21 November 2012

III Über Marmaris nach Datça

15. Mai 2008


Halloooo, hiiiiiier, hier bin ich, d.h.: da war ich…, ziemlich weit oben auf den Taurusbergen. Heute haben wir einen größeren Tagesausflug gemacht. Marmaris haben wir mehr oder weniger mit sehr kurzen Zwischenstopps durchfahren. Irgendwie sieht Marmaris von droben auf den Bergen sehr viel schöner aus, als es tatsächlich im Ort selber ist. Dafür haben uns die herrlichen Buchten auf dem Wege nach  Datça sehr erfreut.

Das Taurusgebirge ist wirklich imposant. Meines Wissens reicht es von den anfänglichen 2000 m bis an die 4000’er Marke heran. Die Strecke sind wir teilweise mit 30 km/h auf die kurvigen und zeitweilig sehr steilen Bergstraßen hinauf gekrochen. Bei den Steigungen ist es mir durchaus passiert, daß ich mich unbewußt schon mal im Autositz festgekrallt habe.


Unterwegs haben wir immer mal wieder angehalten und allein schon wegen Primus und Secundus ausgedehnte Pausen an wunderschönen Stränden gemacht. Steinchen schmeißen, Muscheln sammeln, den Wellen „entspringen“… herrliche Disziplinen, an deren Ausübung wir viel Freude hatten. Zwischendurch ein königliches Mahl irgendwo in einem total verschlafenen Nest, auf wackligen Holzstühlen sitzend, unter Schatten spendenden Weinreben. 


Dann weiter nach Datça, unser eigentliches Ausflugsziel ( ausgesprochen „Dattscha“). Ein total schnuckeliger, malerischer Ort. Mit nur ganz ganz wenigen Touristen. Wir sind sogar noch ein wenig weiter als bis nach Datça gefahren und haben dort ein absolutes Idyll aufgetan. Am Strand, wo kaum ein Mensch war, haben wir unsere Jungs meinem Vater anvertraut und haben uns in die Wellen gestürzt. Da wo wir heute  waren, da hat sich der liebe Gott, oder wen auch immer man dafür verantwortlich machen will, ganz viel Mühe gegeben, es besonders schön zu erschaffen. Es war toll! 


Dafür hatte es der Rückweg in sich: der Heck des Wagens befand sich noch in der Kurve, schon tauchte die Front wieder in eines ein… Das war grauenhaft! Und trotzdem ich damit so gut wie nie etwas zu tun habe, hat’s mich diesmal auf dem Rückweg zerlegt. Ich habe mich immer mal wieder übergeben müssen, so dass Secundus wie eine kaputte Schalplatte ständig zwei Worte wiederholte: „Mama kustu, Mama kustu…!“ (auf türkisch: „Mama hat sich übergeben!“)

Trotzdem muß ich sagen, hat sich auch der heutige Ausflug sehr gelohnt. Wir haben viel gesehen, eine Ahnung von der Umgebung bekommen, in der wir uns befinden. Bei der Gelegenheit haben wir noch eine ganz versteckte Bucht gefunden, an die wir ganz nah heran fahren können. Da wollen wir in den nächsten Tagen noch mal hin. Aber vorher muß ich mich von diesen Hundekurven erholen.

So viel für heute…



16. Mai 2008

Heute haben wir nahezu den ganzen Tag auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. 


Es gab vieeeel türkisches Eis, Budeln und Plantschen am Strand, Spiele am Pool. Die Hotelgäste und das Personal sind unseren Kindern sehr zugeneigt. Alles amüsiert sich, wenn unser Zweiergespann daher kommt.


Heute Abend sind wir an der Strandpromenade entlang zum anderen Ende der Bucht gelaufen. Dort wurden wir bereits erwartet. Unser Fisch wurde uns noch ganz frisch präsentiert, bevor er ausgenommen auf dem Grill landete. Dazu diverse Beilagen und ein köstlicher Salat. Alle haben wir ausgiebig in sehr netter Gesellschaft geschlemmt, erzählt und weiter geschlemmt.


