30 September 2015

Im September

 

Im September haben wir eine Radtour gemacht. Das kleine Kind bekam ein gebrauchtes, aber sehr wertiges Fahrrad zum Geburtstag und konnte endlich entspannt in die Pedale treten. Im September hatten mein Vater und ich einen runden Geburtstag. Auch, wenn ich hier wenig über ihn schreibe, ist er für uns allgegenwärtig.

 

Unterwegs haben wir die Jungbullen auf der Weide bewundert.

 

Und haben gut gereifte, schmackhafte Brombeeren gepflückt und genossen. 

 

Weiter geht's auf den Drahteseln...

 

Als wir angehalten haben, um dieses Grüppchen anzusehen, haben die einen ganz schönen Alarm veranstaltet. Huihuihui, die können aber sehr laut werden.

 

Ganz so sicher war ich mir nicht: das sind doch Truthähne, oder?!

 

Immer wieder haben wir angehalten und die Zweige von Obstbäumen geschüttelt, an die wir noch heranreichen konnten. Dann wurde fleißig eingesammelt.

 

Es kam ganz gut was zusammen. Zu Hause haben wir daraus sechs Gläser Marmelade gekocht. So köstlich!

 

Ich liebe unsere Überlandfahrten. Man ist inmitten der erholsamen Natur, kann sich Tiere anschauen, Früchte genießen, sich in dieser wunderschönen Natur bewegen. In solchen Momenten bin ich froh, daß wir leben, wo wir leben.

27 September 2015

Dreieckstuch aus Seide

 

In den Sommerferien wurde mein Tuch fertig. Gestrickt wurde es mit Lace-Garn aus reiner Seide. Da sehr dünn, habe ich das Garn doppelt genommen und verstrickt habe ich es mit Nadelstärke drei.  


Jetzt, wo die Temperaturen so langsam aber sicher kühler werden, hat sich auch schnell jemand gefunden, der sich gerne morgens in das Tuch kuschelt. 

24 September 2015

WhatsApp - Mein high noon

Ihr erinnert euch: zuletzt streikte mal wieder der Bus. Es war nicht klar, wie das Kind wieder von der Schule zurück kommen würde - und unser Wagen stand noch in einer gottverlassenen Gegend. Inzwischen steht es wieder gebrauchsbereit vor dem Haus: ich bin so seelig. Diesen KFZ-Meister, den möchte ich auf Rosen betten, so ein fähiger, zuverlässiger und schneller Kerl ist das. 

Die ersten Wochen auf der neuen Schule liegen hinter uns. So nach und nach ergeben sich auch ohne die Klassenliste Kontakte. Zuletzt nahm eine Mutter, die ich persönlich noch garnicht kenne, unseren Sohn von der Schule mit und fuhr ihn bis vor die Haustür. So schnell wie sie wieder wegfuhr, kam ich garnicht aus dem Haus, um mich bei ihr zu bedanken. Ich bekam die Telefonnummer raus und bedankte mich auf diesem Wege bei ihr. Das wiederum veranlaßte sie, mich in eine bestehende WhatsApp-Gruppe von nun vier Frauen aufzunehmen. 

Nun gestaltet es sich so, daß morgens und nachmittags die Nachrichten nur so eintrudeln. Ich erschrecke jedesmal, wenn ich sehe: 14 neue Nachrichten. Huch! Aber, ich muß zugeben, daß es den sonst beinahe undurchdringlichen Informationsfluss deutlich klarer macht. Irgendwer gibt morgens Bescheid wegen Streik, eine andere hat auf der Homepage schon eroiert, welche Stunden ausfallen - zur Zeit fällt reichlich aus :(... Das wiederum hat zur Folge, daß die Kinder auf ganz andere Busse ausweichen müssen, dafür aber nicht an den sonstigen Bushaltestellen ankommen, sondern irgendwo, viel weiter weg, wo man sie einsammeln muß.

