06 Dezember 2015

Wenn Flüchtlinge erzählen

Als ich vor drei Tagen einen Teil von Wenn Flüchtlinge erzählen verlinkte, war ich sehr enttäuscht, daß die Wenigsten diesem folgten. Ich weiß, unser aller Leben geht weiter. Es gibt stets etwas zu tun, Aufgaben sind zu meistern. Nicht immer ist Zeit, um noch irgendwelchen Links im Internet zu folgen. Vielleicht braucht man auch Abstand zu den täglich auf uns herabprasselnden Nachrichten. Manch einer hat wohlmöglich sogar eine so dürftige, schlechte Internetverbindung wie wir, was das Verfolgen von Links gelegentlich zur reinsten Qual werden läßt. Dennoch möchte ich euch bitten, euch diese Zeit zu nehmen, dem folgenden Link zu folgen, zuzuhören, zu schauen und auch mitzufühlen. Vielen Dank!

Hier 

Kommentare:

  1. Wie er von der Reise erzählt...auf dem Schlauchboot...die weiteren Stationen...

    und dann irgendwann der Moment, wo seine Stimme bricht : "an den Festtagen nicht bei ihnen sein zu können.....könnt ihr das verstehen?.............."


    Ohne Worte:(

    Danke.....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, man müßte aus Stein sein, um nicht von seiner Erzählung berührt zu sein.

      Löschen
  2. Du Liebe, es folgen und schauen vielleicht viel mehr, als Du denkst...?
    Es gibt viele sehr berührende und sehr sorgfältig gemachter Beiträge zu dem Thema. Schade ist eigentlich, dass die Hass- Schürer sie sich nicht anschauen... Man kann sich nicht vorstellen, dass irgendjemand unberührt bliebe.
    Lieben Lisagruß!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Auch wenn sich bestimmte Menschen solch wertvolle Beiträge nicht anhören und anschauen bin ich sehr dafür, solche Beiträge zu verlinken.

      Löschen
  3. Auch ich sehe diese Folgen, allerdings meist per Facebook o.a.
    Trotzdem schön, dass Du sie hier zeigst, auch wenn ich glaube, dass sie nicht bei den Leuten etwas bewegen, bei denen es nötig wäre.
    liebe Grüße, Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da ich nicht bei Facebook bin, gehen die Mitteilungen dort an mir vorbei. Deine Vermutung wird zutreffend sein, und doch glaube ich, daß Gedanken/Einstellungen "ansteckend" sein und abfärbend sein können. Im stillen Kämmerlein ist jeder irgendwann allein mit sich und seinem Gewissen. Da arbeitet manches, was der ein oder andere in der Öffentlichkeit wohl kaum zugeben würde.

      Löschen
  4. Liebe Elisabeth,

    dein Kommentar taucht leider nicht auf der Seite auf. Daher füge ich ihn hier noch einmal gesondert ein.

    "Genau das wohin Du uns nun führst vermisse ich schon so lang. Die Erzählungen der Flüchtlinge.
    Viel mehr sollte veröffentlicht werden, damit wir alle die Menschen als einzelne kennenlernen. Ich kann manchmal "Die Flüchtlinge" schon nicht mehr hören, vor allem, weil es oft so negativ gesagt wird. Es sind Menschen, jeder einzelne!"

    Ich kann dir beipflichten. Hinter jedem Einzelnen steht eine persönliche Geschichte, ein schweres Schicksal, eine Familie. Das könnten auch alles wir sein - nur daß wir es eben nicht sind.

    AntwortenLöschen
  5. Anonym7.12.15

    Ich kann dir beipflichten. Hinter jedem Einzelnen steht eine persönliche Geschichte, ein schweres Schicksal, eine Familie. Das könnten auch alles wir sein - nur daß wir es eben nicht sind.

