30 Oktober 2015

Schlicht und einfach

Da ich euch versprochen hatte, nach meinem Feldzug gegen Staub und Flusen... hust, röchel..., einpaar meiner genähten Kleinigkeiten zu zeigen, möchte ich das nun gerne tun. Nach der Feinstaubproduktion der vergangenen Tage kann ich durchaus verstehen, daß viele Frauen sich nach einem eigenen Nähzimmer sehnen, wo man auch mal alles stehen und liegen lassen kann und nicht sofort das Chaos in einen aufgeräumten Zustand zurück versetzen muß.

 

Etliche kleine Wendetaschen habe ich genäht. Demnächst haben wieder viele kleine Mädchen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis Geburtstag. Diese kleinen Freihandstickereien mit der Nähmaschine liebe ich geradezu.

 

Genäht habe ich mit Leinen-, Baumwoll- und Feincordstoffen.

 

 

 

Für eine ganz besondere kleine Dame, die zur Geburt bereits hiermit bedacht wurde, entstand diese Tasche. Die kleine Applikation besteht aus dem Anfangsbuchstaben ihres Namens.

 

Die kräftigeren Rot- und Pinktöne sind für Digitalkameras nicht gut zu erfassen. Ziemlich verfälscht kommt das Ergebnis rüber.

 

Eine kleine Tasche für eine kleine süße Dame...

 

Nicht sehr einfallsreich, aber ich hatte gerade so Lust auf Herzchen.

 

Auch wenn noch einige Modelle mehr entstanden sind, will ich euch nicht langweilen. Das meiste ähnelt sich doch sehr. Meiner Schaffensfreude hat es dennoch keinen Abbruch getan.

 

 

Habt ein gutes Wochenende!  
 

29 Oktober 2015

Wieder da...

"Totgesagte leben länger", heißt es - Totgedachte anscheinend auch. Mein Laptop, der nach diesem mir so bekannten Abschieds-Pling durch nichts mehr wieder zu beleben war, ist bereits am nächsten Tag plötzlich und unerwartet wieder zu neuem Leben erwacht. Verstehen tue ich das nicht, nehme es aber dankbar als einen Warnschuß vor den Bug und sichere seit Tagen meine überfälligen Daten. Dieses Mal mache ich meine Hausaufgaben gründlich. Es wird auf zwei externen Festplatten gesichert. Mein Laptop liegt ganz offensichtlich in den letzten Zügen, und ein Neuer ist bereits auserkoren. Nicht mehr lange, und ich kann wieder entspannt in die Tasten tippen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu sichern, daher zeige ich euch erst in den nächsten Tagen, was ich an Kleinkram genäht habe. Unglaublich, wie hoch die Feinstaubbelastung beim Nähen ist. Die obere Etage versinkt im Staub. Eine ausgiebige Putzrunde muß auch noch sein. Bis bald!

25 Oktober 2015

Fortsetzung irgendwann

Ach ja, ach ja, alles schon mal da gewesen... Mein Laptop hat sich gestern mit einem mir beinahe schon vertrautem "Pling" verabschiedet. Alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Diese Zeilen gibt es vom Smartphone aus. Wann es weiter geht: ich weiß es nicht. Denn ohne ein Ersatzgerät wird es nicht gehen. Ausgerechnet jetzt,  wo es so schöne Sterngeschichten bei der Strohzugoldlisa gibt...

23 Oktober 2015

Keine Lust zu nix

 

Lange und voller Sehnsucht hat der Sohn auf seinen Longboard warten müssen. Dann endlich zum Geburtstag gab es einen. In seinem Alter machte auch ich die Gegend mit einem Skateboard unsicher. Einmal nahm ich sogar während der vollen Fahrt ein Parkverbot-Schild mit und mußte mit einer Gehirnerschütterung pausieren. Was Knochenbrüche angeht, langte ich nicht oft, wenn aber, dann heftig zu. Ich hoffe, das bleibt ihm erspart. Auf dem Bild ist er noch ohne Helm zu sehen. Aber Helm ist Pflicht, und da führt auch kein Weg dran vorbei.

 

Sobald einpaar freie Tage sind, habe ich erst mal keine Lust zu nix. Erst nach und nach komme ich  in unserem Alltag ohne die üblichen Dauerverpflichtungen an. Und so allmählich entwickelt sich die Lust, Dinge zu tun, für die sonst wenig Zeit ist. Hier habe ich mal mit Buntstiften und Wasserfarbe herumprobiert... bis mir die Nähmaschine wieder in den Sinn kam. Denn damit kann man ja auch ganz wunderbar zeichnen.

