04 Februar 2013

Ein Schritt in Richtung Menschwerdung



 
Was ein Frisörbesuch für einen psychologischen Effekt haben kann, wird jeder wissen, der insbesondere Krisenzeiten durchlebt hat. Gerade dann sagt man uns Frauen nach, trennten wir uns mit großer Bestimmtheit von unseren Haaren.

Ich habe lange Haare. Von Glatze bis Knielang war in meinem Leben alles vorhanden. Nur mit Farbe war ich extrem zurückhaltend, weil ich es für mich einfach nicht mochte.

Manchmal trage ich meine Haare offen. Öfter habe ich eine Hochsteckfrisur, weil sie einfach super easy zu machen ist, und eigentlich ohne viel Aufwand im Alltag was her macht. Übrigens bin ich entgegen gängiger Meinung der Ansicht, dass eine Kurzhaarfrisur in der Pflege viel mehr Aufwand erfordert als lange Haare das tun.

Wie dem auch sei, probierte ich kürzlich meine Haare am Waschbecken selbst zu waschen, was sich als richtig schwierig herausstellte. Meine langen Haare füllten bereits das große Becken aus, und ich hatte deutliche Mühe, das Shampoo aus ihnen auszuwaschen.

Heute war mein Mann außer der Reihe einen Tag unter der Woche zu Hause und spontan befiel mich der Gedanke, dass es toll wäre, jetzt Haare zu lassen. Gesagt, getan: Schnipp schnapp Haare ab! Hach, wie gut das tut, sich entspannt die Haare waschen zu lassen. Die Kopfmassage war einfach göttlich und unbezahlbar… Eine Menge ist runter gekommen von meinem Haupthaar, wobei der größte Anteil unter dem Frisörstuhl zum Liegen kam.

Ich fühle mich gerade so richtig gut und bin total happy. Und es ist immer noch ausreichend Haarlänge vorhanden, dass ich meine Hochsteckfrisur hinbekomme.

Kommentare:

  1. Womit sich wieder bewahrheitet, nach einem Tief kommt immer ein Hoch;-)
    Das ist schön zu lesen, dass du dir Gutes tust. All das trägt zu einer schnellen Heilung bei.
    Knielange Haare, kaum zu glauben - ich glaube dir natürlich. Meine Haare waren, glaube ich, nie länger als schulterlang. Meistens kürzer, da ich dann Wellen hatte. Meine Haare sind schwer und hängen sich aus. Das steht mir einfach nicht. Sehr kurz hatte ich sie früher auch schon, gerade noch so lang, wie breit die Finger der Frisörin waren.
    Du hast recht, eine Kurzhaarfrisur erfordert immer mehr Pflege. Selbst in der Länge, wie ich sie jetzt trage, muss ich morgens immer ein bisschen was dran tun, ganz kurz ist noch schlimmer. Und man muss spätestens alle vier Wochen zum Frisör.
    In deiner jetzigen Situation tust du dir ja zweimal was Gutes, da jetzt auch die Pflege für dich einfacher ist.
    Habe lange Freude und Genuss daran!

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  2. Ja, in so reduzierten Zeiten beschert einem ein Frisörbesuch ungeahnte Höhen der Freude. Ich bin total selig. Das war nicht nur Haar-, sondern auch Seelenpflege.

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  3. Ja, ich kann Dir nur zustimmen! Ich habe heute auch deutlich Haare gelassen und war erstmals nach einem Jahr wieder beim Friseur! Das Ergebnis gefällt mir auch sehr und ich fühle mich wie ein neuer Mensch! lg michaela

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  4. Das hört sich wirklich alles gar nicht lustig an. Mensch, ich wünsch Dir, dass Du möglichst schnell wieder mehr selber machen kannst. Aber bitte kein schlechtes Gewissen, das ist jetzt wirklich ganz fehl am Platz.
    Meine Tante hatte sich letztes Jahr beide Arme merhfach gebrochen, als sich auf Glatteis ausgerutscht ist. Mit beiden Armen in so einem Gestell wie Du es jetzt am Beim hast, war sie wochenlang gefangen und konnte sich nichtmal die Nase kratzen. Ätzend sowas. Ich weiß schon, warum mir der Sommer deutlich lieber ist als der Winter. ;-)

    Herzlich, Katja

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  5. Jaja, so ein Friseurbesuch tut sooo gut! Und ich bin auch der Meinung, dass langes Haar pflegelechter ist, auch wenn das Trocknen länger dauert. Dafür ist es nicht täglich von Nöten. ;-)
    Ich wünsche Dir, dass es weiter bergauf geht bei Dir, dass Du immer wieder Momente hast, die Dir gut tun bei Deiner Genesung!
    Alles, alles Liebe, Martina :-)

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  6. Hallo liebe Michaela, meine treue Seele Katja, liebe Martina -
    es ist schön, daß ihr hier vorbei schaut und so wohlmeinende Kommentare hinterlaßt. Ja, sie tun mir gut! Ich habe heute nach vielen Tagen wieder so etwas wie ein Aufatmen verspürt. Medikamente habe ich abgesetzt. Ich setze ich mich nun einige Male am Tag für kurze Momente in den Rollstuhl und fahre mal an meinen Schreibtisch, um so viel Liegengebliebenes zu durchsichten, mich darum zu kümmern und zu sortieren.Ich denke, das sind alles gute Zeichen. Liebe Katja, so wie Deiner Tante wär's mir fast nach meinem Krückensturz ergangen. Ich bin noch mal mit einem "blauen Auge" davon gekommen. Aber ehrlich - die Dinger rühre ich nach Möglichkeit nicht mehr an.

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  7. Liebe(s) Pünktchen,
    endlich will ich doch auch einen virtuellen Krankenbesuch bei dir machen. Wie gut, dass es schon ein bisschen aufwärts geht! Dieses Gestell sieht ja grässlich unhandlich aus... Und dass du in dieser Situation tagelang ohne deinen Mann auskommen musst, macht das Ganze ja erst so richtig schwierig - wie gerne würde ich Chauffeur für dich spielen, das wär mir ein Vergnügen (es hat mich traurig gemacht zu lesen, dass so etwas hierzulande leider nicht selbstverständlich zu sein scheint).
    Ich wünsche dir, dass es deinem Fuß baldmöglichst wieder ebenso gut geht wie momentan deinem Kopf!
    Brigitte

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  8. Ja, liebe Brigitte, ich nenne das Gestell " mein Terminator-Bein", was meine Kinder immer sehr amüsiert. Aber wenn ich mir vorstelle, statt dessen einen festen Gips zu haben, das wäre sicherlich nicht angenehmer. Wenn mein Mann unter der Woche hier wäre, würde das vieles erträglicher machen. Aber wir bekommen das inzwischen ganz gut hin. Ich habe eine sehr nette Haushaltshilfe, der ich meine Kinder mit gutem Gewissen anvertraue. Das ist so viel wert. Danke für Deinen Krankenbesuch und Deine lieben Worte.

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