27 März 2013

Vitamine für alle!!


Pünktlich zu Ferienbeginn gibt es hier zwei fiebernde Kinder mit grippalem Infekt. Einige Zeit danach erwischte es auch meinen Mann (Eine Begebenheit mit Seltenheitswert). Ein Krankenlager ist unser Heim. Ich bin die letzte, die noch "steht"... In meinem Zustand hört sich das beinahe lustig an. Seit Tagen werde ich von allen Seiten angehustet. Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch ich mit der Husterei beginne. Zwischendurch lutschen die Kinder immer mal wieder Orangen aus. Gottlob sind die wieder aus dem Gröbsten raus.

Gestern haben wir den Gehbock wieder abgegeben. Das fühlte sich richtig gut an. Heute wird der "Terminator-Stiefel" abgeholt. Hurra!! Inzwischen habe ich eine sehr verspannte, ungesunde Haltung beim Gehen angenommen. Das passiert unwillkürlich. Das versucht mir die Krankengymnastin nun mühsam wieder auszutreiben. Meine Sehnen im Fuß sind derart verkürzt, daß jeder Schritt schmerzt. Manchmal bin ich einfach nur noch platt - aber hoffnungsfroh. Total!!

25 März 2013

Ein Nest für den Hasen


Eier, schwarz mit Acryllack grundieren, nach dem Trocknen mit weißem Acryllack verzieren

Wie gut, wenn man wie ich dazu neigt alles abzulichten, was man mal gemacht hat. Da braucht man irgendwann nur lässig in seinen Fundus zu greifen, um den Hasen samt Nest an den Ohren hervor zu zaubern.

19 März 2013

"One, two – one, two, three, four… "

 

Tag 61 post OP. Ich habe aktiv trainiert. Manchmal zu viel gewollt, nicht entsprechend gekonnt, mit Schmerzen wieder pausiert. Bis zur Erschöpfung immer wieder den Fuß trainiert, manchmal auch malträtiert. Kleine Fortschritte gemacht, dazwischen aber auch viele Rückschritte. Es hieß, daß ich in vier Monaten anfangen könnte zu gehen. Der Gedanke hat mir schwer auf der Seele gelastet. So lange meine Kinder, meine Familie, nicht in gewohnter Weise versorgen zu können, das hat mir sehr weh getan. Heute morgen, als meine Kinder aus dem Haus waren, da habe ich all meinen Mut zusammen genommen, den Terminator-Stiefel nach so langer Zeit verunsichert abgelegt, meine Winterschuhe angezogen und mich das getraut, worauf ich hingearbeitet habe: Ich habe gestanden und bin einige Meter gegangen. Ganz ohne Hilfsmittel. Auf meinen beiden Beinen und Füßen. Nicht schmerzfrei und eher wie eine Ente. Elegant geht anders.

Morgen ist Frühlingsanfang. Bis dahin wieder gehen zu können, das war mein Ziel. Ich hab’s geschafft! Ich habe heute meine Söhne das erste mal wieder selbst abholen können. Die haben Augen gemacht. Das erste mal habe ich wieder selbst einkaufen können. Freude ist ansteckend. Hier wurde heute den ganzen Tag gesungen. "One, two - one, two, three, four..."
 


18 März 2013

Scor-Pal mit alter Liebe


Seit frühester Kindheit habe ich eine ausgesprochene Schwäche für Papier. Mein allererstes Geld habe ich dazu genutzt mit ca. fünf Jahren in einem kleinen Schreibwarenladen in Hefte aller Art zu investieren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sehr sich der Verkäufer über mich amüsiert hat, weil ich mir nicht nur bei der Auswahl der Hefte Zeit ließ, sondern jedes einzelne Blatt mit Hochgenuß befühlte und sorgsam umblätterte. Auch heute noch kann ich nicht umhin, sogar wenn ich lediglich eine neue Zeitschrift in der Hand halte, hochkonzentriert die Haptik des Ganzen in mich aufzusaugen. Und es ist so, daß auch wenn die Zeitschrift inhaltlich gut ist, die Haptik aber nicht gut abschneidet, das Teil nicht gekauft wird. Das Selbe erlebe ich, wenn ich Stoffe, Schuhe, Wolle kaufen möchte. Ob das noch normal ist...?  Wie dem auch sei bin ich seit jenen Tagen sehr empfänglich für schönes Papier, besondere Stifte, Farben, Pinsel etc. Und wenn ich gerne etwas wirklich gut können möchte, dann würde mit Sicherheit die Kunst der Buchbinderei dazu gehören. Leider gibt es keine Kurse dazu in unserer Gegend, und meine Bemühungen aus Anleitungen etwas Gescheites nachzumachen waren bislang eher dilettantisch. Aber Übung macht den Meister, nicht wahr?! Vor kurzem hielt ein Scor-Pal (Falzbrett) Einzug in unsere heiligen Hallen. Seitdem sind mit Hilfe der kleinen Herren viele schöne bunte Briefumschläge aus alten, maroden Atlanten entstanden, die mich nun von wärmeren Gefilden träumen lassen. Denn seit letzter Nacht stürmt es hier ununterbrochen, und es liegen Massen von Neuschnee umher. Seufz...

11 März 2013

Authentisch mit Karl Lagerfeld


So ziemlich Jeder, dem ich entschlossen erzähle, dass ich bald vorhabe wieder gehen zu können, lächelt mich mitleidig an – und denkt sich seinen Teil. Nur mein Mann ist da die große Ausnahme. Der erklärt mir, dass er, so „ziemlich genau dasselbe“ auch mal hatte und nach der großen OP an Krücken aus dem Krankenhaus raus ist (natürlich ohne so einen lästigen Terminator-Stiefel – „Sowas gab’s damals nicht!“ – Aha…), und wenige Wochen später ohne Krankengymnastik etc. dieselbigen in die Ecke feuerte. Er konnte wieder gehen.