 

Der Große hatte schon seit längerem nach einer Tasche verlangt, wo er noch einpaar Sachen mitnehmen kann, wenn er sich mit Freunden trifft. Es werden dann Filme gedreht etc., und für die notwenigen Utensilien wird dann eben eine Tasche benötigt.

Also habe ich etwas herumgeklöppelt und gemacht...

 

Heraus kam dann dies. Der Sohn hat sich gefreut. Die Tasche wird bereits genutzt. Und ich, ich freue mich auch.

21 Oktober 2015

Zum Geburtstag...

 

Ein Jugendlicher, den ich bereits als Baby auf dem Arm hatte, hat bald Geburtstag (Auweia, wie die Zeit vergeht...). Glücklicherweise gehört er zu der aussterbenden Spezies, die sich nicht ständig im Netz tummelt. Eine seiner Leidenschaften sind Holzarbeiten, wozu er gerne für längere Zeiten im Keller ihres Hauses abtaucht, um dort ungestört zu werkeln. Eine größere Aquarellkarte habe ich gemalt, und diese mit dem Motiv der Wimpelkette mittels Freihandsticken auf der Karte festgenäht.

 

Es gibt massenhaft Bücher zu Holzarbeiten. Die meisten fand ich zu schwierig in der Anleitung/Umsetzung. Und da ich weiß, daß in der Familie des jungen Mannes der Nachwuchs geradezu purzelt, stand meine Entscheidung schnell fest. 

 

Als ich sieben Monate alt war baute mein Vater für mich einen einfachen, kleinen Holztisch, auf dem kleineres Spielzeug für mich lag. Dieser Tisch ging durch viele Hände in unserer großen Familie. Sogar als Erwachsene freut mich dieses Bild so sehr.
  
Es ist doch immer wieder sehr beglückend, wenn man viel Herzblut in Dinge steckt, von denen man weiß, daß sie wirklich Verwendung finden werden. Während der eine Freude beim selbst machen haben dürfte, kommt die Freude all jener hinzu, mit dem selbst gemachtem zu spielen.

Was es in dem Buch gibt? Es gibt eine kurze und übersichtliche Vorstellung zu den verwendeten Materialien. Dann findet man die Bauanleitungen für ein Parkhaus, Segelboot, Angelspiel,  Puppenbett, Auto, Puppenwagen, Fädelmaus, Flugzeug, Kisten, Spielküche, Bollerwagen, kleine Holztiere, Puppenhaus, kleiner Marktstand, Feuerwehrauto und ein Kasperletheater. Über all diese Dinge freuen sich kleinere Kinder. Ich hoffe, daß der Große sich auch freuen kann.

18 Oktober 2015

Bunte Blätter

 

Das kleine Kind hat Hausaufgaben für das Fach HSU auf, was es sehr ernst nimmt: Laub von bestimmten Bäumen wird gesucht. Draußen ist Mistwetter - feucht, kalt, ungemütlich. Ehrensache, daß sich dafür die ganze Verwandschaft mit Mann und Maus... äh... Kater auf den Weg macht. Auch Herr Mautz nimmt die Sache sehr ernst, wie man seinem entschlossenen Gesichtsausdruck entnehmen kann. Er führt unsere kleine Gruppe an.

 

Immer wieder bleiben wir stehen, suchen, prüfen und tüten ein.

 

Jedes besonders hübsche Exemplar wird gemeinsam begutachtet und bestaunt. So viel Magie geht von der Natur aus - stets und immer wieder.

 

Wenn wir zu lange an einem Ort verweilen, dann bleibt der "Gruppenleiter" stehen und mahnt uns mit Geschrei. 

 

Mein Favorit unter den Jahreszeiten ist ohne Zweifel der Frühling. Dennoch liebe ich den Wechsel der Jahreszeiten, wenn die Natur sich immer wieder in neuestem Gewand präsentiert. Gibt es tatsächlich irgendjemanden, der sich dieser Schönheit ernsthaft entziehen kann?! Sogar der Herr Mautz gibt sich voller Wonne einer Runde Rollen im knisternden Herbstlaub hin. Und glaubt mir: der weiß, was gut ist!

 

Zwischen diversen Regenschauern läßt sich ab und an ganz spärlich auch das Sonnenlicht blicken.

 

Herbstsuchbild: Wer findet den Kater?

 

Das kleine Kind ist mit der Ausbeute für seinen HSU-Unterricht zufrieden. Sorgsam hat er jedes Teil begutachtet und eingetütet. 

 

Zuhause drehe ich eine kleine Runde durch den Garten. Herbstzeit ist Erntezeit. Wir haben drei Apfelbäumchen in unserem Garten. Und sie alle liefern köstliche Äpfel zu dieser Jahreszeit. Dieser Winzling ist an Geschmack nicht zu übertreffen.

