06 Juni 2014

Unterhaltungsprogramm, oder immer so weiter...

 

Gerade mal wenige Tage sind diese Bilder alt. Meine Familie und ich, wir haben Ewigkeiten am Küchenfenster geklebt, und haben den Vogel-Eltern bei der Fütterung ihrer lärmenden Brut im Stakkato zugesehen. Nicht zu sehen auf diesen Bildern ist Kater Mautz. Der gehörte zum „Bodenpersonal“ und man mußte von seinem Dauergucken in die Luft bald einen steifen Nacken befürchten. Aber der Vogelfamilie konnte er nichts anhaben. Das Gewächs an der Hauswand hat ähnlich mächtige Dornen wie seine Krallen – keine Chance für Mautz, ein ungestörter Friedenspalast für die Vogelfamilie.


Unmengen von Raupen wurden in kürzester Zeit immer wieder abwechselnd, von den ohne Unterlaß hin- und her fliegenden Eltern, in weit aufgerissene Schlunde gestopft.

 

Unermüdlich ging das über den ganzen Tag so. Wir haben wirklich nahezu alles ruhen lassen und haben gebannt dem Szenario beigewohnt – das war besser als jedes TV-Programm es je sein könnte.


„Mama, so wie ihr und Dede immer für uns da seid, so sind die Vogeleltern für ihre Babies da“, spricht Sohn1. „Ja, das stimmt! Und so werdet auch ihr eines Tages alles in eurer Macht stehende für eure Familien tun“, sage ich.

„Und so geht das immer weiter und weiter…“, sinniert der Sohn.  

Den ganzen Tag bis zum Abend setzt sich das Schauspiel vor dem Küchenfenster noch fort. Plötzlich rufen die kleinen Herren ganz aufgeregt, so daß sich unsere Familie erneut in der Küche wieder findet. Man versteht kein Wort, so aufgeregt plappern sie durcheinander… Inzwischen ist es Abend geworden, und ich sehe draußen nur Etwas ungelenk umherflattern. Als ich rausgehe sehe ich es dann ganz deutlich: der kleine Piepmatz hat es bis zur Regenrinne geschafft und plumpst auch sogleich hinein. Wir sind schier entzückt und ganz stumm geworden mit einem Mal.

 
„Mama, irgendwie schade und traurig, daß sie jetzt aus dem Nest sind die kleinen Vögelchen…Gehen sie wieder da rein?“ „Nein, wenn sie einmal das Nest verlassen haben, gehen sie eigene Wege. Und du hast recht: das leere Nest wirkt traurig so leer, sage ich. Aber, wenn man die Kleinen fliegen sieht, dann ist das rührend -  im wahrsten Sinne des Wortes beflügelnd, nicht wahr?!“. Und unauffällig wische ich mir einpaar Tränen aus den Augenwinkeln.…


Kommentare:

  1. :-) Ach ja... :-( ach ja... :-) hmmm... :-( ... :-) :-)

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  2. Übrigens genial, wie du den kleinen Nimmersatt erwischt hast, mit vollem Schnabel weiterschreiend!

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  3. piep. Es ist rührend. Und sehr großartig. Das Leben lebt und lebt und wir halten es nicht auf. Gott sei Dank. Was für ein Geschenk, daran Teil zu haben!
    Herzensgrüße
    Lisa

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  4. So schöne Bilder...und so schön erzählt.... hach...

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  5. so schöne Bilder und Deine Erzählung auch. Danke Dir.
    Ach ja, bei den Menschen ist es nicht viel anders ... wenn die Kinder flügge sind verlassen sie das Elternhaus.
    Manchmal, ja manchmal kommt eines zurück ... für kurze Zeit
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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