08 September 2014

Gemischte Gefühle, oder Spaß, Chaos, Klassenfahrt

 

Ein wunderschönes Wochenende liegt hinter uns, an dem wir den Geburtstag von Sohn2 gefeiert haben, einen wunderbar sommerlichen Abend in der Stadt erleben durften (beinahe wie im Süden war's), als wir ein neues Restaurant ausprobiert haben. Ein allerletztes Mal waren wir im Freibad schwimmen, bis sich die Pforten bis zum nächsten Jahr geschlossen haben. Ein Wimpernschlag weiter und Sohn1 befindet sich beinahe am Ende der Grundschulzeit. Wieder einmal fassungslos nehme ich das zur Kenntnis. In der vergangenen Woche haben wir gemeinsam seine Reisetasche gepackt. In den letzten Tagen kamen immer wieder Anmerkungen wie: "Mama, irgendwie vermisse ich euch jetzt schon..." Ich sprach ihm gut zu, malte aus, was sie dort alles an schönen und aufregenden Dingen machen werden und erzählte ihm schmunzelnd, daß schon ich in meinem gefühlt vorigen Leben in genau dem selben Schullandheim auf Klassenfahrt war. Alles war gut soweit, bis ich am Abend zur Ruhe kam. Da flossen dann doch einpaar Tränen. Mein Junge ist das erste Mal weg von zu Hause, getrennt von seiner Familie. Ich setzte mich hin und schrieb ihm einen liebevollen Brief, gespickt mit einem Mini-Täfelchen Schokolade, den ich heimlich in seinen Rucksack steckte. Sie werden reifen an dieser Klassenfahrt, so wie wir Eltern wieder ein Stückchen mehr loslassen müssen.

Am Bus selbst ein Gewimmel von Kindern, geschäftige Lehrkräfte, aufgeregte Zurufe, immer mehr verstummende Mütter und Kinder, in der Menge den letzten Blick zueinander suchend. Vereinzelt Väter, die zumindest dem äußeren Anschein nach sich von der Abschiedsszenerie völlig unbeeindruckt zeigen. Man kann in Menschen nicht hinein sehen, aber in solchen Momenten wäre ich manchmal gern ein Mann.

Sein Klassenlehrer und drei Lehrerinnen werden diese Tage gemeinsam stemmen. Lehrer, wie man sie sich nicht engagierter und besser wünschen kann. Alle miteinander haben sie meine Hochachtung.

Sohn2 sieht alles recht pragmatisch: "Mama, es ist schon komisch irgendwie, aber jetzt gibt es auch keinen Streit."

 
Über das unsichtbare Band hatte ich schon einmal geschrieben. Sichtbare habe ich von den Söhnen bekommen. Ich trage sie gerne, diese kunterbunten Dinger, die sie mit flinken Fingern hergestellt haben. Sie zu sehen tut mir einfach nur gut momentan.





Kommentare:

  1. Oh je, eine verwaiste Mama! Die Karte, die mir die Tochter von ihrer 1. Fahrt ( 6 Wochen nach Eintritt in die Schule ) schickte, zierte ein trauriges Kind hinter einem Baum versteckt. Ich hab sie immer noch. - Wo ich jetzt bei dir lese, wie schwer es dem Sohn fiel wegzufahren und wie es dir geht, frage ich mich, warum Eltern Lehrer immer so sehr damit bedrängen, auf Klassenfahrt zu gehen. ( Bei mir war das EINES der Tröpfchen, die bei mir das Fass zum Überlaufen brachten...).
    Ich wünsche dir und Sohn 2 viele Ideen, was ihr nur zu ZWEIT machen könnt.
    Alles Liebe!
    Astrid

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  2. Ja, das Loslassen. Noch lange, wenn nicht immer wird es Thema sein, wenn die Kinder größer werden und schliesslich erwachsen sind. Aber da gibt es auch immer wieder diese unbändige Freude und den großen Stolz, wenn man sieht, daß alle Bemühungen, all die Liebe der vergangen Jahre ein wunderbares Ergebnis zustande gebracht haben.
    Ich wünsche Dir viel glück und Spaß damit. Und vor allem das Gefühl, mitten im Leben zu stehen. LG Gitta

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  3. Das hört sich wirklich nach einem wunderschönen Wochenende an. Alles Gute für den Sohnemann!

    Dieser Beitrag hat mich jetzt an diesen hier erinnert, den ich mal geschrieben hatte...lang ist's her, musste jetzt so schmunzeln. Also, wenn Du was lustiges lesen möchtest, klicke es mal an:)
    So süß, dass mit dem Brief und der Schokolade, er hat sich bestimmt sehr gefreut und es hat ihm mit Sicherheit ziemlich gut getan...

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  4. Ja, das Loslassen ist nicht leicht. Wobei es mir beim Kleinen, glaube ich, schwerer fällt/fallen wird, denn meine Große ist ja eben "Die Große". Außerdem ist sie eine kleine Abenteurerin und ist gerne weg. Ganz anders da "der Kleine", der ist am liebsten Zuhause.
    Ich bin gespannt, was da noch alles auf mich zukommen wird.
    Dir eine schöne und intensive Zeit mit deinem Kleinen (ich finde das eigentlich ganz schön, mal nur mit einem Kind zusammenzusein und ich habe immer das Gefühl, die Kinder genießen das auch)
    Schöne Grüße
    Jutta

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  5. Auf und ab .... der Gefühle. Ich wünsche Dir Stunden die Dir guttun. Vertrauen, dass der Sohn wächst mit den neuen Erlebnissen.
    Ich verstehe dich so gut
    Schön liest sich das Erlebte vom Wochenende. "Alles Gute" auch von mir nachträglich fürs Geburtstagskind
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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