Am Nachmittag knubbeln sich die Nachrichten erneut. Und gestern bekam ich schon fast einen Lachanfall. Es ging um die Hausaufgaben: Man merkt, daß die Kinder noch nicht so richtig alles im Griff haben. Es ist eben doch eine ganze Menge an Informationen und neuen Vorgehensweisen, was auch für sie zusammen kommt. Da gibt es dann mitunter sehr diffuse bis abenteuerliche Angaben zu den Hausaufgaben. Während die einen meinten, es gäbe garkeine Hausaufgaben, führten die anderen etwas an, was eigentlich Hausaufgaben vom Vortag waren, wiederum welche beharrten auf eine dritte Variante. Totale Verwirrung. So fliegen die Nachrichten hin- und her, bis man sich der Wahrheit nähert ;-).

Normalerweise bin ich kein Fan von WhatsApp, aber gerade ist es verdammt hilfreich.

23 September 2015

Unhaltbare Zustände

Sohn1 ist genervt. Die Damenwelt ist in diesem Jahr heftig für ihn entflammt. Einen Gefallen daran findet er (noch) nicht. "Mama, ich kann kaum noch einen Schritt alleine gehen. Ständig sind die hinter mir her. Und richtig reden können sie auch nicht, gackern nur blöd rum. Sogar, wenn ich aufs Klo gehe, stehen sie vor der Tür. Das ist doch nicht normal...", verdreht die Augen und geht.

22 September 2015

Unverhofft kommt oft!

Ganz herzlich möchte ich mich bei euch allen bedanken, die uns gestern alles Gute für unseren weiteren Lebensweg gewünscht haben. Auch für die privaten Zusendungen und liebevollen Zeilen, die mich gestern erreicht haben, sage ich: "Danke!!" 

Gestern haben wir gefeiert. In der Landeshauptstadt. Es gab noch einen weiteren Anlaß zum Hochzeitstag ;-). Von dort verabschiedeten wir meinen Mann am Bahnhof und machten uns auf den Rückweg. Unterwegs sah ich kurz die Batterieanzeige aufleuchten. Die verschwand nach wenigen Minuten wieder. Also bin ich unbekümmert weiter gefahren. Nach einiger Zeit, dann das Desaster. Wegen der starken Regenfälle hatte man eh kaum Sicht, aber als dann während der Fahrt sämtliche Lichter am und im Wagen mitten in der Pampa erloschen, wurde mir dann doch anders. Noch nicht einmal die Notblinkanlage ging mehr. Mit Mühe und Not rollte ich auf einen nahenden Parkplatz, auf dem etliche Brummis standen. Keine Menschenseele weit und breit. Beim ADAC teilte man mir mit, man hätte keine Kapazitäten mehr und könne Niemanden vorbeischicken - außer einen Abschleppdienst, der dann aber privat übernommen werden müsse: ca.630,-Euro. Während ich umher telefonierte, ob uns evtl. irgendjemand abholen könnte, wurde die Stimmung auf diesem gottverlassenen Rastplatz immer mieser. "Mama, sind wir hier sicher??" Zuversicht verbreitend, verriegelte ich dennoch alle Türen. Wir sangen einpaar lustige Lieder. Immer gut, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Einen Schwimmbekannten hatte ich, der sich nun ohne Zögern auf den Weg zu uns machte. 

Während wir da so in absoluter Finsternis saßen, dachte ich an die Flüchtlinge. Wie unsicher fühlen wir uns schon, wenn etwas kurzzeitig aus dem Ruder läuft, und was machten und machen diese Menschen durch. Wie schnell sich das eigene Erleben relativiert, wenn man sich vor Augen führt, was sonst noch alles geschieht in dieser Welt...

Übermüdet, aber sicher sind wir ziemlich spät dann zu Hause angekommen. Den Wagen ließen wir dort stehen. Heute morgen dann der nächste Knaller: die Busse streiken - zumindest die, auf die Sohn1 angewiesen ist. Ich konnte bei allem Bemühen keine private Mitfahrgelegenheit für den Sohn auftreiben. Alle PKW waren voll. Währenddessen registrierte ich, daß meine Uhr stehen geblieben war. Der nicht streikende Bus von Sohn2 war inzwischen über alle Berge. Nächste Abfahrt eine Stunde später - dann erst mal nichts mehr. Sohn1 konnte mit deutlicher Verspätung einen anderen Bus nehmen, der eine Himmelfahrt an Umwegen bis zu seiner Schule macht. Wie er heute nach Hause kommt, das wissen wir zur Zeit nicht. "Wenn alle Stricke reißen, läßt du dir im Sekretariat ein Taxi bestellen."

