31 Dezember 2015

Zum Jahreswechsel

 

Eine Kritzelei vom heutigen Tage.

"Fege den Staub des letzten Jahres fort,
und mit ihm alle unguten Gefühle."

Das habe ich getan. Und nun bin ich bereit, mit offenen Armen das Jahr 2016 zu begrüßen.

Bei euch allen, die ihr hier regelmäßig vorbei schaut und kommentiert, möchte ich mich bedanken. In vielen Dingen seid ihr mir eine Inspiration und manchmal auch mehr als das gewesen.

Die kleinen Herren freuen sich wie verrückt auf Mitternacht. Die Pyromanengilde ist altersentsprechend bestmöglich ausgestattet.

Ich wünsche euch das Beste vom Besten in 2016.

Wir lesen uns! 

25 Dezember 2015

Ganz geheim

 

Wenn auch gesundheitlich auf Halbmast, habe ich mich dieses Jahr ganz besonders auf die Bescherung gefreut. Nicht wegen zu empfangender Geschenke, sondern in erster Linie wegen dem, was wir meinem Mann zu schenken gedachten. Die kleinen Herren und ich, wir haben uns deswegen viele Gedanken gemacht. Und irgendwann wußten wir, was wir dem Herren des Hauses schenken wollten: Inspiration. Mein Mann ist beruflich stark eingebunden und es bleibt ihm leider nicht viel Zeit, die er reichlich anderen Dingen noch neben der Familie widmen könnte. Eine Sache aus seinem vorigen Leben wußte ich: im Gegensatz zu mir, die ich einige Jahre im Schulorchester spielte, hatte er es in seiner Jungend richtig weit gebracht mit seinem Geigenspiel. Jedoch habe ich ihn nie in unserer gemeinsamen Zeit auf seinem Instrument spielen hören. Wenn ich ihn versuchte zum Spielen zu animieren, bekam ich zu hören, daß die Geige leider nicht 100%'ig in Ordnung sei. Es hätten einpaar Kleinigkeit gemacht werden müssen, aber stets mangelte es an der Zeit, um sich darum zu kümmern.

Und..., ahnt ihr es bereits? Ich schnappte mir das edle, alte Stück und suchte mit klopfendem Herzen einen Geigenbaumeister auf. 

 

Kaum vorstellbar, daß aus solch einem Holzstück irgendwann ein edles Musikinstrument entstehen soll.

 

 

An diesem Geigenhals mit der Schnecke wird bis zu sechs Monaten gearbeitet. 

 

Hier lagern bereits vorbeschnitzte, besondere Holzplatten, aus denen dann Böden und Decken für neue Geigen entstehen sollen. Das sind mitunter so besondere Hölzer, die man heutzutage nicht mehr ohne weiteres bekommt.

 

Ich muß gestehen, daß ich noch viel länger in diesen heiligen Hallen hätte verweilen wollen, als ich es ohnehin getan habe. Es war so interessant den Ausführungen des Geigenbaumeisters in zweiter Generation zu lauschen, der seine Fertigkeiten in Frankreich erlangt und weiter ausgebaut hatte. Bei der Gelegenheit erfuhr ich auch eine ganze Menge über die beinahe 200 Jahre alte Geige meines Mannes. Beeindruckend war das.

 

Wohin ich auch blickte, gab es neuen Stoff für zig Geschichten. 

 


 

 

 

Bögen - nicht irgendwelche. Das sind Kostbarkeiten.

 

Roßhaar. Hatte ich früher auch auf dem Kopf  ;-).

 

Der Albtraum eines jeden Musikinstrumentenbesitzers: Instrument kaputt! In diesem Fall hat sich jemand auf die Geige gesetzt. Aua aua! Zum Glück gibt es den Geigen-Doktor.

 

Stimmt etwas nicht mit Innenleben/Akustik, dann gibt es eine Ultraschalluntersuchung... und der Geigen-Doc weiß genau, was zu tun ist.

Wenn man seine Geige seit dreißig Jahren nicht mehr angerührt hat, ist in der regel nicht mehr viel vom einstigen Können übrig geblieben. Unser Geschenk der wieder vollkommen fünktionierenden Geige barg ein großes Risiko. Neben möglicher Freude rechnete ich ebenso mit herabweisenden Mundwinkeln meines Mannes. Zum Glück kam es anders... und ich hörte ihn erstmals spielen. Hach... 

Ich weiß nicht, wer oder was mehr gestrahlt hat - die Augen meines Mannes, die der kleinen Herren, unser kleines Bäumchen, oder mein aufgeregtes Herz von ganz innen heraus. Selten habe ich mich so sehr gefreut. 

21 Dezember 2015

In diesem Jahr

  
In diesem Jahr bin ich sehr weihnachtlich gestimmt. Das kleine Kind glaubt immer noch felsenfest an den Weihnachtsmann und schreibt ihm vorsichtshalber noch einen Brief, damit dieser auch gut durch unseren Schornstein kommt. Den Brief legt er mit einem selbst gebackenen Keks auf die Fensterbank im Kinderzimmer.