 

Die Rispenhortensie hat unermüdlich geblüht. Nun verfärbt sie sich und tut damit ihr immer noch schönes Ende kund.

 

Seit Wochen liefert diese Schönheit ein Blütenmeer nach dem anderen. Bis in den November hinein wird das so weiter  gehen. Ich bin ehrlicherweise erstaunt, was sie für eine Ausdauer beweist. 

 

Während ich meine kleine Runde fortsetze, düst ein glücklicher Herr Mautz mit Vollgas durch das hohe Gras.

 

Die roten Beeren stammen von der "Damenhand", dem Geißblatt.

 

Die Astern gehören zu den letzten Blüten unseres Gartens.

 

Ich liebe die Eßkastanie vor unserem Fenster. Im Frühling erwarte ich voller Ungeduld das Sprießen ihrer ersten zarten, grünen Blätter. Im Sommer spendet sie wohltuenden Schatten, und im Herbst begleitet sie mich mit ihrem immer spärlicher und gelber werdendem Laub dabei, Abschied zu nehmen von einer weiteren Jahreszeit.

Meine "Bunte-Blätter-Sammlung" schicke ich zu Lotta. 

13 Oktober 2015

Reiskörner in Himbeersoße

Was Handarbeiten anbelangt, war ich in meiner Kindheit umgeben von äußerst kreativen Menschen. Während die Frauen meiner Großfamilie sich Wolle und Stoffen widmeten,  töpferten die Männer Krüge aus Lehm, bauten Möbel aus Holz, oder flochten Körbe etc. Auch wurden immer wieder gern mit Pflanzenfasern Stoffe oder Kleidung gefärbt. Früh lernte ich von meiner Mutter das Häkeln und Stricken - im Nähen war ich nie so versiert wie sie. In meinem Fall reicht es für die einfachsten Schnitte und den normalen Hausgebrauch der Nähmaschine. 

Babaanne Leyla sah ich als Dreijährige beim Sticken einer Tischdecke zu. Als mein Vater 2014 ein letztes mal zu uns kam, brachte er mir auf meinen Wunsch hin, diese Tischdecke von einst mit. Sie bedeutet mir viel, weil es sonst jenseits der Erinnerungen in meinem Herzen nichts Materielles von meiner lieben Großmutter gibt.


Die wichtigsten Grundlagen der Stickerei erlernte ich im Handarbeitsunterricht der Grundschule. Das war's dann auch! Mit Sticken hatte ich bislang nie etwas am Hut, bis irgendwann diese Tasche mit Applikationen und einpaar einfachsten "Stickereien" entstand. Zu den Leuten, die äußerst kunstvoll sticken können, werde ich wohl nicht gehören. Kreuzstich&Co. ist weniger was für mich. Dafür das hier umso mehr...

 

 




 

"Mami, die sehen aus wie Reiskörner in Himbeersoße", sagt das kleine Kind.

 

 

 

"W" wie "wild". Das hat mir gefallen! Ich denke, diese  Art der Stickerei ist genau meines. Gedankenverloren rumzusticheln, das war sehr meditativ und entspannend. Ich liebe es!

11 Oktober 2015

Zeit zu Zweit

Als mein Vater noch bei uns lebte, war es einfach, um sich als Paar einen kinderfreien Abend zu gönnen. Inzwischen sind die kleinen Herren nicht mehr ganz so klein, so daß wir uns wieder Zeit zu Zweit gönnen können. So waren wir zuletzt in diesem Kinofilm. Robert De Niro in einer so liebenswerten Rolle zu sehen, hat für einige Zeit von den belastenden Ereignissen des Weltgeschehens abgelenkt. Das braucht man ab und an.

08 Oktober 2015

Same same but different

Unsere Familiengeburtstage sind vorüber. Und als ausgesprochener Geburtstagsmuffel begrüße ich persönlich diesen Umstand sehr. Einen runden Geburtstag habe ich begangen und wurde immer wieder gefragt: "Willkommen im Club! Und... wie fühlt sich das an?" Kurz habe ich in mich gehorcht. Irgendwas anders? Nein, nicht wirklich. Obwohl... ich habe zu den üblichen Geburtstagsglückwünschen nun das erste Mal einen Gutschein zum Seh- und Hörtest vom Optiker meines Vertrauens bekommen. Willkommen im Club ;-)...

