27 November 2015

Ganz unten

 

Dieses Buch las ich zuletzt als Teenager. Es gab einen Einblick in das Leben der Ausländer in der Bundesrepublik. Damals habe ich geweint vor Erleichterung, weil jemand so viel Mumm in den Knochen hatte über die Ungerechtigkeiten zu schreiben, die die erste und zweite Generation von Ausländern durchzustehen hatten. Heute sehe ich Parallelen zur Flüchtlingssituation und bin erneut sehr aufgewühlt. Nur kann ich heute selbst aktiv werden und etwas tun. Ein guter Motor dafür sind meine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse von einst. 

Günter Wallraffs Erfahrungsbericht als "Türke Ali"  über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern wurde zu einem weltweiten Erfolg mit inzwischen über vier Millionen Exemplaren in deutschsprachiger Auflage und Übersetzungen in mehr als 30 Ländern.

"Ich weiß inzwischen immer noch nicht, wie ein Ausländer die täglichen Demütigungen, die Feindseligkeiten und den Haß verarbeitet. Aber ich weiß jetzt, was er zu ertragen hat und wie weit die Menschenverachtung in diesem Land gehen kann. Ein Stück Apartheid findet mitten unter uns statt - in unserer Demokratie. Die Erlebnisse haben alle meine Erwartungen übertroffen. In negativer Hinsicht. Ich habe mitten in der Bundesrepublik Zustände erlebt, wie sie eigentlich sonst nur in den Geschichtsbüchern über das 19. Jahrhundert beschrieben werden."

Ein Interview dazu hier

Danke, Günter Wallraff! 

25 November 2015

Alone at home

Sohn1 ist heute recht widerwillig, so wie auch der Rest seiner Klasse, zu Kennenlerntagen aufgebrochen. Die Kinder seiner neuen Klasse sind laut Aussage der Lehrer auf sehr unterschiedlichem Niveau. Die Altersspanne liegt von gerade zehn bis  zwölf Jahren. Es gibt sehr viele Aggressionen, haarsträubende Beleidigungen sind an der Tagesordnung, und irgendwie will sich da so recht nichts zusammen finden. Wenn ich nicht wüßte, daß der Sohn so stark und in sich gefestigt ist, ich hätte manch eine schlaflose Nacht gehabt. Manchmal denke ich, daß Lehrer Schmerzensgeld bekommen und kein Gehalt.  Aber ich bin zuversichtlich: der Klassenlehrer ist ein alter Hase. Der hat schon so manchen Kahn sicher ans Ufer manövriert. Gestern noch hoffte der Sohn auf ein Einzelzimmer. Ich versuchte ihm klarzumachen, daß sie nicht in Hotel Vierjahreszeiten einkehren würden. Er wird das schon machen. Und so manche Unternehmung, zu der man so garkeine Lust hatte, entpuppte sich im Nachhinein als großartig. Weiß man doch.

Das kleine Kind und ich sind nun alleine zu Hause. Trotz der angeblichen sechs Grad draußen, kommt es mir so viel Kälter vor. Wir haben es uns gemütlich gemacht zusammen, und ich lausche den Erzählungen des Sohnes in meinen Armen. Heute Abend, ein Ritual seit der ersten Klassenfahrt von Sohn1, wollen wir punkt 21.00 Uhr an den Bruder denken. "Mama", sagte Sohn1 damals. "Ich habe genau gespürt, daß ihr an mich gedacht habt und mich so glücklich gefühlt. Habt ihr auch gespürt, daß ich an euch gedacht habe? Das funktioniert wirklich." 

Sohn2 und ich haben eine gedankliche Liste zusammen gestellt von Dingen, die wir morgen machen wollen. Nach den Hausaufgaben wollen wir in die Stadt fahren. U.a. auch zu unserem türkischen Gemüsehändler, wo es all die köstlichen Dinge gibt, die wir nirgends sonst herbekommen. Dann wollen wir einwenig durch die Stadt schlendern, eine Buchhandlung besuchen, und zum Abschluß zusammen lecker essen gehen. Vielleicht finden wir bei der Gelegenheit auch einpaar Kinderhandschuhe, die tatsächlich durch gute Verarbeitung Feuchtigkeit und Kälte trotzen können. 

