29 November 2013

"Güle güle kullan!", oder Wendetasche für eine frisch gebackene Mama


Eine große Wendetasche. Auf der einen Seite Baumwolle mit einer kleinen Applikation, auf der anderen Leinen. Die Henkel extra lang, damit man sie auch quer um den Hals tragen kann. Sehr nützlich und angenehm beim Fahrradfahren, wenn einem nicht ständig die Träger von den Schultern rutschen dürfen.


Meine Tasche ist in ständigem Dauergebrauch. Es paßt sehr viel hinein. Diese hier ging kürzlich an eine frisch gebackene Mama, die als sie meine Tasche sah sprach: "Oh, genau so eine Tasche könnte ich jetzt wirklich gut gebrauchen...!"


Jetzt hat sie eine ;-).

Bei uns im Türkischen sagt man: "Güle güle kullan!", was soviel heißt wie "Benutze es lachend!" In diesem Sinne, liebe S.: Benutze es lachend...

27 November 2013

In weiser Voraussicht


Hier reißen die Krankheitstage der Kinder nicht ab. Als hätte ich es geahnt, haben wir bereits vor einiger Zeit  damit  begonnen, kleine  Weihnachtsgeschenke herzustellen. Solche Eichelkäppchenkerzen habe ich auf einigen Blogs gesehen, u.a. bei Frau Liebe. Nach dem Orkan haben wir von etlichen umgestürzten Bäumen die letzten Souvenirs eingesammelt und daraus diese schwimmenden Kerzchen hergestellt. Kann man gut mit Kindern machen. Unsere hatten eine ungefähre Brenndauer von 10-15 Minuten. Wir haben jeden Abend am Bett zwei, drei Kerzchen angezündet, so lange erzählt, bis sie nacheinander erloschen sind.


Um diese Kerzen herzustellen haben wir Backförmchen genommen, und diese ausgegossen. Nicht ganz so schlau, denn das Wachs hinterher von den Förmchen wieder zu entfernen war eine ganz besondere Sträflingsarbeit.


Aus den letzten Resten entstanden diese frei geformten Exemplare der kleinen Herren: Apfel/Birne? Egal. Für mich zu schade zum Abbrennen, aber spätestens in der Adventszeit sind sie fällig.


Ein blaues Paar Socken für den Großen ist zwischendurch entstanden. Zu meiner Verwunderung tragen sie nun gerne selbstgestrickte Socken und noch viel lieber Mützen... Ich frage nicht weiter, freue mich und versorge sie mit weiteren Modellen ;-). Und sonst noch?


Gaaaanz viel mit dem Kater geschmust. Er ist soooo toll!

25 November 2013

Physik zum Anfassen

Heute bei Glücksmomente gab es ein Rezept für Knabbergebäck. Das ist etwas, ganz nach meinem Geschmack. Was ich aber weitaus spannender fand, denn ich habe ja immer zwei neugierige, experimentierfreudige kleine Jungs im Hinterkopf, war ihr Hinweis auf einen Trick, wie man Eigelb von Eiweiß trennen kann. Und weil ich immer noch hin- und weg davon bin, möchte ich den entsprechenden Link aufgreifen und auch hier mit euch teilen.  

Heute gab's hier Rührei. Dafür muß man Eiweiß nicht von Eigelb trennen, aber wir haben es so lange gemacht, bis alle Eigelbe zerlaufen waren, und es am Ende in der Pfanne als Rührei wieder zusammen kam.

Sohn1 hat morgen vor, das seiner Klasse zu zeigen. Soll mal einer sagen, das Internet bilde einen nicht weiter ;-)...

24 November 2013

Geklärte Verhältnisse


Ein krankes Kind, mehrere durchwachte Nächte - alles anders. Und ich gebe zu, daß ich erst jetzt wieder langsam zu mir komme. Gestern hat mein Mann mir die Garantieunterlagen zu meiner Kamera unter die Nase gehalten, die ich verzweifelt gesucht habe - sie waren im Kühlschrank!! Soviel zu meinem derzeitigen Geisteszustand in Folge des Schlafdefizits... 

