19 April 2013

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!


Wer hier bereits länger mitliest weiß, daß wir seit bald zwei Jahren eine Baustelle bewohnen. Ich behaupte, daß wir immer noch derart traumatisiert sind, daß alles weiterhin ruht. Der Gedanke wieder Handwerker im Haus zu haben ist uns nach wie vor unerträglich. Irgendwann werden wir nach und nach selber weiter machen. Das ist definitiv das kleinere Übel. Natürlich sind all die Geschichten aus dieser Zeit nicht spurlos auch an Freunden und Bekannten vorrüber gegangen. Brühwarm bekamen sie ein Desaster nach dem anderen erzählt. So war es nicht verwunderlich, als mir kürzlich eine gute Bekannte dieses sagenhafte Buch mit folgenden Worten in die Hand drückte: "Hier, als ich den Titel sah, da mußte ich sofort an Euch denken. Ich selbst habe es noch nicht gelesen. Erst leihe ich Dir das Buch aus...!"

Ich habe das Buch binnen weniger Stunden in mich hineingefressen. Zwischendurch sandte ich Sms an die Buchverleiherin:

1 - Bin auf den ersten Seiten - das Buch ist sooo toll  geschrieben. Ich kann mich nicht halten vor Lachen. Liebe Grüße...

2 - Die Tränen laufen. Ich habe Atemnot.

3 - Beim Dauerlachen verschluckt. Der heiße Kaffee verbrüht mir die Beine. Muß Boden wischen. Mehr noch muß ich weiter lesen...

4 - Muß noch einiges erledigen. Versuche zeitgleich zu lesen, krache mit gesundem Fuß gegen Schrank. Autsch! Wenn das so weiter geht benötige ich noch vor Buchhälfte eine erneute Gehhilfe.

5 - Seite 54. DU bist Schuld, wenn ich fast nichts auf die Reihe bringe. Wenigstens habe ich ein intensives Bauchmuskeltraining absolviert und ein äußerst amüsantes Buch gelesen. 

6 - Nach Seite 160 - totale Erschöpfung. Kennt man ja: Bauen ist anstrengend. Mache ein tiefes, kleines Nickerchen. Weiter geht's...

7 - "Ich träume davon, jemanden umzubringen. Nicht aus der Distanz, sondern mit meinen eigenen Händen. Ich möchte jemandem die Gurgel zudrücken, und zwar ganz, ganz langsam." Kenne ich solche niederen Gefühle?! Oh ja!!! Fühle mich verstanden wie selten zuvor. Benötige ab heute keine Therapie mehr.

8 - Aha, der Beweis, warum wir so schändlich behandelt wurden auf Seite 187 - wir waren definitiv zu nett.

9 - Ende. Bin durch. Kinder kommen gleich. Essen hat sich quasi von selbst gekocht. Tolles Buch! Danke für's Ausleihen. Und um es mit den Worten meiner Söhne zu sagen: "Das war der beste Tag meines Lebens!" Na fast jedenfalls ;-)...

Ich stehe überhaupt nicht auf Klamauk. Dieses Buch ist eine Investition wert. Ich lege es Euch wärmstens an's Herz.  

Kommentare:

  1. Anonym19.4.13

    och... das ist noch gar nix...

    wir haben uns seit 10 Jahren an das Provisorium gewöhnt...

    na ja... gewöhnt habe ich mich nicht wirklich...

    aber die Luft bei meinem Mann ist raus... er kann und vor allen Dingen will er nicht mehr...

    zumal er nicht gerade der geborene Handwerker ist...

    jetzt versuche ich auf eigene Faust was zu ändern...

    aber meine Versuche werden nicht wirklich gewürdigt... denn ich bin mittlerweile auch mit 70 % Erfolg zufrieden... es muss gar nicht mehr perfekt sein... aber nur so ein bißchen gemacht...

    heute mal anonym... weil mein Mann würde sonst noch ne Herzattacke kriegen, dass ich auch noch öffentlich über ihn jammer...

    aber zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass er sich in seiner "Freizeit" wirklich toll um seine Kinder und mich kümmert... nur das Wort
    "Renovierung" löst akute Schnappatmung bei ihm aus...

    LG

    A.S.

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    1. Oh bitte... 10 Jahre??? Mir bricht gerade ehrlichgesagt der Angstschweiß aus. Ich finde schon diese zwei Jahre un-er-träg-lich.

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  2. Wenn ich das so lese, muss ich schauen, dass ich auch zu dem Buch komme. Das Selbermachen ist definitiv einfacher (vor allem für die Nerven), das kann ich nur bestätigen :-)
    Alles Liebe, maria

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    1. Es ist wirklich sehr gut geschrieben. Die Anschaffung lohnt sich in jedem Falle. Kein Wunder, denn die Dame ist Journalistin.

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  3. Klingt nach einem guten Buch! Humor ist, wenn man trotzdem lacht, oder?
    danke für deinen Kommentar bei mir! Mich würde natürlich schon interessieren, welchen Blog du da meinst!
    Hab ein wunderschönes Wochenende!
    Liebe Grüße! Sonja

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    1. Liebe Sonja, das würde ich gerne so stehen lassen. Wir haben das geklärt und mehr bedarf es da nicht.

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  4. Hallo Pünktchen, ich kenne die Autorin, sie hat jahrelang bei BRIGITTE eine Kolumne geschrieben, und ist extrem witzig. Das Buch kenne ich nicht, allerdings hat sie mal bei BRIGITTE schon so einen "Vorgeschmack" gegeben, kann mir schon vorstellen, dass das Buch lustig geschrieben ist.

