02 Januar 2016

Ein Kater, unzählige Namen, unendlich viel Freude und schlaflose Nächte

Meine Lieben,
ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!!! Nach langer Zeit ist es wieder einmal Zeit für einen Katzen-Post. Dieses besondere Tier, mit dem wir hier zusammen leben, verdient es, immer mal wieder erwähnt zu werden.

 

Im letzten Jahr haben die kleinen Herren YouTube entdeckt. Feuerwerk kaufen kann jeder - selber machen nach Anleitung wohl die Wenigsten. Zum Glück sind das noch die harmloseren Sachen, die der Sohn in die Tat umsetzte. Mit Argusaugen haben wir über die Zutatenliste geschaut und dann erst den Kauf genehmigt.

 

Beim Neujahrsspaziergang hat das kleine Kind großherzig seine gehüteten Knallerbsen mit mir geteilt. Den Restdreck haben wir in einem Müllbeutel wieder mitgenommen. Das machen wir immer so und sammeln bei unseren Spaziergängen im Wald auch stets den Müll anderer ein und entsorgen diese später. Unsere Gemeinde hat ehrenamtliche Helfer ;-)

 

Ich mag Freundlichkeit und wenn man auf einem Neujahrsspaziergang von einem solch bezaubernden Lächeln begrüßt wird, kann in 2016 eigentlich nichts mehr schief gehen, oder?

 

Welkes Laub an Sträuchern auf der einen Seite,

 

frisch austreibendes Grün zu dieser Jahreszeit auf der anderen Seite. Ich muß zugeben, daß ich diese Wetterkapriolen unheimlich finde. 

 

Blühende Primeln am Neujahrstag mögen ja noch recht nett anzuschauen sein, aber daß Hasel und Erle ihre Pollen bereits im Dezember verbreitet haben, macht das Leben von Allergikern zur Dauerhölle.

Aber kommen wir zu dem, worüber ich eigentlich schreiben wollte...

 

Mit allerlei Tieren kam ich in meiner Kindheit bei meiner Babaanne Leyla in Berührung. Da gab es Kühe, einen Esel, Schafe, Hunde und auch immer mal wieder Katzen. Die letzteren faszinierten mich, wenn ich auch Respekt vor ihren unglaublich scharfen Krallen hatte. Die hatten sie bereits als Kleinsttiere. Ein Erinnerungsfoto mit Kätzchen auf dem Schoß, das mein Vater schießen wollte, ging daher voll daneben. Quittiert vom großen Geschrei bohrte das zarte Wesen unfreiwillig seine spitzen Krallen in meine Beine. Später in Deutschland gab es Sissy, das Meerschwein - wir waren eher gelangweilt voneinander. Da waren die drei Wellensittiche weitaus interessanter und geselliger. Das ganz aufgeweckte Zwergkaninchen begleitete uns für etliche Jahre. Als es starb, wollte ich nie mehr ein Haustier.

 

Und dann, Jahrzehnte später, kam er. Seine Rasse heißt "Europäisch Kurzhaar", stammt von den gewöhnlichen Haus- und Hofkatzen ab und ist ein sehr besonderer Kater. Nie hätte ich für möglich gehalten, daß mich ein Kater so sehr in seinen Bann ziehen könnte. Wir lieben ihn alle wie verrückt. 

Natürlich war Herr Mautz bei unserem Neujahrsspaziergang dabei. Ich muß sagen, daß wir uns alle sehr darüber freuen, wenn er mitkommt. Er ist einfach eine ganz wunderbare Begleitung. Irgendwo las ich, daß seine Rasse sehr robust sei, bis auf Arthrose in den Knien vielleicht, und er locker 18 Jahre werden könnte. Ich habe mich riesig darüber gefreut und dachte: "Wenn nichts dazwischen kommt, dann werden wir gemeinsam alt!" Ein schöner Gedanke irgendwie.

 

Wie gesagt, der Herr Mautz inspiriert uns immer wieder zur neuen Namensgebung: El Mauss (bitte mit spanischem Akzent auszusprechen!), das Bodenpersonal, der Tatortreiniger, Mäutz, Mr. Mautz, Le Mäutz (hier bitte mit französischem Akzent!), Flauschsack, oder auch schlicht und ergreifend Mauso. Wir haben unzählige Namen für ihn, die in immer neuen Situationen mit ihm vergeben werden. Was sollen wir machen: die Liebe zu ihm ist überbordend. Wie sollte man diesen Kerl auch bitteschön nicht lieben?? Stellt euch vor: in den letzten Wochen vor den Weihnachtsferien hat der Herr Mautz die kleinen Herren an der Landstraße erwartet und sie nach Hause begleitet. Ist das nicht unfaßbar?! Und das hat er täglich bei beiden Kindern getan, die zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause kommen. Und zur Landstraße muß man schon ein Weilchen laufen... Unser Schutzpatron - da schmilzt mein Herz... 

