31 Oktober 2012

Ein letztes Mal


Ein letztes Mal waren wir heute mit Laternen unterwegs. Mein Bedarf daran ist seit geraumer Zeit gesättigt. Es reicht mir nun wirklich, und das ist gut so. Wenn ich aber sehe, mit welcher Ernsthaftigkeit an den Laternen gewerkelt wurde, wie groß die Vorfreude im Vorfeld war, die Aufgeregtheit, während wir Richtung Kindergarten zu den anderen gingen, ja dann...dann muß ich gestehen, daß ich mich sehr freuen kann mit meinen kleinen Herren.

28 Oktober 2012

Mit Liebe gemacht


Der Pullover für unseren älteren Sohn ist nun fertig geworden. Ich habe ihn gleich so großzügig gestrickt, daß er ihn noch bis Ende der Grundschulzeit wird tragen können. Ein Raglanpullover von oben durchgestrickt - wie gewünscht. Ich liebe es für meine Männer zu stricken, weil ich dabei meine überbordende Liebe so gut mit hinein fließen lassen kann. Es ist mir so, als würde ich sie in meine Liebe hüllen, sie mit einem wärmenden und beschützenden Schutzschild versehen.

Die Wolle: Drops Andes (65% Wolle, 35% Alpaca), verstrickt mit Nadel Nr.7 statt wie angegeben mit Nadel Nr.9. 

Ohne es zu beabsichtigen habe ich irgendeine MickeyMouse-Einstellung an der Kamera aktiviert.  

27 Oktober 2012

Auf die Schnelle eine Laterne


Nicht mehr lange, dann findet im Kindergarten der letzte St. Martinsumzug für uns statt. Sohn2 hat voller Stolz seine Laterne aus dem Kindergarten nach Hause getragen. Sohn1 hingegen stellte fest, daß er ja dieses Jahr garkeine Laterne hätte. In der Schule werden keine mehr gemacht. Plötzlich fiel mir die Verpackung vom neuen Wasserkocher ein. Das kam doch wie gerufen. Beide Söhne bemalten den Karton mit schwarzer Acrylfarbe.


Nach kurzer Trockenzeit zeichnete Sohn1 mit einem weißen Buntstift Sterne auf die vier Seiten.


Eine echte Gemeinschaftsarbeit, denn ich darf mit der kleinen Schere die Sterne aus der festen Pappe ausschneiden.


Nun wird passend  weißes Pergamentpapier zugeschnitten und von Innen eingeklebt.


Fertig! Die geschnitzten Weidenruten werden noch zu Laternenstöcken umfunktioniert und es kann losgehen - ein allerletztes Mal in Kürze.

26 Oktober 2012

Kabak tatlısı - Kürbis Süßspeise



Kulinarisch gesehen bin ich nicht so eine Süße. Objektiv betrachtet stimmt das nicht ganz. Denn obwohl ich Schokolade eher langweilig und zu trocken finde, stehe ich total auf Obst und Fruchtzucker. Für meine Kinder ist das nahezu schockierend, daß ich ohne Nutella&Co. groß geworden bin. "Arme Mami, hast du denn garnichts gehabt...?". Lach! Mein Naschkram, das waren Früchte jeglicher Art. Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Maulbeeren, Kakis, Wassermelonen, Pfirsiche, Aprikosen, Granatäpfel, Erdbeeren, Trauben, Feigen, um mal das Obst zu nennen, was es oft gab. (Noch heute erkenne ich auf zig metern Entfernung, ob ein Baum eßbare Früchte trägt ;-)). Zudem hat die türkische Küche auch damals schon eine Fülle von Nachtischen geboten, die einer wie mir vor lauter Zuckergehalt die Fußnägel hochrollen läßt. Das war mir sogar als Kind zu süß. Die feine, aromatische Süße des Obstes war und ist es, welches mein Herz höher schlagen läßt. Das ist bis heute so geblieben. Ich bin heute noch ein großer Obstkonsument und gestehe, daß nicht alles saisonal oder regional ist, was bei uns zu Hause in der Obstschale landet.  Die Fülle von Süßigkeiten, denen meine Kinder allein schon außerhalb der heimischen Wände ausgesetzt sind, finde ich manchmal gruselig. Aber an eine Süßspeise aus meiner Kindheit habe ich mich wieder erinnert, welches auch ich geliebt habe: "Kabak tatlısı". Ich hatte immer mal wieder Rezepte mit Kürbis gesehen. Und da ich selber noch nie etwas mit Kürbis zubereitet hatte, habe ich sogar mal gewagt einen mitzunehmen. Bei der Gelegenheit habe ich auch mit meiner Tante in der Türkei telefoniert, die mir ihr Rezept durchgab. (Allerdings nimmt man wohl hierzu eher Kürbisse mit hellem Fleisch - welche das auch immer sein sollen. Ich habe das genommen, was da war: Hokkaido-Kürbisse. Diese habe ich kleingeschnitten, und mich gewundert, wie schwer das ging. Vielleicht wird es aber auch einfach nur wieder Zeit für einen Besuch von Erwin. (Meine Süßen haben gestern natürlich ganz normale Küchenmesser zum Schnitzen der Weidenruten benutzt ;-)...). Die Kürbisspalten sollten nicht dicker sein, als ein Finger - sagt meine Tante ;-). Das alles kommt in einen Topf ohne Wasser. Man schüttet lediglich Zucker darüber und vermengt alles miteinander. Bei 1 kg Kürbisfleisch nimmt man 500g Zucker. Da ich es nicht extrem süß mag, habe ich weniger Zucker genommen. Das ganze läßt man einen Tag in dem Topf ziehen. Am nächsten Tag gart man die Kürbisstücke im eigenen Sud. Wer nicht die ganze Zeit daneben stehen will, der geht auf Nummer sicher und füllt noch ein großes Glas Wasser (wer in der türkischen Küche auf genau Mengenangaben hofft, der ist verloren) in den Topf. Mit dem Piecks-Test sieht man, ob der Kürbis durchgegart ist. Serviert wird diese Kürbisspeise mit zuvor gerösteten, gehackten Haselnüssen, die darauf gestreut werden. Ich bin sehr gespannt, ob ich morgen geschmacklich das hinbekomme, was mir vorschwebt. Ich werde berichten.

