24 Februar 2012

Liebesdecken oder Sofa-Therapie


Ich liebe selbst gemachte Decken. Als meine Freundin vor acht Jahren einen kleinen Jungen zur Welt brachte, da wagte ich mich erstmals an eine genähte Patchwork-Decke. Sie freute sich sehr darüber. Etliche Jahre später noch ihr Sohn. Wenige Monate später bekam unser erstes Kind die zweite Patchwork-Decke, die ich je hergestellt habe. Es gibt unendlich viele Decken auf dem Markt, aber so eine selbst gemachte ist und bleibt etwas ganz besonderes. Zudem bin ich sehr eigenwillig, was meine Decken angeht: sie sollten schon etwas Gewicht mitbringen. Denn um wirklich darunter entspannen zu können, muß ich sie spüren. Flauschdecken wärmen zwar auf angenehme Weise, aber so richtig entspannen bei einem kleinen Nickerchen kann ich kaum, weil ich bei den Fliegengewichten ständig das Gefühl habe, nicht zugedeckt zu sein. Die obige Ripple-Decke habe ich vor ungefähr einem Jahr nach einer Anleitung aus dem Internet begonnen. Häkeln war nie so wirklich mein Ding. Bis ich damit anfing. Ich hielt das früher immer für so eine Art Oma-Kram. Plötzlich hing ich selbst an der Nadel. Faszinierend finde ich, daß es zwar Strickmaschinen gibt, aber von Häkelmaschinen habe ich noch nie gehört. Diese obige Decke ist ca. 150 cm breit und 220 cm lang. Ich habe ziemlich genau drei Monate bis zur Fertigstellung gebraucht. Abends habe ich meist nicht mehr als eine Hin- und Rückreihe geschafft. Das war sehr entspannend. Es dauerte nicht lange, bis Sohn 1 den Wunsch äußerte, diese Decke als seine eigene betrachten zu dürfen. So zog Sohn 2 nach und wünschte sich ebenfalls eine eigene Decke, die er wenige Monate später stolz entgegen nahm. Die kann ich leider derzeit nicht zeigen, weil ich nicht mehr weiß, in welcher der unzähligen Kisten sie sich befindet. Später mal mehr dazu.





16 Februar 2012

Kleider-Kabuff


Warum auch immer habe ich eine große Aversion gegen Kleiderschränke. Je größer, umso schlimmer mein Unbehagen. Ich hab's mal irgendwann im Laufe der Jahre mit mehreren Modellen ausprobiert, und ein schlankes Exemplar hat es in meine heiligen Hallen geschafft. Leider ist dieser Schrank nicht familientauglich. Aber ich finde, daß mein Raumempfinden durch größere Schränke empfindlich gestört wird. Seit Jahren wehre ich mich gegen die Anschaffung eines Kleiderschrankes. Dieser schräg aussehende kleinere Raum wird unser begehbarer Kleiderschrank. Ich kann Sie beruhigen, mit ihren Augen ist vermutlich alles in bester Ordnung. Entgegen der Aufnahme verfügt der Raum über gerade Wände. Ich habe noch nicht den Dreh raus, wie ich beim Panorama-Programm die entsprechenden Einstellungen vornehmen muß, damit diese dann auch tatsächlich so aussehen wie in der Wirklichkeit. Wie dem auch sei: ich kann aufatmen. Endlich haben die leidigen Diskussionen ein Ende.

Heute habe ich die Löcher und Rillen dieses Raumes zu gespachtelt. Trotzdem ich kaum etwas anderes gemacht habe, bin ich noch nicht fertig geworden. Denn die Herstellung der ersten Portion Spachtelmasse ging diesmal gehörig daneben. Zu viel Wasser, und dadurch zwangsläufig nach und nach zugegebenes Spachtelpulver war ungefähr so wie der Versuch ein Brotteig mit zu viel Wasser und nachträglich zugefügtes Mehl retten und backen zu wollen. Mit der Menge, die ich so erzielt habe, hätte ich vermutlich mehrere Räume verspachteln können...wenn denn die Masse nicht die Eigenschaft hätte, alsbald zu trocken. Also den festgewordenen Brockenkram aus dem Bottich rausgekloppt, alles wieder gereinigt und dann erst mal mit einer vergleichbar winzigen Menge angefangen neue Spachtelmasse herzustellen. Tja, aus Erfahrung wird man klug. Ich gebe mir Mühe. Und was mir echte Freude bereitet ist, daß ich für mein Leben gerne lerne. Egal was. Es gibt noch viel zu tun. Morgen geht's weiter. Immer weiter...

