05 Mai 2015

Stark

"Mama, heute war kein guter Tag!"

"Was ist passiert?"

"Ich glaube, die Lehrer sind mit dem falschen Bein aufgestanden! In letzter Zeit wird mit jedem nur gemeckert. Ständig wird einem vorgeworfen, was man falsch macht. Keiner sagt mal ein freundliches Wort. Ich glaube, das Schuljahr muß ganz schnell zu Ende gehen. Aber weißt du, Mama, wenn sie so mit mir reden sollten, dann lasse ich das nicht in meinen Körper hinein. Ich lasse das nicht an mein Herz ran."

Kommentare:

  1. sehr klug! ja, es gibt so zeiten, da sollten die ohren oder zumindest das herz auf durchzug gestellt sein ;)
    herzliche grüße
    dania - oh, hab ich dir zu deinem unglaublich schönen frida-post eigentlich etwas geschrieben? nein? herrje, mich hat die geschichte so berührt! du solltest mehr solcher geschichten aufschreiben - sie alle zusammen würden ein so ein schönes buch ergeben!!!

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  2. Oh wie toll gesagt und gemerkt! Da müsste ich mir von Deinem Sohn doch glatt ne Scheibe abschneiden, wie man bei uns so sagt :-)
    liebe Grüße! Petra

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  3. alle achtung! da hat jemand bei der kindererziehung wohl ganz viel richtig gemacht! denn von allein werden kinder nicht so stark!
    lieben gruß, susi

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  4. Das waren auch meine Gedanken - da wächst etwas, weiter, über Generationen - bestimmt.
    Euch allen gute Zeiten, Birgit

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  5. was für einen starken und klugen Sohn Du hast! Und wie traurig, dass Kinder sich so verschließen müssen in Lernsituationen, wo sie sich doch eigentlich öffnen müssten. Haben die "Erzieher" noch nicht mitbekommen, dass lernen nur funktioniert, wenn Mensch sich wohl fühlt?
    Sei lieb gegrüßt von lisa

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  6. Genau das habe ich damals in der Reha begriffen (und versuche es nun immer besser zu üben): dass ich bestimmte negative Gefühle zwar nicht vermeiden kann und auch gar nicht soll - im Gegenteil, es ist wichtig sie zu spüren - , dass ich sie aber nicht "in meinen Körper" hineinlassen muss! D.h. nicht die Schultern hochziehen, den Bauch anspannen, den Kopf einziehen, flach atmen usw., sondern mich trotz Ärger, Wut, Schuld- oder Schamgefühlen körperlich entspannen, durchlässig bleiben, die Gefühle nicht festhalten, sondern sie auch wieder gehen lassen. Alles wahrnehmen, ja, aber sich nicht alles "zu Herzen nehmen".
    (Wenn ich das nur auch mal so früh gelernt hätte wie dein Sohn...)! :-)

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  7. Sehr gut! Dein Kleiner hat das richtig begriffen, wie man es machen muss! Da hat er aber eine erstaunliche innere Größe! Hoffentlich gelingt es ihm....aber vielleicht kann man den Lehrer noch mal ansprechen...?
    Gros bisou
    Sandra

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    1. Liebe Sandra, selbstverständlich hat es Gespräche gegeben und gibt sie gelegentlich noch. Ich habe den Eindruck, daß die Nerven so kurz vor Ende der Grundschulzeit auf allen Seiten aufgerieben sind. Eines wird aber gelegentlich deutlich: auch Lehrer sind Menschen und haben ihre Belastungsgrenzen. Die Lehrer an der Grundschule habe ich bislang als sehr engagiert kennengelernt. Natürlich hat es hier und da mal Ereignisse gegeben, die ich hinterfragen mußte. Es hat fruchtbare Gespräche gegeben, und im Großen und Ganzen gibt es nicht viel zu bekritteln. Die fruchtbaren Gespräche gibt es übrigens auch immer wieder hier. Ich selbst bin beeindruckt, wie die Söhne mit weniger guten Tagen umgehen.
      Liebe Grüße.

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  8. Ist das nicht herrlich. Richtig ergreifend finde ich das.
    Einen schlauen Sohn hast du da und nun hoffe ich, dass die Umsetzung gut klappt
    (klappt bei mir leider nicht so richtig gut).
    Liebe Grüße
    Jutta

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