 


Dieses Jahr feiern wir erstmals mit einem 1-Meter-10 Bäumchen, das noch seine Wurzeln hat und in einem Topf steckt. Der Gedanke daran, daß unser Weihnachtsbaum mit uns alt werden darf, hat uns alle sofort überzeugt. Ich hoffe, wir bekommen es hin, ihn so gut zu pflegen, daß wir dieses hehre Vorhaben auch schaffen umzusetzen. 

Dieses Jahr war ein schweres Jahr für meine Familie und mich - nein, nicht alles steht in einem Blog. Zum Glück! 

Dieses Jahr denke ich seit langem wieder an meine liebste Weihnachtsgeschichte aus der Kindheit: "Das Geschenk der Weisen", von O. Henry. Ich liebe es! Wer es nicht kennt, sollte es unbedingt lesen. 

In diesem Jahr habe ich mitgeweint und gelitten mit einigen von euch, denen Schlimmes widerfahren ist. Ich habe für euch gebetet und euch an mein Herz gedrückt. Möge euer Kummer und Schmerz mit der Zeit erträglicher werden. 

In diesem Jahr bin ich so voller Stolz und Bewunderung für die kleinen Herren, die ganz selbstverständlich einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit geopfert haben, um vor Ort bei der Flüchtlingshilfe Brücken statt Mauern zu bauen. 

Dieses Jahr bin ich so sehr gespannt, was mein Mann zu seinem gewiß unerwarteten Geschenk sagen wird - die Kinder und ich, wir haben uns viele Gedanken dazu gemacht. 

Dieses Jahr bin ich voller Dankbarkeit und Liebe für alles, was wir geben und haben dürfen.

Dieses Jahr bin ich etwas früh dran mit meinen Wünschen für euch, ich weiß. Aber aus der Erkältung ist schnell eine Bronchitis geworden.  So lange ich noch halbwegs beieinander bin, wünsche ich allen meinen Lesern frohe Weihnachten - und vorsichtshalber auch schon einen guten Rutsch in ein gutes Jahr 2016.

17 Dezember 2015

In der Weihnachtsbäckerei

 

Bis auf meine Wenigkeit lieben die Herren dieses Hauses Kekse. Also war es unausweichlich ihrem Wunsch nach Weihnachtsplätzchen nachzukommen. Da  diese aber selten ein, zwei Tage überdauern, wurde direkt ein Großprojekt daraus.

 

Diese Bilder stammen noch vom recht gesitteten Anfang der Weihnachtsbäckerei.

 

Schmandkekse, die mag ich auch noch.  Schmandkringel sind weniger geeignet für Kinderhände, also haben wir Stilbruch begangen. Dem Geschmack dürfte es nicht geschadet haben.

 

Der Hagelzucker... anfänglich noch im Schälchen :)), später überall. Mit umherfliegendem Hagelzucker wurde erst das kleine, später auch das größere Kind immer alberner. Als ich sie bitte, mit dem nervigen Quatsch aufzuhören, antwortet das kleine Kind: "Mami, so sind Jungs in unserem Alter." Hä?? "Können wir uns biite darauf einigen, daß ihr erst ab übermorgen wieder so werdet, wie Jungs in eurem Alter angeblich sein sollen??" Wir konnten. Danke!


Das erste Blech mit den Schmandkeksen. Im Anschluß an weitere Bleche davon gab es dann noch Makronen - besonders schön klebrig. Insgesamt vier!!! kg Teigmasse haben wir heute verarbeitet. Nach Stunden der Begeisterung meiner Kinder, trifft heute folgender Spruch auf uns zu: "Bei uns kann man vom Fußboden essen - man findet garantiert etwas!" 

Hätt ich das mal  eher gelesen. Zu spät! Ich fühle mich, als hätte ich tagelang im Steinbruch geschuftet. Und wer meint, das alles überstanden wäre, der irrt. Morgen gibt es noch Nußplätzchen zu backen. Ein Kilo ist noch drin... Bis Weihnachten 2016 will ich auch bitte bitte nichts mehr von Plätzchen hören oder sehen. Danke!

14 Dezember 2015

Ich glaub, ich steh im Wald

"Mami, du hast schon vorgestern versprochen, daß wir basteln. Schaffen wir das heute?" Könnte ich rot werden, würde mir die Schamesröte im Gesicht stehen. Ich halte kurz inne, lasse alles stehen und liegen und widme mich meinem geduldigen Kind zu. Immerhin habe ich es zwischen vielem anderen geschafft, die gewünschten Silberbögen zu besorgen. Immerhin. "Komm, wir legen einfach los!" 

Bei uns zu Hause gibt es nur sehr wenig Deko. Nicht nur in der Adventszeit brennen überall in unserem Haus und Garten (dort brennen Teelichter in Laternen, die in den Bäumen hängen) viele viele Kerzen. Dazu gibt es dann fast ausschließlich die selbst gestalteten Dinge unserer Kinder, die noch zusätzlich unsere Räume schmücken. So mögen wir das. 

Der jüngste Sproß der Familie wünschte sich gefaltete Tannenbäume, mit denen er dann eine Waldlandschaft mit Lichtern auf dem Regal zaubern möchte. Wir haben losgelegt, und ich habe versucht so gut es ging, die einzelnen Schritte für euch festzuhalten. Wir hoffen, ihr könnt etwas damit anfangen.