22 November 2015

Simit

Meine ersten Kindheitsjahre sind geprägt durch viele viele Dinge, die unauslöschlich in meinem Gehirn verankert sind. Dazu zählen neben vielen anderen Dingen die köstlichen Mahlzeiten, die ich innerhalb einer Großfamilie eingenommen habe. Aber auch außerhalb der Großfamilie gab es Dinge, die ich als Kind nicht mehr missen wollte. Im Sommer liebte ich das unvergleichlich schmeckende türkische Eis. Kein Eis der Welt, kann für mich auch heute noch da mithalten. Meine Landsleute werden genau wissen, welchen Geschmack ich dabei im Hinterkopf und im Gaumen habe. Im Herbst/Winter, wenn die Maronenzeit anbrach, standen überall in der Stadt die Maronenverkäufer und priesen ihre dampfende, so wohlriechende Ware an. Jedes Mal, wenn ich mit meinen Eltern in der Stadt unterwegs war, gab es ein Tütchen von dieser Glückseligkeit. Noch heute liebe ich Maronen. Wenn die Zeit dafür gekommen war, gab es von den Straßenhändlern Mais - mal gekocht, mal gegrillt. Beide Varianten liebte ich. Heute dürfen die gegrillten Maiskolben im Sommer bei uns nicht fehlen. Simit, Sesamkringel, gab es das ganze Jahr über. Die Simitverkäufer brüllten alle paar Minuten "Simit, simit... taze simiiiiit...". Warm genossen waren Simit so unfaßbar lecker. Aber auch kalt waren sie noch sehr schmackhaft. Mit diesen Dingen wurde ich neben vielem anderen im Alltag verwöhnt. Plötzlich in Deutschland gab es diese Straßenhändler nicht mehr. Sie fehlten mir sehr. Mit den Jahren traten andere Dinge an ihre Stelle...

Das jüngste Kind war sehr krank, so wie auch der Kater. Mein Mann muß dieses Wochenende Notdienst bei seiner pflegebedürftigen Mutter verrichten. Gestern Abend kroch das kleine Kind wie sein Bruder unter meine Decke. Wir sprachen über dies und das, und daß wir den Papa vermissen. Vom Hölzchen kamen wir aufs Stöckchen. Und die Idee, am heutigen Tag Simit zu machen, stand schnell fest. 

 

Wer jetzt genaue Mengenangaben erwartet, der wird enttäuscht sein. Bei mir geht das alles nach Gefühl. Aber in etwa kann ich euch ein annäherndes Rezept geben. Wir haben ca. 500g Mehl in eine Schüssel getan. Haben dann ein frisches Päckchen Hefe in lauwarmem Wasser aufgelöst.

 

Anschließend hat das kleine Kind eine Mulde in das Mehl gemacht

 

und die aufgelöste Hefe in die Mulde gegeben.

 

"Mami, darf ich jetzt alles umrühren und dann kneten?"
"Ja, das darfst du!"

Ach, diese Begeisterung von Kindern zu spüren, das macht mich so irrsinnig glücklich. Das kleine Kind hat gerührt. Erst zaghaft, dann mehr zupackend.

 

Wie gut, wenn mal ein anderer macht und tut, so hat man denn auch mal eine Hand frei, um in Ruhe die Fotos zu machen.

 

Ein Teelöffel voll Salz und eine kleine Tasse mit Sonneblumenöl wanderte in den Teig.

 

Wenn man dann fleißig weiter knetet, gibt es eine wohlgeformte Kugel.

 

Diesen deckt man mit einem sauberen Küchentuch zu und läßt die Hefe ihre Arbeit machen. 

 

Um diese Phase zu beschleunigen, packen wir das Gefäß samt Tuch bei 90°C in den Backofen. Klappt wunderbar.

