07 Januar 2016

Am Ende des Tages


Keine Sorge: ich mutiere nicht zum Katzen-Blog! Ich zeige euch heute nochmal einige schöne Bilder von Mautz und dann ist auch erst mal wieder gut mit Katzenposts. Wie angekündigt gab es einen ausgedehnten Spaziergang mit ihm am Nachmittag, als die Kinder wieder da waren. Denn die wollten unbedingt mit, wie sie mir bereits am Morgen mitteilten. Trotz der eisigen Temperaturen waren wir fast zwei Stunden mit dem Kater unterwegs. Alles gut soweit.

 

Unterwegs hat sich der Gute mal so richtig ausgetobt, eine andere Katze in die Flucht geschlagen, ein älteres Paar mit Hund grundlos zum Fluchen gebracht - waren offensichtlich keine Katzen-Fans. Wir haben auf Durchzug geschaltet. Der Wald sollte groß genug sein für Hund, Katz und Maus. Erst recht, wenn die Tiere keine Probleme miteinander haben und machen. Menschen gibts...

Völlig durchgefroren sind wir wieder zu Hause angekommen. Herr Mautz hat sofort seine Kiste eingenommen und war für Stunden weg vom Fenster. Kurz bevor die Tierärztin kam, wurde er allmählich wieder munter.

Und als er ein Kombipräparat gegen Würmer gespritzt bekam, eines gegen Tollwut, eines gegen Katzenschnupfen und Seuche, da hättet ihr diesem Ereignis gewiß nicht beiwohnen wollen. Heieieieieiei - Herr Mautz wurde zum Hulk und wehrte sich mit jeder Faser seines Körpers. Mein Mann wollte wissen, ob ich ihn festgehalten hätte. Iiiiich??? Das hat zum Glück die Assistentin der Ärztin gemacht. So einen Harakiri-Griff habe ich nicht parat. Sie hatte ihn dermaßen im Schwitzkasten, daß er sich fast bis zum Schluß nicht einen Hauch rühren konnte. Herrje, Tierärzte, Assistentinnen oder Ähnliches... dazu muß man geboren sein. Gräßliche Katzenlaute hat das gestreßte Tier von sich gegeben. Nein, ich habe nicht geweint: was sein muß, muß sein. Am Ende dieser Prozedur befreite sich Herr Mautz doch noch mit einem Riesensatz und verschwand hinter den Vorhängen. Weitere Untersuchungen nach Flöhen etc. waren nicht mehr möglich. Seitdem riecht er streng nach Chemie - den Würmern geht es endlich an den Kragen. Nach dem Stress gab es Lieblingsfutter, und nun ruht der arme graue Kater wieder in seiner Kiste.

Heute hat er vier Spritzen über sich ergehen lassen müssen, was eine ganze Menge ist. Ab jetzt wird er alle drei Monate  bei uns zu Hause  gegen Würmer gespritzt. Damit erweist man uns einen Bärendienst großen Gefallen.


Nachtrag: Übrigens möchte ich mich korrigieren. Der Gurkenkernbandwurm ist nicht durch Flohbisse auf den Menschen übertragbar, sondern lediglich über die Eier in den Bandwurmgliedern, welche über den After des befallenen Tieres ausgeschieden werden. Wenn der Mensch damit in Berührüng kommt und das im Mund landet, hat man ebenfalls Untermieter. Das Tier selbst kann sich durchs Mäusefressen infizieren, oder indem es einen Floh zerbeißt. Daher sollte man regelmäßig wegen Flöhen behandeln. Ich habe heute nochmal ganz genau nachgefragt. Das letzte mal beim Tierarzt war ich in der Tat vor lauter Bandwurmekel nicht ganz zurechnungsfähig, wie ich gerne zugeben möchte. Jetzt will ich erst mal zusehen, daß sich der Herrscher des hiesigen Tals wieder gut erholt. Und ich, ich erhole mich jetzt auch ein bißchen.
 
 

Kommentare:

  1. PFFFffffhhhhh.......erstmal aus- und durchatmen!
    Erholt euch gut, alle miteinander.
    Und einen schönen Tag morgen (hier ist's lau und regnerisch, bäh...)!
    Brigitte

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  2. Armer Mietzekater, gleich vier Spritzen auf einmal. Wäre mir auch nicht recht.
    Wir hatten auch mal eine Katze, die mit uns spazieren ging. Das war lustig.
    Lieben Gruß
    Katala

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  3. Ach je, der arme Hulk :-) aber es ist ja zu seinem Besten. Ein Bärendienst bedeutet allerdings etwas Gutes tun wollen aber das Gegenteil erreichen (so in etwa), aber der Hausbesuch ist für Euch ja eine echte Erleichterung, wenn ich das richtig verstanden habe?
    Liebe Grüße von Petra (limeslounge)
    und das sich alle von dem Stress gut erholen :-)

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    1. Danke für den Hinweis! Man lernt nie aus ;-).

