22 September 2015

Unverhofft kommt oft!

Ganz herzlich möchte ich mich bei euch allen bedanken, die uns gestern alles Gute für unseren weiteren Lebensweg gewünscht haben. Auch für die privaten Zusendungen und liebevollen Zeilen, die mich gestern erreicht haben, sage ich: "Danke!!" 

Gestern haben wir gefeiert. In der Landeshauptstadt. Es gab noch einen weiteren Anlaß zum Hochzeitstag ;-). Von dort verabschiedeten wir meinen Mann am Bahnhof und machten uns auf den Rückweg. Unterwegs sah ich kurz die Batterieanzeige aufleuchten. Die verschwand nach wenigen Minuten wieder. Also bin ich unbekümmert weiter gefahren. Nach einiger Zeit, dann das Desaster. Wegen der starken Regenfälle hatte man eh kaum Sicht, aber als dann während der Fahrt sämtliche Lichter am und im Wagen mitten in der Pampa erloschen, wurde mir dann doch anders. Noch nicht einmal die Notblinkanlage ging mehr. Mit Mühe und Not rollte ich auf einen nahenden Parkplatz, auf dem etliche Brummis standen. Keine Menschenseele weit und breit. Beim ADAC teilte man mir mit, man hätte keine Kapazitäten mehr und könne Niemanden vorbeischicken - außer einen Abschleppdienst, der dann aber privat übernommen werden müsse: ca.630,-Euro. Während ich umher telefonierte, ob uns evtl. irgendjemand abholen könnte, wurde die Stimmung auf diesem gottverlassenen Rastplatz immer mieser. "Mama, sind wir hier sicher??" Zuversicht verbreitend, verriegelte ich dennoch alle Türen. Wir sangen einpaar lustige Lieder. Immer gut, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Einen Schwimmbekannten hatte ich, der sich nun ohne Zögern auf den Weg zu uns machte. 

Während wir da so in absoluter Finsternis saßen, dachte ich an die Flüchtlinge. Wie unsicher fühlen wir uns schon, wenn etwas kurzzeitig aus dem Ruder läuft, und was machten und machen diese Menschen durch. Wie schnell sich das eigene Erleben relativiert, wenn man sich vor Augen führt, was sonst noch alles geschieht in dieser Welt...

Übermüdet, aber sicher sind wir ziemlich spät dann zu Hause angekommen. Den Wagen ließen wir dort stehen. Heute morgen dann der nächste Knaller: die Busse streiken - zumindest die, auf die Sohn1 angewiesen ist. Ich konnte bei allem Bemühen keine private Mitfahrgelegenheit für den Sohn auftreiben. Alle PKW waren voll. Währenddessen registrierte ich, daß meine Uhr stehen geblieben war. Der nicht streikende Bus von Sohn2 war inzwischen über alle Berge. Nächste Abfahrt eine Stunde später - dann erst mal nichts mehr. Sohn1 konnte mit deutlicher Verspätung einen anderen Bus nehmen, der eine Himmelfahrt an Umwegen bis zu seiner Schule macht. Wie er heute nach Hause kommt, das wissen wir zur Zeit nicht. "Wenn alle Stricke reißen, läßt du dir im Sekretariat ein Taxi bestellen."

Glücklicherweise haben wir eine tolle Werkstatt, und der grandiose KFZ-Meister holt gerade unseren Wagen ab. Mit viel Glück habe ich ihn repariert schon übermorgen wieder. Ohne Familie und Auto ist man hier komplett aufgeschmissen. Mein Schwimmbekannter, der uns aus dieser mißlichen Lage befreit hat, wird am Samstag zum Essen in ein Restaurant seiner Wahl eingeladen. Beziehungen muß man pflegen. Hier ganz besonders.

Kommentare:

  1. Ach Pünktchen, ab einem gewissen Punkt beginnt man diese Tage nur noch mit einem gewissen Überlebenswillen zu meistern, der einem innewohnt. Das eigentlich "Gute" daran ist, man kann vor lauter Organisieren nicht so viel nachdenken. Erst wenn alles wieder ist, wie es sein soll, merkt man, was man da geschafft hat.
    Heute gratuliere ich Dir also zu Deinem Durchhaltevermögen.

    Gut, dass solche Tage auch vorüber gehen.

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  2. Da kam ja wohl alles zusammen , was nicht zusammen gehört .
    Du Arme . Gern wäre ich zur Hilfe geeilt .
    Aber siehst du , welch glückseliger Moment , hat sich doch alles zum Guten gefügt .
    Tolle Werkstatt habt ihr , dann seid ihr hoffentlich schnell wenigstens wieder mobil ..
    Alles Gute und herzlichst liebe Grüße von JANI

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  3. Ich glaub es nich!!! Du hättest dir aber heute einen schönen Tag mit den Jungen ohne Schule machen sollen, so richtig zur Erholung. Dafür hätte ich als Lehrerin immer Verständnis gehabt.
    Ich wünsche dir bessere Tage in dieser Woche!
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Liebe Astrid,
      den Vorschlag machte ich schon gestern spät, ohne zu ahnen, daß auch noch der Busstreik dazu kommen wird. Aber unsere Jungs mögen es garnicht, wenn sie durch Fehltage noch zusätzliche Hausaufgaben aufholen müssen. Und "verpassen" möchten sie so oder so nichts ;-).

      Vielen Dank für deine gestrigen Zeilen. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut.

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  4. Du Liebe, himmelhochjauchzend zu todebetrübt...., Glück und Segen wünsch ich Euch für die weiteren Jahre. Und Glückwunsch auch für die guten Beziehungen, die Du hast und pflegst.
    Es ist gut, dass wir nicht wissen, was das Leben für uns bereit hält. Im Guten, wie im Schlechten. Aber es ist auch gut, dass die Erfahrung uns lehrt, dass manchmal aus dem Mist richtig Gutes wachsen kann...
    Hab eine schöne Restwoche ohne böse Überraschungen und sei herzlich gegrüßt von
    lisa

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  5. Wenn Gutes und Schlechtes aufeinanderfolge steht man doch erst einmal fragend da. Der Sinn in dem was nicht so gut gelaufen ist, den Kindern Sicherheit und Verlässlichkeit geben, die Situation so gut gemeistert zu haben, um solche Freunde zu wissen, der kommt doch immer erst im Nachhinein ganz zaghaft zum Vorschein.Tapfere!

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  6. Oh, ich lese es erst heute .... nun hab ich Dein neuen Post schon gelesen, bin frisch informiert ... und froh, dass alles so gut ausging. In solchen Situationen ist es wie im Nebel, und doch muss man als Mama total funktionieren.
    Ich bin froh, dass es nun wieder gut läuft bei Euch.
    Wir werden mal wieder telefonieren, ja? Das würde mich freuen
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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