03 Oktober 2015

Traum

"Mama, ich habe von Dede geträumt", strahlt Sohn1 mich am Morgen an. Ich lasse mir alles haarklein erzählen, als handelte es sich um eine wahre Begebenheit und hänge an seinen Lippen dabei. Ich weiß darum, welche Stilblüten die Sehnsucht treibt.  "Weißt du, er war so stark wie früher. Er konnte gehen und sprechen. Er hat uns wieder geholfen, das Rollo zu reparieren - du weißt schon, das was immer so klemmt. Wir haben so sehr gelacht dabei. Dann haben wir alle zusammen einen langen Spaziergang gemacht. Das war alles so echt. Ich habe erst kapiert, daß es ein Traum war, als ich aufgewacht bin. Es ist komisch, aber das hat mich so glücklich gemacht."

Wir haben eben gerade miteinander telefoniert. Die monotone Stimme zu hören, macht mich so unendlich traurig und glücklich zugleich. Ich kann dann einfach nicht mehr aufhören zu weinen.

Kommentare:

  1. Ich träume auch oft von meinem Vater. In den Träumen ist er niemals alt, verwirrt und mürrisch, sondern stark und lebendig. Es ist gut, dass wir solche Träume haben, sie erinnern uns an die Menschen, die da tief drin noch wohnen, auch wenn man nicht mehr viel davon erkennen kann.

    Herzlich, Katja

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  2. Hörst Du meinen Seufzger ....?
    Katja hat es schön geschrieben. Wenn ich an meinen Papa denke seh ich ihn auch wieder gesund und munter!
    Während der Jüngste hier immer- und immerwieder den sehr kranken Opa in Erinnerung hat.
    alles Liebe
    Elisabeth

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  3. Ach... Ja.
    So ein schöner Traum.
    Und sie sind nicht nur Schäume, die Träume. An manche erinnert man sich ein Leben lang, und sie sind einem ein Trost und eine Hilfe.
    Wie gut, dass er ihn dir erzählt hat!
    Einen lieben Gruß!
    Brigitte

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