15 Februar 2012

Mit Musik geht alles besser

Fünf Monate sind seit Baubeginn vergangen. Nach Wochen der Stagnation geht es hier endlich weiter. Neben dem Zimmermann mache ich als ungelernte Hilfskraft das, was ich kann... Dabei dudelt das Radio den ganzen Tag, was in Phasen der Schwäche zu immenser "Schubkraft" führt.

 
Aufräumarbeiten gehören immer mal wieder zu meinen auserkorenen Arbeiten. Alte Styroporplatten klein machen und in Säcke stopfen. Ich freue mich, wenn es endlich die letzten sein werden.


Zwischendurch nehme ich "mein" liebstes Arbeitsgerät vom Zimmermann in die Hand. Damit kann man mal eben so - zack zack - unzählige Schrauben in die Rigipswände hauen.


Diese Dämm-Matten sind der pure Horror. Sie stauben die ganze Atemluft voll, so daß man kaum noch atmen kann. Die Haut brennt nach kurzer Zeit, weil feinste Glasfaserpartikel sich überall nieder lassen. Sobald ich dieses Zeug sehe, ist mein Drang nach einer Dusche sehr groß.


Erstmals am heutigen Tag habe ich gelernt, wie man Spachtelmasse anrührt. Fühlte sich  ein wenig an wie das Anrühren von Hefeteig. Ich habe mir zeigen lassen, wie man die Rille zwischen zwei Rigipsplatten, sowie unzählige Bohrlöcher ordentlich spachtelt. Nachdem ich das den ganzen Tag gemacht habe, konnte ich am Nachmittag kaum noch die Arme heben. Dafür hätte ich vor Erschöpfung auf der Stelle einschlafen können. Morgen geht's weiter. Es geht weiter. Gott sei Dank!

12 Februar 2012

Winterlandschaft


Unser heutiger Spaziergang führte uns zum zugefrorenen See. Mitten im Wald. Das, was hier so idyllisch aussieht, hat mir viel Kraft abverlangt. Seitdem ich Mama bin, bin ich zu einem übervorsichtigen Menschen mutiert. Ich versuche Gefahren zu vermeiden. Auch wenn schöne Urlaubsziele locken - höchst ungern besteige ich ein Flugzeug, habe Wochen vorher ein übles Bauchgefühl, Tage zuvor schlaflose Nächte. Sogar für mich ist diese Wandlung sehr wundersam, wo ich doch sonst ohne mit der Wimper zu zucken 15 Stunden in der Luft verbringen konnte. Natürlich weiß ich, daß ich meine Kinder nicht in Watte packen kann und darf. Aber wenn es nach meinem innersten Gefühl ginge, dann täte ich wohl genau dies. Sie sind neben meinem Mann und meinem Papa das Kostbarste in meinem Leben. Ich möchte sie beschützen, immer und zu jeder Zeit. Sie hatten viel Spaß auf dem Eis - ohne einzubrechen. Ich war wohl die Einzige, die mit bebendem Herzen vom Ufer aus zugesehen hat.


Schöne, klare, kalte Luft. Tief Luft holen. Augen öffnen, um die Schönheit zu sehen, die vor einem liegt.


Und einen "Schneehasen" haben wir auf dem Heimweg auch noch gesehen...

10 Februar 2012

Der aufrechte Gang


Wenn ich die Hosen meiner Kinder betrachte bin ich fast geneigt zu sagen, daß sie offenbar den aufrechten Gang aufgegeben haben und seit geraumer Zeit, sich nahezu ausschließlich schlurfend auf spitzen Knien vorwärts bewegen. Denn sonst ist es mir ein Rätsel, wie eine neue Hose nach drei Wochen so aussehen kann.