    UND WIR SIND ES DOCH!
    In jeder Familie gibt es diese Flüchtlingsgeschichten , in jeder! Nur eben in einer anderen Generation.
    Soll ich mal erzählen?
    Meine Tante war eine evangelische Pastorentochter gerade mal 2o Jahre alt, sie musste innerhalb von zehn Minuten ihr Elternhaus verlassen und wurde vergewaltigt und erschossen.
    Ihre Schwester hatte kleine Kinder und musste den schwerkranken Vater im Schnee tot zurücklassen.
    und den Besatzern Tag und Nacht zu Diensten sein. Dann wurde sie mit ihren Kindern aus dem Elternhaus vertrieben und durfte noch nicht mal Schuhe mitnehmen
    . Immerhin sie haben überlebt.
    Ihr Bruder war im Krieg vermisst, der andere in Kriegsgefangenschaft, ihrer Mutter und der Schwester auch mit zwei kleinen Kindern gelang noch rechtzeitig die Flucht bei Eis und Schnee.
    Soll ich noch mehr Einzelheiten erzählen?
    DAS geschah in Deutschland in allen Familien.
    Es wurde NIE darüber geredet NIE darüber berichtet.
    ES wurde vergessen.
    Fragt doch mal eure Grosseltern, Eltern?
    Was wissen die denn noch vom Krieg?
    Okay ich war auch nicht dabei, aber der Krieg hinterlässt seine Spuren bis in die Enkelgeneration. siehe Sabine Bode " die vergessenen Generation" usw.
    Viele Menschen sind einfach überfordert mit dem Thema Krieg und Flüchtlinge und reagieren darum unsicher und ängstlich.
    Ja ich habe auch ANGST vor Flüchtlingen und zwar aus ganz persöhnlicher Erfahrung , schon in den 7oiger Jahren gab es syrische Flüchtlinge. Die gut integriert waren, Arbeit , Familie Wohnung usw.
    Und dann? Ja also Drogenhandel war noch harmlos....den Rest glaubt mir eh niemand.
    Ich sehe mich mit der derzeitigen Flüchtlingssituation überfordert, und ich will damit nichts zu schaffen haben. Ausserdem muss ich mich jetzt erstmal um meinen Umzug kümmern, denn hier werden Flüchtlinge einquartiert, bringt wohl mehr Kohle.
    bin ja nur der arme Rentner




    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir ist durchaus bewußt, daß es in den vorangegangenen Generationen viele Flüchtlingsschicksale gibt: als jemand, der sich für Menschen interessiert, bin ich ihnen sowohl in meiner türkischen Familie, als auch in der deutschen Nachbarschaft begegnet. So manch einer hat mir seine dramatische Geschichte anvertraut, wohl auch, weil ich danach fragte. Ich habe keine Angst vor Flüchtlingen. Als Kind ehemaliger Gastarbeiter bin ich mit Vorbehalten jeglicher Art aufgewachsen. Meine Elterngeneration hat sich wundgearbeitet mit schlechtestbezahltesten Arbeiten, die kein Deutscher hat machen wollen. Trotzdem hat es ständig geheißen: "Ihr nehmt uns die Arbeit weg!" Die Gastarbeiter wohnten in miserabelsten Unterkünften, in die man nicht mal seinen Hund hätte tun wollen. Viele haben sich tadellos benommen, aber es gab auch eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Ausländern, die sich weder an Recht, noch an Gesetz hielten. Da hat der Rechtsstaat genau so gegriffen, wie bei jedem anderen auch, der sich daneben benommen hat. Das wird in der heutigen Zeit nicht anders sein.

      Löschen
  6. Ich habe mir den jungen Naji angeschaut, der so in etwas das Alter von meinem Sohn hat und ich war tief bewegt von seiner Geschichte. Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte, dass ist wahr, aber diese Menschen haben es sich den Krieg nicht ausgesucht, und das sie fliehen um sich zu retten ist ein natürlicher Instinkt. Ich wünsche ihm weiterhin, dass er sein so liebenswertes Lächeln nicht verliert. Schön das er es geschafft hat und hier ist.

    AntwortenLöschen
  7. ...schlimm finde ich, dass sie auch noch überfallen und betrogen werden auf ihrer Flucht. Diese Verbrecher sorgen dann dafür, dass das Bild der Flüchtlinge und die "Volks"-Meinung über sie so schlecht ist. Das haben die Menschen nicht verdient.
    Vielen Dank für den Link, liebe Pünktchen!
    Gros bisou
    Sandra

    AntwortenLöschen