Inzwischen habe ich die Süßspeise probiert. Mir hat sie sehr gut geschmeckt, wobei ich gestehen muß, daß ich natürlich dabei auch meine Kindheit schmecke. Man könnte das sicherlich noch verfeinern, aber ich möchte es weiterhin genau so genießen. Ich habe deutlich weniger Zucker genommen als angegeben. Nach einigen Stunden im Topf hatte sich bereits reichlich Sud aus den geschnittenen Kürbisstückchen im Topf gesammelt. Ich habe kein zusätzliches Wasser mehr genommen. Das alles habe ich auf niedrigster Stufe köcheln lassen, nur wenig und vorsichtig umgerührt, damit nicht alles vermatscht. Dann geröstete Haselnußstückchen drauf, wer mag ein Kleckschen Sahne... und lecker.

25 Oktober 2012

Für Kurzentschlossene


Immer wieder gibt es Tage, die vom Wetter her sehr ungemütlich sind. Heute war's eisig kalt (Hach, ob nun endlich das Ende der Mückenpopulation gekommen ist...? Wir hassen Mücken!!) und erst stürmisch, dann regnerisch. Oft genug einigen wir uns dann schnell darauf, daß wir an diesen Tagen das Haus nicht verlassen. Wir nehmen uns andere Dinge vor. Allerdings hält das nicht lange an. Zwischendurch fangen wir an, laut zu überlegen: "Hmm, vielleicht sollten wir nur ganz kurz raus gehen." Einen kurzen Moment später: "Besser nicht! Der Himmel zieht sich immer mehr zu..." So geht das hin und her. Etliche Male, bis wir dann, kurz bevor sich der Himmel ausschüttet, entschlossen unsere Drahtesel besteigen und losfahren.


Alle wollen jetzt in den Süden. So kalt wie's heute war, hätte auch ich nichts gegen mildere Temperaturen. Brrrr... it's cold in Germany!


Die ersten Laternenumzüge haben wir bereits vor einigen Tagen aus der Ferne gesehen. Bald nehmen wir mit Sohn2 ein letztes Mal im Kindergarten daran teil. Was lag da näher als unterwegs zwei Weidenruten vom Feldrand mitzunehmen. Nicht genug damit, daß ich bei solchen Touren meist  fahrend aus dem Handgelenk fotografiere, und dabei haarscharf den Straßengräben ausweiche, steigere ich das noch mit dem Transport dieser meterlangen Stecken. Tss ts. Irgendwann lande ich wirklich noch im Graben.


Während unserer fast zweistündigen Tour waren uns die Regenwolken immer dicht auf den Fersen. Wir sind ihnen immer nur wenige Meter voraus gewesen. 


Tja, und so ziemlich genau hier hat der Kleine, auf nassem Laub rutschend, einen ordentlichen Sturz hingelegt. Glücklicherweise waren seine Hände geschützt, so daß es bei dem Schrecken blieb, und es noch nicht einmal Schürfwunden gab. Der große Bruder war sofort zur Stelle und kümmerte sich rührend (handelt es sich hier um die selben Zwei, die so sehr streiten können, daß ich kurz davor bin abzuhauen - zumindest in Gedanken??), und das verunfallte Kind konnte sich so richtig trösten lassen. Noch einpaar Küsse und Umarmungen von uns  - und weiter ging's.


