28 Juli 2013

Besuch ist angesagt!


Seit Wochen bereits überschlagen sich die Ereignisse für Sohn2. Dede, der dieses Jahr insbesondere für seine bevorstehende Einschulung hierher gereist ist, die Verabschiedung aus dem Kindergarten, sein Schwimmkurs (bei sibirischen Temperaturen), das bestandene Seepferdchen, die Einschulung in Kürze... Man könnte meinen, er kommt aus dem Freudentaumel kaum heraus. Jedoch gab es in den vergangenen Monaten etwas,  das für ihn noch gewichtiger schien, als beinahe alles zusammen: der erste Wackelzahn. Als ein Zeichen der sichtbar gewordenen Entwicklung eines jeden Kindes, ein Meilenstein also - auch für Sohn2. Natürlich haben wir das wackelnde Zähnchen immer wieder bestaunt, haben zugehört, wenn der Sohn laut überlegte, wie er den Besuch der Zahnfee deutlich beschleunigen könnte. Meist entschied er in allerletzter Sekunde um. Nein, lieber keine Manipulationen. Es sollte nicht mehr Blut als nötig fließen. Geduld will auch gelernt sein. Warten, immer mal wieder fühlen, wackeln, zeigen, laut überlegen... Der erste Wackelzahn zeigte fast schon waagerecht nach vorn, und als ihm keiner mehr große Beachtung schenkte, da fiel er beim herzhaften Biß in eine Nektarine heraus. Jubelschreie erhellten unser Haus. Die ganze Familie war in Aufruhr. Jedoch währte die Freude nicht lange. Weg war er, der erste ausgefallene Zahn und blieb auch vorerst unauffindbar. Während ich mich mit jeder Krokodilsträne des Sohnes innerlich dem Gedanken näherte, in nächster Zeit wohl oder übel die Ausscheidungen des Kindes durchsieben zu müssen, kam ein erneuter Jubelschrei. Der Erlösende für mich! Er ward gefunden: Jubilata tralala! Das war knapp, Freunde! Jetzt kann sie kommen, die Zahnfee.

27 Juli 2013

Sommer


Ich weiß nicht, was ich derzeit mehr gieße - mich oder den Garten?!

17 Juli 2013

Vom Halten und Loslassen und dem tiefen Schmerz in meinem Herzen II


Seit 46 Tagen ist mein Vater bei uns. Diese Zeit ist lang genug, um die deutlich vorangeschrittenen Anzeichen seines Alters wahrzunehmen. Schon bei unserer ersten Begrüßungsumarmung fiel mir auf, wie inniglich mein Vater mich und meine Familie in seine Arme nahm und sehr lange an sich drückte. Wortlos, aber nicht ohne etwas zu sagen. Ich fühlte seine grenzenlose Erleichterung darüber, es wieder einmal hierher geschafft zu haben. Die Dankbarkeit dafür, daß wir uns wieder haben.

Trotzdem wir so froh sind ihn hier bei uns zu haben, hat sich seit seinem Besuch vor einem Jahr etliches verändert. Das zu sehen, tut mir sehr sehr weh.

Mein Vater, der zeitlebens mit meiner Mutter der unerschütterliche Fels in  meiner Brandung war, er ist nun mein drittes Kind. Ein Kind, welches ich ganz besonders lieb habe, weil es mich fordert, mich irritiert, mich zutiefst berührt und zeitweilig an meine Grenzen bringt.



Ich sehe einen alten, gebeugten Mann. Er ist müde geworden. Die einfachsten Dinge stellen eine Herausforderung für ihn dar. Ich muß ihn liebevoll überreden, damit er trinkt, sich einpaar Schritte bewegt. Immer wieder. 




Mit seinem Einverständnis habe ich seinen Hausarzt gewechselt. Die Fahrerei war untragbar geworden für ihn. Hier vor Ort kann ich ihn ohne Probleme zu den Arztbesuchen begleiten, mich um seine Belange kümmern. Wir lassen ihn kaum noch allein. Irgendwer ist immer bei ihm. Trotzdem fragt er mich jedesmal besorgt, wann ich wieder komme, wenn ich schnell einkaufen muß. Die Kinder spielen gerne bei ihm im Zimmer. Letztens lag der eine rechts, der andere links von ihm: Sie brachten ihm „Nintendo“ bei. Und das, wo mein Vater Mühe hat, sein Seniorenhandy zu bedienen… Aber Hauptsache, sie haben Spaß miteinander, nicht wahr?...


 

Ich bewundere ihn, daß er sich immer aufrafft und uns begleitet, wenn besondere Ereignisse unserer Söhne anstehen. Ob das die Kindergartenentlassung des Jüngsten ist, der Abschlußtag des Schwimmkurses oder demnächst die Einschulung. Mein Vater war als Vater großartig, als Opa ist er einfach unschlagbar. Wenn mir manchmal die Zeit fehlt, um ausgiebig mit den Söhnen zu spielen, dann ergreift mein Vater wie selbstverständlich unaufgefordert die Initiative. Er gesellt sich zu den Söhnen, und ich schaue voller Bewunderung, wie er sich von ganzem Herzen mit ihnen beschäftigt. Stundenlang.


