31 Dezember 2016

Abschließend...

 

Bei allen, die hier seit Jahren lesen und mir die Treue halten, die mit ihren Kommentaren bereichern, zum Nachdenken animieren, zum Lachen bringen und auch trösten, bei euch allen möchte ich mich bedanken. Auch den Neuzugängen und den Anonymen möchte ich sagen: "Schön, daß ihr hergefunden habt! Ohne euch wäre das hier sterbenslangweilig. Bleibt mir gewogen! Wir lesen uns in 2017... und rutscht gut!"

29 Dezember 2016

Mein persönlicher Jahresrückblick


Ihr Lieben,

wir liegen in den letzten Zügen des Jahres 2016. Und so verwundert es nicht, wenn man sich rückblickend noch einmal ins Gedächtnis ruft, was uns dieses Jahr beschert hat.


Es gab viel Glückliches, aber auch reichlich anderes. Die Zeit rast nur so dahin, da ist es ganz besonders wichtig, die schönen Momente unseres Lebens sich erneut ins Gedächtnis zu rufen. Auf vermutlich diesem Blog entdeckte ich die Idee des Familien-Glücks-Glases: Man platziert ein größeres Glas mit Stift und Papier gut sichtbar für alle irgendwohin – bei uns stand es in der Küche. Jeder, der einen bemerkenswerten Glücksmoment festhalten wollte, konnte dies auf einen Zettel schreiben, diesen zusammenfalten und in das Glas tun. Alle diese Zettel haben wir an Heilig Abend bei unserem Essen wieder hervorgeholt, auseinandergefaltet und reihum vorgelesen. Das war sehr schön. Die einzelnen Zettel habe ich in mein Tagebuch geklebt – ich möchte mich noch oft mit meiner Familie an diese besonderen und schönen Momente erinnern. Ich kann euch nur raten, Ähnliches zu tun. Dieses schöne Ritual möchten wir gerne beibehalten. 


Im letzten Jahresdrittel gab es eine furchtbare Erfahrung, der wir uns als Familie stellen mußten. Noch zutiefst fassungslos und traurig habe ich die Bekanntschaft der hiesigen Polizei gemacht. Aber auch bei diesem Negativerlebnis gab es positive Erfahrungen zu machen: ich habe einige der Beamten intensiver kennen gelernt. Dort haben wir sehr viel Entgegengekommen und Verständnis, gute Beratung und Unterstützung erfahren - in solchen Momenten ist das von unschätzbarem Wert. Seitdem liegt ein Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft vor. Ob die Täter je gefaßt werden, steht in den Sternen. Es geht mir auch gar nicht darum, durch Strafe so eine Art Vergeltung zu erfahren. Aber Gewalttätern muß in irgendeiner Form Einhalt geboten werden. Ein Denkzettel muß her. Das kann man nicht tolerieren und so weiterlaufen lassen. Es folgten sehr viele Termine beim Arzt, im Krankenhaus, diversen Institutionen und eben der Polizei. In der Adventszeit, die bei uns sonst sehr ruhig abläuft, konnte von besinnlicher Zeit nicht die Rede sein. An den Folgen dieser Geschichte haben wir noch immer zu knabbern.

Es ist erschütternd, daß bei manchen Menschen offensichtlich keinerlei Skrupel mehr vorhanden sind. Jegliche Empathie und Anstand scheinen verloren gegangen zu sein. Vielleicht haben sie all diese Eigenschaften auch durch die fehlende Muttermilch (im übertragenen Sinne) gar nicht erst ausbilden können. In den Massenmedien werden ständig Schamgrenzen überschritten, Intimsphäre scheint ein Fremdwort geworden zu sein, dessen Bedeutung kaum einer mehr kennt, das elektronische Zeitalter fördert seinerseits die Sprachlosigkeit in den Familien: statt miteinander zu reden wird stumm geglotzt (ihr glaubt nicht, in wievielen Kinderzimmern von Grundschülern ich von der ersten Klasse an eigene Fernsehgeräte gesehen habe), in den sozialen Netzwerken ergießt sich ungehemmt der Haß.

Denkt man an die grauenhaften Bilder vom Berliner U-Bahn-Treter, stockt einem unwillkürlich der Atem. Trotzdem laut Statistik die Zahl der Gewalttaten rückläufig ist, hatte beinahe jede Woche des Jahres 2016 ihre erschreckenden Höhepunkte. Für mich bedeutet das in der Konsequenz auch, daß ich künftig nur noch ein Mal am Tag die Nachrichten anschauen möchte. Macht man es öfter, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, der Weltuntergang stünde unmittelbar bevor.

Mein persönliches Fazit für dieses Jahr:
Oftmals kann man die Welt nicht so beeinflussen, wie man es gerne möchte. Keiner kann den Menschen verordnen, sie mögen doch bitte ihre Bindungen pflegen. Ich bin überzeugt davon, daß Niemand böse zur Welt kommt. In der Erziehung hat alles Konsequenzen: das, was wir tun genau so, wie das, was wir sein lassen. Das sollte man sich immer wieder klarmachen. „Peace on earth begins at home.“ Zumindest da hätte jeder die Möglichkeit anzusetzen. Wollen wir ernsthaft etwas für diese Gesellschaft tun, dann laßt uns nicht vorwurfsvoll den anderen begegnen, sondern vor unserer eigenen Tür kehren und  laßt uns Aufmerksamkeit und Liebe schenken - soviel wir nur können.

Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen einen guten Rutsch in das Jahr 2017. Lassen wir das Schlechte daraus hinter uns und gehen das Gute an!

21 Dezember 2016

Vier Kerzen

Ihr Lieben alle,

es ist turbulent geworden in der Welt. Weihnachten steht vor der Tür. Stille und Besinnung tun gut. Nicht mehr lange, und viele von uns werden mit ihren Lieben zusammen kommen. In Gedanken bin ich immer wieder bei den Familien der Opfer. Diese kleine Geschichte, über die ich im Netz gestolpert bin, möchte ich mit euch teilen. 

Kopf hoch! Laßt uns weiter brennen. Ich wünsche euch friedvolle, besinnliche Weihnachtstage.


Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und erlosch schließlich ganz. Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus. Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht. Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es das Weinen an. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!“ Mit einem Streichholz nahm das Kind das Licht dieser Kerze und zündete die anderen Kerzen wieder an!
Autor unbekannt

18 Dezember 2016

Ein letztes Mal

Ein allerletztes Mal war ich in dieser Woche zur Weihnachtsfeier in der Grundschule eingeladen. Neben einem beeindruckenden Programm, den die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen auf die Beine gestellt hatten, hat mich insbesondere das zum Abschluß im Klassenraum gesungene Lied sehr berührt. Geistesgegenwärtig habe ich auf den Aufnahmeknopf gedrückt. Dieses Lied (jedoch mit anderem Text) haben sie durch alle bisherigen Jahre ihrer Grundschulzeit hindurch gesungen. Es wird auch mir eine Erinnerung an diese besondere Zeit dort sein. Obwohl ich alles erdenkliche versucht habe, ist es mir nicht möglich, die Tonaufnahme der kleinen Menschen hier hochzuladen. So schade.

Nach vielen Jahrzehnten in Deutschland kann ich nicht leugnen, auch von der hiesigen Kultur geprägt worden zu sein. Mit diesen beiden Kulturen aufgewachsen zu sein und sie genossen zu haben, fasse ich als ein ganz besonderes Geschenk in meinem Leben auf. Heute ist bereits der vierte Advent - alles Gute wünsche ich meinen Lesern dazu. Proportional zu dieser Zeit steigt meine Rührseligkeit gen Himmel.
So ist das.

30 November 2016

Familienzeit

Meine Lieben, in Riesenschritten haben wir, die ach so besinnliche Zeit, den Dezember erreicht. Noch sind es knapp dreieinhalb Wochen bis zu den Weihnachtsferien. Zur Zeit prasseln die Klausuren nur so auf unsere Kinder herab. Ab und an wird die mütterliche Unterstützung eingefordert - manchmal auch eine "Intensivkur" gebraucht.  Da bleibt wenig Zeit für anderes. Die Familie geht vor... und alles andere fliegt an dieser Stelle über Bord. Hier wird es also ruhiger werden erst mal.


Bis wir uns wieder lesen habt es fein... und macht es euch ganz schön kuschelig ;-).

29 November 2016

Geschickt eingefädelt, oder ausgebeult...bzw. ausgebügelt ;-)

Die Nähmaschine steht nahezu das ganze Jahr über allen zur Verfügung, die sich daran ausprobieren möchten. Stoffreste aller Art befinden sich in einer Restekiste, so daß ich nicht ständig gefragt werden muß, ob man dieses oder jenes an Resten benutzen darf. Sie haben schon das ein oder andere Werk daran genäht. Die kleinen Herren sind begeisterte Geschickt eingefädelt-Zuschauer. Wir schauen das gemeinsam online. 

Sohn2 schaut hochkonzentriert auf den Bildschirm. Ganz trocken erfolgt dann seine persönliche Analyse zum Aufbau der Sendung: 

"Also Mami, das geht so: die strenge Frau, die macht die alle platt. Und der Guido, der muß das dann alles wieder ausbeulen...!"

28 November 2016

Wabenbälle

Unsere Kinder basteln das ganze Jahr über - mal mehr, mal weniger. Das jüngste Kind war es, was darauf drängte, gemeinsam etwas basteln zu wollen. Aber was??? Ein Blick in das www und schnell war klar: Wabenbälle sollen es sein! Anleitungen gibt es wie Sand am Meer. Nach dieser Anleitung haben wir es gemacht.

 

 

 

An unserem kleinen Tannenbäumchen können wir uns diese Kugeln gut vorstellen. Wie wär's? Wollt ihr auch welche machen? Ist wirklich kinderleicht. Viel Freude beim Kugeln ;-). 

26 November 2016

Ein Bild, welches ich euch nicht ganz zeige

Erinnert ihr euch noch an das Brett? An dieses Brett? Inzwischen ist es mit Acrylfarbe bemalt, mit einem unserer liebsten Menschen. Leider weiß ich nicht, wer oder was zuvor auf dem Brett so seine Spuren hinterlassen hatte, denn an manchen Stellen hat es die Acrylfarbe nicht so ganz angenommen. Ob ich das noch mit Ölfarbe überarbeite, in der Hoffnung, daß das Ergebnis dann besser wird, das weiß ich noch nicht. Das Bild insgesamt ist sehr plakativ geworden, und wann immer ich es ansehe, geht mir das Herz auf.