Glücklicherweise haben wir eine tolle Werkstatt, und der grandiose KFZ-Meister holt gerade unseren Wagen ab. Mit viel Glück habe ich ihn repariert schon übermorgen wieder. Ohne Familie und Auto ist man hier komplett aufgeschmissen. Mein Schwimmbekannter, der uns aus dieser mißlichen Lage befreit hat, wird am Samstag zum Essen in ein Restaurant seiner Wahl eingeladen. Beziehungen muß man pflegen. Hier ganz besonders.

21 September 2015

Glück, oder annähernd so etwas wie eine Liebeserklärung

"Eine Ehe besteht aus guten, weniger guten und auch schlechten Tagen."

Heute vor Jahren haben wir uns getraut. Eigentlich hatten wir eine ganz andere Zeit für unsere Heirat ausgesucht, aber der Termin verschob sich immer und immer wieder - bis er dann an diesem Tag möglich wurde. 

Wir haben uns reichlich Zeit gelassen, haben einander auf Herz, Nieren und Lungen überprüft. Wir blieben dabei: Der/die und kein/keine anderer/e. Und ich weiß noch, daß ich meinen Mann davor warnte, eine Türkin heiraten zu wollen. Das, soviel war klar, würde einem echten Kraftakt gleichen. Damals lachte er noch über alle Bedenken hinweg. Heute ist er geläutert und versteht, was ich einst meinte. Die Formalitäten waren absurd, und alles, was damit zusammenhing war kostspielig und nervenzehrend bis zuletzt. 

"Sieben Drachen zu erlegen wäre einfacher gewesen, als dich zu heiraten", sprach er irgendwann.

Die Standesbeamtin versuchte nach einem Dreivierteljahr der vergeblichen Bemühungen zu trösten: "Ghanaer haben es noch schwerer..."

Heute sind wir halb so lang verheiratet, wie wir zusammen sind. Und ja, ich kann das Zitat nur bestätigen. Es gibt gute, weniger gute und auch schlechte Tage. 

Das Beste daran aber ist, daß ich all das mit niemand anderem erleben wollte, als mit meinem Mann.

17 September 2015

Hühnersuppenfeeling

Wenn es darum geht, was wichtig ist, hat der Blog keine Priorität. Daher gibt es hier nicht fortwährend etwas zu lesen.

Die private Busgesellschaft streikt immer mal wieder. Den Unmut der streikenden Busfahrer kann ich verstehen. Für die gleiche Arbeit beinahe 1000,- Euro weniger zu verdienen als die Kollegen stelle ich mir sehr unbefriedigend vor. Dennoch bringt der Streik allen Betroffenen viele Unannehmlichkeiten ein. Allein in der vergangenen Woche habe ich 450 Kilometer machen müssen, um Sohn1 morgens zu seiner Schule und ab Nachmittag wieder nach Hause zu holen. Um Fahrgemeinschaften zu bilden kenne ich noch keine Eltern, habe weder Adressen noch Telefonnummern. Im Sekretariat war aufgrund des Datenschutzes nichts heraus zu bekommen. Aber der Klassenlehrer hat auf meine Bitte hin sofort reagiert und wartet nur darauf, daß alle ihre Daten mit Einverständniserklärung alsbald wieder in der Schule abgeben. 

Nicht genug damit, wurde das kleine Kind sehr krank. Zu allem anderen nagt der Schlafmangel permanent an mir. Inzwischen ist das Schlimmste überstanden. Aber eine Hühnersuppe, die muß auf jeden Fall noch gekocht werden. Ich erinnere mich daran, wie wohltuend das war, wenn ich erkrankte, und ich mich mit einer warmen, duftenden Hühnersuppe stärken konnte.  

Paßt gut auf euch auf und bleibt gesund! 

13 September 2015

Rot

 

Zu Lottas Reihe: "Die Welt ist bunt!", steuere ich diese Collage bei. In diesem Sommer haben wir ab und an mal ein Gartenfeuer gemacht. Stundenlang könnte ich dem Flammenspiel zusehen, und es wird mir nicht langweilig dabei. Das erste mal in diesem Jahr haben wir von einem bis dahin verborgenen Himbeerstrauch genascht, der wie aus dem Nichts im eigenen Garten vor uns auftauchte. Der kleine Kirschbaum hat zum ersten Mal getragen: 2 kleine Kirschen - Immerhin ;-). Eine Kletterrose hat es in große Höhen geschafft.  Was für ein Blickfang!

