11 November 2015

Neue alte Liebe

 


Dieses Teil begleitet mich schon fast mein ganzes Leben hindurch. Dem Hinweis meiner Mutter habe ich zu verdanken, daß ich es von einer Haushaltsauflösung für wenig Geld erwerben konnte. Noch minderjährig hatte ich zum ersten mal in meinem Leben durch Beziehungen die Sommerferien hindurch bei einer Firma arbeiten können. Offiziell war Kinderarbeit verboten. Manchmal machte ich sogar zwei Schichten hintereinander, was wahrlich kein Zuckerschlecken war. Das Geld, welches ich verdiente, durfte ich uneingeschränkt behalten und kam damit Jahre aus. Meine Ersterwerbung war sie:

 

Eine Trittnähmaschine, welche sich in einem kleinen Schrank versenken ließ. Ich war begeistert, funktionierte sie doch einwandfrei.

 

Etliche Zusatzteile befinden sich noch in dem Metallkästchen. Sogar Garn und Nadeln, Spulen etc. waren dabei. Das Garn allerdings zerfiel zu Staub, als ich es in die Hände nahm. Die Maschine müßte ca. aus den Jahren 1920-1940 stammen.

 

Jahrzehntelang stand sie bei meinen Eltern im Keller. Nie konnte ich mich von ihr trennen. Über Jahre vergaß ich sie sogar. Die letzten Jahre, wollte ich das Holz abschleifen und mit Öl pflegen - abgeschliffen habe ich es, zum Ölen kam  ich schlichtweg nicht. Immer war irgendwas. Nun habe ich sie aus ihrem Verlies befreit, gereinigt, geölt... und sie schnurrt wie ein Kätzchen. Ich liebe diese mechanische Maschine. Treten und los...

Gerade mache ich mich wieder etwas vertraut damit. Die kleinen Herren stehen schon in den Startlöchern. 

Kommentare:

  1. Das sind die Besten. Ich habe auch so einen alten Tretschatz. Mit keiner neuen Maschine würde ich sie tauschen. Außerdem ist man stromunabhängig....
    lieben Lisagruß!

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    1. Liebe Lisa,
      seit ca. 16 Jahren habe ich eine robuste Pfaff. Als ich mich damals nach einer Nähmaschine umsah, da wollte ich auf keinen Fall eine mit viel elektronischem Firlefanz. Ich bin immer noch sehr glücklich mit der Pfaff. Aber diese Trittmaschine ist einfach so wohltuend wunderbar. Es ist Genußnähen, was da stattfindet. Ich sitze sehr gerne daran und kann deinen letzten Satz sehr gut nachvollziehen.
      Liebe Grüße zu dir.

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  2. Mit einer solchen Tret-Maschine habe auch ich meine ersten Nähversuche gemacht! Sie gehörte meiner Oma, und sie war es auch, die mir gezeigt hat, wie es geht. Was habe ich sie bewundert, wenn sie einfach frei Hand aus einem Stückchen Stoff etwas ausgeschnitten hatte und daraus dann - simsalabim - ein Puppenröckchen oder -jäckchen wurde! Am schönsten fand ich immer das Gefühl, wenn man nach ein, zwei Versuchen den richtigen Tretrhythmus fand und das Rad so schön gleichmäßig schwingend lief.
    Das gute Stück steht seit einiger Zeit in unserem Wohnzimmer und schmückt ganz ungemein. Vielleicht sollte ich doch mal probieren, ob es noch funktioniert...

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