29 Mai 2012

In der Ruhe liegt die Kraft


Es gibt Tage auch in meinem Leben, da könnte ich schlechte Laune bekommen. Meist passiert das dann, wenn sich Dinge des Alltags "verabschieden". Als erstes gab mein uraltes Handy, was zuletzt notdürftig mit Tesa zusammen gehalten wurde, den Geist auf. Gewiß, es gibt Schlimmeres, aber meine Erreichbarkeit ist u.a.. auch für meinen Papa wichtig. Wann immer er mich anruft, düse ich los, um ihn abzuholen, oder irgendwohin zu bringen. Er ist nun wahrlich nicht mehr jung. Da ist es eine große Unterstützung, wenn sich seine Wege verkürzen lassen. Genau für solche Fälle habe ich ein sehr einfaches und günstiges Ersatz-Handy. Aber finde das mal in den zig Kisten und Kartons. Dabei weiß ich genau, daß ich es vor wenigen Wochen noch in der Hand hielt. Inzwischen habe ich alles mehrfach abgesucht, dabei mindestens eine Hand voll Dinge entdeckt, die ich in den vergangenen Monaten gesucht hatte, die ich nun aber nicht brauche. Ach, manchmal ist es doch wirklich verzwickt. Aber Hilfe naht: Übermorgen gibt's ein relativ günstiges Handy beim Discounter. Einfaches Model. Ich muß damit auch nur erreichbar sein, oder selber telefonieren können. Den restlichen Schnickschnack brauche ich nicht.


Was hier nach überdimensioniertem Hagel aussieht, ist das Eis aus dem Tiefkühlbereich unseres Kühlschranks. Keiner hatte großartig Lust, sich dieser Arbeit hinzugeben. Eine kleine Ewigkeit sind wir drumherum geschlichen, bis sich die Schubfächer kaum noch öffnen ließen.  Und wenn Gefahr droht, schlechte Laune zu bekommen, dann muß ich etwas tun. So habe ich mich eben daran ausgetobt, das Gefrierteil zu enteisen - abtauen kann man die rabiate Vorgehensweise mit einem Messer wohl kaum nennen. Nach getaner Arbeit blitzt und blinkt der Kühlschrank nur so. Allerdings hat mich das auch einen komplett halben Tag gekostet, an dem die Küche zur Sperrzone erklärt wurde.


Ganz nebenbei habe ich Brot gebacken aus Dinkel-Vollkorn-Mehl. Frisch verzehrt wurde es mit Knoblauch-Salz-Butter. Einfach köstlich! Für mich persönlich ein Festmahl.


Zwischendurch habe ich angesichts der noch zu waschenden Wäscheberge fast die Nerven verloren, weil die Waschmaschine drohte den Geist aufzugeben. Irgendwie war viel Wasser auf dem Kellerboden, dafür kaum welches in der Maschine. Papa sei Dank ist es jetzt wieder so, wie's sein sollte. Nachdem auch dieses Problem behoben war, haben wir uns ziemlich geschafft vor die Haustür gesetzt, wo unser Fliederbaum steht. Gerade jetzt sondert er einen unwiderstehlich, betörenden Duft ab, der einen wirklich benommen macht. So ein Erlebnis erdet mich ungemein.


Desweiteren habe ich Sohn 1 unnachgiebig gebeten, seine diversen Kruschpelecken aufzuräumen. Seine Antwort erhielt ich in schriftlicher Form, weil er ganz offensichtlich seiner fordernden Mutter entgehen wollte. Zugegeben: ich mußte innerlich sehr lachen. Das hat man davon, daß das Kind nun lesen und schreiben kann ;-). Revolte mal anders. So süß...