Gerade wieder zu Hause kam ein so heftiger Regen runter, daß wir heilfroh waren, nichts davon abbekommen zu haben. Aber genau so froh waren wir auch, daß wir uns doch noch den kalten Wind haben um die Nase wehen lassen. Wenn man draußen war, dann ist man auch sehr gerne wieder drinnen. Zumindest geht uns das so.

23 Oktober 2012

Davor - Danach


Zur Zeit wird es früh dunkel. Wohin wir auch blicken empfängt uns eine schöne, bunte Herbstlandschaft. 


Unterwegs gibt es viele Einladungen, wie hier zum Beispiel. Der eine klettert,


der andere schnitzt ein Stöckchen.  

 
Und manchmal holen wir die bunte Farbenpracht  von draußen in unser Haus. Mir geht jedes mal das Herz auf, wenn ich sehe, mit welcher Schaffenslust die kleinen Herren ausgestattet sind. Ein Restestoff, etwas Stoffmalfarben, manchmal nur ein Blatt Papier mit einem Stift... und sie werden tätig. 


Wäre ich vermögend, würde ich vermutlich einen Großteil des Geldes in Kunst investieren. Damit meine ich nicht die irrsinnig teuren Gemälde irgendwelcher zu Weltruhm gelangten Künstler. Ich finde es grundsätzlich spannend, was dem menschlichen Geist entspringt. So bin ich eigentlich zu Blogs gelangt und bin so eine Art Ideensammlerin geworden. Die größten aller Künstler sind für mich Kinder. So, wie sie sich jetzt ausdrücken in ihrer Kunst, werden sie später nie mehr in der Lage dazu sein - nicht in dieser reinen Form. Daher ist alles, was die Söhne produzieren für mich viel kostbarer als alles, was der Kunstmarkt je abwerfen könnte.


Bevor ich Mutter wurde, da nutzte ich meine Wohnung phasenweise als Durchgangslager. Ich war wochenlang unablässig unterwegs, genau so wie es Zeiten gab, in denen ich mich bewußt zurück zog in mein Schneckenhaus und kaum vor die Türe ging.


Das änderte sich schlagartig, nachdem ich Mutter wurde. Mehrere Stunden am Tag war ich erst mit Sohn1, später dann mit zwei Kleinen unterwegs. Unsere Kinder sind pflegeleicht. Das sind sie aber meist nur deshalb, weil wir ihnen genügend Gelegenheit geben, sich in der Natur auszutoben. Sie brauchen viel, sehr viel Bewegung. Das Wetter war dabei nie ein Hindernis. Auch bei Orkanböen war ich mit den kleinen Herren am Strand unterwegs, wo sogar hartgesottene Hundehalter nicht mehr anzutreffen waren.  Das Gute daran war, daß es nur äußerst selten unausgeglichene Kinder gab. Der eindeutige Nachteil: auch mir hing dann die Zunge aus dem Hals ;-)...


So bin ich seit Jahren sehr viel an der frischen Luft, was ich eindeutig unseren Kindern zu verdanken habe. Ja, unser Leben hat sich sehr verändert. Es gibt ein Leben davor - und eines danach. Beides hatte sein Gutes, aber dieses danach, also JETZT, das ist es, was wir lieben.


Dieser riesige Hügel gehört zu einem Baustellengelände, welches zur Zeit frei zugänglich ist. Im Winter wäre das ein prima Rodelberg. Jetzt wird es von den kleinen Herren genutzt, um rasant hinunter zu brettern. Immer wieder. Und wer meint, Mama würde nur unten stehen und Fotos machen, der täuscht sich gewaltig. 


Völlig ausgepowert müssen auch wir irgendwann wieder Heim. Zu Hause genießen wir noch ein warmes Süppchen, bevor zwei kleine Jungs in der Nacht von neuen Herausforderungen träumen.

20 Oktober 2012

Unterwegs nach Entenhausen


Noch Jahre später, wenn ich Eisenbahnschienen sehe, höre ich das aufgeregte "Rrrahje, Mama, Rrrahje...!" von Sohn1, der damals mit seinem kleinen Fingerchen in die Richtung des nahenden Zuges zeigte. Rrrahje hieß Zug. Das hatte der Sohn so vorgegeben, was wiederum wenige Jahre später von Sohn2 anstandslos so in dessen Wortschatz übernommen wurde. Ich kann mich erinnern an Stunden, in denen wir uns geduldig mit Sohn1 am Bahnhof herumdrückten, um nahende und abfahrende Züge zu beobachten. Inzwischen wird der Zug tatsächlich so benannt, wie's üblich ist, aber bis heute ist die Faszination für die kleinen Herren geblieben. Was lag da also näher, als die Fahrräder mitzunehmen und einen Ausflug mit der Bahn zu machen.

 

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber kein Mensch auf diesem Planeten kann mich so sehr demütigen, wie dieser blöde Fahrkartenautomat der Bahn... Allein der ist dafür verantwortlich, daß ich höchst ungern und nur sehr selten mit der Bahn fahre.