Acryl auf Holz 
44,5 cm x 59,5 cm

Dem Sohn gefällt es auch. Da sagt er doch zu mir: "Mama, du schaffst es auch noch, einen mit Pinsel und Farben zu streicheln..." Kann es ein schöneres Kompliment geben?!? Wie machen die das nur, einen so mitten ins Herz zu treffen?! Ich habe ein bisschen ... na ihr wißt schon...Schnief...

25 November 2016

In anderen Schuhen

"Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht über tausend Schritte in seinen Schuhen gegangen bist." (Indianische Lebensweisheit).

Vor einiger Zeit haben der Mann und ich in der Grundschule einige Stunden im Unterricht bei unserem Jüngsten hospitiert. Heute war ich einen Tag lang beim Sohn auf der weiterführenden Schule. Ich kann gar nicht sagen, wie erledigt ich bin. Und ja, ich kann es nun besonders gut nachempfinden, wenn sich das Kind nach einem langen, fordernden Schultag nach Hause schleppt, die Tasche in die Ecke stellt... und erst mal nichts mehr tun möchte. Anstrengend ist das. Der einen Lehrerin versagte nach zwei Stunden die Stimme, obwohl der Unterricht alles andere als chaotisch war. Trotzdem - der Lehrerberuf ist ein mit Sicherheit sehr Anstrengender. Schön zu sehen war, daß gerade in dieser Klasse, in der sich nahezu ein ganzes Jahr lang trotz aller Bemühungen keinerlei Gemeinschaft einstellen wollte, diese sich nun doch deutlich bemerkbar macht.

Gerade, wenn mir die Luft droht auszugehen, nehme ich mir die Freiheit (inzwischen geht das ab und an), mich hinzusetzen, mich auf ein Motiv zu konzentrieren und ein Bild zu malen. Manchmal haut es hin, daß sich ausreichend Zeit findet, um an einem bereits angefangenen Bild weiter zu malen. Wenn es ein nicht ganz so großes Bild ist, genügt auch mal weniger Zeit. Die Herausforderung derzeit ist, das Malen noch bei Tageslicht hinzubekommen. Einpaar maritime Motive geisterten noch auf der Festplatte umher. Und eines konnte ich relativ zügig malen.


"Am Hafen"
18x24cm
Acryl auf Leinwandkarton

Ich wünsche euch allen ein schönes, erholsames Wochenende. Ich bin so froh, daß für heute hier erstmal die Mühlen wieder langsamer mahlen.

23 November 2016

Vogelgrippe

Das Möhrchen lebt nun seit einem Monat bei uns. Und schon jetzt werde ich schlaflos, wenn das Tier bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht nach Hause kommt. Da kann es dann durchaus geschehen, daß ich bewaffnet mit einer Taschenlampe mich spät in der Nacht draußen umsehe und leise nach ihm rufe. (Will nicht wissen, wer mich dabei schon meint als Einbrecher identifiziert zu haben). Inzwischen, sollte er in der Nähe sein, kommt er sogar angelaufen, und ich bin sehr erleichtert darüber, daß ich ihn dann mit reinnehmen kann. 


Ansonsten ist er ganz pfleglich, meidet nach wie vor die obere Etage (Ausnahme heute morgen 4.30 Uhr. Da kratzte er dann zaghaft an der Schlafzimmertür, damit ich ihn aus dem Fenster der oberen Etage in den Garten lasse). Ab und an ist er sehr liebebedürftig, gibt Köpfchen, schnurrt mit beeindruckender Lautstärke, läßt sich sogar mal auf den Arm nehmen. Allerdings hat er auch keinerlei Probleme damit, sollte ihm etwas nicht genehm sein, mir seine Reißzähne in die Hand zu rammen. (Ein Segen, daß unser aller Impfschutz noch gilt). Eine gut sichtbare Narbe habe ich schon als Andenken in meiner Innenhand. Wenn er sich dann entschieden hat, auf welchem Sofa er sich niederlassen möchte, läßt er sich von mir mit seiner Decke zudecken. Zu süß ist das. 

Allerdings hat die Vogelgrippe nun auch den hohen Norden im Griff. Die Sperrgebiete befinden sich quasi vor der Haustür und weiten sich immer mehr aus. Noch darf ich ihn raus lassen und möchte gar nicht daran denken, daß sich das von einem Tag auf den anderen ändern könnte. Der holt uns dann vermutlich die Tapeten von den Wänden, sollte er nicht mehr rausdürfen. 

Eine Gemeinsamkeit hat er mit seinem verstorbenen Bruder: genau so wie auch der Mautz immer stark verwurmt war, ist es auch Möhrchen andauernd. Als würde er nie behandelt werden. Schlimm ist das! Ich kann gar nicht sagen, wie furchtbar ich das finde. In solchen Momenten wünschte ich, daß er kein Freigänger wäre. Kennt ihr diese Probleme auch von euren Katzen?

21 November 2016

Montags...

