13 August 2013

In unserem Element


Wo wir leben, sind wir umgeben von Wasser: Wir wohnen zwischen den Meeren. Am liebsten bin ich bei schlechtem Wetter am Meer, wenn noch nicht mal Hundebesitzer ihre Tiere ausführen, wenn Regen und Wind mir ins Gesicht peitschen. Wenn hochsommerliche Temperaturen herrschen, wird man mich dort auf keinen Fall finden.


Hier gibt es noch Strände, die kaum besucht sind.  An weniger sommerlichen Tagen trifft man selten einen Menschen. Dort sind dann sehr gerne wir.


Wenn das Meer mal weniger lockt, gibt es quasi vor der Haustür einen Fluss.  Was hier so harmlos wirkt, kann nach starken Regenfällen bedrohliche Ausmaße annehmen.


Steht uns der Sinn eher nach Wald und See, dann ist auch das nur wenige Schritte von unserem Zuhause entfernt.

Ich bin sehr gerne im Wasser. Schon seit frühester Kindheit eigentlich fröne ich dieser Leidenschaft. Und wenn einmal drin, komme ich freiwillig ungern wieder heraus. Das Wetter spielt dabei keine Rolle. Wer hier länger mitliest weiß, daß wir in unmittelbarer Nähe zu einem Freibad wohnen. Beginnt die Badesaison sind wir mindestens ein-, jedoch oft auch zwei Mal am Tag dort. 


 Für unsere Kinder ist das eine phantastische Möglichkeit, sich auszupowern. 


Für mich, die ich mir in diesem Jahr das Sprunggelenk mit Wadenbeinbruch und Bänderriß kaputt gemacht habe, war das die Option wieder zügig auf die Beine zu kommen. Zu Hause bot unsere Treppe zum oberen Stockwerk eine sehr gute Übungsmöglichkeit. Später dann entdeckte ich im Freibad das hier. Um die Brust geschnallt steht/hängt man quasi senkrecht im Wasser. Ich habe jeden Tag mindestens zwanzig bis vierzig Bahnen gemacht, in dem ich nicht geschwommen, sondern mit angezogenem Fuß durch das Wasser gegangen bin. Das hat mein kaputtes Sprunggelenk gefordert, gefördert und letztlich sowohl ihm als auch mir unendlich gut getan. (Auch nach sieben Monaten ist die linke Seite stark geschwollen. Wenn Ende des Jahres "das Material" entfernt wird, soll es angeblich noch etwas besser werden. Das Aussehen und nicht mehr in Schuhpaare reinpassen ist eine Sache. Ich kann wieder laufen: Gott sei Dank!!). Der Nachteil an solchen Dingen ist, daß man ziemlich kaputt ist danach und einem oftmals zeitgleich mit den Kindern die Augen zufallen.


An solchen Tagen ist das Freibad leer. Auch dann sind wir da. Ganz besonders gern sogar.


Was mich dieses Jahr außerordentlich freut ist, daß nun mein Mann genau so Freude an diesem Bad hat, wie ich und die Kinder auch. Obwohl er erst wegen Zeitmangel nicht wollte, habe ich ihm kurzerhand auch eine Saisonkarte besorgt. Als ehemaliger Rettungsschwimmer und Tauchlehrer (was war dieser Kerl eigentlich noch nicht, frage ich mich gerade ;-)...), wird er künftig in seiner Freizeit Tauchlehrgänge für eine bestimmte Gruppe von Menschen anbieten. Gerade gibt er einen kleinen Schnupperkurs. 

Zu solchen Leuten wie uns sagt man wohl auch Wasserratten. Hier sind wir so gerne. Wasser ist definitiv unser Element.

Kommentare:

  1. In offenen Gewässern bin ich auch gerne, wie ich dieses Jahr wieder fest gestellt habe. Schwimmbäder, vor allem volle, sind nicht so meins. (Dafür könnte ich in jeglicher -sauberer- Wolle zwei mal täglich baden;-))
    Da ich schon länger mit lese, kenne ich eure Wasservorliebe und finde die Bilder wieder herrlich anzusehen. Toll, dass nun Dein Mann wieder sinn-vollen Gefallen daran hat. Vielleicht waren die Tauchlehrgänge nötig, um ihn zu überzeugen.
    Dein Fuß ist wirklich sichtbar dicker. Ich wünsche Dir sehr, dass die Schwellung nach Entfernung des Materials noch stark zurück geht. Wie gut, dass Du wieder laufen kannst. Ohne passende Schuhpaare ist das aber kein Vergnügen. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Sicher gibt es so ein paar "Universalschuhe". Doch die sind auch nicht für jede Gelegenheit geeignet.

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    1. Oh, ein Tauchgang in Wolle, da mache ich voller Wonne ebenfalls mit, liebe Roswitha. Da kann auch ich nicht nein sagen. Was meine derzeitige Fußbekleidung angeht, bin ich mit Flipflops noch gut bedient. Aber das Wetter schlägt um. Hier beginnen bereits die ersten Herbststürme. Mitte August steht der Herbst ganz zuverlässig vor der Tür. Mal sehen, in welches Schuhwerk ich dann komme. Irgendwas wird schon gehen.

