18 März 2013

Scor-Pal mit alter Liebe


Seit frühester Kindheit habe ich eine ausgesprochene Schwäche für Papier. Mein allererstes Geld habe ich dazu genutzt mit ca. fünf Jahren in einem kleinen Schreibwarenladen in Hefte aller Art zu investieren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sehr sich der Verkäufer über mich amüsiert hat, weil ich mir nicht nur bei der Auswahl der Hefte Zeit ließ, sondern jedes einzelne Blatt mit Hochgenuß befühlte und sorgsam umblätterte. Auch heute noch kann ich nicht umhin, sogar wenn ich lediglich eine neue Zeitschrift in der Hand halte, hochkonzentriert die Haptik des Ganzen in mich aufzusaugen. Und es ist so, daß auch wenn die Zeitschrift inhaltlich gut ist, die Haptik aber nicht gut abschneidet, das Teil nicht gekauft wird. Das Selbe erlebe ich, wenn ich Stoffe, Schuhe, Wolle kaufen möchte. Ob das noch normal ist...?  Wie dem auch sei bin ich seit jenen Tagen sehr empfänglich für schönes Papier, besondere Stifte, Farben, Pinsel etc. Und wenn ich gerne etwas wirklich gut können möchte, dann würde mit Sicherheit die Kunst der Buchbinderei dazu gehören. Leider gibt es keine Kurse dazu in unserer Gegend, und meine Bemühungen aus Anleitungen etwas Gescheites nachzumachen waren bislang eher dilettantisch. Aber Übung macht den Meister, nicht wahr?! Vor kurzem hielt ein Scor-Pal (Falzbrett) Einzug in unsere heiligen Hallen. Seitdem sind mit Hilfe der kleinen Herren viele schöne bunte Briefumschläge aus alten, maroden Atlanten entstanden, die mich nun von wärmeren Gefilden träumen lassen. Denn seit letzter Nacht stürmt es hier ununterbrochen, und es liegen Massen von Neuschnee umher. Seufz...

Kommentare:

  1. heute hatten wir richtige Frühlingsluft und Sonnenschein, davon schick ich dir gern ein bißchen.
    Was du beschreibst, kenn ich auch, dann noch ein gut schreibender Stift/Füller dazu, oh ja!
    weiterhin deinem Bein/Fuß alles Gute und bleib tapfer.
    Sanne

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  2. Ich muss beim Lesen oder Vorlesen immer wieder ein bisschen die Bücher streicheln - vor allem bei neuen Büchern fühlt sich das sooo gut an, so mit der Hand über die aufgeschlagenen Seiten hin und her, ganz glattes Papier, oder den Umschlag befühlen... :-) Meine alten Kinderbücher dagegen fühlen sich oft eher weich an, etwas aufgerauht, die Ecken abgegriffen - wunderbar, alle!

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  3. Das Buchbinden wäre auch noch etwas, was mich sehr reizt. Schöne Zeilen zum Papier, sie sind mir gar nicht fremd. Herzliche Grüße, Marja

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  4. Danke, dass ich so einen schönen Umschlag mit Inhalt erhalten durfte:-)
    Von einem Falzbrett habe ich noch nie gehört. Das könnte ich auch gut für meine Umschläge gebrauchen. Ich mache das ganz herkömmlich mit Lineal und Schere. Da ich jetzt gerade einen Preis gesehen habe und ich nicht sooo viele Umschläge mache, bleibt es bei der Schere.
    Zu dem was "normal ist". Das ist ja sehr relativ. Ich finde es schon "normal", wenn es dir wichtig ist. Denn nur, weil es die Mehrheit der Menschen womöglich nicht so sieht oder empfindet, ist doch kein Kriterium, oder? Ich denke, dann gibt es viele "Unnormale". Gibt es ja auch, ich schließe mich nicht aus. Jeder Mensch ist anders, jeder hat etwas eigenes. Ich mag diese Vielfalt. Sie bereichert ungemein.

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