Der Blick aus dem Fenster offenbart das übliche Bild der vergangenen Woche: naß und grau ist es. (Das Bild wurde erst gemacht, als der Sohn schon 1,5 Stunden aus dem Haus war). Als ich das Söhnlein neben der riesigen Schultasche sehe, und wie er sich damit abmüht, vergehe ich vor Mitgefühl und beschließe, ihn zur Schule zu fahren. (Viel lieber würde ich ihn in eine Decke wickeln und ihm einen warmen Kakao in die Hand drücken). Dankbar läßt sich das Kind in den Autositz plumpsen.
 
 
Neben einigen Telefonaten, mache ich mich daran, einen grauen Leinenstoff zu bügeln. Einige einfache Einkaufstaschen sollen entstehen. Die bisherigen geben alle nach und nach den Geist auf. 


Neben all den Herausforderungen des täglichen Lebens, denen wir uns stellen müssen, wünsche ich euch eine feine Woche. Habt es gut!

18 November 2016

Winterschlaf

Die allerletzten Äpfel aus unserem Garten haben das jüngste Kind und ich gepflückt, gereinigt und zum Verzehr in einer großen Schale arrangiert. Sie sehen vielleicht nicht perfekt aus, aber sie schmecken einfach unfaßbar gut.
 
 

Ansonsten bin ich nur noch müde. Sehr sehr müde. Mit dem schwindenden Licht geht auch meine Energie dahin, als hätte jemand meinen Stecker herausgezogen. Blöd nur, daß die Dinge, die erledigt werden müssen bleiben. Am liebsten würde ich Winterschlaf machen - na wenigstens aber eine mehrwöchige Schlafkur. Das wär's.

Eine Tageslichtlampe für den Arbeitsplatz ist beschlossene Sache.  Ich hoffe, daß das Licht die verbleibenden Lebensgeister bis zum Frühjahr wieder beleben kann.  
  
Habt ein feines Wochenende. Ich weiß, was ich machen werde. Gäääähn...

15 November 2016

Umleitung

Ein so wichtiges Thema hat sie auf ihrer Seite aufgegriffen. Absolut lesens- und hörenswert. Vielen Dank dafür!

12 November 2016

Herbstblues

Jedes Mal, wenn ich mich zum Malen hinsetze, stelle ich fest, daß ab 16.30 Uhr die Finsternis einsetzt. Mit Kunstlicht malen geht für mich nicht. Also habe ich einige vergebliche Bemühungen gestartet... und wieder aufgehört.
 
Das mangelnde Tageslicht macht mir zu schaffen. Und so frisch, wie's jetzt schon ist, mag man sich auch nicht lange im Freien aufhalten. Auch Möhrchen ist mehr im Haus als draußen.
 
 
Was hilft ist schon mal eine Tasse Kaffee und etwas Kerzenschein. Und da sich noch zwei winzige Kürbisse  in der Küche befanden, schmurgelt nun das im Topf. Irgendwie muß man es sich ja gut gehen lassen. Die Woche gab es grundlegende Dinge zu entscheiden. Unerfreulicher Kram halt, der mich schon seit Monaten lahm legt. Nach reichlichem Abwägen habe ich mich entschieden, andere als die üblichen Wege zu gehen. Ich werde nie zu den Menschen gehören, die sich nur allzu bereitwillig unters Messer legen.
 
Was die unerfreuliche politische Landschaft angeht: ich kann die Welt nicht so beeinflussen, wie ich gerne würde. Aber wie heißt es so schön:
 
"Peace on earth begins at home." Und zumindest da kann ich mächtig viel tun.
 
Habt ein feines Wochenende!

09 November 2016

07 November 2016

Möhrchen - die ersten zwei Wochen

Manch einer mag nur instinktgesteuerte Lebewesen in Tieren sehen...


Vor genau zwei Wochen haben wir Kater Möhrchen bei uns aufgenommen. Als er zu uns kam, schien er unberechenbar. Eine Bißwunde, etliche Kratzwunden und zerfetzte Ärmel von Oberteilen zeugen davon. Schnell fressen und weg... das schien das oberste Gebot der ersten Tage bei uns zu sein. 

Es dauerte nicht lange, und er blieb zu unserer Überraschung über Nacht. Wir haben uns oft in seiner Nähe aufgehalten, haben ihn versorgt und ansonsten in Ruhe gelassen. Wie ängstlich er war, hat man daran gemerkt, daß er nur sehr scheu und zögerlich die untere Etage erkundet hat. Nachts schlief er unten im Wohnzimmer auf dem Sofa, das Katzenklo hatte er nach interessiertem Beäugen auch irgendwann angenommen. 


Nachts haben wir die Flurtür offen gelassen... und siehe da... eines morgens gab es das erste zaghafte Kratzen an der Schlafzimmertür. Und nach dem Öffnen der Tür heftige Zuneigungsbekundungen bis zum Umfallen.


Die Söhne wollten zu Anfang wissen, ob er "böse" sei. Inzwischen haben auch sie ihn kennen gelernt und wissen, daß er seine ganz eigene Persönlichkeit und mit Sicherheit auch eine Seele hat. Die Wandlung, die er binnen dieser vierzehn Tage hingelegt hat aus nächster Nähe zu sehen, ist für uns alle sehr bewegend. Es hat nicht lange gedauert, bis die Angriffe und die Fauchereien aufgehört haben. In diesen zwei Wochen sind wir uns fast so vorgekommen wie die Affenforscherin Jane Goodall. Wir haben Möhrchen kennen gelernt. Er hat tatsächlich begonnen, mit uns zu kommunizieren. Nach zwei Wochen ist uns, als sei er schon immer dagewesen. Oft denken wir an Mautz. Der Gang der beiden ist von vorne betrachtet identisch. Man muß sich wirklich zusammenreißen, um nicht in Tränen auszubrechen. "Mama, schade daß Mautz erst sterben mußte, damit Möhrchen zu uns kommen konnte..."