Blutrot gehört, seit ich denken kann, zu meinen favorisierten Farben. Allein schon die Verführung, die im Sommer von roten Früchten ausgeht, die absolut appetitfördernd und unwiderstehlich ist. Neben etlichen anderen Eigenschaften, die man der Farbe rot zuschreibt, steht sie für mich in erster Linie für Emotionen, Leidenschaft, Aktivität, Energie, Kraft, Begierde und Willensstärke. Die damit verbundenen negativen Assoziationen blende ich dabei gerne aus. Rot ist eine Farbe, die ich absolut sinnlich und unwiderstehlich finde.

08 September 2015

Leicht&schön

 

Geboren wurde ich in einer schönen Küstenstadt am Schwarzen Meer. Das Meer und meine Begeisterung dafür wurden mir quasi in die Wiege gelegt. Später in Norddeutschland wohnten wir unmittelbar am Meer - heute leben wir zwischen den Meeren. In meinen späteren  Jahren in NRW vermißte ich das Meer so sehr. Nirgendwo kann ich so entspannen wie am Meer. Stundenlang kann ich meinen Kindern beim Spielen und Umhertollen zusehen, den Tanz der Möwen beobachten, den Wolken nachschauen. So gerne höre ich das Plätschern und Rauschen der Wellen, das Schlurfen der kleinen Steine, fühle den Wind in meinen Haaren und auf meiner Haut, rieche unverkennbar Meer.

 

So froh waren wir, daß wir uns gestern doch noch aufgerafft haben, um vermutlich eines der letzten, schönen Tage des Jahres am Meer zu verbringen. Ein Fußmarsch durch den Laubwald führt direkt zum Strand.

 

Es wurde gebuddelt,

 

und Meeresbewohner kurz gezeigt.

 

Meine Füße habe ich in diamantenes Wasser getaucht - wie herrlich!

 

Sogar Fußgeschmeide habe ich entdeckt und sie damit geschmückt.

 

Rüber geschaut habe ich ins Nachbarland.

 

Und die Wolkenformationen am Himmel bestaunt...

 

Nach einem Tag, an dem ich schlichtweg nicht zum Essen gekommen bin, endlich am späten Nachmittag in ein Käsetoast hinein gebissen - Gott, was war das unglaublich lecker und tat sooo gut. 

"Stell' dir vor", spricht das kleine Kind weiter, "man wüßte, man wäre nicht auf dieser Welt... Dann wüßte man nicht, wie lecker ein Käsebrot schmeckt, oder... Kuchen..., oder oder..." 

Wie recht doch das kleine Kind  hatte mit seiner Feststellung!!! .


 

Seilspringen mit Wasser ;-)...

 

Und ich sage nur: "Never leave your house without a watering can!" Erst wollte ich die Gießkannen nicht mitnehmen. Ein Glück, ich habe auf meine Kinder gehört. Sie wissen, was wichtig ist.

 

Wieder einmal sind wir die Letzten, die bis zur Dämerung da sind und erst dann aufbrechen.

 

So brutal schwer sich das Leben manchmal zeigen kann, so unendlich ist seine Schönheit. Kein Wunder, daß keiner sich leicht damit tut, es loszulassen. Denen, die es schwer haben derzeit, wünsche ich viel Kraft und irgendwann wieder die Leichtigkeit, das Schöne im Herzen wahrzunehmen und genießen zu können.

07 September 2015

Monday, monday...

Was für ein Start in die neue Woche! 

Sohn1 habe ich gerade an der Bushaltestelle aussteigen lassen, um Sohn2, der mit einer halben Stunde Verzögerung auch mit dem Bus in die entgegengesetzte Richtung fahren muß, anzutreiben. Also hetze ich nach Hause. Denn eigentlich muß ich irgendwo zwischen all der Fahrerei auch meinen Mann zu seiner Mitfahrgelegenheit schaffen. Dem teile ich aber mit, daß er seine Mitfahrgelegenheit knicken kann, weil die auf der Teilstrecke mit der Vollsperrung liegt. Er sagt telefonisch ab, und bittet mich, ihn zum Bahnhof zu fahren. 