Nach vier Wochen mit Sicherheit so! An meine Kindheit gibt es  u.a. Klamottentechnisch quälende Erinnerungen. Strumpfhosen, deren Zwickel nach wenigen Schritten unvermeidbar irgendwo auf Kniehöhe rutschte. Einen guten Sitz hatten die Dinger nie. Kratzige Pullover, Schals, Mützen aus Wolle, statt der heutigen auf wundersame Weise weich behandelten Merino-Wolle, an Fleece-Pullover nicht zu denken. Da war man noch Lichtjahre von entfernt. Aber, wenn ich an meine ersten Jeanshosen denke, so waren sie nahezu unkaputtbar. Fast so robust wie aus Zeltstoff. Zumindest habe ich nur ein einziges Exemplar meiner Jeans je kaputt bekommen, als ich beim Herabspringen von einem Apfelbaum an einem Ast hängen blieb. Der Riß wurde geflickt und die Hose hielt, bis ich ihr entwachsen war. Da ist man fast geneigt zu denken, daß früher nicht alles, aber doch so manches besser war - zumindest was Jeanshosen anbelangt. Von solch' paradiesischen Zuständen kann ich bei den Hosen meiner Jungs nur träumen. Maximal vier Wochen...und der labberige Stoff ist garantiert durch. Erst habe ich Bügelflicken verwendet, aber für zwei zu flickende Hosenbeine, da bekommt man fast wieder eine halbe neue Hose. Ab gesehen davon, waren auch die Flicken nach wenigen Wochen durch. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als die Hosenbeine an einer Seite auf zu trennen, mit einem Stück Stoff zu hinterlegen und mit der Maschine unzählige Male drüber zu rattern. Das ist die günstigste und haltbarste Methode, wenn auch die Zeitaufwendigste. Ich lasse mich überraschen, wie weit wir damit kommen.

01 Februar 2012

Alltagsfreuden


Wenn ich meinen Kindern eine Freude machen möchte, dann gibt es Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne, wenn Sie nach Hause kommen. Ausschließlich... Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne. Und dann dürfen sie soviel davon essen, bis sie pappsatt sind. Da das mit dem Waffeln backen nicht allzu häufig passiert bei uns (ich hasse es, hinterher das Waffeleisen zu reinigen. Und egal wie ich es anstelle, Tage später befindet sich unter dem Gerät im Schrank garantiert eine unansehnliche braune Brühe. Einfach nur eklig), wollte ich sie heute verwöhnen. Leider hatte ich nicht die geringste Ahnung, in welcher der unzähligen Kisten sich mein Rezepte-Heft mit allen sich bisher bewährten Rezepten befand. Also schnell im Internet auf die Suche gegangen...und die oben zu sehenden Exemplare gebacken. Die Konsistenz des Teiges war sehr dickflüssig. Vorteil: ich hätte hinterher das Waffeleisen auch ohne es zu reinigen in den Schrank packen können. Dafür fand ich die Waffeln absolut grauslig. Brrr. Sie haben mir und uns überhaupt nicht geschmeckt. Viel zu fest und eher knusprig. Wir aber bevorzugen die eher labberigen Exemplare, die noch weicher werden, wenn man sie schön aufeinander stapelt. Wer also ein unglaublich leckeres Rezept für weiche Waffeln hat, bitte her damit! Es dürfte noch einige weitere Monate dauern, bis wir hier Kisten auspacken und einräumen können. Letztlich haben wir heiße Kirschen mit Sahne gegessen. Wenigstens das war lecker.


Ansonsten haben wir aufgrund der sibirischen Kälte unser Eßzimmer-Tisch zum Bastel-Tisch umfunktioniert. Die Schneemassen lassen noch auf sich warten. So halten wir uns mehr als sonst im Haus auf. Momentan werden unzählige Schachteln und Schächtelchen mit Deckel hergestellt. Darin kann man dann diverse Schätze unterbringen, sowie kleine Liebesbotschaften. Wer wissen möchte, wie's geht, der muß bitte hier entlang. Da haben andere vor mir für gute Anleitungen gesorgt.