Wir genießen es alle sehr, daß wieder ein ganz besonderer Charakter mit uns lebt. Nur an das extrem laute Schnurren und die sehr stürmischen Liebesbekundungen müssen wir uns noch etwas gewöhnen. Möhrchen... möge er es noch lange lange gut haben bei uns.

06 November 2016

Pitti

"Mami, kannst du bitte Pitti malen?" Ich überlege kurz. 
"Wer ist Pitti?"
"Du weißt doch, das ist die Möwe, die ich damals gefüttert habe, als wir am Hafen ein Fischbrötchen gegessen haben. Die hat doch wegen all der anderen Möwen nichts abgekriegt. Und da habe ich sie gefüttert. Sie kam nachher ganz nahe an mich ran. Weißt du denn das nicht mehr?"(Tatsächlich kann ich mich später an die Möwe erinnern, nur daß sie vom Sohn einen Namen bekommen hatte, davon erfahre ich erst jetzt). 
"Ach weißt du, aus dem Gedächtnis kriege ich das nicht so gut hin. Ich bräuchte da eine Vorlage..."
"Ich weiß noch genau, daß wir Pitti fotografiert haben..."
Und tatsächlich..., als ich mein digitales Gedächtnis durchsichte, finden wir die Aufnahme - entstanden schon vor Monaten. (Beängstigend - sowohl das Gedächtnis des Kindes, als auch meines).
.
"Warum malst du denn Pitti nicht? Du kannst echt toll malen."
"Ja, weißt du, ich habe gerade schon zu tun. Außerdem mag ich das, dir über die Schulter zu schauen. Dann sieht man immer so schön, wie das Bild sich entwickelt..."

Aha! So so ;-)... Widerstand zwecklos. Und da ich gerade nichts zu tun hatte ;-)..., habe ich dann Pitti gemalt.


"Pitti"
38x46 cm
Acryl auf gebrauchsfertigem Leinwandpapier

04 November 2016

Plötzlich Herbst

 

Als ich ins Haus ging, waren noch alle Blätter am Baum. Minuten später als ich das Haus wieder verlassen mußte, lagen sie alle unten. So verhalten sich vielleicht nur Bäume, die eigentlich in den Süden gehören und nun in Norddeutschland leben müssen.

02 November 2016

Leichter leben

Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich versuche, unser Haus leerer zu bekommen. Aus mir wird wohl nie ein Sammler werden, was ich auch zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben erstrebenswert fand. Je älter ich aber werde, umso mehr versuche ich nicht nur zu reduzieren, sondern nur noch mit Bedacht erst anzuschaffen: Dinge, die wirklich im Alltäglichen gebraucht werden. Mein Traum ist es, irgendwann nur noch von Dingen umgeben zu sein, die tatsächlich und wirklich zum Einsatz kommen und nicht nur Raum belegen, in irgendwelchen Kellerräumen vor sich hinstauben. 

Als Mautz starb, habe ich hier Tabularasa gemacht. Ich habe mich rigoros auch von teuren Dingen getrennt, die ich nie mehr getragen hätte. Mit frohem Herzen habe ich sie an Menschen verschenkt, die sich die Dinge nie selbst hätten leisten können. Ich habe mich unendlich glücklich und befreit gefühlt. Was für eine Wohltat!


Bei meinem wilden Durchsichten habe ich ein Holzbrett gefunden. Auf Holz habe ich noch nie gemalt. 

 

Ich bin dabei, es zu grundieren. Mal sehen, wie es sich darauf malen läßt. Bin gespannt. Zuvor müssen aber noch einige Lagen drauf.   

01 November 2016

Friedhöfe und ich - einige Fakten

Angeregt duch sie kommen hier einige Gedanken dazu. 

1. Als Kind führte mich mein Schulweg an einem Friedhof vorbei - später durch ihn hindurch. Ich genoß diese Minuten unendlich und trödelte mit Leidenschaft.

2. Friedhöfe sind für mich mystische Orte der Ruhe und des Friedens.

3. Bis ich nach Deutschland kam, kannte ich keine Friedhöfe.

4. Das erste mal auf einem Friedhof, dachte ich, ich sei im Paradies gelandet: Vogelzwitschern, alter Baumbestand, gepflegte Gräber mit Denkmälern. Ich war sehr irritiert.

5. Viele Jahre habe ich immer wieder Friedhöfe besucht, um dort spazieren zu gehen und zu fotografieren.

6. Ich mag keine anonymen Friedhöfe.

7. Das Grab meiner Mutter ist tausende von Kilometern entfernt. Ich war erst zwei Mal da.

8. Zu wissen, daß meine Eltern irgendwann Seite an Seite begraben sein werden, so wie sie es sich gewünscht hatten, tröstet mich irgendwie.