Das kleine Kind treibt nun mich an - sein Bus ist gleich weg. Wir stürzen aus dem Haus. Kind2 sitzt im Bus und fährt davon. Währenddessen erreicht mich ein Anruf von Sohn1, dessen SMS ich garnicht erst bemerkt habe: "Der Bus kommt nicht!" "Wie bitte?!?" Und tatsächlich: die privaten Busunternehmen streiken alle seit heute morgen auf unabsehbare Zeit. Näheres möge man bitte der Webseite entnehmen :(. Auf dem Land heißt das: geh zu Fuß, oder finde eine private Mitfahrgelegenheit. Kurz vor der Haustür wende ich und fahre mit quietschenden Reifen zur Bushaltestelle zurück, sammle den Sohn ein und muß unsere eigentliche Ausfahrt weeeeeiiiitläufig umfahren, da man auch dort nun alle Straßen aufgerissen hat :((. 

"Super!", denke ich, und fahre mit glühenden Reifen über die Landstraße. Meinen Termin, auf den ich seit Monaten warte, den kann ich wohl vergessen. Nachdem ich Sohn1 im Landeanflug an der Schule abwerfe, rase ich zurück. Mein Mann mahnt zur Eile. Auch ihn verabschiede ich hastig am Bahnhof, um es evtl. doch noch zu schaffen mit meinem Termin. Vorher muß ich aber dringend noch ein Präparat aus der Apotheke mitnehmen. Das mache ich, nach dem Bahnhofprojekt. Komme schweißgebadet beim Termin an. Der Mensch, mit dem ich verabredet bin, will gerade das Gebäude verlassen. Dem Himmel sei Dank, er nimmt sich die Zeit für mich. Ich haste zum Einkaufen. Der Kühlschrank ist nach dem Wochenende gähnend leer. Und wer mich kennt, der weiß, daß ich nicht für eine Tüte Milch losgehe. Also im Eiltempo einen Großeinkauf machen. Eine Frau, mit ebenso vollem Wagen sieht mich mitfühlend und freundlich lächelnd an: "Ich nehme an, Sie führen ebenfalls ein mittelständisches Familienunternehmen?!" Ich lächle gehetzt zurück und murmele, daß der Tag eigentlich nur noch besser werden kann. 

Kaum sind die Sachen im Auto verstaut, düse ich los, um Sohn2 von der Schule abzuholen. Mit ihm gemeinsam mache ich nun zum zweiten Mal die weeeitläufige Umleitung, um zur neuen Schule von Sohn1 zu gelangen. Der Klassenlehrer kommt mir mit dem Sohn entgegen: "Was für ein fulminanter Auftakt zur neuen Woche!", schmettert er mir lachend entgegen. Das Smartphone rappelt in meiner Tasche. Mein Mann hat mich offensichtlich nicht erreicht - wieso höre ich dieses Ding eigentlich nie?... Die Bahn hat heute seine Fahrtzeiten geändert. Nur doof, daß das keiner von uns mitbekommen hat. Er durfte ziemlich lange am Bahnhof auf den nächsten Zug warten. 13.45 Uhr kommen wir zu Hause an, ich mache den Kindern schnell etwas zu Essen. Und jetzt, kurz vor 15.00 Uhr sacke ich das erste Mal auf einen Stuhl. Das Wetter ist zu schön, um diesen Tag zu Hause zu vertrödeln, also packen wir die Sachen und fahren heute an den Strand. Da komme ich dann auch mal dazu, etwas zu essen. Ich meine heute :(.

Ich hoffe, bei euch war der Wochenstart entspannter.

05 September 2015

Philosphisches am Morgen

Das kleine Kind kuschelt sich im Bett in meine Arme. Schon seit langem ist er aufgeregt, weil er seinen Geburtstag kaum noch abwarten kann. Endlich ist es soweit:

Ich erzähle ihm wie jedes Jahr, wie ich darum gekämpft habe, daß er nicht zu früh auf die Welt geholt wurde. Auch wenn der Oberarzt Bedenken äußerte, wollte ich, daß er so lange wie möglich in seinem Nest bleiben, noch wachsen und gedeihen konnte. Wie wir morgens in die Klinik fuhren, und mein Vater mit dem fast zweijährigen Bruder zu Hause auf unseren erlösenden Anruf wartete. 

