15 Juli 2015

Entdeckungen

Seit einigen Wochen wühle ich mich durch den Garten. Zuletzt habe ich das Kräuterbeet auseinander genommen, in dem auch das Unkraut wucherte. Dieses habe ich nun daraus entfernt, genau so wie auch jene Kräuter, die gerne selbst alles andere überwuchern. Diese werden nur noch in Töpfen gehalten, um ihnen von vornherein Einhalt zu gebieten. Überall dort im Garten, wo ich massenhaft Unkraut entfernt habe, sieht man zum Entsetzen des Mannes blanke Erde, welche ihn auf verstörende Weise an Friedhof erinnert. Also habe ich nun einige anspruchlose Sorten von Bodenbedeckern (Ysander (pachysandra terminalis) und die Dreiblatt Golderdbeere (Waldsteinie ternata)) geordert, die hoffentlich bald alles schön zudecken, sobald sie eingepflanzt werden. Kennt ihr schnellwachsende Sorten, die ihr mir empfehlen könnt? Muß auch nicht unbedingt blühend sein. Immergrün, niedrig und dichtwachsend wäre schön.

Was ich früher an zwei Tagen im Garten geschafft habe, dafür benötige ich heute deutlich längere Zeit. Es ist unvorstellbar, wie schnell alles zuwuchert. Berge von Unkraut habe ich entfernt. Und das Gras, welches in die Beete hineinwächst, das nervt mich noch viel mehr als der Giersch. Meist ist es so festgewachsen, daß ich es nur schwer da wieder raus bekomme.

Dieses Jahr gibt es Walderdbeeren satt bei uns. Das kleine Kind dreht emsig seine täglichen Runden und genießt das schönste Aroma, was Erdbeeren zustandebringen können. Abends, wenn ich meinen Rundgang durch den Garten mache und überlege, wo noch etwas zurechtgestutzt oder entfernt werden muß, da entdeckte ich das hier:

 

 

 

Und erkennt ihr es? Es sind die noch unreifen Fruchtansätze der Maulbeere. Als ich das entdeckt habe, habe ich mich sooo sehr darüber gefreut, gehören doch Maulbeeren zu den ersten Früchten meines Lebens, die ich als Kind so unwahrscheinlich gerne von den Bäumen von babaanne Leyla genascht habe. Warum Schokolade mich bis zum heutigen Tage eher weniger interessiert ist dem Umstand zu verdanken, daß ich Obst so viel mehr liebe. Saftig und aromatisch läßt es für mich persönlich Schokolade neben sich ziemlich alt aussehen. Ob sich diese hier bis zur Genußreife entwickeln, das weiß ich natürlich nicht. Aber ich freue mich, daß diese beiden Sorten Morus Alba und Morus Nigra, die ich vor über einem Jahrzehnt in NRW erworben, jahrelang in großen Kübeln auf der Dachterrasse  gehalten und erst hier im Norden ausgepflanzt habe, nun erstmals Fruchtansätze gebildet haben. Übrigens mag ich persönlich Morus Alba lieber, weil sie keinerlei Fruchtsäure hat und einfach göttlich süß schmeckt.

Nebenbei bemerkt hat es da wohl noch einen Zettel der Schule gegeben, der hier natürlich nie aufgetaucht ist. Das Abschlußzelten ist morgen!!! Nach den üblichen Telefonaten, weiß ich nun in etwa, was noch benötigt wird. Ach Kind!!! Seufz... 

Kommentare:

  1. erst gestern haben wir uns zum ersten mal in meinem leben mit freude und nicht geringer überraschung über einen riesigen maulbeerbaum im garten einer freundin hergemacht - welch genuss, von dem ich dachte, ihn nur in südlicheren gefielden zu finden. aber nein, sie gedeihen und reifen seit mehreren jahrhunderten auch hier bei uns, wo sie zur seidenraupenzucht angepflanzt wurden, wie mir berichtet wurde.
    abschlusszelten klingt einfach herrlich! das mit vergessenem ausrichten bzw. verlorenen zetteln kenne ich nun mittlerweile auch ;) ach kind! seufz, genau :)
    herzliche grüße zu euch!!!
    dania

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  2. Maulbeeren hab ich noch nie gegessen, die gibt es hier leider nirgends.
    Als Bdendecker mag ich am liebsten Walderdbeeren, Gundermann und Heucheras - weil die auch im Winter die Blätter behalten, sich von alleine ausbreiten, völlig anspruchslos sind, auch im Schatten gut gedeihen und ihre Blüten hervorragende Bienen- und Hummelweiden sind. Heucheras werden allerdings etwas größer, sind also keine reinen Bodendecker - dafür gibt es sie in vielen verschiedenen Blatt- und Blütenfarben.

    Herzlich, Katja

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  3. Golderdbeere hatte ich auch schon, die deckt schon im zweiten Jahr sehr viel ab und blüht hübsch.
    Ich kann dir noch Pfennigkraut empfehlen, das kriecht ganz schnell über weite Flächen, ist aber auch leicht durch Ausreißen einzudämmen, wo es einem zu viel wird. Und sieht wunderhübsch aus, auch schon ohne Blüten, aber erst recht mit. Ich hatte es am alten Wohnort auf der Nordseite des Hauses unter Sträuchern, wo vorher nur Unkraut wuchs, und es hat diese dunkle Fläche wunderschön aufgehellt.

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  4. Ihr Lieben habt vielen Dank für eure Empfehlungen. Liebe Katja, Gundermann könnte ich mir noch gut hier vorstellen. Vielen Dank für deinen Hinweis. Und Brigitte, das Pfennigkraut hatte ich schon auf meiner Liste. Jetzt muß mir mein Lieferant nur noch die Preise mitteilen, damit ich endgültig eine Bestellung aufgeben kann. Und dann sollte es ganz ganz schnell die blanke Erde hier überdecken, sonst kriegt hier einer echt zuviel ;-).

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    1. Gundermann wächst bei mir sogar in der Hängeampel, weil ich es so gerne mag, besonders auch seine kleinen lila Blüten im Frühjahr. Es gibt Menschen, die es als "Unkraut" bezeichnen, stell dir vor ;-).
      Es wuchert natürlich ohne Ende, dieses schöne Wildkraut. Hat man es einmal, bekommt man es nicht mehr weg. Es ist auch ein sehr wohlschmeckendes und sehr hilfreiches Hustenmittel, als Tee aufgebrüht. Ich ernte es sogar aus meiner Ampel zum Trocknen, weil es wächst und wächst...

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  5. Hallo Pünktchen, seit Tagen möchte ich hier etwas schreiben, komme aber nicht dazu, aber jetzt. Ich habe Dut/Maulbeeren so lange nicht gegessen, weil es sie hier auch nicht zu kaufen gibt. Doch letzten Monat in der Türkei habe ich mich auf sie gestürzt - so lecker. Ich wusste nicht, das Maulbeeren auch hier reifen können, ich werde mich umgehend umschauen ob ich ein Bäumchen/Pflänzchen etc. finde. Ganz liebe Grüße ....

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    1. Ich habe vergessen zu schreiben, dass ich Maulbeeren auch mit meiner Kindheit verbinde. Mein Opa hatte in seinem Garten einen Maulbeerbaum und mein Bruder und ich haben um die Wette gegessen. Wir haben uns stundenlang auf dem Baum aufgehalten - das gehört zu meinen Kindheitserinnerungen an die Heimat.

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