26 Oktober 2013

Wenn Katzen lieben...



Ich wollte vorgestern ausnahmsweise mal allein durch den Wald spazieren gehen.Bereits an der Haustür begegnete ich Herrn Mautz.


Nach den üblichen Liebesbekundungen (anstubsen mit dem Köpfchen, neuerdings kommt so ein "Brrt-Laut", um die Beine streichen, Motor anschmeißen, machte er sich gemeinsam mit mir auf den Weg.

 

Immer einpaar Schritte hinter, neben oder vor mir...

    
Ich habe eher damit gerechnet, daß er sich irgendwann davon macht, aber weit gefehlt. Wie ein Hund ging er die ganze Zeit mit mir durch den Wald Gassi ;-).


Auf diesen Stumpf stellen sich immer wieder mal die Söhne auf unseren Spaziergängen, damit ich sie dort ablichte. Quasi als Beweis dafür, daß man ihnen beim Wachsen zusehen kann. Ich brauchte nur auf den Stumpf zu deuten und Herr Mautz sprang bereitwillig darauf, um sich ebenfalls ablichten zu lassen. Mäusemörder, Samtpfötchen, bengalischer Klippentiger, Schwerenöter, Turbo-Schmuser, hach...

 

Wir sind wirklich weit gelaufen. Immer wieder vergewisserte er sich, daß ich da war.


Ich habe wirklich keine Ahnung von Hunden und Katzen. Aber benimmt der sich hier nicht eher wie ein Hund?! Er folgt mir überall hin, begleitet mich von A nach B, wartet dort, begleitet mich wieder zurück, kommt auf Zuruf, versteht, was ich meine... Ist das normal? Inzwischen sind wir hier bekannt. Tauchen wir auf, dann schmunzeln die Leute. Von weitem wird ungläubig gerufen: "Ist das eine Katze? Gehört der Ihnen?" Meist entgegne ich dann: "Ja, das ist ein Kater. Irgendwie gehören wir zusammen. In Wirklichkeit ist er aber nicht unserer."


Er ist soooo süß. Wir möchten ihn alle nicht mehr missen. Auf dem Rückweg kam uns eine ältere Dame mit ihrem Hund entgegen. Da konnte ich Herrn Mautz erstmals mit einem Katzenbuckel mit aufgestelltem Fell bestaunen. Ab da war der Kater nicht mehr zu sehen. 


Ich trat alleine den Rückweg an, bestaunte zarte, kleine Blümchen zwischen dem Herbstlaub und schaute mich immer wieder nach Herrn Mautz um. Vergeblich.

Er kam erst am nächsten Morgen wieder nach Hause und benötigte den ganzen Tag Tiefschlaf. Unsere Nachbarin gab Entwarnung, machte ich mir doch schon Sorgen. Also habe ich ihn schnell besucht, kurz gekrault und weiterschlafen lassen.  Hach, er ist soooo süß! Wir sind ihm alle hoffnungslos verfallen. Dabei gehört er ja noch nicht einmal uns.

Kommentare:

  1. Hast Du ein Glück mit diesem Tier! Er spiegelt Dir Deine Liebe. Egal ob es eurer ist oder nicht. Für euch ist es doch so gut.

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    1. Er ist so besonders. Wir genießen ihn sehr. Hätte mir das einer vor einem Jahr erzählt, ich hätte es nicht geglaubt zu was ich in der Folgezeit mutieren würde.

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  2. Ein schöner Foto-Kurz-Roman!
    Ein eben so kurzes Lebenszeichen von mir!
    Euch ein schönes Wochenende!
    Astrid

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    1. Hallo liebe Astrid, ich komme mit dem kommentieren inzwischen nicht mehr hinterher. Ich war heute morgen kurz auf deiner Seite und war etwas verwirrt. War das Gestell nicht an deinem linken Arm??

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    2. Das wird wohl der Spiegel gewesen sein :-)
      liebe Grüße, Petra

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  3. Hallo habe mich durch viele Blogs durchgeklickt und zu dir gefunden so ein schöner Kater so einen hatten wir auch mal er wurde so geliebt und dann kam er nicht wider ich habe noch ein ganzes Jahr auf ihn gewartet ein großer Verlust für uns und unsere Kinder , Liebe grüße Galina

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    1. Hallo Galina, herzlich willkommen! Ich möchte nicht daran denken, was passieren könnte, bin ich doch schon in Sorge, wenn ich ihn länger als einen Tag garnicht sehe oder höre. In der Tat, haben wir uns schon so sehr an ihn gewöhnt, daß sein möglicher Verlust auch für uns mit großer Trauer einhergehen würde. Hoffen wir das Beste.

