08 März 2013

Von ersten Schritten mit toten Fischen

Eine tolle Postkarte aus meinem Fundus - Schokolade könnte ich jedoch sehr gut durch Käse ersetzen ;-)

Nach meinem Unfall dämmerte es mir erst so nach und nach, daß es sich mit meiner Wiederherstellung komplizierter gestalten könnte als zuerst gedacht. Wie sollte mir auch je etwas anderes in den Sinn gekommen sein, wo ich es doch sonst gewohnt bin sieben Sachen gleichzeitig zu machen, und das meist erfolgreich. Da steh' ich nun, bzw. stütze mich ab am Gehbock wie ein ängstliches Kind, das eine Riesenklippe zu überwinden hat und bin total frustriert. Mein linkes Bein, mein Fuß - sie gehören seit Wochen schon nicht wirklich zu mir. Schockiert war ich jedoch, als ich nun feststellen mußte, das mein Fuß mir in keinster Weise gehorchen will. Ich habe so gut wie keine Kontrolle darüber, und fast ist mir, als müßte ich wie Uri Geller nur Kraft meiner Gedanken dieses hängende, dick geschwollene Etwas wieder in Gang kriegen. Nur rührt sich da nichts. Da sind sie wieder, die toten Fische..., die immer mal wieder auftauchen in dieser Zeit.

Die letzten zwei Tage habe ich mich nach einem erneuten Tief an den Gedanken gewöhnt, daß ich wohl oder übel erneut das Laufen erlernen muß. Wer hätte das gedacht?! Es hilft ja nichts. Als erstes habe ich die Beschäftigungszeit meiner liebgewonnenen Haushaltshilfe nicht verlängert. Getreu dem Motto: "Wer fordert, der fördert!", fordere ich mich nun selbst heraus. Jetzt, da ich das Bein mit Fuß wieder belasten darf, untersage ich mir die Bequemlichkeit. Ich muß wieder aktiv werden. Und das werde ich auch. Nach und nach zumindest. In meinem Kopf habe ich schon einen Plan aufgestellt, wie ich das schaffen möchte. Greifbare Ziele müssen her. Der ähnlich in Mitleidenschaft gezogene Vater einer Freundin sagte wohlmeinend: "Im Sommer läufste wieder!" Wie bitte? Sommer erst?? Ich wollte schon im Frühling... Ab heute bin ich unterwegs - zur Sicherheit erst mal mit dem Gehbock. Wenn ich etwas mehr Standsicherheit erlangt habe, dann traue ich mich auch wieder an die Krücken ran. Und ja, ich bin wild entschlossen. Der Frühling ist mein!! Das lasse ich mir nicht nehmen. Auch wenn ich nicht wie Uri Geller Gläser mit alleiniger Macht meiner Gedanken verrücken kann, muß ich es aber auch nicht dem "armen Hennie" nachmachen, nicht wahr?! Entschlossene und hoffnungsvolle Grüße.


Trilogie - Sohn1
 (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig ;-)...)

Kommentare:

  1. Ja! Jaaa!! JAAAAA!!!! (Meine begeisterte Zustimmung bezieht sich auf dein Header-Aquarell)! Bitte hin und wieder mehr davon! :-)
    Keine Kontrolle über ein Körperteil zu haben, an dessen Funktionieren man sonst nie einen Gedanken verschwenden musste, das ist sicher ein fast beängstigendes Gefühl. Und wenn es dann irgendwann wieder seine Arbeit tut, erlebt man eine Dankbarkeit, die man so vorher nicht kannte. MIr ging es mal so mit meiner Nase, ich hatte nach einer heftigen Erkältung wochenlang keinerlei Geruchssinn mehr (was auch zur Folge hatte, dass ich nicht mehr viel schmecken konnte). Ich werde nie den Moment vergessen, als mir beim Vorbeigehen am Meerschweinchenkäfig ganz unerwartet der Duft von Heu in die Nase stieg - seither ist mir mein Geruchssinn viel bewusster als zuvor.
    Und von der Hennie-Trilogie solltest du wirklich nur das letzte Bild auf dich beziehen!

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    1. Äh, siehst Du meinen Header erst jetzt??? Das habe ich schon eine Weile drin... Irgendwie verstehe ich die Einstellungen von Blogger nicht. Auch mein Favicon habe ich geändert, aber man sieht es nicht. Muß ich das verstehen?
      Ja, liebe Brigitte, ganz bestimmt hast Du recht. Ich erlebe eigentlich schon jetzt Dankbarkeit dafür, daß ich mit etwas geschlagen bin, an dessen Verbesserung ich arbeiten kann. Es gibt so furchtbare Unfälle, wo man nichts mehr tun kann. Dagegen ist meine Sache die reinste Lachnummer.

