18 Oktober 2014

Absolut berechnend, oder Big Data kennt dich besser als du denkst

Seit etwas über drei Jahren blogge ich und habe aus unterschiedlichsten Gründen heraus, Freude daran es zu tun.  Allerdings gebe ich zu, daß ich auch stets Bauchschmerzen dabei habe. Irgendwo auf meinem Blog merkte ich mal an, daß ich bezüglich des Schreibens stets das Gefühl habe, mit angezogener Handbremse zu fahren. In immer kürzer werdenden Abständen denke ich ernsthaft darüber nach, mit dem Bloggen aufzuhören. Warum das so ist, das möchte ich euch hier gerne erläutern. Und das liegt gewiß nicht daran, daß mir die Themen ausgehen könnten. Ganz und garnicht!

Niemandem dürfte inzwischen verborgen geblieben sein, welche außerordentlichen Datenspuren wir allesamt (ob mit oder ohne Blog) im Alltag hinterlassen. Sei es beim Einkaufen mit EC-Karte, beim Sammeln diverser Payback-Punkte, bei Einkäufen im Internet, beim Surfen oder Googeln, bei der Nutzung von WhatsApp, oder der Nutzung von kostenlosen Software-Programmen, als Mitglied von Facebook und anderen sozialen Netzwerken, bei der Nutzung von Handys, Smartphones etc.  - mal ganz abgesehen von Daten, die man bei Behörden hinterläßt. Einzelne Datenfragmente sind ähnlich einzelner Teile eines Puzzles uninteressant. Zusammengeführt aber ergeben sie durchaus ein aufschlußreiches Ganzes.




"Alles harmlos!", denken immer noch bedenklich viele Menschen. Was soll schon großartig geschehen, wenn man hier und da einpaar persönliche Daten von sich preis gibt. Und wer bitte soll die alle sammeln und hat die Zeit das alles zusammen zu führen?? Wofür??? Auch schrieb mir mal Jemand in jüngster Vergangenheit zu Amazon: "Amazon sucks!" Nun, auch Amazon sammelt munter Daten.

In einem Forum las ich ganz ähnliche Fragen. Daten sammeln nahezu ausnahmslos alle. Wer liest schon das Kleingedruckte überall genau durch und versteht das auch ganz genau so, wie es gemeint ist. Ich wette, die meisten gehen auf "Akzeptieren" und klicken einfach weiter.

Natürlich sitzt da nicht irgendwo jemand in einem Kämmerlein und legt ein Dossier über einen an. Das wäre nicht zu schaffen, und es ist auch nicht vonnöten. Denn das geht wunderbar mittels Algorithmen und Hochleistungscomputern. Das Alles stellt überhaupt kein Problem dar und findet in vielen Bereichen schon lange seine Anwendung.

Für all jene, die sich ebenso für diese Thematik interessieren habe ich folgende Links zusammen gestellt. Liest es euch durch und staunt, was heute schon alles geht, und wie "nackig" wir uns auch noch ganz freiwillig machen.

Hier und

Ist `ne Menge, ich weiß… Aber, wenn man schon Daten hinterläßt, sollte man nicht so blauäugig sein und darum wissen. Jedes Mal, wenn einer über Google surft, sich per Handy einloggt, mit Kreditkarte einkauft, etwas ins Netz lädt, produzieren wir Daten. Wer zumindest nicht möchte, daß Google über jede seiner Suchmasken informiert ist, der kann auch diese Suchmaschine nutzen, denn die speichert all das nicht: https://duckduckgo.com/ und gibt nur im Falle dessen, daß ihr kriminell werden solltet, Info’s an Polizei und andere Staatsdienstler aus.
 

Mich interessiert sehr, wie eure Meinung dazu ist. Hat das Auswirkungen auf eure Blog-Beiträge? Könnt ihr ungehemmt und frei von der Leber weg schreiben?

In meinem Fall ist das schon so, daß dieses Wissen mich beeinflußt. Und auch wenn ich zu sehr netten Kontakten über meinen Blog gekommen bin, bin ich nicht naiv genug zu glauben, daß da draußen nur nette Menschen sind und durchaus auch ganz andere hier unerkannt mitlesen.
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Seit über einem Jahr möchte ich gerne über unsere Anfänge in Deutschland schreiben. So oft habe ich schon einen Anfang versucht, weil ich es für wichtig erachte einen Blick in jene Zeiten zurück zu werfen, von denen heute kaum noch jemand etwas weiß. Ich drehe und winde mich. Bisher tue ich mich schwer damit, weil ich kaum damit beginnend spüre, wie sich eine innere Zensur einschaltet, die das Ergebnis verfälscht. Und so lange ich nicht schreiben kann, wie ich schreiben möchte, habe ich es vorgezogen es garnicht zu tun. Noch habe ich nicht ganz genau durchschaut, wie das gehen könnte (und ob das überhaupt möglich ist) nur einer gezielten Leserschaft bestimmte Posts zugänglich zu machen. Hilfreiche Tipps nehme ich gerne entgegen. 

