28 April 2013

Goldene Tage


Ich liebe es, die kleinen Herren mit kleinen selbst gemachten Geschenken zu erfreuen. (Ich träume nach wie vor davon, irgendwann ein richtig schönes, selbst gebundenes Heft in den Händen zu halten. Aber das ist noch ein weiter Weg.

Meine Heftchen sind super easy herzustellen, da sie nur mit Heftklammern zusammen getackert  sind. Die kleinen Herren haben sich total gefreut. Während der eine sein Heft mit lauter wunderschönen selbst gemalten Bildern füllt, hat der andere eine tolle Geschichte verfaßt und darin fest gehalten. Ich selbst bin am meisten  beschenkt, denn meine Schatztruhe füllt sich weiterhin mit unvergeßlichen Erinnerungsstücken. "Mama, wir sind überreich", sagt der Kleine oft, wenn er festhalten will, wie gut es uns geht. Ja, in der Tat: goldene Tage gibt es viele hier. Und dafür sind wir alle mehr als dankbar.


24 April 2013

Mittendrin


Mit den ersten Tieren in meinem Leben kam ich bei meiner babaanne Leyla in Berührung. Es gab etliche Nutztiere, Katzen, Hunde - auch schon mal ungebetene Gäste wie Wildschweine, Füchse oder Bären aus den Bergen. Später in Deutschland besaß ich drei Wellensittiche (die flogen stets frei umher, kackten alles voll, waren dafür echte Familienmitglieder und sehr zutraulich), und ein Zwergkaninchen, welches meine Mutter einbehielt, als ich auszog ;-)... Sie schaffte es tatsächlich, daß "Pamuk" (Wattebäuschchen) in eine mit Streu ausgelegte Jaffakiste ging, wann immer er pieseln, oder ein größeres Geschäft verrichten mußte. Mit Käfighaltung standen wir alle auf Kriegsfuß. Wann immer ein Tier starb, gab es große Trauer.

Immer schon hatte ich meine Probleme mit Tieren im Zoo. Das ging mir unter die Haut, sie so eingesperrt zu sehen - egal, wie vermeintlich gut ihre Lebensumstände waren. Allein der Eisbär im Kölner Zoo konnte mich in Depressionen stürzen. Er hatte schon lange Hospitalismus, machte stets die gleichen Paar Schritte auf seinem künstlichen Eisberg und sah furchtbar traurig aus. So stand lange für mich fest, daß es in meinem weiteren Leben keine Haustiere mehr für mich geben würde. 

Hier leben wir inmitten der Natur. Wenn der Winter sehr hart wird, dann stehen schon mal die Rehe aus dem Wald in unserem Vorgarten. Ansonsten tummelt sich gerne "Sid"(ein halbes Jahr später schon wird er von uns den Namen "Mautz" erhalten), einer der beiden Nachbarskater in unserem Garten herum. Hier fläzt er sich gerne rum, sonnt sich - warum auch immer, verrichtet er dafür in allen anderen Gärten sein großes Geschäft. Es gibt reichlich Tiere hier - draußen, in Freiheit. Und wir freuen uns, sie zu sehen, wenn sie uns einen Besuch abstatten.








19 April 2013

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!


Wer hier bereits länger mitliest weiß, daß wir seit bald zwei Jahren eine Baustelle bewohnen. Ich behaupte, daß wir immer noch derart traumatisiert sind, daß alles weiterhin ruht. Der Gedanke wieder Handwerker im Haus zu haben ist uns nach wie vor unerträglich. Irgendwann werden wir nach und nach selber weiter machen. Das ist definitiv das kleinere Übel. Natürlich sind all die Geschichten aus dieser Zeit nicht spurlos auch an Freunden und Bekannten vorrüber gegangen. Brühwarm bekamen sie ein Desaster nach dem anderen erzählt. So war es nicht verwunderlich, als mir kürzlich eine gute Bekannte dieses sagenhafte Buch mit folgenden Worten in die Hand drückte: "Hier, als ich den Titel sah, da mußte ich sofort an Euch denken. Ich selbst habe es noch nicht gelesen. Erst leihe ich Dir das Buch aus...!"

Ich habe das Buch binnen weniger Stunden in mich hineingefressen. Zwischendurch sandte ich Sms an die Buchverleiherin:

1 - Bin auf den ersten Seiten - das Buch ist sooo toll  geschrieben. Ich kann mich nicht halten vor Lachen. Liebe Grüße...

2 - Die Tränen laufen. Ich habe Atemnot.

3 - Beim Dauerlachen verschluckt. Der heiße Kaffee verbrüht mir die Beine. Muß Boden wischen. Mehr noch muß ich weiter lesen...

4 - Muß noch einiges erledigen. Versuche zeitgleich zu lesen, krache mit gesundem Fuß gegen Schrank. Autsch! Wenn das so weiter geht benötige ich noch vor Buchhälfte eine erneute Gehhilfe.

5 - Seite 54. DU bist Schuld, wenn ich fast nichts auf die Reihe bringe. Wenigstens habe ich ein intensives Bauchmuskeltraining absolviert und ein äußerst amüsantes Buch gelesen. 