Später, beim Einkaufen, habe ich aus einer sich sehr spontan ergebenden Situation heraus meine vier Jahre alte Digitalkamera noch im Geschäft an einen Mann verkauft, der mir dafür reichlich Geld geboten hat. Da konnte ich nicht nein sagen. Und das trotzdem ich ihm mehrfach mitgeteilt habe, daß einige Funktionen garnicht, bzw. nur noch eingeschränkt nutzbar sind. Ja, ich muß gestehen, daß meine Kameras eine geringe Halbwertzeit haben. Und da sie dem ständigen Gebrauch ausgesetzt sind, geht das auch nicht ohne Spuren an ihnen vorüber. Jetzt sitze ich aber auf dem Trockenen, weil das neue Objekt meiner Begierde noch garnicht in den Geschäften erhältlich ist. Voller Ungeduld muß ich noch ausharren. Bis dahin nutze ich die Kamera von Papa.


Wie gut, daß wir die warmen Tage im Freibad so ausnutzen konnten. Denn bald werden wir uns wieder irgendwo um und bei 12°C einfinden. Da gibt es doch kaum etwas feineres als am Abend, nach einem ausgedehnten Freibadbesuch, einige Maiskolben über der Glut zu garen und den Abend durch eine Lesung des Sohnes im Garten ausklingen zu lassen.

25 Mai 2012

Blau


24°C, leichte Brise . Paradiesische Zustände für mich, die ich große Hitze garnicht mag. Freiwillig findet man mich auch nicht in der Sonne. Ich bin die, die stets in den Schatten flüchtet - es sei denn, ich stecke bis zum Halse im kühlenden Naß.


Sohn 2 ist in dieser Schwimmbadsaison erwacht: er legt einen ungeheuerlichen Ehrgeiz an den Tag, indem er versucht zu schwimmen. Learning by doing! Wenn irgendwann auch noch die Beinarbeit dazu kommt, dann könnte er statt wie ein Stein auf Grund zu gehen, auch vorwärts kommen. So süß...
Sohn 2 fiebert eher, in mütterlicher Begleitung, in's Tiefe zu dürfen. Ich bin fasziniert davon, was er sich so alles traut. Aber nicht daß Sie meinen, ich wäre nur zum Zuschauen da... Ich werde ganz schön rangenommen von den kleinen Herren. Oh ja. Dagegen war das tagelange Holz kleinsägen in der Hitze beinahe ein Kinderspiel. Bei nahezu jeder meiner Bewegungen rieselt Holzspäne aus meinen Klamotten heraus. Also, wir gehen dann mal in's kühle Naß. Das haben wir uns nach einer arbeitsreichen Woche mehr als verdient. Schöne Feiertage Ihnen allen - mit ganz viel Blau und reichlich Grün.

23 Mai 2012

Unterwegs in Wald und Wiesen


Wir sind gerne unterwegs in der sich stets wandelnden Natur. Es gibt so herrlich viel zu entdecken und zu genießen. Und Tiere in der Natur lieben wir ganz besonders. Nicht verwunderlich also, daß Sohn 2 hier juchzend und winkend die Schafe auf der Weide begrüßt...


























Die Damen und Herren kennen uns schon von vorherigen Besuchen und kommen - für Schafe erstaunlich schnell - angalloppiert. Wie auch oftmals im wahren Leben befindet sich das begehrte, saftige Kraut auf der anderen Seite des Drahtzaunes.


Pusteblume um Pusteblume verschwindet in den gierig rupfenden Mäulern.


Die Herde genießt, die kleinen Herren tragen emsig immer wieder Grünzeug herbei. Während die einen verwöhnen, genießen die anderen. Fragt sich, wer mehr genießt. Die Stunden verfliegen im Nu.


Wie herrlich sich die Wolle anfühlt: regelrecht fettig, wohlig duftend nach Schaf. Ich kann nicht anders, als die Wolle vom Zaun mitzunehmen. Abwechselnd spielen die Jungs mit dem kleinen Knäuel, welches wir daraus formen. Irgendwo zu Hause habe ich ein Spinnrad. Solche Dinge finden mich. Eine ältere Dame hat es mir vor einem Jahr geschenkt, und seitdem ist nichts damit geschehen. Ich konnte auch mal spinnen, habe das aber ewig nicht mehr gemacht. In Gedanken wandert das auf meine imaginäre Liste der Dinge, die ich mal in aller Ruhe wieder aufnehmen möchte.