 

Wie prima der Teig aufgegangen ist, das kann man hier ganz gut sehen.
 
 

Diese sechs Teigkugeln kann man getrost mit Kindern noch einmal teilen. Sonst werden die Simit für Kinderhände zu wuchtig.

 

Ein langes Würstchen rollen.

 

In unserem Fall sind die Würstchen recht dick ausgefallen.


Die Enden nun zusammen legen und das Ganze in sich verdrehen. An den Endstücken zusammenfügen und dort noch etwas hin- und herrollen, damit es da nicht auseinander geht.

 

Etwas filigraner darf das gerne ausfallen.
 
 

Drei Eßlöffel vom Zuckerrübensirup in einer breiten Schale mit lauwarmem Wasser durch Rühren auflösen.

 

Eine flache Schale voll Sesam bereit stellen. Nun tunkt man die Kringel erst in den Zuckerrübensaft und dann wendet man es von beiden Seiten im Sesam.

 

Noch ungebacken. In den vorgeheizten Backofen bei 220°C ca. 20 Minuten backen. Kann auch etwas mehr sein - im Zweifelsfalle richtet man sich nach einer goldgelben Bräune. Als die Simit obendrauf goldgelb waren, habe ich sie einfach nochmal umgedreht.

 

Einen Schönheitspreis bekommen unsere Simit nicht, aber sie waren köstlich. Für mich wäre das Ganze nur noch durch die lautstarken Ausrufe eines Simitverkäufers zu toppen gewesen... Kindheitserinnerungen eben.

Habt ihr auch Dinge, die unmittelbar mit eurer Kindheit verknüpft sind? Ich wette, da gibt es Sachen. Erzählt doch mal!

Habt alle einen feinen Sonntag! Die kleinen Herren haben die letzten drei Stunden draußen im Schneegestöber verbracht. Glückliche Rotbäcken :). 
 

21 November 2015

20 November 2015

Massenproduktion

Ich habe viel genäht nach diesem Schnitt und dabei jeden denkbaren Fehler gemacht, der möglich war. Auf beglückende Weise habe ich festgestellt, alle meine Jersey-Stoffe verbraucht zu haben. So soll es sein.

 

Allesamt Kompromißkäufe. Bei keinem dieser Stoffe hat mein Herz wirklich höher geschlagen. 

 

Beim nächsten "Stoffmarkt-Holland" habe ich mir vorgenommen, nur noch Stoffe zu kaufen, bei denen es Liebe auf den ersten Blick ist. Auch auf die Gefahr hin, mit garnichts bis nur wenig Stoffen nach Hause zu gehen. Dann ist es eben so.

 

 

Auffällig viele Blaugrün-Töne. Hm hm mh... Woran erinnert mich das nur?...

 

 

Last but not least dann noch einpaar Rottöne.

 

 

Ich muß sagen, daß mir die Näherei eine willkommene Ablenkung in einer sehr stressvollen Woche war. Der Schnitt ist sehr einfach, sitzt gut und ist für mein Können ideal. Mit jedem Fehler, den ich gemacht habe, habe ich wieder etwas mehr Sicherheit erlangt. Einige Schönheitsfehler habe ich erneut bei der Ausschnitteinfassung eingebaut. 

 

Meine Werke hier noch mal im Überblick. Alles in allem habe ich mir nun fünf Shirts genäht. Das reicht erst mal. Zwischendurch habe ich mich noch näher mit der alten Trittnähmaschine versucht vertraut zu machen. Eine nicht sehr umfangreiche Gebrauchsanleitung hat mich mit vielen Fragen allein gelassen. Aber so schnell werfe ich die Flinte nicht ins Korn. Ich habe probiert und probiert, geflucht und probiert, eine Nadel durchgebrochen und probiert, bei dem Versuch mit dem Teil zu sticken bin ich schier wahnsinnig geworden. Ich würde mal sagen, war alles im Grünen Bereich soweit ;-). Ich bleibe dran.

Wo kauft ihr eure liebsten Stoffe? Verratet ihr mir das?

Habt ein schönes Wochenende!