6 - Nach Seite 160 - totale Erschöpfung. Kennt man ja: Bauen ist anstrengend. Mache ein tiefes, kleines Nickerchen. Weiter geht's...

7 - "Ich träume davon, jemanden umzubringen. Nicht aus der Distanz, sondern mit meinen eigenen Händen. Ich möchte jemandem die Gurgel zudrücken, und zwar ganz, ganz langsam." Kenne ich solche niederen Gefühle?! Oh ja!!! Fühle mich verstanden wie selten zuvor. Benötige ab heute keine Therapie mehr.

8 - Aha, der Beweis, warum wir so schändlich behandelt wurden auf Seite 187 - wir waren definitiv zu nett.

9 - Ende. Bin durch. Kinder kommen gleich. Essen hat sich quasi von selbst gekocht. Tolles Buch! Danke für's Ausleihen. Und um es mit den Worten meiner Söhne zu sagen: "Das war der beste Tag meines Lebens!" Na fast jedenfalls ;-)...

Ich stehe überhaupt nicht auf Klamauk. Dieses Buch ist eine Investition wert. Ich lege es Euch wärmstens an's Herz.  

15 April 2013

Was Richtiges

  

Bei neuer Bettwäsche passen die Kopfkissenbezüge nie zu dem Format unserer Kopfkissen, so daß ich diese meist zerschneide und zu den Stoffresten packe, die in einem Schrank lagern.

 
Die Söhne haben sich seit jeher eher wenig für herkömmliches Spielzeug interessiert. Vielmehr galt ihr Augenmerk allem, womit wir Eltern zugange waren. So war es nur eine Frage der Zeit bis Sohn 1, kaum daß ich an der Nähmaschine saß, sich immer geduldig dazu gesellte. Es dauerte nicht lange bis er mit irgendwelchen Resten experimentieren durfte und nach einer Einführung in die Technik, das gerade erfahrene eigenständig ausprobieren konnte. Sehr bald kristallisierte sich der Wunsch heraus, unbedingt etwas Richtiges herzustellen. Eine klare Vorstellung dazu hatte er bereits: eine Baby-Decke für später mal, wenn "ich ein Baby habe, Mama..." So rührend die kleinen Herren immer mit kleinen Kindern sind, wußte ich, daß das ernst gemeint war. Also war wie so meist meine Assistenz gefragt. Ich habe mich sehr zurücknehmen müssen, um durch die Perfektionsansprüche, die man als Erwachsener nun mal hat, nicht die Freude an seinem Projekt zu zerstören.  


So wurde in den Osterferien Stück für Stück diese Decke hergestellt. Sie ist ca. 1m mal 80 cm groß - für ein Baby also vollkommen ausreichend. Wann immer ich nun diese Decke sehe, wie sie von den Söhnen selbst bestaunt, von rechts nach links geräumt, oder auch schon mal in's Bett genommen wird, dann rührt mich das tief in meinem Innersten so ungemein.

08 April 2013

Licht


Nun blühen die Krokusse auch bei uns...


Auf der Fensterbank sind die Radieschen die Ersten.

05 April 2013

Das Winterloch


Es ist noch immer eisig kalt hier bei uns. Aber... die Sonne scheint zwischendurch verheißungsvoll. Das gibt  mir das Gefühl, eine viel zu lange Zeit gegen meinen Willen mit dem Kopf unter Wasser gedrückt worden zu sein... und endlich, endlich wieder auftauchen zu können, um meine Lungen vollzusaugen mit Sonnenlicht. Denn die brauche ich so dringend zum Leben wie Atemluft. Und da ich seit Frühlingsanfang wieder mobil bin, gibt es spontan einen Ausflug zum See.


Der ist größtenteils noch immer zugefroren. Die Schafe, die wir mit den mitgebrachten Äpfelvierteln glücklich machen wollten, die sucht man vergeblich auf den Feldern. Wegen der erbärmlichen Kälte hat der Bauer sie wieder in den Stall verfrachtet. Wir haben Anfang April. Das finde ich nicht so schlimm, wie den Gedanken daran, daß der Sommer in unserer Region so ziemlich genau Mitte August wieder vorbei sein wird. Dann haben wir mit Glück noch einen goldenen Herbst. Aber das war's dann auch.


Die kleinen Herren lassen sich vom Wetter keinen Strich durch die Rechnung machen. Stöckchen und Steinchen werden gesammelt und im See versenkt. Wellenmuster auf dem See machen - für ein Weilchen ist auch das ganz nett.


Wieder zu Hause, wollen wir auf unsere Weise dem Winter in den Allerwerstesten treten. Kann der sich jetzt bitte mal vom Acker machen?! Ungehörig ist es,  als ungebetener Gast so lange zu verweilen. Die Jungs haben viel Freude daran, die Sämlinge in die mit Kokoserde befüllten Eierkartons zu befördern. Dabei sind sie so behutsam, als würden sie mit edelsten Materialien arbeiten. Zumindest auf der Fensterbank haben wir bald auch sichtbaren Frühling...