29 August 2012

Erntezeit


Heute morgen empfing uns ein zauberhaftes, mystisches Bild: dichter Nebel und wohin das Auge schaut Spinnenweben. So wunderbar, daß ich mir einige Minuten genommen habe, um sie mir aus nächster Nähe anzusehen. Die letzten Tage habe ich im Garten gewütet, als gäbe es kein Morgen. Das, was ich in den letzten Monaten schweren Herzens vernachlässigen mußte, habe ich versucht in kürzester Zeit zu schaffen. Ich habe noch lange nicht alles geschafft, aber sagen wir mal so: ich bin auf einem guten Wege ;-). Einige kleinere Bäume im hinteren Garten mußten weichen, wo nun drei Bambussträucher stehen. Der Grünabfallhaufen ist mittlerweile meterhoch gewachsen. Das kann man nur noch mit einem Anhänger abtransportieren. Aber darum wird sich meine bessere Hälfte kümmern. Meine Eltern hatten einen wunderbar verwunschenen Naturgarten. Aus jedem Quadratzentimer Erde wuchs und blühten prächtige Pflanzen und Blumen. Immer wieder kamen Menschen her, um sich den Garten aus nächster Nähe anzuschauen. Aber im laufe der letzten Jahre habe ich deutlich gemerkt, daß ich neben kleinen Kindern, großem Haus und stundenweise Arbeit es nicht hinbekommen kann, allem gut gerecht zu werden. Bevor wir hierher zogen, war der Vorgarten eine Art Visitenkarte des Hauses, in dem aber sonst nichts weiter passierte. Das haben wir gründlich geändert: Unser Vorgarten, der in etwa die gleiche Größe wie der hintere Garten hat (abzüglich der Stellplätze natürlich), wird wirklich genutzt. Die Kinder treffen sich mit ihren Freunden zum Spielen darin, man chillt in der Hängematte vor'm Haus (vor Jahren noch undenkbar), wir haben eine Klönschnackbank darin, an dem wir bei gutem Wetter regelmäßig sitzen und gemeinsam essen. Mittlerweile sind die Büsche und Bäume so hoch gewachsen, daß man uns vom Gehweg nicht unmittelbar auf die Teller schauen kann. Es gibt also auch Privatsphäre. Auch wenn ich es noch nicht wirklich wahrhaben möchte - der Sommer ist vorbei. Nicht daß ich heißen Temperaturen nachtrauern würde... Was ich kaum glauben kann ist, daß das Jahr schon wieder fast vorrüber ist. Diesbezüglich komme ich mir vor, als säße ich in einer Achterbahn. Und das schon, seitdem meine Kinder auf der Welt sind... Deutlich kühler ist es geworden. Das Freibad wird in Kürze seine Tore verschließen. Wir haben die Saison wirklich genutzt - ob Regen, ob Wind oder eben 15°C: wir waren nahezu täglich zum Schwimmen da. Die Kinder haben sich pudelwohl gefühlt im Wasser. Und ich bekomme inzwischen sogar einen formvollendeten Köpper hin - soll ja keiner sagen können, ich sei untätig gewesen ;-). Nur die Ernte wird dieses Jahr sehr karg ausfallen. Kaum Quitten sind an den Bäumen, kaum Pflaumen, einpaar Äpfel, ja. Aber das war's auch schon. Vielleicht reicht es für einige Gläschen Quittengelee. Schau'n wir mal.

25 August 2012

Grüne Hölle


Ohne Zweifel ist der Garten mein Refugium. Dieses Jahr bin ich kaum dazu gekommen, etwas darin zu pflegen oder zu gestalten. Das meiste blieb sich selbst überlassen, schließlich gab und gibt es im Haus mehr als genug zu tun. Aber dann meinte mein Mann, kurz bevor er für den Rest der Woche beruflich abreiste, den Gehweg vor'm Haus demontieren zu müssen. Offensichtlich war ihm das ein dringliches Bedürfnis, welches keinen Aufschub duldete. Da saß ich dann mit dem trostlosen Blick auf einen Sandweg (und im Gegensatz zu ihm ahnte ich es), und viel, sehr viel Arbeit.


