23 Juli 2015

Unterwegs auf allen Vieren

"Wer einen Garten hat, braucht weder Fitneßstudio noch Urlaub", hat mal irgendein Schlaumeier gesagt. 
Seit längerem pflüge ich durch unseren Garten. So schnell wie Muskeln aufgebaut werden können, so schnell verschwinden sie leider auch wieder, wenn man sie nicht beständig fordert. Mein Rücken schreit seit Tagen "Aua aua!" Ich befinde mich im Wettstreit mit dem Unkraut. Was für eine Sisyphusarbeit..., aber ich gebe nicht auf. 

 

Ein großer Kofferraum voller Bodendecker wartete gestern auf meinen Einsatz.
Ysander und die Dreiblattgolderdbeere sind es letztlich geworden. 
Nach stundenlangem Unkraut ziehen durften sie verteilt und eingebuddelt werden. 
Die kleinen Herren halfen tatkräftig - für eine schier unglaubliche Stunde lang mit -, bis sie plötzlich alles stehen und liegen ließen, um sich auszuruhen. Weil ist ja anstrengend ;-)...
Immerhin.


Jetzt hoffe ich, daß die Pflanzen überbordend gut anwachsen und alles unter sich zudecken,
damit meine bessere Hälfte sich nicht immerzu durch die blanke Erde 
an unser seliges Ende erinnert fühlt ;-). 
Und wenn dann noch das hier prächtig gedeihende Unkraut dadurch verhindert wird...
was will ich mehr?!

 

Die Schleifenblumen-Polster in unserem Garten, die mag ich sehr. 
Dieses Mal habe ich den Zeitpunkt nicht verpaßt, um die Samenstände rechtzeitig abzuernten.

 

Hier habe ich die Spreu vom Weizen getrennt.

 

Übrigens war die Gefriertütenkeimung bei mir leider nicht erfolgreich.
Gekeimt hat da garnichts. Die ziemlich aufgequollenen Anemomensämlinge habe ich dennoch in die Gartenerde entlassen. Die steinharten Heckenrosensämlinge blieben auch noch nach Wochen steinhart. 

 

Unser Garten ist immer wieder gut für Überraschungen. Ich kann mich kaum daran erinnern, wann ich diesen Himbeerstrauch eingepflanzt habe. Plötzlich stand ich vor schmackhaften, reifen Himbeeren. Lecker!!

 

Seit Jahren gibt das kleine Bäumchen nur eine handvoll Sauerkirschen...
Eine Erinnerung an meine Mam.

 

Einer der beiden Quittenbäume, die mein Papa vor Jahren in den Garten gepflanzt hat: beide Bäume kamen als Winzlinge aus der Türkei - woher sonst?! Dieser hier hat noch nie Früchte getragen. Er hat letztes und dieses Jahr Blütenansätze heraus gebildet, aber Früchte konnte ich nie ausmachen. Aus den Früchten des anderen Quittenbaumes kann man nur Sirup oder Gelee machen. Die Früchte von diesem hier soll man verzehren können, wie einen Apfel. Ich warte einfach ab und lasse mich auch da gern überraschen. Übrigens klettern hieran so gern die kleinen Schnirkelschnecken hoch.

 

Diese lustigen Puschel habe ich im Garten der Freundin fotografiert.
Mohn. Die Farbe irritiert mich.

 

Der Herr Mautz schlägt seit Wochen nur zum Fressen zu Hause auf.
Zwischendurch genießt er seinen Hochsitz und döst bei Vogelgezwitscher in aller Frühe im
Sonnenlicht vor der Eßkastanie - der Genießer...

Kommentare:

  1. Ja, der Garten. auch bei mir ein Dauerthema. Aber immerhin ist es besser, einfach mal anzufangen, als tatenlos zuzuschauen. sicher werden Deine gut durchdachten Anpflanzungen Erfolg bringen. Und ein bißchen eigenes Obst aus dem Garten, das ist doch wirklich viel wert. Deshalb weiter gut grün LG Gitta

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    1. Absolut liebe Gitta, dieses Jahr haben wir garkeine selbst gepflückten Erdbeeren vom Feld konsumiert, da die immer gespritzt sind, und wir das auch deutlich schmecken. Es war ein Genuß, die überschaubaren Mengen aus unserem Garten zu pflücken und zu genießen. Das ist einfach unbezahlbar. LG.

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  2. Kleine Frage an deinen Mann: Gerade auf Friedhöfen ist doch immer alles voll mit Bodendeckern, blanke Erde sieht man nur auf ganz frischen Gräbern (o..k., vielleicht ist genau das seine Assoziation...) Du wirst sehen, spätestens im nächsten Frühjahr quillt das jetzt Eingepflanzte nur so aus dem Boden hervor! :-)

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  3. Ich hatte erst einmal 25 Pflanzen von jeder Sorte bestellt. Dann kamen mir Zweifel, ob das nicht zu viel des Guten ist. Am Ende hat es kaum für alle Bereiche gereicht. Ich war doch sehr erstaunt. Aber wenn das so wuchert, wie du sagst, dann kann ich ja alles was an einer Stelle zu viel ist an anderer Stellen wieder einpflanzen. Ich bin gespannt auf das nächste Frühjahr, liebe Brigitte.

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  4. Liebes Pünktchen,
    Tut mir leid, dass das bei dir nicht geklappt hat. Meine Keimlinge sind mittlerweile schon so groß, dass ich sie schon zum zweiten mal umgetopft habe. Bis auf den Erdbeerspinat, wo nur einer gekeimt hat, musste ich sogar ausdünnen, so viele sind es gewesen. Vielleicht eignen sich Heckenrosen auch nicht für diese Art Keimung, ....hmh ich bin ratlos! Sorry auf jeden Fall!
    Deine Pflanzung sieht nächstes Jahr bestimmt super aus! Es zeigt sich immer, dass man zum Gärtnern vor allem Geduld braucht - abgesehen von dem robusten Rücken!
    Gros bisou
    Sandra

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    1. Liebe Sandra, das macht doch nichts! War einen Versuch wert, aber die Sämlinge, insbesondere der Heckenrose, sind wirklich sehr speziell. Für alles andere müßte diese Vorgehensweise optimal funktionieren. Gartentechnisch habe ich viele Leichen im Keller. Es vergeht Zeit, bis man entsprechend Erfahrungen gesammelt hat. Alles ist "nur" eine Frage von Bodenbeschaffenheit, Wasser, Licht, Nährstoffen. Hat man das Optimale für die jeweilige Pflanze heraus gefunden, geht alles wie von selbst.
      Liebe Grüße.

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