03 Oktober 2015

Traum

"Mama, ich habe von Dede geträumt", strahlt Sohn1 mich am Morgen an. Ich lasse mir alles haarklein erzählen, als handelte es sich um eine wahre Begebenheit und hänge an seinen Lippen dabei. Ich weiß darum, welche Stilblüten die Sehnsucht treibt.  "Weißt du, er war so stark wie früher. Er konnte gehen und sprechen. Er hat uns wieder geholfen, das Rollo zu reparieren - du weißt schon, das was immer so klemmt. Wir haben so sehr gelacht dabei. Dann haben wir alle zusammen einen langen Spaziergang gemacht. Das war alles so echt. Ich habe erst kapiert, daß es ein Traum war, als ich aufgewacht bin. Es ist komisch, aber das hat mich so glücklich gemacht."

Wir haben eben gerade miteinander telefoniert. Die monotone Stimme zu hören, macht mich so unendlich traurig und glücklich zugleich. Ich kann dann einfach nicht mehr aufhören zu weinen.

02 Oktober 2015

Der Ist-Zustand

Die ersten Wochen an der neuen Schule sind nun vorüber. Der Sohn erzäht mir täglich eins zu eins, wie der Schultag gewesen, wer von seinen Klassenkameraden über Tische und Bänke gegangen ist, welche Mädchen ständig quatschen und den Unterricht stören, welcher Lehrer wie reagiert und was gesagt hat. Spannend ist das.

Es wird viel Augenmerk darauf verwendet, um die Kinder zu einer Gruppe werden zu lassen. Alles, was die Gemeinschaft fördert und festigt, steht derzeit im Vordergrund.

In seiner zweiten Woche kam der Sohn nach Hause und sagte: "Mama, der Herr H. (sein Klassenlehrer) ist sooooo nett!" In der Woche darauf sagte der Sohn: "Mama, der Herr H. ist viel zu nett! Er muß immer wieder Kinder ermahnen. Die hören garnicht gut!" In der vierten Woche hieß es dann: "Mama, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr der Herr. H. heute gebrüllt hat. Das wurde aber auch Zeit!"  Ich mußte so lachen. Die Pflöcke werden gesetzt. Schon jetzt bin ich gespannt auf die zusammenfassenden Aussagen der nächsten Wochen.

Ich habe großen Respekt vor dem, was Lehrer leisen. Kein einfacher Job, diese wilde Meute auf Linie zu bringen und dann auch noch zu unterrichten.

01 Oktober 2015

Farbenfroh

 

Heute hat mich der Herbst geküßt! Der Sommer ist eindeutig vorbei, und nun denke ich gerne an die Sommerferien zurück, in denen ich alle Zeit der Welt mit meinem Mann und unseren Kindern verbrachte. Unser Wagen mußte da bereits in die Werkstatt, so daß wir eine Woche nur zu Hause waren. Nur zu Hause sein hat aber so gar nichts Schlimmes, wenn man genug Ideen hat, womit man all die herrliche Zeit füllen kann. 

Was ich besitze, das habe ich in der Regel für sehr viele Jahre. Ich bin kein Mensch, der schnell etwas erwirbt und bei gelangweiltem Nichtgefallen wieder entsorgt. Dieser Gartenschirm ist schon über 25 Jahre alt. An einigen Stellen hat er bereits etwas Rost angesetzt, und das Tuch ist sehr ausgeblichen. Aber das unschön Gewordene durch ein neues Modell ersetzen?... Nein, eher nicht! Da gab es in meinen Acrylfarbbeständen auch die eher dünnflüssigeren, qualitativ weniger wertigen Farbreste, die es mal aufzubrauchen galt. Und so fanden Schirm und Farben an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zusammen. Das kleine Kind war mit Feuereifer und großer Geduld bei diesem langwierigen Projekt der Auffrischung dabei.

 

Wir tupften und umkringelten stundenlang. Zwischendurch machte das kleine Kind eine Pause.

 

Beim Auftragen der blauen Farbe war es erneut mit von der Partie. Mit Unterbrechungen waren wir von morgens bis abends beschäftigt.

 

Am nächsten Tag war die Unterseite des Schirms dran: diesmal Freistil. Auch hierbei waren wir stundenlang beschäftigt. Diesmal blieb das Kind von Anfang bis Ende dabei. Das war wirklich lang.


Am Abend saßen wir dann unter dem noch feuchten Schirm und nahmen das Abendessen im Garten ein. "Mama, das war anstrengend, aber hat wirklich Spaß gemacht. Unser Schirm ist mir vorher nie so wirklich aufgefallen. Jetzt aber finde ich ihn wunderschön. Können wir ihn bitte noch lange behalten?"

Na klar können wir das! Ob er nochmal so lange wie bisher hält, das wage ich zu bezweifeln. Aber er wird bleiben, bis er nicht mehr zu gebrauchen ist, und mich an zwei unbeschwert schöne Tage im Sommer 2015 mit meinem kleinen Jungen erinnern.