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  2. Diesem Post, besonders deinen Bildern, merkt man die Begeisterung an. Wie schön, dass es das Element aller Familienmitglieder ist!
    Mir ist die Freude am Schwimmen durch meine Sehbeeinträchtigung etwas vergangen, aber ich liebe es, egal bei welchem Wetter, mit Booten & Schiffen auf allen Arten von Gewässern herumzufahren. Mein Element jedoch ist die Erde, mein Wunsch aber, ein Luftwesen zu sein....
    Liebe Grüße
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, die Erde wäre auch ein weiterer Favorit von mir - unbedingt sogar! Ich liebe es in Erde zu wühlen, es zu riechen, voller Dankbarkeit zu sehen, was es hervorbringt. Wunderbar. Wasser ist nochmal anders. Das übt eine magische Anziehungskraft auf mich aus, dem ich mich nur schwer widersetzen kann.

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  3. Liebe(s) Pünktchen, ich muss gestehen, dass ich dich beneide. Und zwar ganz fürchterlich!!! Nicht um den dicken Fuß :-), aber um das viele Wasser. Ich liieeebe das Meer, aber es ist so weit weg von hier! Ich schwimme für mein Leben gern in einem See, aber der nächste Badesee ist eine halbe Stunde Autofahrt entfernt und man kann nicht einfach am Abend ein paar Runden schwimmen gehen. Ich will nicht undankbar sein: es gibt ein schönes Freibad in der Nähe. Aber in diesem Chlorwasser zu schwimmen macht mich einfach nicht so glücklich wie im See - irgendwie fühlt es sich völlig anders an, nicht so weich und lebendig. Außerdem ist es mir zu warm (immer auf 25°C geheizt).
    Puh, was für ein Gejammer... aber eines weiß ich: nächstes Jahr will ich Urlaub am Wasser!!
    Deine Fotos sind alle schön, aber am besten gefallen mir die ersten beiden: rauhe See und Möwen im Wind und das geniale Unterwasserfoto von deinem Filius!
    Herzliche Grüße von Wasserratte zu Wasserratte,
    Brigitte

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    1. Liebe Brigitte, du also auch... Als ich lange Zeit in NRW lebte, da war nix in der Nähe außer ein Freibad, in dem sich dann im Sommer bis zu 4000 lustige Studenten tummelten. Die ersten Jahre litt ich wirklich ganz schrecklich. Irgendwann gewöhnte ich mich daran, denn die Stadt hatte einiges andere zu bieten. In dem Fluß an meinem jetzigen Wohnort habe ich mit Sohn1 und in meiner zweiten Schwangerschaft immer wieder gerne gebadet. Bis die ersten Schlangen auftauchten - da war's ein für alle Mal vorbei. Der See auf dem Bild ist kein Badesee, aber ich mag gerne drumrum gehen, oder mich in die Nähe setzen. Ich habe an einigen Plätzen unserer schönen Erde im Meer gebadet. Die hiesige See lockt mich wenig, denn die Sicht unter Wasser ist kaum zu vergleichen, und in manchem Jahr gibt es so unendlich viele Feuerquallen, daß man es mit der Angst zu tun bekommen kann. Das alles entfällt im Freibad. Ich liebe es einfach, daß ich mit wenigen Schritten im Bademantel rübergehen und mich so richtig schön verausgaben kann. Mit Wasser und Bewegung geht es mir immer so viel besser. Über das Chlor kann ich hinwegsehen. Und wir sind meist bei schlechterem Wetter da, wo sonst kaum ein anderer anwesend ist. Dann ist das einfach nur herrlich.

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    2. Schlangen und Quallen... an die kleinen bösen Ostseequallen habe ich gar nicht mehr gedacht... Da hast du mich nun daran erinnert, dass wir nicht im Paradies leben. ;-) Man ist mit einer Situation unzufrieden und denkt, woanders wäre alles perfekt. Nun, ich will dankbar sein für den Luxus eines schönen, sauberen Freibades (und Hallenbades, im Winter)! Das ist so gar nichts Selbstverständliches, und wenn die Tage herbstlich werden, bin ich vielleicht froh über die 25 Grad...
      Aber ein Strandlauf bei Wind und Wolken ist auch ohne Baden etwas vom Schönsten, woran ich mich erinnere!
      Alles Gute, auch für deinen Fuß!
      Brigitte

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    3. Ich mag das raue Klima am Meer. Als unsere Kinder noch ganz klein waren, bin ich regelmäßig mit ihnen am Strand gewesen. Entsprechend dick eingepackt hatten sie viel Spaß daran, Stöckchen und Steine zu sammeln, in's Meer zu werfen. Solche Ausflüge gab es sehr oft, und sie taten uns ausnahmslos immer gut. Diese Möglichkeiten zu haben ist immer ein Geschenk - und man muß ja nicht gerade dann baden gehen, wenn die Quallen in Überzahl vorhanden sind ;-)... Danke für Deine guten Wünsche!

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