Ein genußreicher Tag am See geht zu Ende, bei unseren Schafen. Bis zum nächsten Mal ihr Gierschlunde. Wir freuen uns darauf, euch wieder zu sehen.

21 Mai 2012

Geheime Unternehmungen


Seit letztem Jahr haben wir ein Mirabellenbäumchen. Es befand sich die ganze Zeit in einem kleinen Topf bei uns im Garten. Die Freundin hatte es selbst geschenkt bekommen, wollte es aber nicht wirklich... so landete es bei uns. Fast hätte ich das Bäumchen vergessen, denn es war lange Zeit hinter den Holzhügeln in unserem Garten nicht zu sehen. Als wir es wieder entdeckten kam die Frage auf: "Wohin damit?" Mit unserem Garten werden wir uns ernsthaft frühestens im kommenden Jahr beschäftigen können. Schließlich gibt es drinnen noch mehr als genug zu tun. Daher habe ich beschlossen nichts Größeres zu pflanzen, bis alle Aufräumarbeiten darin erledigt sind.


Baum geschnappt, mit voller Gießkanne und Spaten ausgerüstet, in den nahegelegenen Wald gegangen. Ein schönes Plätzchen gesucht...


...und angefangen zu graben.


Ich muß gestehen, daß mir erst am nächsten Tag Bedenken kamen. In diesem Land gibt es für alles eine Regel. Meist nicht nur eine. Da darf man bestimmt nicht losziehen und irgendwo im Wald einen Mirabellenbaum pflanzen. Da könnte ja jeder kommen... Nicht, daß ich jetzt vorhätte den Baum wieder auszubuddeln... Nur für die Zukunft: Kennt sich irgendjemand aus mit der Thematik?

17 Mai 2012

Fleisch ist das Gemüse

Wir kochen sehr viel mit Gemüse. Selten, daß das nicht der Fall ist. Das stößt hier nicht bei jedem auf grenzenlose Freude. Da gibt es dann schon manchmal verdrehte Augen, tiefe Seufzer.
Monolog Sohn 2: "Mami, warum müssen wir immer das eklige Essen essen, was ihr kocht?" Als er in mein irritiertes Gesicht schaut kommt noch ein wohlmeinendes: "Naja, es sieht eklig aus, schmeckt aber schon auch gut..."  Heute gibt's u.a. herzhafte Frikadellen. Sehr viele Frikadellen, wovon keine einzige den Abend überstehen wird - soviel ist mal klar. Ich weiß schon jetzt, wer nachher zur Türe reinstürzen, und es kaum abwarten können wird, bis er sich auf das Fleisch stürzen darf ;-)...

16 Mai 2012

Abends, wenn es dunkel wird...


rücken wir ganz eng zusammen. Diese Woche gibt es keine Verpflichtungen außer Haus. Wir stehen dennoch zeitig auf am Morgen, das sitzt nun mal drin. Da ändert auch eine "freie" Woche nichts dran. Tagsüber versuche ich nach einigen Tagen Pause ganz alleine mein Bestes auf der Baustelle. Diese Woche habe ich mir vorgenommen, daß ich unseren begehbaren Kleiderraum fertig spachteln, schleifen und streichen möchte. Geschliffen und an einigen Stellen nachgespachtelt  habe ich heute schon. Die kleinen Herren, die die meiste Zeit mit ihrem Dede (Opa) verbringen, haben immer mal wieder vorbei geschaut, gefragt, ob sie helfen können. Bis auf wenige Handgriffe war für sie heute nichts zu tun. Dafür dürfen sie morgen tüchtig mitstreichen.