Ich erzähle ihm, wie mein Vater mir von seinem so bedeutungsvollen Traum am Morgen erzählte. Er träumte und sah an der gegenüberliegenden Wand ein Fischernetz mit einer gländenzen, hellen Perle darin. Kurz nur wurde er wach, dachte über seinen Traum nach und schlief wieder ein. Er träumte weiter und sah, daß nun neben der hellen Perle eine dunkler schimmernde hinzugekommen war. 

"Mama, und die dunklere Perle, das war ich, nicht wahr?!", jubelt das Kind.

"Ja, mein Herz, das warst du."

Ich erzähle weiter, daß er den Kreissaal zusammenschrie, als er das Licht der Welt erblickte, und wir so überglücklich waren über ein weiteres, wundervolles Kind. Daß er sich mit seinen winzigen Händchen an meinem Kragen festklammerte und nicht mehr losließ. Daß sein stolzer Papa Dede anrief, und der sich mit dem Bruder in einem Taxi auf den Weg zur Klinik machte. Der Taxi-Fahrer war aus dem Iran und wollte von Dede kein Geld annehmen, als er den Grund dieser Fahrt hörte. Er freute sich mit ihm.

Und wie glücklich ich war, als Dede mit seinem Brüderchen an der Hand in den Kreissaal kam. Nur war das Brüderchen etwas verstört, als er mich an Schläuchen etc. hängen sah und fing an zu weinen. Später beäugte er neugierig auf dem Schoß seines Papas den Neuankömmling, der bald tief und fest schlief. Ein unvorstellbar stolzer Dede nahm zaghaft seinen taufrischen, zweiten Enkel auf den Arm. Voller Demut und Liebe hielt er ihn behutsam in den Armen und sprach ein Gebet für ihn.

Ich erzähle ihm von dem Besucherstrom, der nicht mehr abreißen wollte, und alle waren gekommen, um ihn zu sehen, freuten sich so sehr mit uns.

"Weißt du Mami, ich freue mich, daß ich auf der Welt bin!"

Was für eine Aussage am Morgen!

Ich drücke seinen zarten Körper an mich, stecke meine Nase in seine Haare, nehme einen ordentlichen Schnuff und küsse ihn.

04 September 2015

Neuentdeckung

Wenn ich etwas gut finde und von dessen Qualität überzeugt bin, dann möchte ich, daß alle Menschen das erfahren, und auch in den Genuß einer Sache kommen können. Daher habe ich meinen letzten Post noch einmal gesplittet, um gesondert auf diesen Malkasten aufmerksam zu machen. Weiter unten könnt ihr die Farben eines herkömmlichen Wasserfarbkastens, sowie die wertigeren Gouachè-Farben sehen. Der Unterschied ist gewaltig.

Sicherlich sind euch allen diese Wasserfarbkästen bekannt, die man immer für den Kunstunterricht in der Schule anschaffen muß. Zuhause hatten meine Kinder schon als Winzlinge stets Zugriff auf Farben, Pappe, Papier, Stifte, Stoffe..., was das Bastlerherz eben so begehrt. Mir fiel schnell auf, daß sie nie gerne diese Wasserfarbkästen genutzt haben, sondern lieber an meine Aquarellfarben, wasservermalbaren Buntsifte und Acrylfarben heran gingen. Die Bilder, die sie in der Schule bis zum Jahresende gesammelt hatten und nach Hause brachten, schauten wir uns gemeinsam an. Trotzdem die Kinder stolz auf ihre Werke waren - ich natürlich auch, ärgerten wir uns jedesmal über diese blassen Farben. Als ich letztens nochmal die ein oder andere Acrylfarbentube nachkaufen wollte, erzählte ich der Verkäuferin in dem Kunstbedarfsladen davon. Wissend blickte sie mich an und zog mich um die Ecke. 

 

Diesen Kasten präsentierte sie mir. Zugegeben - der Preis ist um ein Vielfaches höher, als die der herkömmlichen Tuschkästen. Aber es lohnt sich, wie ich und meine Kinder finden.