Tagsüber hat mich der Kater auf Trab gehalten. Rein, raus, rein, raus, fressen, noch mehr zu Fressen haben wollen, trotz unglaublicher Bettelmautzer nichts kriegen, Frußtgang auf's Katzenklo, erstaunliche Verdauung, beleidigt dösen, fressen wollen - kleines Leckerli, saufen, raus, schnell wieder rein. Verdammt, wo ist der Kater?! Haus absuchen - vom Keller angefangen (Wer hat die verdammte Tür aufgelassen??) durch alle Räume hindurch. Wo war er?! Im Wohnzimmer hinter dem Vorhang. Grrrr... Raus. Zwei Stunden später - kein Kater in Sicht. Fünf Stunden später - kein Kater in Sicht. Mit sinkenden Temperaturen steigende Nervosität. Neuneinhalb Stunden später höre ich etwas. Endlich! Begrüßung, fressen, saufen, zusammenkrümeln, Ruhe... So in etwa läuft es hier beinahe täglich ab. Das Kind ist zum Glück wieder genesen. "Mama, machst du mir so eine Mütze mit einem Riesenbommel dran?" Klaro ;-)... Anleitung dazu gibt's hier! 

In der Zwischenzeit habe ich mir von den verdutzten Erstbesitzern des Katers ein Schriftstück unterschreiben lassen, daß dieser (mit entsprechenden Fotos im Schriftstück belegt) nun in unseren Besitz übergegangen ist, und wir ab jetzt für ihn und seine Versorgung verantwortlich sind. Das Schriftstück beruhigt uns - schließlich haben wir kein Interesse daran, irgendwann einen Sorgerechtsstreit wegen des Katers zu führen ;-).

Etliche Arztbesuche weiter gab's den ersten Tierarzttermin. Mautz einen Abend vorher füttern, nach 19.00 Uhr nichts mehr... Hä?? Der hat doch seinen Termin zur Kastration erst um 15.00 Uhr des nächsten Tages. Das wären ja... viel zu viele Stunden ohne Fressen. Der holt mir die Tapeten von den Wänden. Sind die verrückt geworden?! Nach einigen Stunden ist doch alles Nahrung durch den Magen. Was soll er denn da noch erbrechen können? Aus dem Darm hoch hat's noch keiner geschafft. Erneuter Anruf in der Tierarztpraxis. Ich bin uneinsichtig. Bis Mitternacht darf er doch noch was kriegen. Schon besser! 

Mit irre schlechtem Gewissen gehe ich ins Bett. Wenn der arme Kerl wüßte, was ihm am nächsten Tag bevor steht. Och nee... Das nicht mehr kranke Kind läßt mich schlafen, dafür mein Gewissen nicht. Ich wälze mich unruhig durch die Nacht. 

Am nächsten morgen, Kinder sind schon weg, Kater guckt verdutzt dahin, wo sonst der Freßnapf steht. Mautzende Fragen über Fragen. Kein Fressen, Kater möchte raus. Darf nicht. Noch mehr Mautzen. Wie macht man dem jetzt klar, daß er noch sieben Stunden ohne Fressen vor sich hat, und ich ihn leider auch nicht rauslassen kann. Och nee...

Ich versuche ihn mit Schmuseeinheiten abzulenken. Funktioniert hervorragend - für eine Minute. Das Tier ist ja nicht blöd. Hat Hunger. Möchte raus. Geht beides nicht.

Der eigentlich Horror für mich beginnt, als ich ihn in den Katzentransporter setze und ihn mit den Jungs in die Praxis bringe. Er ist aufgebracht. 5-Kilogramm-Kater im Katzentransporter tobt im Auto. In der Praxis gibt das Tier Laute von sich, daß sich mir der Magen umdreht. Ich darf noch kurz mit rein. Ich streichle seine Wange durch den Netzeinsatz der Tasche. Er presst seinen Kopf gegen meine Hand. Sofort ist Ruhe. Das berührt mich in meinem tiefsten Innern. Die Tränen laufen. Und sofort fällt mir ein, warum ich mir im jugendlichen Alter schwor, nie mehr ein Haustier haben zu wollen. Zu groß ist die Trauer, wenn sie leiden. Zu groß, wenn das geliebte Tier irgendwann stirbt. Fluchtartig verlasse ich die Praxis und bin eine halbe Stunde zu früh wieder da. Da wird er gerade wach. 

Och Mautz, im Leben hätte ich dir das nicht angetan, aber wenn man weiß, wie exorbitant eure Vermehrung vonstatten geht, dann kann man das nicht einfach so hinnehmen. Beinahe wärest auch du im Tierheim gelandet. Es tut mir soooo leid, aber das mußte sein. 