Abends bin ich dann erledigt. Duschen, die Küche aufräumen, Wäsche zusammen legen - das sind meist meine letzten Heldentaten. Dann zieht es mich hin zu meinen Jungens, die bereits auf mich warten. Sohn1 liest, wie jeden Abend. Er schafft bereits eine halbe bis Dreiviertelstunde. Der Kleine hört geduldig der immer wieder mal stockenden Lesung zu. Hierbei wird vom großen Bruder völlig unvermittelt auch sein Wissen abgefragt. Stolz strahlt er dann, wenn er bestimmte Buchstaben schon benennen kann. Da halte ich meine Augen nur noch mit größter Mühe auf. Meine Antworten fallen einsilbig aus. Sooo müde bin ich dann.

Nur heute haben sie mich wieder gut wach bekommen. Sie hatten mitbekommen, daß in dem einen oder anderen Blog Nachwuchs angekündigt oder gezeigt worden war. "Mama, wie war das, als wir zu Papa und dir gekommen sind?" Ach, es war so wunderwunderwunderbar. Ich komme in's Erzählen und schwärme von unserer unermeßlichen Freude, unserem Lebensglück. "Mama, da war ich noch ein ganz kleines Pünktchen in Deinem Bauch...!" "Mama, und wo war ich da??" Während es nur noch aus mir heraus sprudelt, liegen die Kinder rechts und links in meinen Armen. Beide ganz still geworden, lauschen sie andächtig, wie ich lebendig die ersten, unvergeßlichen Momente, später dann typische Eigenarten des jeweiligen Kindes beschreibe. "Und dann waren wir das Kostbarste in eurem Leben..." Oh ja, das seid ihr noch immer und werdet es immer sein. "Mama?" Hmm..."Mama, ich bin so froh, daß ihr unsere Eltern seid..."

14 Mai 2012

Nachtaktiv

Nicht mehr allzulange, dann existiert "Papatyam" bereits seit einem Jahr in der virtuellen Welt. Da sollte es doch endlich auch eine Leseliste mit meinen favorisierten Seiten geben. Nachdem Kind 1 auch mich  mit seiner allabendlichen Leseeinheit beinahe in's Schlummerland befördert hatte, habe ich mich aufgerafft. Ich hoffe, daß ich niemanden vergessen habe zu erwähnen, dessen Bloginhalt mich in der Vergangenheit so glücklich gemacht hat. Es gibt soooo viele Seiten mit unglaublicher Inspiration, richtige Fachleute für Allerlei, wahre Literaten. Meine Liste könnte noch so viel länger sein. Aber ich mache hier notgedrungen einen Schnitt. Denn ich habe Blogger gestern Nacht nicht nur einmal dazu gebracht, vor Überlastung zusammen zu brechen - natürlich bevor meine Link-Liste komplett abgespeichert war. Ist logisch, oder?!

Heute nun habe ich nach weiteren unliebsamen Behinderungen es halbwegs hinbekommen, meine Liste annähernd zu vervollständigen. Bitte, bedienen Sie sich! Tauchen Sie ein in vielfältige, wie hinreißende Welten, die Menschen aus ähnlichen oder auch ganz anderen Beweggründen erschaffen haben. Viel Freude damit!

P.S.: Ich hätte es so gerne hinbekommen, daß die einzelnen Blogs meiner Leseliste mit einem Bildchen an der Seite meines Blogs aufgeführt worden wären, wo Name des entsprechenden Blogs, sowie die Zeit dabei steht, wann es den letzten Post gegeben hat. Wer mir das halbwegs verständlich erklären kann wie ich das hinbekomme, der möge das bitte tun. Ich bin gerade etwas übernächtigt und habe so garkeine Lust mehr mich durch die Einstellungen von Blogger zu wühlen. Danke!

13 Mai 2012

Muttertag


Diese Postkarte habe ich vor einigen Jahren meiner Schwiegermutter geschickt. Sie besaß soviel Humor, daß daraufhin ein langes Telefonat folgte und wir sehr miteinander gelacht haben.