Glücklicherweise sind die Jungs bei solchen Unternehmungen sehr friedlich, zumal sie alle Hunde und Katzen der Region zu ihren ausgesprochenen Freunden erklärt haben. Während Primus selbst heraus gefunden hat, dass Kater „Tiger“ (dieser Name wurde ihm zu recht gegeben: ich habe noch nie eine Katze gesehen, die derart Hunde verprügelt…), keine Oliven, Salat und Erdnüsse mochte, habe ich endlich mal das leckere türkische Bier „Efes“ getrunken.


Während unsere Süßen erfolgreich die Fischreste an Tiger vergeben haben, haben wir in aller Ruhe die fantastische Aussicht dieses Mal vom anderen Ende der Bucht genossen. Ich habe erstmals mit dem Gedanken gespielt, ob ich mich allen ernstes tatsächlich um den fehlenden Eintrag in meinem Paß kümmern sollte ;-)

In den vergangenen Tagen haben wir die sehr nette Bekanntschaft von einigen türkischen Gästen, sowie zwei niederländischen Paaren gemacht. Meist findet man sich am späten Abend noch unten in der Lobby zu einem ungezwungenen Plausch zusammen. Leider mussten wir gestern Abend Zeuge dessen werden, wie ein Touristen-Ehepaar ausgesprochen ausfallend wurde, da ab Mitternacht kein Alkohol mehr an der Bar ausgeschenkt wird.

Sie fingen tatsächlich an, den armen Kerl hinter der Bar zu bedrohen. Wirklich wahr! Das sind die Momente, in denen man sich wirklich schämt ein Tourist zu sein. Der Kellner hinter der Bar hat sehr gut reagiert, aber das Paar war bereits so stark angetrunken, dass es einfach nur noch peinlicher wurde, je mehr sie darauf bestanden, etwas trinken zu wollen. Irgendwann sind sie wüst schimpfend abgezogen, nicht ohne dem Barmann zu drohen, ihn „fertig zu machen“, so dass er seinen Job los würde und hier keinen Fuß mehr auf die Erde bekäme… Oje oje, so was gibt es auch. Glücklicherweise der erste Zwischenfall dieser Art, hoffentlich auch der letzte.

Jetzt bin ich mit meinem Mann verabredet, mein Vater und die Jungs „schnorcheln“ selig in ihren Betten, und unser Babyphone hat hier eine ausgezeichnete Reichweite, die Nacht ist jung…

Grüße –  Pünktchen.




Kommentare:

  1. Ich verfolge gespannt Dein Reisetagebuch.
    Vielen Dank fürs Teilen.

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  2. EFES! Sehr fein, das erinnert mich an unsere Matura-Reise. Da ging das runter wie Öl. ;-)
    Danke, dass Du grad ein bissl Sonne in den grauen November bringst. :-)
    Alles Liebe, Martina :-)

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  3. Ach schön! Diese Landschaft ist traumhaft - de Berge, die quasi ins Meer fallen udn die Buchten dazwischen. Allein mit kleinen Serpentinenstraßen (oft noch ohne Leitplanke) hab ich auch so meine Probleme, vor allem wenn ich nicht selbst fahre. Die fast senkrechte Kante macht mich sehr nervös.
    Leider gibt es immer wieder unangenehme Menschen, wenn es dnan auch ncoh Touristen aus dem gleichen Land sind wie man selbst, dann schämt man sich öfters fremd, wenn man auch gar nichts dafür kann - aber es prägt eben auch das Bild von Deutschen im Ausland und dann wird auch oft über einen Kamm geschoren, das ist beides schade.

    Lieber Gruß,
    Katja

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  4. Die Touristen, die so ausfallend wurden waren weder Deutsche noch Türken - dennoch waren sie eben Touristen, wie wir anderen auch. Und das genügt schon, um vor Scham im Erdboden zu versinken.

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