9.  Ich persönlich möchte nicht auf einem Friedhof beerdigt werden.

10. Mein Wunsch ist es, verbrannt zu werden und meine Asche an einem sehr stürmischen Tag in alle Winde verstreuen zu lassen - ich war schon immer freiheitsliebend. Auch wenn das so nicht überall erlaubt ist, ist es eine schöne Vorstellung für mich, wenn meine Nachkommen das bewerkstelligen könnten.

31 Oktober 2016

Breaking News

I love Garlic, Knoblauch, Sarmisak..., aber sowas von. Wenn in unserer Küche Knoblauch zum Einsatz kommt, dann nicht als Zehen, sondern als Knollen. 

Ernährungswissenschaftler sind sich einig, daß die Knolle äußerst gesund ist. Der Inhaltsstoff Allicin bekämpft Bakterien und Viren, verringert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und so manches Mahl kommt erst richtig zur Geltung durch den Einsatz von einer ordentlichen Portion Knoblauch. 

Das alles ist wunderbar, wenn die Ernüchterung nicht sofort nach dem Knoblauch-Mahl käme: die Knoblauchfahne. Bisher haben wir immer penibel darauf geachtet, daß wir Knoblauch-Exzesse lediglich am Wochenende miteinander genossen haben. Die Fliegen konnten dabei ruhig tot von der Decke fallen, aber gesellschaftsfähig wollten wir dennoch bleiben und nicht unnötig unsere Mitmenschen quälen. Mindestens einen Tag lang scheidet man nicht nur unangenehme Gerüche aus dem Mund aus, sondern diese werden auch über die Haut und die Lunge ausgeschieden. Das kann einem den Genuß wahrlich verleiden.


Nun aber scheint es endlich eine Lösung zu geben: Die Bremer Roman Will (30) und Jan Plewinski (30) haben das Getränk „Papa Türk“ entwickelt, das den unangenehmen Mundgeruch nach dem Genuss eines Döners z.B. „mit allem“ verschwinden lässt – binnen einer Stunde. Im Dienste der Wissenschaft war ich mir für nix zu schade, und habe nach einem gestrigen Knoblauch-Exzess mit meiner Familie, die seit kurzem auf dem Markt erhältlichen Geschmacksrichtungen getestet. Ich sage nur: Heute ist Zahnarzt-Termin ;-). Bei unserem Knoblauchverbrauch versagen alle bekannten Hausmittelchen. Die vorhandenen drei Geschmacksrichtungen des Getränks sind Geschmackssache. Ein Sohn war begeistert von Papa Shisha - wer auf flüssige Gummibärchen steht, ist damit wohl glücklich zu machen. Ich war es nicht. Papa Kola habe ich nicht probiert, aber Papa Türk mit dem limettig minzigem Geschmack war durchaus annehmbar für mich. Ich habe die Hälfte von 330ml getrunken. Und was soll ich sagen: es funktioniert! Wie gesagt: dem heutigen Zahnarzttermin sehe ich gelassen entgegen. Das Geheimnis hinter dem ganzen ist das Chlorophyll. So viele Kräuter kann man gar nicht kauen, wie man in unserem Fall müßte, um den Dünsten zu entkommen.

Leider gibt es einen Wermutstropfen: in einem 330ml-Getränk steckt unverantwortlich viel Zucker, und das geht aus meiner Sicht gar nicht. Ab jetzt werde ich zwar immer einige Fläschchen im Hause haben - quasi für den Notfall, aber im nächsten Jahr, wenn die Kräuter in unserem Beet sprießen, werde ich versuchen, eine Art grünen Kräuter-Smoothie zu kreieren.

Mögt ihr Knoblauch? Und wenn ja: wie habt ihr den Genuß bisher gehandhabt?

Ich wünsche euch allen einen schönen Wochenstart! 

30 Oktober 2016

Woran man merkt, daß die Kinder älter werden...


Wenn es plötzlich ganz still wird im Haus, und sich bald darauf überall köstlicher Kuchenduft breit macht... und irgendwann bekommt man unaufgefordert eine Einladung zur gedeckten Kaffeetafel.


"Nach welchem Rezept hast du den Apfelkuchen gebacken?"

"Nach gar keinem. Ich habe einfach alles genommen, wo ich dachte, das paßt da rein. So wie du das auch immer machst..."

Ähem... vielleicht stecke ich dem Kind mal irgendwann, daß es viel Erfahrung braucht, bis man soweit ist, locker aus dem Handgelenk und Vorhandenem kochen, evtl. backen zu können...

29 Oktober 2016

Post für mich!

 


gewünschte Ölfarben (und mehr) im Austausch gegen 

Lieber Mond!

Was soll ich sagen, ich bin ein weiteres Mal überwältigt von deiner anerkennenden Großzügigkeit. Das würde gewiß nicht jeder so handhaben.

Ganz ganz herzlichen Dank! You made my day... 

Mein Wochenende beginnt ganz wunderbar. Habt es alle mindestens so fein wie ich.

28 Oktober 2016

Dieser Moment

Habt ihr den Plumser von meinem Herzen gehört?! Uff... alles ist überstanden. Wir haben einen noch recht benommenen Kater hier, der versucht mit wackeligen Schritten rumzulaufen. Ich lasse ihn auch. Hier passiert ihm nichts, und so verstoffwechselt er die Narkose etwas schneller.