10 Mai 2012

Was so passiert ist


Diese Aussicht habe ich heute für zwei Stunden genossen. Ehrlich: es gibt Schöneres! Ich bin vor einiger Zeit zu einem neuen Dentisten gewechselt. Trotzdem ich heute ein so intimes Date hatte, wo wir uns zwischendurch auch immer wieder ausgeschüttet haben vor Lachen, schossen mir in den Wartezeiten zwischen den Behandlungseinheiten die Gedanken kreuz und quer durch den Kopf. Irgendwie fand ich das früher beruhigender, wenn mein behandelnder Arzt meist Jahrzehnte älter war als ich. Zur Zeit verkehrt sich dieser Umstand. Mein jetziger Zahnarzt erinnert mich an den Neffen meines Mannes. Der ist gerade 19 Jahre geworden. Mein Zahnarzt sieht aus wie sein Doppelgänger. Für einen Moment komme ich mir vor, als würde ich mich "Jugend forscht" zur Verfügung stellen. "Kann der das überhaupt?", schießt es mir durch den Kopf. Aber es läuft ganz gut. Die Betäubungsspritze bemerke ich überhaupt nicht. Nicht mal einen Pieks. Zwischendurch verfluche ich dieses verschnirkelte Absaugteil, was mir immer wieder in den Mund geklemmt wird und sich bei der geringsten Bewegung verkantet und verschiebt, wieder zurechtgerückt werden muß. Ob die Menschen, die solche Gerätschaften entwickeln jemals so'n Zeug für längere Zeit selber mal im Mund hatten?! Wohl kaum. Modernes Folterinstrument. Als die heutige Behandlung vorerst abgeschlossen ist, bin ich so erlöst, ja beinahe euphorisch. Völlig  beschwingt verlasse ich die Praxis. Später zu Hause, als die stundenlange Anspannung von mir abfällt, falle ich für Stunden in Tiefschlaf. Das gab's schon ewig nicht mehr und tut mir einfach nur gut, während der Opa die kleinen Herren beschäftigt. Glücklicherweise dauert es noch einige Wochen bis zu meinem nächsten Date.


Ein Glück haben wir die wenigen, schönen Tage gut genutzt.


Es regnet seit Tagen. Ich liebe Regen sehr. Es gibt kaum etwas schöneres für mich, als zu Hause zu sein, während da draußen die Welt im Regen versinkt. Regen entspannt mich ungemein. Dann kann ich auch am besten schlafen. Und wenn man dann irgendwann aus dem Haus geht und die Erde so herrlich duftet, die Pflanzen sich kraftstrotzend in die Höhe recken, dann genieße ich das aus jeder Pore.


Über dieses Bild von unserem Flieder freue ich mich sehr. Da er sehr groß geworden war, hatte ich ihn vor drei Jahren radikal zurück geschnitten. Es hat lange gedauert, aber jetzt hat er sich soweit erholt und trägt erstmals wieder Blütenansätze.


Oh, wie ich diese Apfelblüten liebe. Später werden süße, knackige und saftige Äpfel daraus.


Auch die Maulbeere bildet kräftig neue Triebe aus.


Die Schneckenpopulation in unserem Garten ist deutlich gestiegen. Ich finde sie faszinierend, diese mit ihren Häusern um ihre Welt ziehenden Geschöpfe.


Diese hier vergnügten sich auf ihre Art im Regen.


 Ich mag diese Strukturen betrachten. Sie gefallen mir sehr.


Das Nest des Dompfaffpärchens ist leider leer und ohne Leben geblieben. Eine Elster war immer und immer wieder da, bis sie Erfolg hatte. So schade. Aber auch die Elster will fressen...


Bei Regenwetter ist Improvisation gefragt. Die Tischpaltte der kleinen Herren habe ich in der Mitte mit Klebeband markiert. Und nach wenigen Stunden kommt sogar sowas wie ein Ballwechsel zustande.


