Lieben Gruß
    Gabi

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    1. Schau mal hier:

      http://www.2papatyam.blogspot.de/2011/11/liebeserklarung-der-besonderen-art.html

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  3. Jaaaa, wenn man noch kleine Kinder zu Hause hat, dann sieht es ungefähr so aus wie bei dir. Ich liebe dieses aufwecken, mit streicheln und küssen und diese Wärme, die noch von den Kindern aus geht. Und ja, ich genieße die Zeit mit ihm, weil wenn sie älter werden, dann lassen sie sich weder wach küssen noch wecken!!! Ihr habt einen schönen Tagesablauf, genieß die Zeit weil sie viel zu schnell vorbei ist.
    Liebe Grüße B.

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  4. Ich glaube es in einem Kommentar zu schreiben, würde zu lange dauern aber ich kann gerne mal einen Beitrag auf meinem Blog dazu verfassen. Kann mich sehr gut in dich hinein versetzen, nur das meine Kinder als erstes wach sind.

    Ganz liebe Grüße.

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  5. Hach ja... ein Idyll, nicht wahr?! Bis wieder die Busse streiken und nichts mehr daran erinnert. Dann regiert das Chaos, bis alles wieder in geregelten Bahnen ablaufen kann.

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  6. Ich darf auch noch zu Lili ins Bett krabbeln! Das ist das Schönste auf der Welt!
    Lili kommt ungewaschen zum Frühstück und zieht sich danach erst an. Wir versuchen immer zu dritt am Tisch zu sitzen und auch wenn Lili und ich noch keine Lust haben zu reden und mein Mann uns schon mal die Ohren vollquatscht, ist es doch schön, den Tag gemeinsam zu starten. (Mein Mann ist ein echtes Steh-auf-Männchen! Unglaublich! Ich brauche erst mal eine Weile und einen Kaffee, um in der Gegenwart anzukommen!)
    Die Maus kommt erst um halb fünf aus der Schule. Dann essen wir was Kleines und reden kurz und dann geht sie arbeiten oder chillen (d.h. Youtube-Filmchen gucken ;-))
    Gros bisou
    Sandra

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