18 November 2015

Teures Stöffchen

 

Meine Stoffe kaufe ich in den letzten Jahren nahezu immer auf dem "Stoffmarkt Holland". Hier gibt es eine große Auswahl an bezahlbaren Stoffen und allem, was mit Nähen zu tun hat. Diesen Stoff entdeckte ich im Vorbeigehen an einem Stand und blieb abrubt stehen. Der rothalsbandige Tiger erinnerte mich sofort an Herrn Mautz und ohne zu wissen, was aus diesem Stoff mal werden sollte, nahm ich eine geringe Menge davon mit.

 

Irgendwas würde mir schon einfallen, dachte ich.

 

Es sollten noch Monate vergehen...

Inzwischen ist meine Familie vom Longboard-Fieber erfaßt. Sohn1 hatte sich eines zu seinem Geburtstag gewünscht. Nun wünscht sich Sohn2 ebenfalls eines. Nicht genug damit, hat sich meine bessere Hälfte an seine lange zurückliegenden Snowboard-Zeiten erinnert gefühlt und möchte nun auch eines. Ich sage nur: Wenn dem Esel zu wohl ist, dann geht er aufs Glatteis.  Ich weigere mich standhaft. Nach meinem Rodelunfall hat es zwei ganze Jahre gedauert, eh ich wieder einigermaßen gehen konnte. Diese schwere Zeit möchte ich bitte nicht so schnell wieder erleben. Ich bin raus aus der Nummer.

 

So entstanden kurzerhand zwei Schulterwendetaschen, die sich die kleinen Herren gut um den Hals hängen können, um Dinge, die sie meist mithaben, auch während des Fahrens mit dem Longboard wenig störend verstauen zu können. Das Innenfutter besteht aus Leinen in ganz ähnlicher Farbe.

 

Schlichte Beutel, die voller Begeisterung schon ausgeführt wurden. 

17 November 2015

Im stillen Kämmerlein

 

So, zwei T-Shirts, die mich stark an Schlafanzugsoberteile erinnern, sind hier entstanden. Ich nähere mich langsam aber stetig dem Näherinnen-Olymp ;-). 

 

Hier habe ich mal ganz wagemutig die Einfassung deutlich breiter genäht, als ursprünglich vorgesehen war.

 

Genauso habe ich es auch an den Ärmelbündchen gehandhabt.

 

An diesem T-Shirt habe ich die Einfassungen schmaler gehalten.

 

Das Nähen hat Spaß gemacht, wenngleich ich nach wie vor finde, daß es sich in finanzieller Hinsicht überhaupt nicht lohnt. Sicherlich kann man individuelle Stücke zaubern  - vielleicht nicht gerade bei T-Shirts. Aber ich muß zugeben, daß ich mich bei der Stoffauswahl schwer tue, weil ich so gut wie nie den Stoff meiner Träume finde, sondern eher das kleinere Übel aus dem Sortiment auswähle. 

 

Ach... und der, der durfte natürlich auf keinen Fall fehlen ;-).

15 November 2015

Im Zeichen des Katers


 


Positives gegen Negatives. Ablenkung von üblen Gedanken.

13 November 2015

Versuch mit Ergebnis

Ab und an mal habe ich in meinem Leben Kleidung für mich genäht. Meist waren das sehr einfache Schnitte, die auch ein Anfänger gut bewältigen kann. Nachdem ich wochenlang um die Jerseystoffe geschlichen bin, habe ich gestern zur Schere gegriffen und beherzt zugeschnitten. Keine Ahnung, ob das Projekt gelingt. Aus Jersey habe ich noch nie Kleidung genäht. Sollte das Projekt von Erfolg gekrönt sein, werde ich das erste Mal T-Shirts für meine Kinder nähen.

Das kleine Kind hat gestern höchst vergnügt die Nadeln mit spitzen Fingern vom Stoff wieder in das Nadelkissen zurück gesteckt. Munter plappernd hat er mich wissen lassen, wie gespannt er auf das Ergebnis ist. Äh... ich auch, ich auch.  