Wir alle können uns nicht aus diesem Leben stehlen, sollten aber darum wissen, was in der Praxis längst angewendet wird.

Kommentare:

  1. Ich bin den Links noch nicht gefolgt. Dass wir ausspioniert werden "ohne Ende", ist doch eigentlich den meisten klar. Wie weit das inzwischen geht, weiß ich nicht, vermutlich sehr weit. Deshalb fühlt sich das ähnlich, wie bei Dir an. Ich würde gerne über die realen Verhältnisse hier schreiben, doch nobody knows, wer das dann liest. Wäre ich an Deiner Stelle würde ich unbedingt dem Bauchgefühl folgen.

    Grüß Dich herzlich aus Schweden
    Beate

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  2. Ich hab gestern schon angefangen hier den Post zu lesen. Alle Links sind durch ... nein, ich bin nicht überrascht, schockiert .... es war mir bewusst.
    Ja, es geht mir wie Dir. Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, ich tu es nicht ... aus den Gründen, die Du und auch die Links hier aufzeigen.
    So ab und zu hüpfe ich dann über meine Bedenken, vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an das grosse Thema "Schule" damals vor drei Jahren. Es war so erschreckend was meinem Kind damals passiert ist. Und dann hab ich doch ein paar Wochen später einige der sehr offenen Posts wieder gelöscht....
    Mein Grosser ist psyhisch krank. Auch das erzähle ich nur eingeschränkt. Manchmal würde ich mir gerne mehr von der Seele schreiben, hätte gerne Eure Ideen, Meinungen einfach Rückmeldungen dazu ... aber da stell ich nicht nur vom Grossen, sondern auch von seinem Umfelt viel in die Öffentlichkeit ... und dann? Es hält mich etwas zurück es zu tun ....
    Ja, das Wissen beeinflusst. Was tun ... ich weiss es nicht.
    liebe Grüsse, einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Elisabeth

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  3. Liebe Pünktchen ! Ja, das kenne ich. Durchaus habe ich schon einige Male erwogen, den Blog zu schließen... eben wegen jener angezogenen Handbremse, weil man eben nicht offen schreiben kann oder will. Nach längerem Überlegen habe ich mich entschlossen, weiterzumachen. Der Blog ist wie ein erstes Kennenlernen, ein Einblick, wer mehr errfahren möchte, mit wem es Gemeinsamkeiten gibt, ich denke da findet man sich auf privater Ebene, außerhalb ds Blogs. Sehr private Dinge tausche ich deshalb mit Bloggerbekanntschaften auf anderen Wegen aus. Es sind nicht viele, aber die möchte ich auch nicht missen. Ein wichtiges Kriterium , was ich schreibe und was nicht ist die Frage : würde mich der Blog bei einer Bewerbung um eine von mir gewünschte Arbeitsstelle eher unterstützen? wäre es in Ordnung, wenn ein potentieller Arbeitgeber ihn lesen würde ? Wie ist es mit Menschen, denen ich nicht mehr persönlich begegnen will, etwa weil unsere gemeinsame Geschichte negativ verlaufen ist ? Verletzte ich die Persönlichkeitsrechte anderer ? Solche Fragen habe ich immer im Hinterkopf.
    Auf der anderen Seite ist mir der Blog Hilfe zur Entwicklung und einen Möglichkeit mein Tun auch kritisch zu reflektieren. Das möchte ich ebenfalls nicht missen.
    Was die Algorithmen angeht :
    Mit einem Werbeblocker auf dem Email-Programm, konsquenter Nichtachtung von Werbung und regelmässiger Abmeldung von Newslettern ist die Werbefluterheblich geringer geworden, auch weil wir eine geschützte Suchmaschine nutzen.
    Insgesamt ist mir das Internet einen wertvolle Quelle der Kommunikation und Inspiration, ich bin dankbar für die Offenheit mit der manche Bloggerinnen schreiben, finde mich darin wieder und lerne unendlich viel. Deshalb mache ich weiter.
    Und letzlich gibt es ja auch noch die Möglichkeit, einen Blog privat zu stellen. Entweder parallel zum öffentlichen Blog oder stattdessen. Allerdings sind die Daten zwar nicht öffenlich einsehbar sind, werden aber dennoch gesammelt und verwertet.