 
Aber problemlos die Fahrräder mitnehmen können - das finde auch ich gut.

Wir haben so gutes Wetter wie schon seit langem nicht mehr.


Ich fühle mich etwas unbehaglich, als dieser Schwan vor mir auftaucht. Denn kurz zuvor hat er auf sehr beeindruckende Weise einen Hund angefaucht. Und beachtlich, zu welcher Größe er sich dabei aufplustern konnte. Nein, mit dem möchte man nicht aneinandergeraten.

 
Aber dieser Erpel hat im Handumdrehn mein Herz für sich eingenommen. Ist er nicht herzallerliebst, wie er da so steht?!


Mit so einem zutraulichen Kerlchen haben wir es noch nie zu tun gehabt. Im Gegensatz zu der restlichen Familie, die aus großer Entfernung hofft, etwas abzubekommen,  hat dieser einen erfolgeichen Weg gefunden, gut satt zu werden. Und ja, wir haben ohne jegliches schlechtes Gewissen die Tiere gefüttert, und erst bei der Weiterfahrt das "Tiere füttern verboten!" - Schild entdeckt.


Und während die Familie draußen ein Süppchen genießen wollte, habe ich noch einige Hinterhöfe ablichten wollen - zumindest so lange, bis das Essen da war.  Ich liebe Hinterhöfe, die so idyllisch aussehen. Und das sind noch nicht einmal die wirklich Schönen.


Aber man muß durchaus zugeben, daß das was hat - oder, wie seht ihr das?!





Home, sweet home. Nach ziemlich genau sechs Stunden sind wir wieder zu Hause. Und welch' Überraschung auf der Rückfahrt: wir haben die Fahrkarten nicht ganz richtig gelöst. Ein sehr freundlicher Schaffner klärt uns darüber auf und fügt noch wohlwollend hinzu: "Das mit dem Fahrkartenautomaten haben die wenigsten richtig drauf...!" Na, das ist doch mal ein echter Trost.

16 Oktober 2012

Spuren


Nach wie vor versuche ich auszumisten. Es gibt nicht mehr viel, was ich weggeben kann. Inzwischen sind beinahe nur noch Dinge da mit großem Erinnerungswert. Dinge, die so kostbar sind, weil sie verknüpft sind mit der frühen Kindheit, wie dieses Ölbild auf Baumwolle zum Beispiel. Damals besuchte ich den Kindergarten in der Türkei. Und ich könnte noch heute genau sagen, wo ich zwischen etlichen anderen Kindern in dem großen Raum vor der Staffelei stand und mit diesen übel stinkenden Farben auf meiner Leinwand pinselte. Ich weiß sogar noch genau, wie sich die Erzieherinnen hinter mir mit anerkennenden Worten flüsternd über mein Bild austauschten. Bezeichnend war meine Art und Weise, die Berge darzustellen. Mein Vater, dem ich oft genug beim Malen zuschauen konnte, malte sie ganz ähnlich. Was lag da näher, es ihm als ca. sechsjährige nachzumachen. Lachen muß ich noch heute über das haushohe Mädchen, das ich sein sollte, mit Schleife im Haar und gepunktetem Kleid. Als Kind war ich eher ein Lausbub, und Kleider waren mir damals ein Graus: durchaus hübsch anzusehen, aber völlig unpraktisch für einen Wildfang wie mich. (Es dauerte nahezu zwei Jahrzehnte, eh ich auch gerne Kleider trug). Die Baumwolle, auf die das Bild gemalt wurde, hängt heute mehr als durch. Ich glaube, daß ich demnächst in einen schönen Bilderrahmen investieren werde, um es aufhängen zu können. Solche Schätze sind unbezahlbar.