Gestern noch war ich so angespannt, weil ich nicht wußte, ob wir ihn ins Haus bekommen, und ob er überhaupt über Nacht bleibt. Irgendwann sah ich ihn auf einem Baustellensandhaufen und rief nach ihm. Erst spitzte er die Ohren, schaute... und rannte geradewegs auf uns zu. Oh, ich kann euch nicht sagen, was für ein bewegender Moment das war. Und überraschend ist er auch über Nacht geblieben - ohne irgendeinen Terror. Nur heute Vormittag wurde es schwierig, weil er Hunger hatte und raus wollte. Lediglich trinken durfte er. Irgendwann gab er auf, legte sich hin und schlief noch einige Stunden. Ihn in der Tierarztpraxis abzugeben... das war auch so ein Moment. Kaum leichter, als wenn man sein Kind an der OP-Pforte in vertrauensvolle Hände übergibt.

Aber jetzt ist es geschafft, und Möhrchen muß nur noch fitter werden. Wir freuen uns alle total über ihn und sind auch wie ihr der Ansicht, daß es für uns alle hätte nicht besser kommen können. Danke allen für's Daumendrücken!

26 Oktober 2016

Dies und das

Noch haben wir Ferien, obwohl es trotzdem immer wieder lästige Termine gibt. Ab und an aber gibt es großzügige Zeitfenster, die ich für Farbexperimente nutze.
 
 
Oft genug sehe ich dann schon nach kurzer Zeit so aus ;-)...


Für solche Häkelnetze war auch Zeit. 
 
 
Ich bin diese feinen Tütchen in den Obstabteilungen leid, die regelmäßig reißen. 
 
 
 
 

Dieses Model bietet sich für Baguettes an ;-)

Den Kater habe ich gestern nur aus weiter Ferne gesehen. Heute hat er sich noch gar nicht blicken lassen. Momentan sind wir nicht mehr als eine weitere Futterquelle für ihn, also noch lange kein Zuhause. Morgen werde ich ihn erstmals drin halten müssen, damit er am Freitag nüchtern um 14.30 Uhr in die Tieraztpraxis kommt. Ich bin deswegen schon etwas angespannt. Ich hoffe nur nicht, daß er während der Autofahrt so komplett ausrastet, wie es sein Bruder immer tat. Daumen drücken können wir gut gebrauchen.

24 Oktober 2016

Ganz anders

Der eine war ganz sanft, voller Vertrauen. Der andere ist eine wahre Kratzbürste, widerspenstig, voller Mißtrauen, ein Haudegen - er kratzt, beißt und faucht ganz unvermittelt. Der eine war heller, der andere ist dunkler. Bei dem einen waren die ersten 1,5 Jahre seines Lebens schlimm. Bei dem anderen sein ganzes bisheriges Leben. Der eine war irgendwann ganz folgsam, treu auf seine ureigenste Weise. Den anderen kümmert es gar nicht, wenn man ihn ruft. Mit dem einen konnte man sich unterhalten wie mit einem menschlichen Wesen. Den anderen müssen wir erst kennen lernen, bis es auch da irgendwann so weit sein wird. Der eine war perfekt gebaut, eine unglaubliche Augenweide. Der andere war bis vor kurzem total runtergekommen, ein zerzaustes, ausgemergeltes Elend auf vier Beinen. Der eine war von uns gewollt, als ihn seine Erstbesitzer nach 1,5 Jahren plötzlich in ein Tierheim geben wollten. Ihn zu nehmen hat uns unglaublich schöne zweieinhalb Jahre mit ihm beschert. Den anderen behielten sie, wenngleich er sich meist selbst und seinem Schicksal überlassen war. Sie haben sich einfach nicht gekümmert und keinen Hehl daraus gemacht, daß sie ihn doch lieber heute als morgen liebend gern los wären. 

Der eine ist der Bruder vom anderen.

Den einen mußten wir vor kurzem begraben. Er fehlt so sehr.

Den anderen haben wir nun zu uns genommen.



Seit heute gehört er uns.



Sein neuer Name ist "Möhrchen" von "der Mohr", abgeleitet aus dem lat. "Maurus" gleich schwarz, dunkel
Dieser unverkennbare Blick ist Beiden gemein. 


Am Freitag wird er mit viereinhalb Jahren endlich kastriert und medizinisch rundum versorgt werden. 

Nie hätte ich gedacht, daß wir erneut auf so kuriose Weise zu einem Kater kommen würden. Nie werde ich begreifen, wie man so mit Tieren umgehen kann.

Er wird es sehr gut haben bei uns. Den einen haben wir über alles geliebt - den anderen werden wir ganz genau so in unsere Herzen schließen. Das ist sicher. Vielleicht mußte alles so kommen, wie es gekommen ist...

22 Oktober 2016

Mützenwetter

Woran man merkt, daß der Herbst nun auch bei uns angekommen ist: man kann die letzten Mücken mit der bloßen Hand fangen. Die Mützen sind schon vor einigen Jahren entstanden. Ich habe sie nur nie gezeigt. Die eine war schnell verschollen, die andere gibt es noch. 



Eine weitere Mütze war ewig lange auf den Nadeln. Vor kurzem erst wurde sie beendet. Die zeige ich dann mal, wenn ich es geschafft habe, ein Tragebild zu machen. Alle Mützen sind doppelt gestrickt und von beiden Seiten tragbar.