Wenn ich alten Menschen begegne, frage ich sie oft, was sie am Alter schön oder auch nicht schön finden. Fast immer kommt, daß sie es als schmerzhaft empfinden, nicht mehr so oft liebevollen Berührungen ausgesetzt zu sein. Und die Einsamkeit. Wir alle sind hier sehr körperlich nah miteinander. Mein Vater schläft kaum eine Nacht allein. Abwechselnd nächtigt einer der beiden Söhne bei ihm – seit er hier ist. Die Kinder haben sich das so gewünscht, und mein Vater war einverstanden. Oft höre ich noch, wie sie vor dem Einschlafen mit ihrem Dede plaudern. Mein Vater und die Kleinen genießen das sehr. Und ich bin einfach nur froh, daß es diese Quellen der Freude gibt. Meinen Vater in's Bett zu bringen, ihn zuzudecken und mit einer innigen Umarmung in die Nacht zu entlassen, das macht mich glücklich. Ihn morgens zu umarmen, einen guten Morgen zu wünschen, mich zu ihm zu setzen... das sind Selbstverständlichkeiten. Und doch sind sie es nicht. Ich bin froh, daß ich diese Dinge tun kann.

Während die kleinen Herren sich weiter entfalten, sich ihr Aktionsradius erweitert, wird der meines Vaters immer kleiner, seine Möglichkeiten schränken sich mehr und mehr ein. Es gibt Tage, die sind einfach nur gut, so unbeschwert leicht, heiter. Wir lachen herzhaft und sein unglaublicher Humor, sein Witz ist für uns nach wie vor gut erkennbar. Unsere Gespräche genießen wir so sehr. Aber es gibt auch andere Tage, wo es ihm weniger gut geht, wo ihm manchmal die Einsicht fehlt. Und ich bin unendlich dankbar dafür, daß er dann doch vertraut, die Dinge geschehen läßt, die gemacht werden müssen.



„Kind, sei nicht traurig. Es lohnt nicht, traurig zu sein. Es ist nun mal so, daß ich mich in der Warteschleife befinde. Fürchte dich nicht!“
„Wirst du da sein, wenn ich dir eines Tages folgen werde?“
„Ja.“
„Dann fürchte ich mich nicht...“


10 Juli 2013

Ein Tag im Sommer...


Wenn der Vater mit dem Sohne...


Kein Streifzug ohne Beute. Anschauungsmaterial in der Flasche.


Streit: wer darf den kleinen Seestern wieder in's Meer entlassen?


Immer mal wieder 14 Liegestütze für ein großes Vorhaben...


Und weil's nicht gereicht hat, abends nochmal Wasser...


 Zieh' durch Kleiner!


Pech&Schwefel: zur Motivation schwimmt der große Bruder nebenher ;-)...


Geschafft! Stolz wie Bolle... 

08 Juli 2013

Es ist Liebe!








Einer der beiden Karthäuser-Kater aus der Nachbarschaft... Der andere ist deutlich schmaler. Dieser hier ist wirklich ein Kraftpaket und sooo unglaublich verschmust und charmant, daß ich es kaum fassen kann. Ich gebe unumwunden zu, daß ich ihm verfallen bin. Hört auf Frösche zu küssen, denn ich bin mir inzwischen sicher, daß man sein Glück bei Katern versuchen muß... Seinen Bruder liebe ich auch, aber zu diesem hier habe ich eine ganz besondere Verbindung wie's scheint. Denn kaum bin ich im Garten, oder vor der Haustüre werde ich sehr freudig begrüßt. Auch kommt er auf Zuruf irgendwoher. Oft muß ich aufpassen, daß ich nicht über ihn falle, weil er während ich gehe, immer noch zwischen meinen Beinen umherstreift. Als Sohn2 seinen Schwimmkurs über zwei Wochen absolvierte, da hat er uns von unserer Haustüre bis zum Schwimmbadeingang begleitet, blieb brav dort sitzen, und wenn wir eine Stunde später wieder heraus kamen, da begleitete er uns wieder bis vor unsere Haustür... So ein Verhalten würde man doch eher Hunden zusprechen, oder?! Meine Freundin sagt: "Nicht mehr lange und er liegt in eurem Bett...!" Da widerspreche ich vehement. Das wird  nicht passieren. Aber der Liebe tut das keinen Abbruch.

04 Juli 2013

Die Gelegenheit


Mein Mann und ich sind seit vielen Jahren ein Paar.  Wer ihn kennt weiß, wie schwer es ist, diesen Menschen irgendwie auszutricksen, hinter's Licht zu führen, auf welche Art auch immer reinzulegen. Denn dafür ist er schlicht und ergreifend zu aufmerksam. Nichts entgeht seinem Blick. Ich nenne ihn manchmal eine wandelnde Radaranlage ;-)...

Endlich, nach tagelanger Kälte und Dauerregen bei bewölktem Himmel kam sie das erste Mal wieder raus - die Sonne. Und kaum schien sie, kehrten die Lebensgeister zurück. Der Schalk saß mir im Nacken. Aus den Augenwinkeln im Vorrübergehen nahm ich den verträumten Blick meines Mannes wahr. Unachtsam war er - wenn auch nur ganz kurz. Eine Gelegenheit, so selten wie ein Kometenschweif, nach dem man nur die Hand auszustrecken bräuchte, um ihn zu berühren. Und so schnellte meine Hand im Affekt aus, und ich sah meinen Mann in Zeitlupe in den Pool fliiiiegen...

  

Das miserable Bildmaterial kommt daher zustande, weil das Standbilder einer Filmaufzeichnung sind, die Sohn1 gedreht hat. Leider leider hat er nicht mit drauf, wie der Papa in den Pool fällt. Hach, daran hätte ich mich ja bis an mein Lebensende ergötzen können...

In voller Montur versteht sich. Wir haben sooo sehr lachen müssen... Da hast du's, Babe! Es hat viele Jahre gedauert, aber am Ende hab' ich dich doch noch gekriegt. Harr harr...