12 Oktober 2012

Unterwegs durch die Jahre


Wir haben zwei wunderbare Kinder, die wir um nichts auf der Welt missen möchten. Von Anfang an waren sie pflegeleicht, und während meine zwei Feundinnen, die zeitgleich Mütter geworden waren, abwechselnd bei unseren Telefonaten in den Hörer schluchzten, begriff ich nicht wirklich, was da los war. Wie auch? Sohn 1 war ein ganz gemütliches, aufgewecktes Kerlchen, der seinen Vier-Stunden-Rhythmus schon in der Klinik drauf hatte. Erst mit seinen sechs Monaten bekam ich eine Ahnung davon, was Anstrengungen bedeuten. Es dauerte nicht lange, und ein weiteres Wunschkind krönte unser Glück. Bis auf wenige Nächte, die ich an einer Hand abzählen konnte, war auch dieses ein zuriedenes, fröhliches Baby -  wenngleich die einfachsten Dinge nun doch deutlich schwieriger zu machen waren, weil es eben nicht mehr nur ein Kind zu versorgen galt. Bis ich das Haus verlassen konnte, da brauchte es dann doch schon mitunter eine Dreiviertelstunde beinharte Organisation. Den nächsten Anstrengungsschub erfuhr ich, als das Baby nun seinerseits mobil wurde. Da gab es Tage, wo ich die Stunden zählte, bis ich sie hinlegen konnte. Und kurz nach ihnen kroch auch ich in's Bett. Heute sind sie aus dem Gröbsten raus, mir sogar zeitweilig selbst eine echte Hilfe. Aber da, wo ich dachte, daß vieles einfacher würde, wenn z.B. das ewige Windeln wechseln von zwei Kindern und diverse andere Dinge aus Altersgründen irgendwann entfallen würden, veränderten sich lediglich die Anstrengungen. Heute habe ich zwei Jungens, die gerade momentan eine große Konkurrenz durchleben. Das zerrt sehr an den Nerven. Gottlob gibt es auch Tage, die harmonisch und frei von  Dauerstreit sind Manchmal, so ganz in Gedanken, ziehe ich still und leise die Tür hinter mir zu, und gehe. Wohin? Egal! Einfach nur weg. Das mache ich natürlich nie wirklich. Wie gesagt, nur in Gedanken manchmal. Und die sind ja bekanntlich frei... Und was mir an den anstrengenden Tagen ein echter Trost ist...? Alles ist eine Aneinanderreihung von Phasen, und die gehen bekanntlich vorrüber - die guten wie die schlechteren. Das Wiederum mahnt mich zur Gelassenheit. Die Jahre sind so schnell verflogen bisher, vielleicht haben wir nochmal so viele, um sie zu begleiten, sie zu unterstüten in dem, sich selber zu entdecken und kennen zu lernen. Ja, wenn ich mir das vor Augen führe, dann ist jegliche Anstrengung nahezu wie weggewischt (zumindest im Nachhinein). Dann weiß ich, wie wichtig das ist, was ich hier tue. Und dann tue ich es auch wieder gerne, und von ganzem Herzen.

04 Oktober 2012

Necmi bey


Mein Onkel - schmusend mit unserem Jüngsten in seiner Wohnung, in der Türkei

Necmettin (strahlender Stern am Himmel), so hat ein Bruder meines Vaters geheißen. Er war ein sehr feiner Mann, so daß ihn alle Freunde und manchmal auch Familienmitglieder Necmi bey (Herr Necmi) nannten. Ich habe viele Erinnerungen an ihn. Er legte sehr viel Wert auf Bildung und gute Umgangsformen, auf ein gepfegtes Äußeres. Ein herzlicher Mann war er, der mich in meiner frühen Kindheit sehr oft neckte und bei seinen Besuchen nicht selten zur Weißglut trieb. Nicht meine Eltern, sondern er war es, der mir den Namen eines Schönwetterwindes gab. Glücklicherweise fanden auch meine Eltern Wohlgefallen an diesem Namen. Onkel Necmi war der Erste aus der Familie meines Vaters, der unter schweren Bedingungen erfolgreich studierte. Er war es, der danach meinen Vater finanziell unterstützte,  damit auch dieser fern der Heimatstadt studieren konnte. Ihm z.B. hat mein Vater den ersten Wintermantel seines Lebens zu verdanken, der eigens für ihn geschneidert wurde. Ich erinnere mich daran, daß mein Onkel mir immer riesige Tafeln mit Schokolade mitbrachte. Das war eine Seltenheit für mich. Und dann amüsierte er sich köstlich, wenn ich Dreikäsehoch ihn beim Teilen versuchte über's Ohr zu hauen. Auch erinnere ich mich daran, daß er große Freude daran hatte, mit mir Schuhe kaufen zu gehen. Ich durfte mir dann auch wirklich ganz alleine ein Paar aussuchen, das mir gefiel. Ja, mein Onkel hatte Freude daran, anderen eine Freude zu machen. Wenige Jahre später wurde er selbst Vater. Er war ein sehr liebevoller Vater, aber er konnte gnadenlos werden, wenn die Schulleistungen meiner Cousine und Cousins nachließen. Dann gab es Nachhilfestunden - wenn's sein mußte, die ganzen Sommerferien hindurch, bis die Noten wieder gut waren. Vorher konnten sich die beiden jegliche Freizeit abschminken. Das war bestimmt nicht immer einfach für die Kinder. Heute haben diese beiden beeindruckende Karrieren gemacht. Nur ist dabei das Verhältnis meiner Cousine zu ihrem Vater nicht unbelastet geblieben. Vor wenigen Jahren habe ich meinen Onkel und seine Frau das letzte Mal gesehen. Mein Onkel war seit vielen Jahren schwer krank, und jeder von uns rechnete zu jeder Zeit mit seinem Ableben. Völlig überraschend starb seine Frau vor wenigen Jahren. Ab da lebte er alleine in der Wohnung, wo ihm eine Zugehfrau den Haushalt führte und ihn täglich frisch bekochte. Onkel Necmi war stets sehr ängstlich, wenn es um den Tod ging. Das äußerte er immer wieder. Trotzdem er dreierlei Krebsarten in sich hatte, die normalerweise einen Menschen zuverlässig binnen kürzester Zeit in's Grab bringen, lebte er nahezu zwei Jahrzehnte damit. Vor wenigen Monaten bekam seine Tochter ihr erstes Kind, und mein Onkel hatte Gelegenheit die Kleine kennen zu lernen und zu lieben. Wir telefonierten ausführlich, als ich ihm überschwenglich zu seinem dritten Enkelkind, und unserem derzeit jüngsten Familienmitglied, gratulierte. Kurz darauf erreichte mich die Nachricht, daß er hilflos von seiner Zugehfrau  in der Wohnung liegend aufgefunden worden sei, nachdem man die Türe hat aufbrechen müssen. Er hatte einen üblen Schlaganfall erlitten und hatte mindestens zehn Stunden in dieser furchtbaren Situation allein verbringen müssen. Solche Nachrichten sind furchtbar, sie erschüttern jeden von uns. Ab da telefonierte ich täglich mit den unterschiedlichsten Familienmitgliedern in der Türkei und hielt mich auf dem Laufenden. 30 Tage hat mein Onkel auf der Intensivstation gelegen, wurde künstlich beatmet. Seine Kinder waren, so es sehr begrenzt zugelassen wurde, bei ihm. Ich habe viel gebetet in dieser Zeit. Dafür, daß ein Wunder geschehen, oder aber er Erlösung finden möge. Denn so, das wußten wir nur zur genüge, wollte mein Onkel nie leben. Ich telefonierte noch mit einem meiner weiteren Cousinen, die in den letzten Jahren sich in aller Regelmäßigkeit um ihn gekümmert hatten. Es gab keinerlei Veränderungen - weder zum Guten, noch zum Schlechten hin. Meine Cousine und ich beteten gemeinsam am Telefon. Bedrückt legte ich auf. Sechs Stunden später rief mich mein Vater an und sagte mir sehr gefaßt, daß sein noch einzig lebender  Bruder gestorben sei.
  