    Papatya

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    1. Hallo Liebe, ja, jetzt nachdem wir den ersten Schock verdaut haben kann ich aus tiefster Seele drüber lachen. In der Bauphase selbst wäre das keine so gute Literatur gewesen. Ehemalige Freunde von mir sind Architekten. Ich weiß nicht, wie die Bauleitung etc. überleben, wenn sie von Berufswegen immer mit Handwerkern zu tun haben. Für Tod und Teufel möchte ich weder Bauleitung, noch Bauherr, aber auch nicht Handwerker sein.

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  5. Das Buch habe ich schon ein paarmal an Bauherrn verschenkt - damit sie sehen was ihnen durch mich erspart geblieben ist. ;-)
    Ich denke, viele Bauherrn wissen die Leistung und die Honorargewichtung mit 30% auf der Bauleitung erst dann zu schätzen, wen sie mal ohne Architekt umgebaut haben. Ja, man kann es überleben - aber mitunter braucht es schon gewaltige Nerven und viele durchgearbeitete Nächte, wenn Maler Türklinken und Putzbrocken an Heizkörpern mitlackieren, tagelang untertauchen, Insolvenz anmelden oder sich fast prügeln, weil eienr das Werkzeug des anderen benutzt hat. ;-)
    Schön dass Du inzwischen darüber lachen kannst. Viele Bauherren wollen die Bauleitung selber machen und holen sich dann doch einen Architekten dazu, weil sie merken, dass das ein Fulltimejob ist und ihre Nerven das nicht aushalten... ;-)

    Geht es dem Fuss besser?

    Herzlich, Katja

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    1. Sehr gut, liebe Katja!! Ich habe auch gedacht, daß ich das Buch locker mal im Dutzend verschenken könnte. Der Fuß... er wird gefordert. Fahre seit drei Wochen wieder Fahrrad - mit reichlich Angst im Gepäck. Aber das dehnt die Muskeln und Sehnen auf schonende Weise. Ich denke, daß ich nur Gutes erreiche, wenn ich mich weiterhin bewege. Den Rest wird die Zeit bringen. Übrigens freue ich mich sehr, daß Du wieder da bist. Ich habe sehr viel an Dich und Deine Familie gedacht.

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  6. Das klingt ja nach einer echten Empfehlung! Ich schaue es mir mal an!
    VG
    Elke

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    1. Liebe Elke, Du selbst bist ja eine begnadete Schriftstellerin. Ich könnte mir vorstellen, daß Du Spaß daran hast.

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  7. Ich habe das Buch schon lange auf meiner Wunschliste, du lieferst einen Grund, es endlich zu kaufen. Glücklicherweise haben wir die Bauerei seit 25 Jahren hinter uns ;-)
    Dir weiterhin gute Besserung für deinen Fuß!
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Ehrlich: ich könnte das Buch gleich im Dutzend bestellen und verschenken. Das Beste, was ich seit langem gelesen habe.

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    2. Heute habe ich es endlich im modernen Antiquariat gekauft und beim Tee darin geschmökert. Aber so wie hier die Aufgabenverteilung ist, wird es mir vom Herrn K. weggeschnappt werden ( der hat immer Notstand, was Lesestoff anbelangt und kommt aus einer immobiliensüchtigen Familie, die aus schlechten Erfahrungen nichts lernt ;-)).

      Viel Erfolg beim Pflanzen ziehen!
      LG
      Astrid

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  8. Haha, das Buch könnte ich ja mal meinem Vater schenken. Der ist Architekt und macht (fast) immer (fast) alles selber. Er ist jetzt 86 und ich sage manchmal, dies oder das könne er doch wirklich einen Handwerker machen lassen, aber er lässt nur wenige handverlesene Meister ihres Faches ins Haus, die er schon lange kennt, für solche Sachen, die er nun wirklich nicht selber kann (Dach renovieren oder neues Klo einbauen z.B.), und auch dann ist er die ganze Zeit dabei...

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    1. Wo bitte sind sie, die handverlesenen Meister ihres Faches? Bislang sind wir denen begegnet, die behaupteten ALLES zu können. Unter'm Strich betrachtet sah sehr ernüchternd aus, was wir uns glücklicherweise vorher zeigen ließen an bis dahin gemachten Sachen. Ich kann Deinen Vater soooooo gut verstehen. Wenn man tatsächlich einmal einen guten Handwerker erwischen sollte, muß man ihn hegen und pflegen wie ein lieb gewonnenes Familienmitglied. Aber die müssen im wahren Leben ja auch erst mal geboren werden.

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    2. Also er hat schon ein paar wirklich gute (die natürlich dann auch ihren Preis haben...). Aber nach über dreißig Jahren beim Hochbauamt und mit einer großen handwerklichen Erfahrung kennt er halt die Leute, und sie kennen ihn und wissen, dass er genau hinschaut. Habt ihr keinen Architekten im Bekanntenkreis, den ihr mal vorschicken könntet?
      Und wie gut, dass dein Fuß Fortschritte macht, das freut mich für dich!

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    3. Das Schlimmste haben wir hinter uns. Das, was vergleichsweise übrig ist, ist noch einiges, aber überschaubar. Und wie gesagt: Hier kommt keiner mehr rein, der sich Handwerker nennt. Übrigens waren auch die hiesigen Herren alles - nur nicht billig. Ein Architekt hätte auch nicht mehr ausrichten können als wir. Was willst Du machen, wenn die Leute mit allen Wassern gewaschen sind, Insolvenz anmelden und mit Strohmann weiter machen. Dann eben 60km hinter der Grenze oder sonstwo.

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    4. Echt gruselig... :-(

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