    Sei lieb gegrüsst Gitta


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    1. ja, und auch die vielen Flüchtigkeitsfehler.... für die Ewigkeit !

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  4. Liebe Beate, Elisabeth und Gitta,
    herzlichen Dank für eure Meinungen. Schade, daß alle anderen, die hier auch reichlich und regelmäßig lesen sich so bedeckt halten. Auch ihre Meinung hätte mich sehr interessiert. Ich weiß genau, wer hier wann vorbei schaut. Datenspuren gibt es auch hier...

    Bleibt der Blog, bleibt neben guten Gefühlen auch einiges an Unguten. Wir werden sehen.

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  5. Liebe Pünktchen,
    Danke für den Artikel! Ich habe noch nicht alle Links gelesen, aber sie scheinen mir echt aufschlussreich! Ich fürchte vor allem eine Gefahr für die Jugendlichen, die ständig auf facebook oder whatsapp unterwegs sind! Nach der Geschichte mit der schwa geren Tochter werde ich mal wieder bar bezahlen, im Supermarkt meines "ent"trauens!
    Dass ich nicht mehr blogge, liegt am Zeitmangel! Deinen Blog lese ich aber immer noch gerne und ich bitte dich hiermit, nicht aufzuhören!
    Ich war schon lange auf der Suche nach so einer Suchmaschine, danke auch dafür!
    Gros bisou
    Sandra

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  6. Hallo du Liebe,

    ich gebe an diese Stelle zu, dass ich keinen deiner Links gelesen habe und wahrscheinlich auch ein "bisschen" naiv bin, aber ich schreib jetzt trotzdem einen Kommentar :-)
    Ich habe keine fertige Meinung zu diesem Thema. Mir schwirrt es auch immer wieder im Kopf herum. Wer mich regelmäßig liest, weiß, dass ich ziemlich offen über alles mögliche schreibe. Ich bin mir sicher, dass diese Art Offenheit für manche total abwegig ist.
    Bisher halte ich es so: Ich bewege mich in meinem Blog so, wie ich mich in der nichtvirtuellen Öffentlichkeit auch bewegen würde. Ich versuche, meine Kinder, meine Familie und alle Themen, über die ich schreibe, mit Wertschätzung zu behandeln. Ich hoffe immer, dass mir das auch gelingt.
    Im Moment konzentriere ich mich auf die positiven Seiten, die diese Offenheit hat: der Austausch, die Gemeinschaft, eine Ehrlichkeit, die andere ermutigen kann.
    Ach, da gäbe es noch so viel zu sagen und zu diskutieren... aber es ist spät, und ich wollte hauptsächlich einfach noch mal sagen, dass ich deine Offenheit zu schätzen weiß und ermutigend finde! Du hast eine schöne Art zu schreiben!
    Liebste Grüße zu dir!
    Steffi



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  7. Anonym21.10.14

    Hallo Pünktchen,
    danke fuer diesen Beitrag. Ja ich lese hier wahnsinnig gerne mit weil ich eine grosse Verbundenheit mit euch spuere und ich ja auch meine eigene Tuerkeigeschichte habe.
    Ich wuerde sehr gerne eure Gesichter sehen aber ich finde es sehr gut dass Du nicht so viel zeigst. Ja es werden unbemerkt viel zu viel Daten gesammelt. Ich bin da sehr zurueckhaltend und bin nicht mal bei Facebook. Ich finde es gar nicht in Ordnung dass z.B. oeffentlich rechtliche Stellen wie Polizei oder Fernsehsender Facebook verwenden.
    Gut kann ich mich noch erinnern dass damals in den 80er-Jahren stark dagegen protestiert wurde dass so viel Daten gesammelt werden sollten. Heute werden viel mehr Informationen freiwillig ohne mit der Wimper zu zucken rausgegeben.
    Ueber eure Anfaenge in Deutschland wuerde ich wahnsinnig gerne lesen.
    Was Du ggf. machen kannst einzelne Beitraege per Passwort zu schuetzen dass sie nicht allen Lesern zugaengig sind.
    Danke fuer die ganzen Beitraege.
    Gruesse Defne
    (derzeit Tuerkei)