Wir sind sehr traurig, aber nicht verzweifelt. Heute wird in großem Kreise seine Beerdigung am anderen Ende der Türkei stattfinden. Sein Sohn, der wenige Tage vor seinem Tod wieder abreisen mußte, wird neben seiner Schwester und vielen, vielen anderen bei der Beerdigung wieder dabei sein. Es gibt ein Familiengrab in den Bergen - da wo sie alle herkommen. Ganz schlicht. 


Onkel Necmi vor einigen Jahren, als ich ihn zuletzt sah.

Necmi bey, ich werde immer mit dankbarem Herzen an dich denken. Du hast viel für unsere Familie getan. Ohne deine Unterstützung würden heute viele aus unserer Familie in deutlich bescheideneren Verhältnissen leben, als sie es nun tun. Ruhe in Frieden Du leuchtender Stern am Himmel! Ruhe in Frieden!


02 Oktober 2012

Reise in die Vergangenheit


Ich möchte Euch heute mitnehmen in eine weit entlegene Gegend, die eingebettet ist in eine Landschaft voller imposanter Berge. Straßen wie diese hier gab es in meiner Kindheit nicht. 


Auf diese Kulisse habe ich oft in meiner Kindheit geschaut. Das ist der Ausblick vom Grundstück meiner Großmutter Leyla. Bei gutem Wetter machten wir Kinder einen seltenen Ausflug dorthin (li. oben hin, wo's so kahl aussieht), pflückten Wiesenblumen, kletterten auf Bäume (von denen ich meist nicht runter kam bis Rettung nahte), schauten in die Ferne.


Das ist das Haus meiner Großeltern, in dem mein Vater und seine Geschwister damals lebten.
Der Zahn der Zeit hat seine Spuren deutlich hinterlassen. Seit Jahrzehnten steht es leer und verkommt mehr und mehr zu einer Bauruine. Vor einigen Jahren habe ich dieses Haus nach langer Zeit in Begleitung meines Vaters und der kleinen Herren das erste Mal wieder gesehen. 
Einige Stunden haben wir uns dort aufgehalten, haben Äpfel gegessen, sind umher gegangen. Mit jedem Winkel, den ich neu betrachtete, fielen mir so viele Geschichten aus diesem einen Jahr ein. Ein Jahr, in dem ich hauptsächlich unter der Woche bei babaanne Leyla lebte, während mein Vater seinen Militärdienst leistete, und meine Mutter in der Stadt ihrem Beruf nachging. An den Wochenenden kam sie dazu. Ein Jahr - für ein Kind fast ein Lebensabschnitt. Sehr prägend war diese Zeit für mich.