Ich liebe Erde. Das ist wohl mein Glück, denn ich kann es genießen mit meinen Händen darin zu wühlen, den Duft einzuatmen. Ich habe mühevoll 1750 Liter Erde in Säcken herbei geschafft (erst in mehreren Fahrten in's Auto, dann aus dem Auto heraus geschleppt), auf dem Weg verteilt, fest gestampft. Die diversen Pflanzen rechts und links vom ursprünglichen Weg ausgebuddelt, an anderen Stellen wieder eingesetzt. Die alte Brombeere, die dieses Jahr mangels Sonne nicht eine einzige Blüte angesetzt hatte, mußte gänzlich daran glauben. Mit der Axt mußte ich ihren tiefen Wurzeln zu Leibe rücken. Ich habe so viele Büsche und sonstige Pflanzen versetzt, daß zehn Stunden wie im Flug vergangen sind. Am Ende tat mir so ziemlich jeder Knochen meines Körpers weh. Wenn sich alles noch etwas gesetzt hat, wird strapazierfähiger Rasen darauf gesät. Und dann möchte ich auch so eine Spießerkante ;-)...

19 August 2012

Kriegsschauplatz

Nein, hier geht es nicht um häusliche Gewalt o.ä., sondern um Computer-Viren, Trojaner, Malware der übelsten Art. Ich nehme an, daß ich mir einiges davon beim arglosen Umherklicken auf Linkseiten meines Blogs eingefangen hatte - denn plötzlich ging so gut wie nichts mehr. Und das fühlt sich nicht nur übel an, das ist es auch! Mein Rechner brauchte elendig lange, bis er überhaupt hochgefahren war. Surfen im Internet kam einer Folter gleich. Eigentlich war es praktisch unmöglich, so daß ich am Ende sehr frußtriert einen großen Bogen um das Teil gemacht und mich statt dessen intensiv glücklich im Haushalt geputzt habe. Da sieht man wenigstens, was man erreicht, und muß keine Attacken von sonstwoher befürchten. Diverse Viren- und Malware-Programme, die mein Mann heute stundenlang über den PC hat rattern lassen, stellten 113 Bedrohungen fest. Aha! Und ich habe noch nicht mal irgendwas davon mitbekommen, außer daß der Rechner eben irgendwann nahezu garnicht mehr lief. Und weil es gerade auch aus Wettergründen nicht rund läuft für mich - es ist definitiv zu heiß für einen Warmblüter wie mich, folge ich meiner Familie und stürze mich sogleich in das kühlende Naß ;-).

13 August 2012

Geld stinkt nicht!


Seit Jahren leere ich regelmäßig mein Portomonaie aus, und befreie es vom läßtigen Rotgeld, welches sich innerhalb kürzester Zeit darin ansammelt. Die kleinen Herren sahen das irgendwann, und stopften alles Geld, was sie jemals bekommen haben, in ihre Sparschweine oder Geld-Kassetten. Letztere waren den Scheinen vorbehalten. Die auf dem obigen Foto händigten sie mir stolz und voller Vertrauen aus. 

Nach dem heutigen Tag weiß ich eines: Dagobert Duck, dem ja gerne nachgesagt wird, er würde leidenschaftlich gerne sein Geld zählen,  ist ein bedauernswertes Wesen. Wie schwer man an der Last des Geldes trägt, das habe ich heute selbst erfahren. 

Nachdem ich diverse Geldinstitute aufsuchte, um den ca. 10 kg schweren Haufen Moneten in einem Plastikbottich in handliche Scheine umzuwandeln, war ich bitter enttäuscht. Stets besaß das Institut keinen modernen "Rüttler", wo man das Kleingeld rein tut, und wie aus Zauberhand liegt alles sortiert vor. Zudem hätten vorab reichlich Formalitäten erledigt werden müssen, so daß ich gänzlich die Lust verlor. 

Ich beschloß die Sache auf die herkömmliche Art abzuwickeln: ließ mir reichlich Papierchen mitgeben und sortierte und rollte zu Hause stundenlang 1 Cent, 2 Cent, 5 Cent, 10 Cent, 20 Cent, 50,-Cent, sowie 1,-Euro und 2,-Euro-Stücke. Herrje, ich fühle meine Fingerkuppen kaum.