 

Wenn ich mitbekomme, wie zärtlich und fürsorglich meine Kinder mit dem Kater sind, schmilzt mein Herz gleich noch einmal mehr. Das ist doch ein Bild für die Götter! Diese Decke ist eigens für Herrn Mautz entstanden, damit nicht überall Teile seines Prachtfells zurückbleiben. Und als wüßte er das ganz genau, legt sich dieses Tier auch genau darauf - nicht einen halben Meter nach rechts, oder links davon. 

Wollt ihr mal schauen, wie der Herr Mautz guckt, wenn er ganz zärtlich drauf ist? Nein, das ist kein Foto, wo ich ihn versehentlich mit halb geschlossenen Augen aufgenommen habe - er kneift die Augen mehrmals nacheinander zu und schaut dann mit diesem Schlafzimmerblick, der Romeo.  Im Übrigen mache ich es genau so. Wer uns so sieht, denkt sich bestimmt seinen Teil ;-). Egal. Hach, er ist soooooo süß! The gentle Mr. Mautz. Meine Schmallippe, Reißzahn... Manchmal möchte ich ihn knutschen. Nur so im Geiste...

 

Wenn wir unterwegs sind, durchstromert er auch gerne mal fremde Gärten.

 

Schauen und schnuppern, was woanders los ist. Irgendwo habe ich gelesen, daß Katzen einen Aktionsradius von 30 Kilometern haben. Zu gerne wüßte ich manchmal, wo er sich rumtreibt. Denn, wer meint, er würde zu Hause nur auf der faulen Haut liegen, der irrt. Egal ob es stürmt oder wie aus Kübeln gießt: Mautz ist mehrfach am Tag für mehrere Stunden draußen unterwegs und schaut sich in seinem Revier um. Dabei habe ich nicht selten das Gefühl, daß er auch fremd geht und noch einige weitere Familien in der Umgebung frequentiert. Aber am Ende des Tages, oder auch mitten in der Nacht, gehört er wieder ganz uns allein.

 

Unterwegs gibt es so viel zu entdecken.

 

Erdhöhlen sind besonders spektakulär. Mautz ist ein sehr guter Jäger. Hat er erst mal die Fährte einer Maus aufgenommen, gibt es für das arme Tier kein Entrinnen. Wenn es sein muß, harrt er auch bei Dauerregen tagelang an dem Erdloch aus. Dabei wird er auch klatschnaß, obwohl er Wasser nicht so mag. So oft habe ich gesehen, wie er seine Beute mit Haut und Haar und Knochen komplett verspeist hat. Die Mäusepopulation hier ist deutlich gesunken. Er ist eben ein Raubtier. Und als solcher hat er einen ganz anderen Stoffwechsel als ein Stuben-Tiger. Mit bis zu fünf Mahlzeiten am Tag wird er gefüttert.

 

Als wir Mautz vor dem Tierheim bewahrten, und er seine allerersten Wurmkuren und sonstigen Impfungen beim Tierarzt bekam, wurden mir dort die entsprechenden Unterlagen mit Wissenswertem zu Katzentieren ausgehändigt. Mit großem interesse las ich, was dort geschrieben stand... und wurde für lange Zeit schlaflos. Was Katzen nicht alles kriegen können ist schon schauderhaft. Aber was sie auf ihre Menschen übertragen können, das hat mich regelrecht panisch werden lassen. Wie um Himmels willen sollte ich meine Kinder schützen?? Ich wasche mir meine Hände gründlich. Aber Kinder...?! Die ersten Wochen und Monate habe ich nicht locker gelassen und akribisch beäugt, daß sie sich vor jeder Mahlzeit und nach intensivem Streicheln des Herrn Mautz gründlichst die Hände gewaschen haben. Irgendwann wurde mir jedoch klar, daß das ein kaum zu schaffendes Ziel sei, sie vor den üblichen Parasiten des Tieres zu schützen.

 

Als fleißiger Mäusefänger ist Herr Mautz trotz  regelmäßiger Entwurmungskuren Träger des Gurkenkernbandwurmes. Von möglichen Chlamydien etc. will ich jetzt garnicht erst anfangen... Ich kann euch sagen... Das Tier war so derart befallen, daß diese Würmer, die sonst nur den  Darm besiedeln, ihm mit dem Erbrochenem aus dem Magen kamen. Hysterisch schlug ich sofort beim Tierarzt auf. Der lächelte milde und versuchte mich zu beruhigen. Gurkenkernbandwurm etc. sei eher harmlos. Die meisten Menschen hätten Würmer und weder ahnten sie, noch wüßten sie es. Dagegen sei der Fuchsbandwurm wirklich wirklich schlimm. Was soll ich sagen: ich war fix und fertig mit den Nerven. Also achtete ich akribisch auf die Entwurmungszeiten, aber sobald der Freigänger Mautz eine Maus verspeist, dauert es nur drei Wochen, bis er wieder verwurmt ist. Uff... Die Flöhe, die ich anfangs für eher harmlos hielt, bewahrheiteten sich als der eigentliche Weltuntergang. Wußtet ihr, daß der Gurkenkernbandwurm durch bloße Flohbisse auf den Menschen übertragen werden?? Herje nochmal... Einmal mehr war ich froh, daß Mautz in bestimmte Räume des Hauses nicht darf. In solchen Momenten, in denen ich erbrochene Bandwürmer wegmachte, war mein erster Gedanke jedesmal: der kommt mir nicht mehr ins Haus! Ist wahr. Keinen halben Tag später habe ich ihn reumütig wieder reingelassen. Die einstige Flohinvasion haben wir mit den richtigen Arzneien gebannt. Nur der blöde Wurm macht uns immer wieder zu schaffen. Abgesehen von allem ist das Mittel für Mautz auch nicht gerade ohne. Mit dem Fressen als Tablette verabreicht, übergibt er sich meist zehn Minuten später. Das Zeug, was man ihm per Spot on in die Nackenhaut geben kann, muß man erst mal auf die Nackenhaut bekommen.