Vom Eingang aus kam man in einen länglichen Flur: das Fenster links gehört zum Wohnzimmer, welches nahezu den ganzen Tag in wunderbares Sonnenlicht getaucht war. Gleich rechts ging es in die Küche - die Wirkstätte meiner Oma und Tanten. Tag für Tag entstanden hier Köstlichkeiten für die Familie. Es gab einen gußeisernen Ofen, der befeuert wurde, um das Haus zu beheizen. Darauf konnte man ebenso kochen. Dem gegenüber befand sich ein Divan, auf dem sich gegen Abend zahlreiche Kinder tummelten, und darauf aus waren, den begehrten Platz auf dem Schoß von babaanne Leyla zu ergattern - zumindest aber einen, der sich unmittelbar neben ihr befand. Meine Großmutter war zeitlebens Analphabetin. So konnte sie uns nie aus irgendeinem Buch vorlesen. Aber sie hatte die phantastische Gabe, Geschichten zu erzählen. Geschichten aus ihrem Leben manchmal, mystische Geschichten, die viel in der Natur statt fanden, Geschichten mit Fabelwesen, Geschichten von Höhlen und Schlangen. Es schauderte uns oftmals, und wenn sie schon müde war vom Erzählen, drängten wir sie nicht aufzuhören. Voller Furcht und Spannung schmiegten wir uns noch dichter an sie, bis sie drohte von einem Klumpen Kinder zerdrückt zu werden.


Das hier ist die Längsseite des Hauses. Die beiden Fenster rechts gehören zum Wohnzimmer. Die anderen beiden Fenster gehörten zu dem Zimmer, wo wir Kinder meist schliefen. Ich erinnere mich an zwei größere Metallbetten. Manchmal schlief ich mit zwei bis drei meiner Cousinen darin. Wir hatten sehr viel Spaß miteinander, erzählten und quatschten stundenlang, bis wir vor Erschöpfung nicht mehr die Augen offen halten konnten und unter den mahnenden Rufen der Erwachsenen endlich einschliefen. Vor diesem Zimmer, zum Flur hin, gab es eine schwere Holzluke. Nur Erwachsene konnten sie öffnen. Von dort gelang man mit einer Behelfsleiter hinunter in den Stall, wo sich einige wenige Kühe zum Abend einfanden. Ich erinnere mich daran, daß es regelmäßig gegen Abend war, wenn die Kühe mit ihren vollen Eutern unruhig wurden und lauthals muhten, bis meine Tante sie molk und erleichterte, Kannen voller Milch in die Küche getragen wurden. Dann bekamen alle Kinder diese Milch zu trinken. Die Kühe sahen meist recht ausgemergelt aus, aber ihre Milch war sehr fetthaltig. Vielleicht kommen mir heute deshalb keine "Light-Produkte" über die Lippen. Ich erinnere mich, daß ich diese durchaus schmackhafte Milch trank, allerding mit großem Widerwillen. Dennoch protestierte ich nie, denn ich wollte unbedingt dazu gehören, und nicht das doofe Stadtkind sein - wo ich doch schon nicht runter kam von Bäumen auf die ich geklettert war. So frisch sie war, so körperwarm war die Milch noch. Auch heute noch mag ich keine lauwarme Milch. Entweder trinke ich sie eiskalt, oder aber sehr heiß.


Solche und andere große Käfer sah man drinnen wie draußen. In den Räumen waren Holzböden aus dicken, alten Planken. Nur der Boden des Flures war aus glattpoliertem Stein. Nachts, wenn so ein Käfer sich in unseren Schlafraum verirrt hatte, dann konnte man wirklich jeden einzelnen Schritt auf dem Dielenboden hören, den das Tier machte. Gott, was war ich da froh, nicht alleine schlafen zu müssen. Am Ende des Flures befand sich das Plumpsklo. Und dahin ging ich fast ausschließlich mit meinem Cousin, der nur wenige Monate älter ist als ich. Als Kinder waren wir unzertrennlich. Was wir auch taten - wir machten es gemeinsam.  Meine erste Tat, wenn ich mit meiner Mutter zu Oma Leyla fuhr war, mich sofort aus dem hübschen Kleid herauszupellen, welches meine Mutter mir angezogen hatte. Keine fünf Minuten da, und ich schmiß mir irgendwelche ausgebeulten Klamotten meines Cousins über und war glücklich. 

Gegenüber unserem Zimmer befand sich das Zimmer von meiner Großmutter. Manchmal, wenn sie Schmerzen hatte, zog sie sich am Tag in diesen Raum zurück. Trotzdem wir immer ein in der Zahl variierender Haufen Kinder waren, achteten wir sehr darauf, sie dann nicht zu stören. Irgendjemand ging dann immer mal hinein zu ihr und brachte ihr etwas zu trinken. 