Im Laufe der Jahre ist eine nicht zu verachtende Summe zusammen gekommen. Ich war ganz überrascht. Die kleinen Herren sind voller Freude, denn ihre Sparbücher werden ordentlich gefüttert werden. Und ich finde bestimmt auch noch was, worin es sich zu investieren lohnt ;-)...


Eines habe ich heute begriffen, und so möchte ich die Weisheit um einen kleinen Zusatz erweitern: "Geld stinkt nicht. Aber es ist saudreckig!"

12 August 2012

Die letzten schönen Tage


Die Türkenbund-Lilie blüht gerade in ihrer ganzen Pracht. Ich habe einige ihrer Sämlinge eingesammelt, um sie im nächsten Jahr gezielt zu pflanzen.


Die Zeichen des Gartens stehen auf Abschied. Heute haben die kleinen Herren die letzten Pflaumen vom Baum genascht. Die Ausbeute war dieses Jahr sehr dürftig wie bei allen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen unseres Gartens. Regen gab es reichlich, nur die Sonne war Mangelware. Und als wollte sie mit einem herzlichen Gruß alles wieder wett machen, gibt sie für wenige Tage nochmal ihr Bestes, bevor der Regen  ihren Platz einnehmen wird.


Nicht mehr lange, und auch diese hübschen Blüten werden sich verabschieden. Fleißig haben sie wochenlang geblüht - unermüdlich. Bemerkenswerte Einjährige...


Und über diesen außerordentlichen Gruß aus unserem Garten freue ich mich ganz besonders: meine liebste Clematis "Princess Diana" ist doch tatsächlich aus einem Spalt im Vordach, welches noch nicht fertig gestellt ist, in's Hausinnere geklettert. Wunderschön ist sie! Ich wünschte, sie bliebe noch länger, aber ihre Tage sind gezählt. Hier bei uns steht der Herbst vor der Tür.

Heute hat mich mein Mann mit einer Aktion überrascht, mit der ich nicht gerechnet hätte. Normalerweise bin ich diejenige, die gut und gerne sieben Sachen gleichzeitig macht. Und normalerweise  werde ich dann darauf hingewiesen, die Dinge doch bitte nacheinander zu erledigen. Und heute ist er derjenige, der trotz Baustelle im Haus, nun direkt mit einer weiteren vor der Haustür begonnen hat. Die kleinen Herren und ihr Kumpel haben mit Begeisterung  auf der Stelle mit den Abrißarbeiten begonnen. Die lassen sich da nicht zwei mal bitten. Wir werden den häßlichen Betonplattenweg, der die direkte Verbindung von der Straße zu unserem Haus ist weg machen. Zur Straße hin werden wir etwas Immergrünes pflanzen, um Sichtschutz zu haben, den Weg mit Mutterboden auffüllen und Rasen säen. Ich werde bei der Gelegenheit  viele Pflanzen umsetzen müssen. Das gibt ordentlich Arbeit. Zu unserem Haus wird man künftig  über einen geschwungenen Weg über die Stellplätze gelangen.

10 August 2012

Ich, Königin-Mutter ;-)


Sohn 2 hat mit großer Begeisterung wieder seinen Schuldienst angetreten. Er teilte mir voller Stolz mit, daß er mit großer Mehrheit zum Klassensprecher gewählt worden ist.  Seither fühle ich mich wie Königin-Mutter. Natürlich habe ich mich sehr für ihn gefreut und ihm überschwänglich gratuliert. 

Ich: "Dann bist du ja sicherlich von Deinem Klassenlehrer über deine künftigen Aufgaben aufgeklärt worden...?!"

Er: "Ja, ich darf jetzt petzen!"