Machen wir uns nichts vor: der Kater hat mächtig gelitten. Während der Narkose ist er auch noch gechippt worden, so daß man jederzeit seine Halter (uns) ermitteln kann. Zuhause torkelige erste Schritte. Stunden gezählt bis 19.30 Uhr. Halbe Stunde früher das erste Fressen gegeben. Tatsächlich ist es drin geblieben. Die Nacht auf dem Sofa mit dem Kater im Wohnzimmer verbracht, bei jedem Geräusch aufgesetzt und Köpfchen gestreichelt. Das war alles von Freitag auf Samstag.


Samstag morgen stürmische Liebesbekundungen, hach... Mit sicheren Schritten und gesegnetem Appetit gefressen, getrunken, sofort vor die Tür gegangen. Gemeinsam einen Kurzspaziergang gemacht. Demnächst wird es die Grundimpfungen geben.


Mit den Jungs Geschenkpapier für Weihnachtsgeschenke bedruckt (Kartoffeldruck).


Aus einer alten Decke, die ewig ungenutzt in einem Korb lagerte, einen kleinen Überwurf für die Lieblingssofa-Ecke von unserem neuen Familienmitglied genäht (ich kann mich schwer an die Katzenhaare da gewöhnen - auf dem Überwurf ist's besser). Inspiration geholt bei der von mir unendlich bewunderten Tante Rö...

16 November 2013

Die ersten Nächte mit Kater

 

Na, gespannt, wie die ersten Tage und Nächte mit dem Freigänger Mautz so verlaufen sind? Ich kann zufrieden sein: er ist ein wirklich pflegeleichtes Tier. Keine Randale. Er hat drei Lieblingsplätze, wo er sich nach seinen Streifzügen zum Ausruhen zurück zieht. Der eine Platz ist auf dem geflochtenen Stuhl an unserem Wohnzimmertisch, an dem wir manchmal sitzen und Hausaufgaben machen. Der nächste Platz ist auf einem Sofa. Der dritte befindet sich in einem Korb, der eigentlich dafür gedacht ist, Holzscheite durch die Gegend zu tragen ;-). Hier wetzt Mautz auch gerne seine Krallen. Oder er döst. Soooo süß!


Es gibt Räume, die sind für Mautz Tabu. Da werden die Türen geschlossen gehalten. Was den Kater für mich so besonders macht ist, daß er sich mit uns "unterhalten" kann. Wir verstehen einander. Das ist wiklich so. Trotz seiner Unkompliziertheit fühlt es sich für mich so an, als hätten wir nochmal ein Kleinkind bei uns. Wenn es abends ruhig wird, weil alle nach und nach auf der oberen Etage verschwinden, dann schaut er mich mit großen Augen an. Dann gibt's noch mehr Kuscheleinheiten, und ich schaue auch in der Nacht noch einige Male nach ihm, streichle ihn sacht. Dann hebt er kurz sein Köpfchen, schaut mich aus müden Augen an, macht einen ganz bestimmten Laut, und ich weiß, daß alles in Ordnung ist. 

Tagsüber kann ich mich kaum einen Schritt ohne ihn bewegen. Er ist immer bei mir. Die Jungs meinten schon, er sei mein Schatten. Und als ich ihnen erklärte, daß das noch garnicht so viele Jahre her ist, daß sie mein Schatten waren, da schauten sie ganz überrascht. WC-Gänge alleine zu machen - undenkbar. Jetzt ist es auch wieder so ;-)...

Nur gestern Abend, da kam und kam er nicht. Ich war voller Sorge und hing ständig am Fenster, ging durch den Garten und rief ihn leise. Wäre er in der Nähe gewesen, da  wäre er sofort gekommen. Die Jungs haben ihn außerhalb unserer Straße gesucht - auch da nichts. Abends gegen 22.00 Uhr dann das erlösende Rufen vor der Tür. Und was für eine herzliche Begrüßung, sage ich euch. Ich war sooo erleichtert. Da habe ich noch keine pubertierenden Kinder, um die ich mir Sorgen machen muß, aber einen Kater ;-).  Es stellte sich heraus, daß er bei seinen Erstbesitzern war. Da ich mich sorge, daß er übergewichtig wird, wenn er hier und da gefüttert wird, habe ich mich kurz mit ihnen ausgetauscht. Angeblich wurde er nicht gefüttert. Ich kann's nur hoffen. 

Heute morgen haben wir ausgiebig mit ihm gespielt. Gleich werden wir uns aufmachen, und uns nach einer Katzenklappe umschauen. Ja, der Mautz gehört jetzt fest zur Familie. Und das fühlt sich so verdammt gut an.

13 November 2013

Wie die Jungfrau zum Kinde...