Nur in dieser Zeit gab es so viele Tiere in meinem Leben: Kühe, Schafe, Hühner, Katzen, Hunde, Esel und einiges mehr. Immer wenn die Katzen Junge bekamen, überkam mich ein stark mütterliches Gefühl. Trotzdem es uns verboten war, die kleinen, oftmals noch blinden Kätzchen, aus ihrem Nest zu entführen, tat ich genau dies. Ich packte mir jeweils eines in die Hosentaschen und schlich heimlich in den Raum meiner Großmutter. Dort befreite ich die kläglich miauzenden Bündel und richtete ihnen im Bett meiner Großmutter ein neues Nest her. Fast höre ich meine Großmutter heute noch fluchen, wenn sie sah, was ich angerichtet hatte. Denn selten blieb ihr Bett trocken dabei. Ein anderes mal band ich mit meinem Cousin ein armes Kälbchen an den Kaki-Baum. Zuvor hatte mir meine Mutter aus einem Buch von einem Pferd vorgelesen, welches gestriegelt worden war. Wo kein Pferd, da eben ein Kalb! Denn der Esel weigerte sich hartnäckig uns zu folgen. Wir seiften also dieses Kalb so gut es ging ein (das Striegeln ist für ein Kind ein weit dehnbarer Begriff), welches diese Prozedur geduldig über sich ergehen ließ. Als wir entdeckt wurden, ließen wir alles stehen und liegen und türmten. Ja, Michel aus Lönneberga, das gab es auch damals in den Bergen der Türkei. 


Hier, rechts vor der Haustür, saß meine Großmutter sehr oft und genoß manchmal einen frisch gebrühten Kaffee mit etwas Zucker. Oft saß sie schweigend da und schaute in die Ferne. Manchmal, da weinte sie nur still. Wir wußten, wie sehr sie ihre Söhne vermißte, die in ferne Städte gezogen waren und wegen des Studiums nur selten nach Hause kamen. Links vom Hauseingang, kletterte an dem Balken "Hanim eli" (zu dt. "die Damenhand" oder das Geißblatt) empor. Der betörende Duft war umwerfend intensiv. An unserem heutigen Hauseingang gibt es genau so eine Sorte des Geißblattes. Wann immer ich ihn rieche, sehe ich im Geiste den Hauseingang von meiner Großmutter. Der Kaffeeduft zog mich ebenso magisch an, und meist tat mir babaanne Leyla etwas davon auf den kleinen Unterteller, damit ich einen deutlich kühleren Schluck dieser geheimnisvollen, dunklen Brühe genießen konnte. Ja, vielleicht bin ich deshalb bis heute die einzige Kaffeegenießerin aus meiner Familie, wo doch sonst alle den ganzen Tag schwarzen Tee schlürfen.  


Unterhalb des Hauses gab es das "Ambar" - eine Art Getreidesilo. Es wurde peinlich darauf geachtet, daß die Luke fest verschlossen wurde, wenn meine Großmutter Getreide für ein frisches Brot benötigte und mahlen wollte. Leider kamen mein Cousin und ich eines Tages auf die Idee, es absichtlich offen zu lassen. Unser genialer Einfall war es, daß dann Mäuse kommen würden, und wir sie fangen und dressieren, zumindest aber mit ihnen spielen konnten. Im Silo wimmelte es alsbald von Mäusen, wobei wir schnell feststellen mußten, daß wir nicht in der Lage waren, auch nur eines davon zu fangen. Die Luke mußten wir bis auf einen kleinen Spalt schließen, so daß wir im Dämmerlicht kaum etwas sehen konnten - sonst wären wir sofort aufgefallen. Die Ernte eines ganzen Jahres war nach dieser Aktion dahin, das Getreide ungenießbar geworden. Als wir aufflogen, gab's die schlimmste aller Bestrafungen: wir mußten jeder auf eine frische, scharfe Chillischote beißen. Geübt und erfahren wie wir waren, zogen wir dabei die Zunge ganz weit hinten in den Rachen, verzogen heftig leidend das Gesicht, damit wir wenigstens bei diesem Schwindel nicht aufflogen. Und kaum waren wir aus der Sichtweite, versuchten wir mit einem Lappen unsere Zähne gründlich abzuwischen, damit ja nichts von dem scharfen Teufelszeug uns den ganzen Tag vernichtete. Oh, und ich kann versichern, das war nicht die letzte Chillischote, die uns hingehalten wurde ;-).


Heute ist die Pracht von einst zerfallen, babaanne Leyla längst gestorben. Von ihren Kindern sind nur noch zwei Söhne und eine Tochter am Leben. Und wir, die nachfolgende Generation haben den großen Wunsch, dieses Haus wieder bewohnbar zu machen. Nicht jeder kann sich daran beteiligen, aber es sind genügend Menschen da, um dieses Vorhaben zu realisieren. Ob zerfallen oder nicht, die Seele meiner Großmutter und Vorfahren ist noch immer an diesem Ort. Damals wie heute ist es wichtig, solche Orte zu haben.