 

Es handelt sich um Gouachè-Farben aus hochwertigen Pigmenten. Die Farben sind deckend und wasservermalbar. Verglichen mit den bisherigen blassen Farben haben sie eine ungeheure Strahlkraft. Nach einer kurzen Vorführung war klar, daß die kleinen Herren je einen solchen Kasten zum Geburtstag bekommen. Solltet ihr euch bisher, so wie wir über blasse Farben geärgert haben, diesen Farbkasten können wir euch wärmstens ans Herz legen.

 

Die Farben eines herkömmlichen Farbkastens. 

 

Die Farben mit hochwertigen Pigmenten - ein gewaltiger Unterschied.

Im ersten Moment kann der Preis abschreckend sein, aber wenn man bedenkt, wie lange man mit einem solchen Malkasten auskommt, dann ist das halb so wild. Die Farben kann man einzeln nachkaufen.

Diese Werbung habe ich gerne und umsonst gemacht. Viel Spaß damit! 

03 September 2015

Ein nächster Schritt

 

Die Ferien sind zu Ende. Wir haben uns entspannt, erholt und auch einiges geschafft. Nicht daß ihr denkt, wir wären nur wie in der ersten Woche beständig zwischen Bett, Bad, Küche und Sofa hin- und hergependelt. 

Während wir unsere Kinder intensiv und unendlich genossen haben, hat Sohn1 sich wie verrückt auf die neue Schule gefreut. Es wurde Zeit für neue Herausforderungen. 

Gestern dann, war es endlich soweit: die Einschulung an der weiterführenden Schule stand an. Einen Abend vorher bat ich den Sohn, seine Gefühle und Vorstellungen diesbezüglich aufzuschreiben. Erst schaute er etwas irrtiert, aber dann schrieb er eine Menge dazu, was mich vom Inhalt her sehr berührt hat. 

Berührt hat mich auch, daß mein Mann eine Menge Streß auf sich geladen, die zusätzlichen, weiten Wege nicht gescheut hat, um bei der Einschulung mit dabei sein zu können. Das rechne ich ihm sehr hoch an. Den kleinen Bruder habe ich vom Unterricht befreien lassen, damit auch er in unserer Runde nicht fehlen sollte. 

 

Was werden sie wohl wählen die neuen Sextaner?!
Gehen, oder doch lieber bleiben? ;-) 

Nach einer kurzen, knackigen Rede, zwei schönen Darbietungen, wurden die Kinder auf die jeweiligen Klassen verteilt. Der Sohn hat einen erfahrenen, drahtigen, entspannt wirkenden Klassenlehrer, der ihn in den nächsten zwei Jahren in Mathe und Sport unterrichten wird. Die Schulkoordinatorin, welche den Sohn bei einem Beratungsgespräch kennengelernt hatte, wird ihn im Fach Englisch unterrichten. Von Anfang an war da für mich ein guter Draht zwischen den beiden spürbar. Alsbald entschwanden die Kinder in ihren jeweiligen Klassen, und wir Eltern durften noch etwas Kaffee trinken und uns umsehen. Ein nächster Schritt ist mit einem guten Gefühl erfolgt. In den kommenden Wochen werde ich den Sohn im besonderen Maße bei seinen schulischen Dingen begleiten. Auch für Sohn 2 gibt es Veränderungen. Nun ist der große Bruder nicht mehr mit ihm auf der selben Schule, und in seinem Jahrgang wird er nun deutlich merken, daß die Zügel straffer angezogen werden. Auch da werde ich im Hintergrund greifbar sein.

Morgens muß nun viel eher aufgestanden werden, was sich im Augenblick ziemlich gewaltig anfühlt. Das gibt sich hoffentlich recht bald. Für mich dürfte das allerdings auch daran liegen, daß der Biorythmus von Kater Mautz und mir nicht vereinbar scheint. Immer um 4.00 Uhr morgens wird das Tier munter und möchte das erste Mal gefüttert werden. Um vier ist die Nacht für mich zu Ende, da danach an ein weiteres Mal Einschlafen nicht mehr zu denken ist.

Seit einiger Zeit purzeln hier auch unsere Geburtstage nacheinander. Dieses Jahr haben sich beide Kinder gewünscht, daß nur wir vier zusammen etwas Schönes unternehmen - ohne weitere Gäste.

 "???" -  Okeeeey... 


Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende. 

Gäste hin- oder her. Ein Geburtstagskuchen muß dennoch gebacken werden. Ich gehe mal die Zutaten besorgen...