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  8. Liebe Sandra, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich habe schon vor Jahren aufgehört, mit Kreditkarten zu zahlen, Facebook etc. garnicht erst zu nutzen, aaaaber ich habe einen Blog ;-).
    Liebe Steffi, ich lese so gerne bei dir, weil du das auf eine so lebendig frische und freche Art tust, daß ich garnicht anders kann. Ich handhabe das eigentlich auch so wie du: Ich gebe in meinem Blog nicht vor etwas zu sein, was ich im realen Leben nicht bin. Und doch stört mich diese Datensammelei massiv. Denn in meinem realen Leben spioniert mich auch niemand aus und erstellt ein Verhaltensprofil über mich. Solltest du irgendwann Zeit finden, schau dir wenigstens die ersten zwei Links an: das eine ist nur zum Gucken und Hören (geht auch, wenn man müde auf der Couch rumhängt ;-)), das andere eine Überschaubare Menge zu Lesen.
    Liebe Defne, vielen Dank auch für deine Meinung! Ich freue mich immer sehr, wenn hier auch Landsleute mitlesen. Was die passwortgeschützten Beiträge angeht, sehe ich das genau so, wie Gitta das bereits angemerkt hat: Die Sachen sind zwar nicht für Jedermann zugänglich, aber sie werden dennoch "verwurstet". Das alles ist ganz gewiß nicht harmlos und man tut ein Gutes daran, sensibel mit seinen Daten zu sein.

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  9. ich lese deinen eintrag erste heute, und hm ja, das ist schwierig.
    da mir aber die lust am bloggen größer ist als der frust, handhabe ich es wie meine vorschreiberinnen auch: vorsichtig, nicht bloßstellend, selektiv. mein blog stellt nicht mein ganzes leben dar, verfälscht aber auch nicht, und manches schreib ich nicht, weil es zu persönlich wäre, oder ich schreib nur in andeutungen,so, daß ich selbst es später wiedererkennen kann (im sinne eines tagebuches).

    ich fühle mich dabei aber nicht "mit angezogener handbremse", weil es mein eigeninteresse ist, meine privatsphäre zu schützen. mir schreibt ja keineR vor, daß ich das tun soll, ich will das ja selbst. (mist, ich kann das schlecht ausdrücken. vielleicht versteht ihr das ja trotzdem.)

    ja, und außerdem schreibe ich komplett anonym, jedenfalls für leserInnen (irgendwo bei google muß mensch sich ja mit ein paar daten anmelden, aber da geb ich nur das notwendigste preis).

    nur tagebuch zu schreiben wäre keine alternative, da würde mir die rückmeldung - und ist sie auch nur gering - fehlen.

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    1. Ich verstehe durchaus, was du meinst. Und auch ich schreibe anonym - wenn auch einige wenige wissen, wer hinter meinem Blog steht. Und dennoch stört es mich, daß es ein Klacks wäre, mittels der Datenanalyse genau das heraus zu bekommen. Vielen Dank für deine Meinung.

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  10. Hallo Pünktchen,

    Ich kenne Deinen Blog noch nicht lange, lese ihn aber sehr gern. Die Datensammelwut von Google, Amazon, Fratzenbuch, Regierungen (eigenen und fremden) usw. ist mir nicht fremd… sollte spätestens nach der Edward-Snowden-Geschichte aber sowieso jedem Menschen bekannt sein. Das kann man mögen oder auch nicht - vermeiden geht in der heutigen Zeit nicht mehr. Wer sich ins Internet begibt, hinterlässt Spuren. Andererseits ist gerade das Internet eine großartige Erfindung, Menschen zu erreichen, zu verbinden, die es nie geschafft hätten, Kontakt zueinander aufzubauen. Sei es in Chatrooms, durch Blogs, durch Online-Spiele… Auch bietet das Internet Wissen, Informationen (sogar solche, die eigentlich unter Verschluss gehalten werden sollten). Ideal, um zu recherchieren, über das Zeitungsniveau hinauszublicken, zu sehen, dass die Welt nicht nur schwarz-weiß ist, sondern unerhört viel Grau enthält.

    Ich weiß nicht mehr, wem dieses Zitat zu verdanken ist, aber ein weiser Mann sagte einst: die beste Form der Zensur sind die Menschen selbst. Sie zensieren sich, verändern ihre Aussagen, ihre Meinungen, ihre Stimmen. Um keine Probleme zu bekommen - klar. Aber eigentlich beginnt hier die Aufgabe der Freiheit.