 

Der Flausch

Bei so einem dichten Fell bleibt das eine Herausforderung, die Nackenhaare scheiteln zu wollen. Ich kann euch sagen, liebe Freunde... Inzwischen kenne ich unseren Kater sehr gut und weiß auch bestimmte Dinge richtig zu deuten. Möchte der Kater am Tag deutlich mehr als seine üblichen fünf Mahlzeiten, ist für mich glasklar, daß da etliche Untermieter mitfressen. Zuletzt hat uns Herr Mautz fast die Haare vom Kopf gefressen. Unglaublich! Gestern bekam er seine erste Wurmkur in diesem Jahr und hängt dafür heute in den Seilen. Armer grauer Kater!

 

So ein Spielkalb kann er sein. Herumtollen ist immer toll. So ein Plüschtier!

 

Bartratte

 

Der Radar ist stets eingeschaltet.

 

Ich habe euch genau im Blick! Ich liebe seine grünen Augen...

 

Der Kisten-Kater

 

Staubsauger-Schlauch-Schmuser

 

Der Fakir. Er könnte überall liegen, wo's weich und gut gepolstert ist. Aber nein. Nur die Zeitungen in der Kiste wurden noch geduldet. Verrücktes Tier.

 

Platz ist in der kleinsten Kiste.

Dicker, dicker Bär... Wenn er sich emsig putzt, dann riecht er nach einer betörenden Mischung aus Babyduft und frisch gewaschener Wäsche - unwiderstehlich. Ich bin dann kaum in der Lage, meine Finger von diesem Verführer zu  lassen.

 

Geliebter Brettfuß - spätestens, wenn er eine Brettfußmassage bekommt, raunt mein Mann: "Unglaublich, wie gut der es hat!" Tja, der Herr Mautz hat sich in unsere Herzen gewurmt. Ohne ihn können wir nicht mehr sein,  nur seine Untermieter würden wir mehr als gerne dauerhaft los werden.


Warum ich ihm so verfallen bin? In meinem Vorleben war ich eine Katze.

Kommentare:

  1. Ich wünsche dir und deiner Familie ein wunderschönes neues Jahr. Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen.Herrlich deine Geschichten mit Herrn Mautz,( er ist aber auch ein prächtiges Kerlchen) maşallah. Das du in deinem früheren Leben eine Katze warst, glaube ich dir auf's Wort und das Bild mit dir als Katze gefällt mir auch.
    Liebe Grüße

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  2. Aha! Das ist eine Erklärung für das, was du da auf dich nimmst...;-)
    LG
    Astrid

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  3. Hach...jetzt werde ich ein wenig melancholisch...und denke an unseren Kater Carlo...Leider musste der sich zweimal vor ein Auto werfen...beim zweiten Mal hat er es dann nicht überlebt. Seitdem wohnen hier nur Katzen...die bleiben meist in Nähe des Hauses...Dir einen schönen Sonntag! LG Lotta.

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    1. Das möchte ich mir nicht vorstellen, wie schlimm das wäre, würde unserem Mautz etwas zustoßen. Er ist ein Familienmitglied und unser aller Schatz.

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  4. Zum dahinschmelzen!
    Ich kann Dich so gut verstehen. Euer Kater ist sehr hübsch. Aber ... das letzte Bild gefällt mir am allerbesten :-)
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  5. .. und euer kater war im vorigen leben lassie! daran musst eich denken, als ich gelesen hab, dass er die kinder pünktlich nach der schule erwartet. augenzusammenkneifen soll übrigens bei katzen lächeln bedeuten, wusstest du das?
    ich wünsche euch ein schönes neues jahr und noch viele wunderschöne erlebnisse mit eurem mautz!
    lieben gruß, susi

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  6. Bei Euch ist aber auch gut Kater sein....Er ist ein Schöner!
    Lieben Lisaneujahrsgruß!!

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  7. so eine schöne liebeserklärung!
    ich wünsch euch alles gute und eine erfolgreiche bekämpfung der untermieter.

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