Da besteht ganz offensichtlich noch Gesprächsbedarf ;-)

07 August 2012

Pavilion dm1


Ich mag Technik - wenn sie funktioniert. Ein lang gehegter Wunsch war es, so einen kleineren Laptop mein Eigen zu nennen. Die sind handlich, und man kann auch schnell mal irgendwo anders damit hin. So habe ich es mir lange verkniffen, mich mit einem "Mini" zu beschenken, denn die waren lange Zeit für meine Bedürfnisse zu schwach auf der Brust. Irgendwann, endlich, war es dann soweit: seit ca. sieben Monaten hat der Pavilion von HP zu mir gefunden. Ich war selig, der kleine Sprinter um einiges besser als ich es erwartet hatte. Nur machten mich von Anfang an die locker wirkenden Scharniere stutzig. Ich mußte zwar immer wieder mal den Bildschirm mit der Hand justieren, um den Bildschirm halbwegs festzustellen, aber es war noch im Bereich des Annehmbaren. Schade fand ich, daß bei der ansonsten guten Leistung des Rechners, am Gehäuse gespart worden war. Alles aus Plastik! Und plötzlich, inmitten der Arbeit nun das! Nicht nur daß ein Teil des Bildschirmrandes abgeplatzt und weggebrochen ist (und nein, das Teil ist nirgends runter gekracht, wie man meinen könnte), die Scharniere sind beim Aufklappen komplett auf beiden Seiten aus ihrer Verankerung rausgebrochen. Mein verdutztes Gesicht kann sich wohl jeder vorstellen. Eine kleine Internetrecherche, und schwuppsdibup kann ich mich einreihen in die Riege all jener, denen Ähnliches widerfahren ist. Das ist natürlich nicht wirklich ein Trost. Denn nun habe ich den Vorgänger wieder ausgepackt, der mir im Vergleich sooo lahm vorkommt. Jetzt kann ich nur auf Garantie/Kulanz hoffen. Was'n Ärger!

06 August 2012

Adieu, Sommer 2012!

Kalendarisch betrachtet können wir in ziemlich genau einer Woche die Gartenmöbel wieder bis nächstes Jahr weg räumen. In unserer Region ist dann der Sommer vorbei. Wobei man sich natürlich fragen könnte, wie etwas vorbei sein kann, was noch garnicht richtig da war. Unser Eßkastanienbaum trägt sichtbar seine Fruchtansätze. Wir sind sehr gespannt, ob sich etwas damit anfangen läßt. Denn die zu erwartenden Erträge sind dieses Jahr mehr als mau. Wie sollte das auch gehen, wo die Sonne so selten Gast war und sich eher so benommen hat wie ein flüchtiger Bekannter.


Hier und da gibt es vereinzelte Blüten noch, die mich aufmerken lassen. Gefühlsmäßig bin ich irgendwo Mitte Mai  hängen geblieben.


Im Gegensatz zu den Nacktschnecken mag ich die Weinbergschnecken sehr. Wann immer ich welche sehe, nehme ich mir etwas Zeit, um sie mit meinen neugierigen Blicken ein Stückchen ihres Weges zu begleiten.


Erdbeeren - dieses Jahr gab es, wenn überhaupt  - nur eine handvoll aus unserem Garten. Dafür gab es reichlich Erdbeeren vom Erdbeerfeld. Und Erdbeermarmelade haben wir reichlich ;-).

Gerade fangen die Blaubeeren an zu reifen. Aber durch emsige kleine Hände, die die wenigen Sträucher beständig abernten bleibt nur wenig, um daraus etwas zuzubereiten. 


Worauf wir sehnsüchtig warten sind diese köstlichen Äpfel aus unserem Garten. Immer wieder ist es eine besondere Freude - ob nun viel oder wenig - die Früchte aus dem eigenen Garten zu ernten. Das macht glücklich und tut so gut. Wenn ich ernte, bin ich voller Demut und Dankbarkeit.


Und sonst so? Wir haben das Skateboard-Fahren geübt. Glücklicherweise ohne größere Blessuren. Es ist schön, wieder Dinge zu tun, die wir das letzte Mal vor einer gefühlten Ewigkeit gemacht haben. Ja, wir waren auch mal wild und unerschrocken ;-).



Regelmäßig üben wir für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten möge. Unvorhergesehenes passiert! Daher ist es uns sehr wichtig, daß auch unsere verhältnismäßig kleinen Kinder wissen, was zu tun ist. Und ich bin wie so meist überrascht, wie gut sie alles verinnerlichen. Das löst meine Sorgen nicht völlig auf, aber es beruhigt doch ungemein.