    Ich schreibe selbst (seit kurzer Zeit) einen Blog und vermeide dort gewisse Themen - aber nicht aus Datenschutzgründen, sondern weil ich "schriftstellerisch" einfach keinen Zugang dazu habe (vielleicht ändert sich das noch?) und noch in der Blog-Experimentierphase stecke. Ich habe Hochachtung vor jenen Blogschreibern, die sich keine Grenzen setzen. Vielen verdanke ich einen anderen Blickwinkel oder Bestätigung. Bei vielen denke ich "Schwachsinn!" (wenn z.B. Quantenphysik als Erklärung für Quantenheilung herhalten muss o.ä.). Aber alles in Allem genieße ich die Freiheit, lesen zu können, was ich will und alle Meinungen zu allen Themen zu "hören" (ist ja eigentlich auch ein "lesen"). Unabhängig davon, ob ich diese Meinungen teile oder nicht. Es kann sogar spannend sein, Ansichten kennen zu lernen, die ich nicht teile.

    Was den Alltag betrifft, so finde ich, dass jeder Mensch die Eigenverantwortung hat, sich zu bilden (was geschieht, wie es geschieht; z.B. die Datenklauerei) und dementsprechend zu handeln. Ich habe keinen Facebookaccount, nutze aber aus Effizienzgründen Google.
    Meine Daten werden gesammelt, ob ich will oder nicht.
    Was ich derzeit nicht will, ist auf die Vorteile des Internets zu verzichten. Auch ich sammle :) Genausowenig möchte ich mir selbst das Schreiben/Denken/Reden verbieten (lassen). Ich bin da sehr rational. Eigenverantwortung ist das Wort. Deshalb überlege ich, wiege Kosten und Nutzen ab und entscheide dann. Vieles schmeckt mir nicht. Aber ich kann mich (aus gewissen Gründen) damit arrangieren.

    Alles Liebe,

    Mina

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    1. Liebe Mina, vielen herzlichen Dank auch für deine Meinung. Der eine sieht es so, der andere anders - wie es im Leben eben so ist. Auch wenn es mir schwer fällt, werde ich manches in meinem Konsumverhalten, was Internet angeht, ändern und mich bequemen Verlockungen weiterhin nicht hingeben. Lieben Gruß.

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    2. Ergänzung:
      Ich habe leider völlig vergessen, auf die Frage "Vorschläge" zu antworten und Du warst mit Deiner Antwort schneller...
      Ich weiß natürlich nicht, wie selbstverständlich Verschlüsselung für Dich ist - in meinem Studiengang ist das seit Jahren immer wieder mal Thema, sodass ich niemanden kenne, der seien Daten nicht verschlüsselt.
      Was Du (auch als Laie auf dem Gebiet problemlos) verwenden kannst, um mehr Anonymität zu "gewinnen" (leider z.T. beschränkt), sind Anonymisierungsprogramme.

      1. TOR/Tor - Achtung dabei: wenn Du damit auf die private Mailadresse zugreifst, ist klar, wer Du bist. Ansonsten wird die Geschwindigkeit, mit der Seiten geladen werden, gedrosselt.
      2.ssl-Verschlüsselung (z.T. obligat, Du kannst Dein Emailprogramm überprüfen, ob es verschlüsselt): meiner Ansicht nach bringt das nicht mehr viel, weil es für Geheimdienste Schlupflöcher gibt.
      3. tshark
      4. anonymouse (!!!) Auf der Seite gibt es süße, aber sehr gute und klare Erklärung, was Trackingprogramme sind. Funktioniert angeblich nicht gut (habe ich nicht überprüft)
      Was (anderen Berichten zufolge) gut arbeitet, ist das Programm "Zfreez.com" bzw. "IPhider.org".
      5. Ghostery (verhindert z.B. dass Google Analytics Dein Surfverhalten aufzeichnet): verwende ich selber ständig, man sieht dabei auf jeder Seite, die man aufruft, welche Programme hier gern speichern würden, dass Du da bist - Ghostery verhindert dieses "tracking-Verhalten". Kann bei Bedarf an- oder ausgestellt werden.
      Achtung: manchmal funktionieren Seiten dann nicht richtig.
      6. http://wiki.ubuntuusers.de/Sicherheit/Anonym_Surfen Dieser Link ist (je nach Vorkenntnissen) einsteigerfreundlich und erklärt ganz gut, was zum anonymen Surfen dazugehört.
      Duckduckgo hast Du selbst schon erwähnt - leider für meine Bedürfnisse (Studium, Fachliteratur) zu ineffizient, dürfte für den Hausgebrauch aber ganz gute Dienste leisten.

      Liebe Grüße ;)

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    3. Danke für die detailreiche Auflistung, Mina. Manches war mir bekannt, anderes nicht. Ich werde mich damit befassen müssen. Lieben Gruß.

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