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  4. Ich bin ja kein Katzenfan, aber wirklich beeindruckend, dieser Kater. Und Deine Geschichte, wie Du erzählst...
    Mit den schönen Fotos... wie Astrid schon so passend bemerkte, ein entzückender Foto-Kurzroman:)

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    1. Tja, ein Katzenfan war ich auch nicht - bevor Herr Mautz in unser Leben trat. Der Foto-Kurzroman kam zustande, weil man ja wenig geneigt wäre, einem solch eine Story abzunehmen. Knapp vier Kilometer hat er mich durch den Wald begleitet - bis die alte Dame mit ihrem Hund aufkreuzte.

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  5. DAS, ist etwas ganz Besonderes, ein Verstehen, das sich nicht erklären lässt. Schön, dass ihr das Zusammensein öfter genießen dürft, weil Mautz in der Nachbarschaft wohnt. Das Glück mit meinem Tier habe ich leider nicht.

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    1. Ja, unsere Beziehung ist besonders. Und ich bin froh, daß die Nachbarn recht tiefenentspannt sind. Nach Absprache mit ihnen gibt es hier seltenerweise auch mal ein Leckerli - dann gibt es bei ihnen eben keines mehr.

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  6. Hiiiinreißend!!! (Übrigens ebenso wie deine Apfelpfannkuchen-Variante, die ich sicher demnächst versuchen werde).

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    1. Bei mir muß alles Kuchen schön saftig sein. So isses das - und das schmeckt!

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  7. Anonym27.10.13

    Das sagen wir auch zu unserem Kater Kedi. Wie ein Hund. Empfängt uns immer am Tor und kein anderes Tier darf den Garten betreten. Er sollte eigentlich ein freigänger sein, verlässt aber kaum den Garten. Naja irgendeiner muss ja Haus und Hof hüten. Was ist schon ein Leben ohne Katze/Kater. Katerliche Grüße Neziha

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    1. Merhaba Neziha, schön, daß du da bist! Ja, irgendwie haben wir hier auch zwei Seelen in Kater Mautz' Brust. Ein sehr anhänglicher Kater, der sich manchmal benimmt wie ein Hund.

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  8. Man sagt ja immer, dass Katzen sich ihre Menschen aussuchen, nicht umgekehrt. Ein Hund nimmt jeden. ;-)
    Unser Katzer, der an Ostern gestorben ist, hatte sich damals auch mich ausgesucht, im Tierheim - zu allen anderen war er meistes biestig. Auch bei den Menschen die mich besucht haben, hat er riesige Unterschiede gemacht. Manche durften ihn nicht mal anfassen, bei anderen sprang er sofort auf den Schoß.
    Meistens hatte es, im Nachhinein betrachtet, sehr viel damit zu tun, ob diese Menschen mri wohlgesonnen waren, oder nur vordergründig freundlich. Er konnte Gut von Böse unterscheiden und hat meine Aufmerksamkeit für ihn eifersüchtig verteidigt.

    Einem Menschen nachzulaufen und quasi "Gassi" zu gehen ist sicherlich sehr ungewöhnlich - aber ich habe schon von Katzen gehört, die das tun. Ich finde, ihr solltet auch eine Katze haben. :-)

    Herzlich, Katja

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  9. Liebe Katja, im Gegensatz zu mir ist mein Mann mit Hunden und Katzen aufgewachsen. Wir mögen beide Tiere, wenngleich ich zugeben muß, daß ich nicht unbedingt ein Tier beseitzen muß, um es lieben zu können. Zudem sind einige Familienmitglieder hier höchst allergisch auf Tierhaare, was sich in deutlichen Beschwerden wiederspiegelt. Und dennoch können wir nicht die Finger von dem Tier lassen ;-)... Unglaublich aber wahr: hier laufen schon Diskussionen, ob wir uns ein Katzenklo anschaffen sollten, oder nicht - damit der Kater hier in den eisigen Winternächten sich auch drinnen aufwärmen darf. Nur gehört der Kater ja nicht uns. Mein Mann hat allen ernstes vor, mit den Nachbarn zu reden. Ich bin gespannt.

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  10. Oh, deine Geschichte erinnert mich an meine erste Katze Pucki.
    Als sie zu uns kam, war ich 9 Jahre alt.
    Sie liebte es, auf dem Arm spazieren- getragen zu werden. Ganz still saß sie da oben.
    Nahm sie keiner hoch und trug sie, folgte sie uns auch "zu Pfote" auf unserem Spazierweg.
    Sie war eine sehr besondere Katze und manchmal wandert sie noch heute durch meine Träume.
    Herzliche
    Claudiagrüße

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