 

Nachdem ich nun solch ein Oberteil selbst genäht habe, weiß ich ein Gekauftes viel mehr zu schätzen. Trotzdem ich mich um größte Sorgfalt bemüht habe, indem ich genau zugeschnitten, abgesteckt und zusammen genäht habe, ist mein Ergebnis doch eher dürftig ausgefallen. Beim Nähen des Kragens haben sich die Stofflagen mal mehr mal weniger verschoben, was zu einem unschönen Endergebnis geführt hat. Beim nächsten Mal werde ich den Stoffstreifen für den Halsausschnitt deutlich breiter zuschneiden - habe ich mir mal so vorgenommen. 

Das kleine Kind, welches Ohren- und Augenzeuge meiner Flüche wurde, versuchte zu trösten. "Du Mami, weißt du, ich finde, das hast du gut hinbekommen. Und der Kragen... der ist nun mal eine wirklich heikle Angelegenheit." Erstaunt habe ich mich umgeblickt: 

"Na sag mal, woher weißt denn du, daß ein Kragen schwer zu nähen ist??" 

"Das habe ich bei Guido Maria Kretschmer gesehen. Da mußte einer sogar gehen, weil er seinen Kragen garnicht erst nähen konnte." 

Noch Fragen ;-).

Meine Kinder haben sehr ungewöhnliche Vorlieben für TV-Sendungen. Während Sohn1 sich bestimmt ein halbes Jahr lang am Wochenende keine Kochsendung von Jamie Oliver entgehen ließ, nimmt nun das kleine Kind die Nähsendung von Guido Maria Kretschmer auf und schaut sie sich sehr interessiert an. Wenn ich da mal nicht in guten Händen bin ;-). Übrigens kommt so schnell keiner dahinter, welche Sendung ich mir als Kind nicht entgehen ließ: Das Wort zum Sonntag!

 

Schade, daß mir der Kragen nicht allzugut gelungen ist. Aber ich gebe nicht auf. Es gibt ja noch das ein oder andere Stöffchen hier, und ich würde gerne versuchen den kleinen Herren einige T-Shirts daraus zu nähen. 

11 November 2015

Neue alte Liebe

 


Dieses Teil begleitet mich schon fast mein ganzes Leben hindurch. Dem Hinweis meiner Mutter habe ich zu verdanken, daß ich es von einer Haushaltsauflösung für wenig Geld erwerben konnte. Noch minderjährig hatte ich zum ersten mal in meinem Leben durch Beziehungen die Sommerferien hindurch bei einer Firma arbeiten können. Offiziell war Kinderarbeit verboten. Manchmal machte ich sogar zwei Schichten hintereinander, was wahrlich kein Zuckerschlecken war. Das Geld, welches ich verdiente, durfte ich uneingeschränkt behalten und kam damit Jahre aus. Meine Ersterwerbung war sie:

 

Eine Trittnähmaschine, welche sich in einem kleinen Schrank versenken ließ. Ich war begeistert, funktionierte sie doch einwandfrei.

 

Etliche Zusatzteile befinden sich noch in dem Metallkästchen. Sogar Garn und Nadeln, Spulen etc. waren dabei. Das Garn allerdings zerfiel zu Staub, als ich es in die Hände nahm. Die Maschine müßte ca. aus den Jahren 1920-1940 stammen.

 

Jahrzehntelang stand sie bei meinen Eltern im Keller. Nie konnte ich mich von ihr trennen. Über Jahre vergaß ich sie sogar. Die letzten Jahre, wollte ich das Holz abschleifen und mit Öl pflegen - abgeschliffen habe ich es, zum Ölen kam  ich schlichtweg nicht. Immer war irgendwas. Nun habe ich sie aus ihrem Verlies befreit, gereinigt, geölt... und sie schnurrt wie ein Kätzchen. Ich liebe diese mechanische Maschine. Treten und los...

Gerade mache ich mich wieder etwas vertraut damit. Die kleinen Herren stehen schon in den Startlöchern.