Das allabendliche Ritual: Sohn 1 ließt voller Inbrunst vor, während Sohn 2 und ich zuhören.


06 Mai 2012

Glimmendes Rot/Orange

Gerade stellt Bora drüben bei sich die Frage, welche Farbe das Wochende ihrer Leserschaft hatte. Hier bei uns ging es heiß her. Im wahrsten Sinne des Wortes. Was kann es für kleine Herren größeres geben, als bei eisigen Temperaturen ein ordentliches Feuer zu machen, es zu beaufsichtigen, einpaar Würstchen über der Glut zu grillen und mit einem gesegneten Appetit zu verputzen?! Holz haben wir ohne Ende (Baustelle, ihr wißt schon... gäääähn...). Dazu dann noch eine riesige Satelittenschüssel, die eigentlich darauf wartet entsorgt zu werden. Aber ich ahnte schon vorher, daß sie sich zu irgendwas nutzen ließe, also habe ich sie noch behalten. Flugs haben wir schnell einpaar Steine auf dem Boden verteilt, die Satelittenschüssel darauf kippsicher abgestellt, allerlei Holz darin aufgetürmt. 


Die Kleinen haben wie immer den Anzündevorgang übernommen, sich gegenseitig unter mütterlicher Aufsicht assistiert. Später dann, gesättigt aneinander geschmiegt, habe ich ihnen erzählt von früher. Als ich etwas jünger noch war als sie und einige Sommer bei Oma Leyla, der Mutter meines Vaters verbrachte, wo reichlich andere Verwandschaft noch lebte. Eine großartige Zeit, die heute noch in meine schönsten Erinnerungen getaucht ist. Dieser Moment am lodernden, knisternden Feuer, so aneinander geschmiegt hatte soviel Nähe, innere Wärme. Trotzdem es längst Zeit war, daß die Kleinen in's Bett mußten, gaben wir uns einfach der Nacht hin - ohne Zeitlimit. Wochenende. Ausschlafmöglichkeit am nächsten Tag. Also haben wir noch 'ne riesige Ladung Holz auf das Feuer geworfen. Die Nachbarn zur einen Seite waren Segeln, die anderen hat der anfängliche Qualm nicht gestört. So haben wir noch einige Zeit am Feuer gesessen, der glimmenden Glut zugesehen. Wie funkelnde Rubine, wie Lawa eines Vulkans, die emporsteigenden Funken bewundernd, die an sich ewig im Kreis drehende Derwische im meditativen Tanz erinnerten. So schön anzusehen.


Als alles beinahe erloschen war kamen wir auf die Idee, mit Taschenlampen bewaffnet eine Nachtwanderung zur Brücke am Fluß zu machen, der sich im nahegelegenen Wald befindet. Wir nahmen uns an den Händen und machten uns auf den Weg. Unterwegs trafen wir ein junges, uns bekanntes Mädchen. Sie hat nun einen sehr netten Jungen zum Freund. Junge Liebe, welch' ein Zauber von ihr ausgeht. Ein kurzer Smalltalk und weiter ging's. Unwillkürlich stellte ich mir vor, daß es nicht ewig dauert, bis wir bei den kleinen Herren ebenfalls mit Damenbesuch rechnen können ;-). 


Im Wald, totale Finsternis. Nur im Lichtkegel konnte man etwas erkennen. Als wir die Hälfte des Weges geschafft hatten, wurden die kleinen Herren immer leiser. Ich fragte sie, ob wir weiter gehen wollen - oder eher umkehren. Nein, es sollte weiter gehen. Sich stark fühlen an Mamas Seite. Zwanzig Meter weiter wieder die selbe Frage. Eindeutige Antwort : "Umkehren!" Sich schwach fühlen dürfen an Mamas Seite. Alles völlig legitim. 