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    2. Ich hab das schöne Papaty...(wie heißt das in der Grundform? Wird im Türkischen auch das Possesivpronomen hinten als Suffix angehängt, wie im Ungarischen? Da würde das "-am" soviel wie "mein" bedeuten: ház= Haus, házam = mein Haus) - also: ich habe das schöne Gänseblümchen tatsächlich erst jetzt entdeckt, entweder weils vorher nicht zu sehen war, oder aus Unaufmerksamkeit (das kann ich mir aber kaum vorstellen). Egal, jetzt ist es da, und es gefällt mir sehr. Auf ungarisch heißt es übrigens "százszorszép", und das bedeutet "Hundertfach schön" :-)

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    3. "Papatya" ist das Gänseblümchen, "Papatyam" bedeutet - mein Gänseblümchen -
      Du hast also mit Deinen Mutmaßungen vollkommen recht, was die Grammatik angeht. Es scheint, daß ich entweder die Einstellungen bei Blogger nicht durchblicke, oder aber alles sein Eigenleben hat. Veränderungen werden meist mit größeren Verzögerungen sichtbar. Die Übersetzung von "százszorszép" finde ich übrigens auch sehr schön, aber die Schreibweise... oh oh...

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  2. Ich freu mich für Dich, dass Du endlich wieder gehen darfst - und ich bin mir sicher: Du schaffst das. Aber Hände weg von Rodelschlitten. ;-)

    Lieber Gruß,
    Katja

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    1. Liebe Katja, wie sagte Sohn 2 zu mir: "Mama, die nächsten fünfzig Jahre darfst du nicht mehr Schlitten fahren!" Könnt' ich noch so hinkriegen ;-).

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  3. Das wird schon wieder.
    Während meiner Tätigkeit beim Neurologen hab ich oft miterlebt, wie nicht gehorsame Körperteile wieder Gehorsam gelernt haben ;-))
    Laß Dich nicht unterkriegen (wirst Du nicht, ich weiß) und ein schönes Wochenende!
    Amelie

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    1. Danke Amelie! Ich werd' mein Bestes geben.

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  4. Da kann ich nur mit Janosch`s Bär sagen: Stärk stärk, kleiner Tiger!
    Viel Kraft wünsche ich Dir
    Lisa

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    1. Liebe Lisa, danke wie immer für die guten Wünsche! Gerade heute bin ich wieder einmal mehr als unzufrieden. Das Wetter ist bäh!!, somit mag ich noch nicht mal draußen mit meinem Hilfsmittel die Runden drehen. Not macht erfinderisch. Ich habe mich vorhin mal auf das kleine Fahrrad des Jüngsten gesetzt und habe mal getestet, wie ich darauf vorwärts komme (nicht fahrend, sondern rollend, versteht sich). Denn bald muß ich meine Jungs morgens wieder selbst wegbringen. Und das könnte ich nur so und nicht anders schaffen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Alles nicht einfach, aber es wird...

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  5. Ha, ha, tolle Karte. Ich teile 2/3 Schokolade, 1/3 Käse. Man sieht die Entschlossenheit in dem Gesicht und in der Gangart;-)
    Dein Favicon ist neu, doch konnte ich es fast nur mit Brille sehen, was es sein sollte.
    Auch wenn du mit der Macht der Gedanken keine Gläser verrücken kannst, sie wird dir helfen, so schnell wie möglich wieder auf beide Beine zu kommen. Wie heißt es so schön: Von den Toten auferstanden;-)
    Gutes Gelingen!

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    1. Liebe Roswitha, ich warte schon voller Ungeduld auf Deine "Sonntagsfreude". Sieht man schon die Stulpen?? Ich werde nachhher mal vorbeischauen. Mein Favicon in Miniklein sehe ich auch hier und da - nur auf meiner Seite hat es sich noch garnicht geändert. Und da sollte es auch größer sein. Nervig, daß es so lang dauert. Ja, entschlossen bin ich, aber auch immer wieder enttäuscht. Obwohl es mir direkt nach der ersten OP im Krankenhaus mitgeteilt wurde, daß es Monate dauern wird, bis ich wieder gehen kann, habe ich das nicht wirklich so aufgenommen. Eigentlich weigere ich mich ja immer noch das so zu glauben. Ähem... Ich gebe mein Bestes, den Rest wird die Zeit zeigen.

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  6. Nun muss ich noch schreiben, was mir beim ersten Blick auf die Karte in den Sinn kam. Ich dachte, du gehst jetzt für 500 Mack Farben kaufen!!! Keine schlechte Idee, wie ich finde;-)

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    1. Oh, Fraben kaufen brauche ich garnicht. Denn von Kindesbeinen an habe ich eine Schwäche für Papier, Farben, Pinsel, Stifte... Ich fürchte ich bin besser sortiert als ein entsprechender Laden es sein könnte ;-). Nur ist es damit ja selten getan. Man muß sich auch Zeit nehmen, um Dinge auszuprobieren. Angetriggert durch Euch versuche ich das nun ab und an zu tun. Mein Sommerheader steht schon ;-)...

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