Für mich beginnt am Donnerstag die achte Woche seit dem Unfall, und wenn ich von solch’ einer heroischen Geschichte höre, dann schließe ich stumm meinen weit geöffneten Mund. Bis... mir einfällt, dass der Gute damals gerade zwanzig Jahre war, er weder einen großen Haushalt, geschweige denn zwei kleine Kinder um sich hatte, die er zumindest von seinem Krankenlager aus noch weiterhin managen mußte. Und das, da dürften wir uns doch sicherlich einig sein, ist noch mal ein gefühlt gaaaanz anderer Stiefel. Gut, ich will nicht ungerecht werden, so manches Mal denke auch ich, dass die ganze Maschinerie mit Krankengymnastik usw. vielleicht nicht zwingend und in jedem Fall erforderlich wird, wenn man bereit ist, sich selbst zu fordern. Morgen also beginnt erstmals die Lymphdrainage.

Seit bald acht langen Wochen liege, sitze und humple ich mehr oder weniger in gleichen Beinkleidern durch die Gegend. (Erst seit gestern darf ich wieder mein Bein/Fuß belasten). Man könnte mich auch getrost „Gleichhose“ nennen. Seit Wochen  geistert mir ein Zitat des von mir geschätzten Exzentrikers Karl Lagerfeld durch den Kopf: „Wer Jogginghosen anzieht, hat die Kontrolle über sein Leben längst verloren.“ Was soll ich sagen: Wo der Mann recht hat, da hat er recht!

08 März 2013

Von ersten Schritten mit toten Fischen

Eine tolle Postkarte aus meinem Fundus - Schokolade könnte ich jedoch sehr gut durch Käse ersetzen ;-)

Nach meinem Unfall dämmerte es mir erst so nach und nach, daß es sich mit meiner Wiederherstellung komplizierter gestalten könnte als zuerst gedacht. Wie sollte mir auch je etwas anderes in den Sinn gekommen sein, wo ich es doch sonst gewohnt bin sieben Sachen gleichzeitig zu machen, und das meist erfolgreich. Da steh' ich nun, bzw. stütze mich ab am Gehbock wie ein ängstliches Kind, das eine Riesenklippe zu überwinden hat und bin total frustriert. Mein linkes Bein, mein Fuß - sie gehören seit Wochen schon nicht wirklich zu mir. Schockiert war ich jedoch, als ich nun feststellen mußte, das mein Fuß mir in keinster Weise gehorchen will. Ich habe so gut wie keine Kontrolle darüber, und fast ist mir, als müßte ich wie Uri Geller nur Kraft meiner Gedanken dieses hängende, dick geschwollene Etwas wieder in Gang kriegen. Nur rührt sich da nichts. Da sind sie wieder, die toten Fische..., die immer mal wieder auftauchen in dieser Zeit.

Die letzten zwei Tage habe ich mich nach einem erneuten Tief an den Gedanken gewöhnt, daß ich wohl oder übel erneut das Laufen erlernen muß. Wer hätte das gedacht?! Es hilft ja nichts. Als erstes habe ich die Beschäftigungszeit meiner liebgewonnenen Haushaltshilfe nicht verlängert. Getreu dem Motto: "Wer fordert, der fördert!", fordere ich mich nun selbst heraus. Jetzt, da ich das Bein mit Fuß wieder belasten darf, untersage ich mir die Bequemlichkeit. Ich muß wieder aktiv werden. Und das werde ich auch. Nach und nach zumindest. In meinem Kopf habe ich schon einen Plan aufgestellt, wie ich das schaffen möchte. Greifbare Ziele müssen her. Der ähnlich in Mitleidenschaft gezogene Vater einer Freundin sagte wohlmeinend: "Im Sommer läufste wieder!" Wie bitte? Sommer erst?? Ich wollte schon im Frühling... Ab heute bin ich unterwegs - zur Sicherheit erst mal mit dem Gehbock. Wenn ich etwas mehr Standsicherheit erlangt habe, dann traue ich mich auch wieder an die Krücken ran. Und ja, ich bin wild entschlossen. Der Frühling ist mein!! Das lasse ich mir nicht nehmen. Auch wenn ich nicht wie Uri Geller Gläser mit alleiniger Macht meiner Gedanken verrücken kann, muß ich es aber auch nicht dem "armen Hennie" nachmachen, nicht wahr?! Entschlossene und hoffnungsvolle Grüße.


Trilogie - Sohn1
 (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig ;-)...)

05 März 2013

I proudly present...


Nahaufnahme: in Wirklichkeit nur 4cm lang ;-)

Heute morgen noch steckte sie in meinen Knochen, und nun ist sie raus! Alles ist gut und schnell gegangen. Allen, die mal in ähnliche Lage geraten: man kann so eine Stellschraube sehr gut unter Lokalanästhesie entfernen lassen. Alles andere wäre vergleichbar mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Es mußte ziemlich rumgeruckelt und geschraubt werden, was aber gut auszuhalten war. Lediglich das Nähen der Wunde war nicht ganz schmerzfrei. Aber ich will jetzt nicht kleinlich sein. Seit gerade mal einer Stunde wieder zu Hause, ist die Anspannung von mir gewichen. Ich werde gerade sehr sehr müde. Noch einpaar Tage schonen, und ab nächster Woche geht's los mit den ersten Belastungs- und Gehversuchen. Ich kann's nicht fassen: fast sechs Wochen liegen nun hinter mir. Ab jetzt geht es langsam aber allmählich wieder bergauf - hoffentlich!!