Mitternacht waren wir in unseren Betten. Rechts und links schmiegten sich zwei kleine Körper an mich, schlangen sich zarte Ärmchen um mich herum. "Mama, du bist unser Schutzschild!" Ja, meine Süßen. Das werde ich immer sein. Immer.

02 Mai 2012

Geöffnet



Zum 1. Mai


Endlich, endlich rollen sich die Blätter unserer Eßkastanie deutlich wahrnehmbar aus. So ganz allmählich wird's was hier mit schönem Wetter und so. Ich habe heute sogar tatsächlich die Wintersachen eingemottet. Gestern hatten wir herrlichen Sonnenschein. Spontan wie ich bin habe ich meine Freundin dazu überredet, unser ausgefallenes "Osterfeuer" nachzuholen. Und spontan wie sie ist, hat sie "Ja!" dazu gesagt. Unsere Männer weilen beide für längere Zeit außer Haus. Mit "Tanz in den Mai" hatte es sich für uns erledigt... wenn wir auch zwischendurch doch mal daran gedacht haben. (Aber unser spontanes Treffen entwickelte sich so wunderbar, da haben wir uns nicht noch zu später Stunde aufraffen mögen).

Die kleinen Herren haben sich über die Maßen gefreut. Also wurde flugs reichlich Holz von unseren Baustellenbeständen zusammen gesammelt, alles in's Auto gepackt, nützliche Utensilien zusammen gesucht, eine einsame Würstchenpackung aus dem Kühlschrank geholt, mit Senf und anderen Saucen mitgenommen.

Meine Freundin hat einen riesigen, schönen Garten, deutlich größer als der unsere ist. Da kann man dann schon eher mal ein größeres Feuer machen, ohne daß sich die Nachbarn gleich gestört fühlen. Die Feuerstelle wurde in einem ihrer Gemüsebeete frei gegeben. Ab da waren die kleinen Herren für das Feuer zuständig. Und geübt wie sie sind, vorsichtig sowieso, hatten wir alsbald ein prächtiges Feuer.




Bei der Gelegenheit wurden die Kleinen so ganz nebenbei zu kleineren Aufräumarbeiten im Garten animiert. Sie sammelten sämtliche Tannenzapfen auf, die herum lagen und eröffneten nebenan eine kleinere Feuerstelle. Der erwünschte Qualm war prima, um mit einem darüber gehaltenen alten Bottich Rauchzeichen in den Himmel zu schicken.


Unsere Holzbestände schrumpften zusehends. Da haben wir kurzerhand alles zusammen geklaubt, was noch in den hinterletzten Ecken des Gartens zu finden war. Und es war reichlich, was wir da noch hervorgezerrt haben. Riesige, alte Balken und Planken. Zwischenzeitlich holte die Hausherrin auch noch ihre Vorräte. Die Kleinen wurden gut versorgt, wir tranken genüßlich noch etwas Bier - wovon allerdings die Hälfte zu später Stunde in der Finsternis im Erdreich versickerte. Das tat unserer Bombenstimmung überhaupt keinen Abbruch. Wir sind auch bestens gelaunt ohne Alkohol. Ja, wir zwei älteren Mädchen, wir haben noch Flausen im Kopf, Träume im Herzen. Unter der Magmakruste, da regt sich noch was. Und während die Herren uns mittlerweile in Seifenblasen einhüllten, schwelgten wir in alten Erinnerungen. Da mußte sofort noch ein Rezept von Walter, dem längst verstorbenen Papa meiner Freundin, umgesetzt werden. Lecker das!


Hach, es war soooo herrlich, die Stunden bis Mitternacht so unbeschwert verrinnen zu lassen. Erinnern, erzählen, genießen, lachen. Das war der schönste Tag seit langem. Wir haben beschlossen, das bei Gelegenheit mit den kleinen und den großen Herren zu wiederholen. Dank unserer Baustelle ist reichlich Holz ja noch vorhanden ;-)...