Es wird frisch. Ich gehe mir mal ein Süppchen kochen. Habt alle ein feines Wochenende.

21 Oktober 2016

Tobi

Es war im Sommer diesen Jahres, als wir einen unserer wunderschönen Schlauchboot-Ostsee-Tage auf dem Meer verbrachten. Der struwellige Hund war auch da. Irgendein Mischmasch, wie uns später sein Frauchen verriet. Seit Jahren hegen wir den Wunsch nach einem Hund - mal mehr, mal weniger. Eine ganz genaue Vorstellung gab es nie: von groß bis klein war alles denkbar. Aber im Hinblick auf Kater Mautz sollte es schon ein Welpe sein, damit sie sich besser aneinander gewöhnen konnten. So weit ist es dann ja leider nicht mehr gekommen. 

Jede sich uns bietende Gelegenheit haben wir in den letzten Jahren genutzt, um uns über die unterschiedlichsten Hunderassen zu informieren. Wir haben uns mit Hundehaltern unterhalten, uns in Internetforen herumgetrieben und alle möglichen Bücher zum Thema gewälzt ... und tatsächlich gibt es eine Hunderasse, die es uns in erster Linie seines Wesens wegen angetan hat. Er gilt mitunter als sehr eigensinnig, was ich durchaus sympathisch finde. Ein Hund, der nicht darauf aus ist, gefallen zu wollen, seinen eigenen Kopf hat. Einer, dessen man sich als Hundehalter würdig erweisen und dessen Gunst man gewinnen muß. Wir finden, daß er hervorragend gut in unsere Familie passen würde. Wie die Faust aufs Auge quasi - denn hier tut auch noch lange nicht jeder das, was er sollte ;-). Aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr. Denn eigentlich wollte ich ja eine ganz andere Geschichte erzählen. Die von Tobi nämlich.


"Tobi"
18x24 
Öl auf Leinwandkarton 
 
Tobi ist neuneinhalb Jahre alt. Sechs davon hat er in einem Zwinger verbracht. Er stammt aus der ausländischen Tierrettung. In einem deutschen Tierheim hat ihn sein heutiges Frauchen kennen gelernt. Sie hat ihn ab und an dort abgeholt und ist mit ihm Gassi gegangen. Irgendwann war klar, daß es zwischen ihnen Liebe war, und sie nahm ihn dann endgültig zu sich. An diesem Nachmittag habe ich Tobi ganz genau beobachtet. Wie er entspannt am Steg herumschlenderte, sein Frauchen aber nie wirklich aus den Augen lassend. 

Irgendwann fragte das Frauchen Sohn1, ob sie eine kleine Runde mit ihm im Schlauchboot fahren dürfte. Der Sohn gab den Kapitän, und sie fuhren eine kleine Runde. Was dann passierte, hat mich sehr bewegt: Tobi war außer sich. Völlig panisch lief er am Steg hin- und her, während das Schlauchboot sich entfernte. Es hat nicht viel gefehlt, und er wäre gewiß ins Wasser gesprungen. Der Sohn drehte wieder ab und lenkte das Boot an den Steg. Als er sein Frauchen wieder hatte, war Tobi außer sich. Einerseits war ihm die Erleichterung anzumerken, andererseits hat er sie mit seiner Schnauze traktiert und sie immer wieder angeknurrt. Irgendwann, als er wieder bei Sinnen war, haben wir ihn ganz doll geknuddelt. Was für ein feiner Kerl, der Tobi. 

Auch wenn das Thema Hund aus gesundheitlichen Gründen erst mal in weite Ferne gerückt ist, schaue ich seither online hier in den umliegenden Tierheimen nach. Vielleicht zieht hier irgendwann mal ein Hund ein. Vielleicht eine Katze. Vielleicht auch nichts von alledem. Alles ist möglich. Wir lassen uns überraschen.

20 Oktober 2016

Mit Geduld und Spucke

Mit Geduld und Spucke wurde nichts daraus: die Hortensien, die eine Freundin vor acht Jahren entsorgen wollte, weil sie nur vor sich hinkümmerten, nahm ich bereitwillig mit und transportierte sie im Wagen hoffnungsfroh durch mehrere Bundesländer in den Norden. Mal befanden sie sich dann in der unmittelbaren Gartenerde, mal hoffte ich sie besser versorgen zu können in großen Töpfen. Sie bekamen Wasser, Dünger, beste Erde... nichts geschah. Die Pflanzen kümmerten nach wie vor vor sich hin. Ich las alles mögliche zu Hortensien und begriff einfach nicht, warum diese sich so schwer taten, zu wachsen und zu gedeihen. Es blieb dabei. Dennoch brachte ich es einfach nicht übers Herz sie zu entsorgen.


Im Frühjahr diesen Jahres griff ich im Vorrübergehen nach einem Sack Hortensiendünger im Baumarkt, verteilte das bei den diversen Hortensien in unserem Garten... und dann sah ich nur noch verwundert zu, wie die ganze Pracht förmlich explodierte. 


Nach ziemlich genau acht Jahren blüht sie nun zwischen ihrem kraftstrotzend grünem Laub. Ist sie nicht schön?! Ich bin so begeistert.