Vorhin habe ich ein nettes, aber ernstes Wort mit der Besitzerin von Kater Mautz gesprochen. Es ist nachts bereits empfindlich kalt und naß sowieso. Ständig hängt der Kater bei uns vor der Tür und miaut sich die Seele aus dem Leib, möchte Einlaß. Obwohl es mich gestern Nacht innerlich zerrissen hat, habe ich ihn schweren Herzens draußen gelassen. Wir haben kein Katzenklo, kein Tierfutter, nichts in der Art. Wir sind nun mal einfach nicht auf Haustiere eingestellt. Quintessenz der Unterhaltung: Herr Mautz wird mit seinen 15 Monaten endlich endlich kastriert. Was mich von den Socken haut (kann mich bitte mal Jemand kneifen?!): Seine Besitzer haben nichts dagegen, daß er bei uns einzieht. Ein Katzenklo stellen sie uns sogar. Ich muß mich jetzt erst mal kundig machen, was Katzen so brauchen. Himmel, mit allem habe ich gerechnet, aber doch nicht damit. Wenn er nicht schon eine Wurmkur hatte, wird es so ziemlich das erste sein, wofür ich sorgen werde. Mein Mann freut sich, die Kinder werden außer sich vor Freude sein. Und ich, ich bin ganz aufgeregt. Nach über dreißig Jahren wieder ein Haustier... Meine Freundin hat sich gerade schlapp gelacht.

12 November 2013

Im Hier und Jetzt


Novemberwetter. Es ist lausig kalt, immer wieder eisig windig und regnerisch. Da ziehen wir uns gerne zurück in unser Haus. Es wird gebastelt und gemalt, viel gelesen und spielerisch für die Schule gelernt.


Nach und nach entstehen die ersten Sterne aus feinem, schwerem Zeichenpapier (200g/qm). Bemalt wurden sie mit leuchtender Acrylfarbe.


Sobald es eine Regenpause gibt, gehen wir raus: die Nachwehen von "Christian" bestaunen. Alle paar Meter Sägemehl, wo Bäume gefällt worden waren. Erst einmal wurde das Dringlichste gemacht. Es gibt noch unendlich viel zu tun.


Sehr weit kommt man nicht, denn überall versperren umgestürzte Bäume unsere alten Wege.


Ganze Landstriche haben ihr Gesicht verändert. Ist das noch unser Wald?...


Mit einer kräftigen Astschere haben wir lange Stecken der umgelegten Bäume abgeschnitten. Tapfer wurde das schwere Gut nach Hause geschleppt.


Der eine trug, der andere zog sein Sammelgut hinter sich her.


Letzte Souveniers von Bäumen, die es nun nicht mehr gibt. So schade ist das.

 

Auf der Baustelle wurde fleißig geschnitzt.


   Stundenlang. Und sonst so?...


Dem Kater Asyl gewährt, damit er sich drinnen aufwärmen darf. Er hat nun mehrere bevorzugte Lieblingsplätze in unserem Wohnzimmer. Zwar zahlen einzelne Familienmitglieder einen hohen Preis für seine Anwesenheit mit anhaltenden Niesattacken, Triefnasen und geschwollenem Hals,


aber wer kann bei diesem Anblick schon widerstehen?! Seufz...


04 November 2013

Steife Brise


Inzwischen sind die verheerenden Sturmschäden in unserer Region im Groben behoben.  Als erstes wurden alle Bäume beseitigt, die Straßen und Zugstrecken versperrten. Auf Dachdecker darf man noch lange hoffen, denn die haben alle Hände voll zu tun - es gibt unglaubliche Wartelisten. Gottlob fährt seit heute auch die Bahn wieder ungehindert. Ab und an gibt es weitere Orkanböen, aber ehrlich - da können wir nur milde drüber lächeln. Was hier vor kurzem mit über 190 km/h gewütet hat, wird uns wohl hoffentlich nicht mehr ganz so schnell heimsuchen. All die anderen, umgestürzten Bäume werden derzeit mit schwerem Arbeitsgerät gestapelt, in transportable Stämme zerteilt, oder vor Ort in LKW's zerhäckselt. Seit dem Orkan bin ich irritiert. Meine Augen wollen sich noch nicht wirklich an die veränderte Landschaft gewöhnen. Zuviele Bäume hat's zerlegt. Ganze Landschaftsbilder gibt es so nicht mehr. Noch immer gibt es Haushalte ohne Strom und Telefon. Ein Ausnahmezustand, der leider auch Menschenleben gefordert hat. Das ist wohl die eigentliche Katastrophe an der Katastrophe.