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  4. Ich frage mich inzwischen, ob sich alle Katzenliebhaber/-besitzer so viel Mühe mit ihren Haustieren geben. Nicht dass ich allergisch reagiere, aber Deine Schilderungen haben mich doch aufmerksam lesen lassen. Das Streicheln fremder Katzen sehe ich jetzt anders als vorher, ehrlich gesagt.
    Zur Situation in Schweden: Es gibt jede Menge Katzen. Die meisten gehören wohl auch Jemandem. Die Pflege sehe ich mit Argwohn, wenn ich den beschriebenen Aufwand lese. Macht mich nachdenklich. Danke für diese Erzählungen und die damit verbundenen Hinweise.

    Gruß
    Beate

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    1. Liebe Beate,
      nein, nicht alle Tierbesitzer geben sich die Mühe, alles zur Gesunderhaltung ihres Tieres zu tun. Als wir Mautz von den Vorbesitzern übernahmen, hatte er mit 1,5 Jahren erst eine einzige Wurmkur erhalten (mit deutlichen Folgen für die Kinder), war noch immer nicht kastriert, und wurde im Winter nicht mal zum Fressen reingelassen, sondern durfte aus einem Freßnapf unter dem abgestellten Wagen fressen, wenn da was drin war. Ich habe meinen Mann selten so aufgebracht erlebt, wie in jener Zeit. Ich muß gestehen, daß ich kein Tierexperte bin. Von daher ist es für mich sehr wichtig, was in diesen Aufklärungsheften steht, was mir der Tierarzt bei meinem ersten Besuch aushändigte. Daran halte ich mich zwingend, um das Tier und auch uns halbwegs zu schützen. Sicherlich sieht manches bei Katzen, die nur drinnen gehalten werden, anders aus. Mautz hat die ersten 1,5 Jahre seines Lebens fast nur draußen verbringen dürfen. So ein Tier kann man dann nicht mehr nur drinnen halten. Und draußen frißt er eben Mäuse und kommt mit allerlei anderem in Berührung. Von daher ist es nochmal so wichtig, daß er regelmäßig alle erforderlichen Impfungen und sonstigen Medikamente erhält. Er ist ein tolles Raubtier und nun ein Familienmitglied. Und für seine Familie sollte man alles tun.

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  5. Na, woher kenn ich denn nur solche Situationen ? :-)
    Ich stell immer mehr fest, dass Katzenbesitzer sich nicht mehr verantwortlich um ihre Mietzen kümmern. Zu teuer? Zu aufwendig? Ich weiss es nicht. Uns sind all die Spritzen etc. auch sehr wichtig, wir leben ja mit den Tieren, und die Kinder "hängen" wortwörtlich an den Fellnasen.
    Unser Chippie lässt alles ganz still über sich ergehen. Die Nella war das ganz anders, sie wurde auch zum Raubtier!
    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  6. Mannnnnn ist der schön, Karthäuser? Ich bin begeistert dieses wunderschöne Gesicht. Einmalig schön. Es gibt solche Katzenhasser, die treten sogar mit den Füßen nach den Katzen. Alles schon erlebt und noch viel mehr.
    Alles Gute für Mautz.
    Lieben Gruß Eva

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    1. Liebe Eva, der Tierarzt sagt "Europäisch Kurzhaar" dazu. Dazu habe ich gelernt: Bei der Europäisch Kurzhaar handelt es sich um eine mittelgroße bis große Rassekatze. Ursprünglich stammt sie von gewöhnlichen Dorf- und Hauskatzen ab. Dabei geht die Entstehung dieser Katzenrasse nicht auf die Europäische Wildkatze, sondern auf die afrikanische Falbkatze zurück. Die Zucht wird seit 1982 anerkannt. Allerdings gibt es nur wenige Züchter in Deutschland. In den skandinavischen Ländern ist diese Zucht weiter verbreitet.

      Ehrlich?! Uns ist völlig wurscht, wen oder was der Herr Mautz in seiner Ahnenreihe hat. Er ist einfach toll, so wie er ist.

      Liebe Grüße.

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