06 November 2012

Momentaufnahme

Es gibt Augenblicke, die gehen mitten in’s Herz. Auf direktem Wege. Und wirken noch lange nach. So einen Moment gab es am Montag in der Früh, nachdem wir alle zusammen meinen Mann zum Bahnhof gebracht und ihn bis zu unserem nächsten Wiedersehen am Wochenende verabschiedet hatten.

Unser Rückweg verlief parallel zu den Bahnschienen. Und da sah ich im Rückspiegel bereits den Zug nahen. Ich nahm meinen Fuß vom Gaspedal, während ich zeitgleich die kleinen Herren animierte zu schauen, ob sie nicht den Papa irgendwo im Zug ausmachen können. Dann musste ich ordentlich Gas geben, um noch ein Weilchen mit dem Zug mitzuhalten.

Und tatsächlich: aufgeregte Schreie, laute Rufe nach dem Papa, heftiges Winken. Wir  jubelten, mein Mann strahlte über das ganze Gesicht und winkte ebenso wie wir. Mit einem Schlag  wurde mir  so unendlich warm um’s Herz. Diese starke Verbindung so unvermittelt und doch so intensiv zu spüren, das sind Augenblicke, die nicht nur berühren, sondern auch tragen.


Kommentare:

  1. Oooh, was für eine herzerwärmende Geschichte, solche Momente tun so gut! Danke fürs Teilen. Alles Liebe, Martina :-)

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    1. Ja, liebe Martina, solche Momente tun so gut. Es gibt aber auch andere ;-)...

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  2. Ja, da solche herzergreifenden Momentaufnahmen im Alltag eher selten sind, weiß man sie besonders zu schätzen. Dann ist da tiefe Dankbarkeit, nicht war?
    Sich freuende Grüße.

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    1. Ja, genau so ist es, liebe Roswitha. Das Strahlen meines Mannes über eine große Entfernung so deutlich wahrzunehmen, das Jubeln der Söhne im Auto als sie ihren Papa plötzlich entdeckten... das hat bei mir eingeschlagen wie ein Blitz.

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  3. Oft merkt man's im Alltag gar nicht so, da ist viel Gewohnheit, Selbstverständlichkeit, auch manche Unzufriedenheit.. Und wenn man dann (für kurz oder länger) getrennt ist, oder auch beim Wiedersehen, gibt es diese starken, dichten Momente, die es einen wirklich spüren lassen, wie man zusammengehört und wie wunderbar und gar nicht selbstverständlich das ist.
    Wenn ich so im alltäglichen Einer- und Vielerlei aufgehe, dann kommt mir manchmal der Gedanke: Genieße es, das Kochen, Bügeln, die kleinen Freuden und Ärgernisse, selbst das Streiten ab und zu... hier und jetzt erlebst du das, woran du später als an die schönste, reichste Zeit deines Lebens zurückdenken wirst!
    Ist es nicht so?
    Deine warmherzige Erinnerung daran nehme ich mit in diesen Tag. Danke!
    Brigitte

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    1. Liebe Brigitte, Du hast es so schön auf den Punkt gebracht. Ja, man sollte sich immer wieder besinnen. Nicht immer gelingt das gut. Und dennoch sollte man sich bemühen, solchen Augenblicken Raum und Zeit zu geben, sie zu wertschätzen.

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  4. Liebe zu spüren ist etwas ganz wunderbares.

    Herzlich, Katja

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  5. Da kann ich Dir nur zustimmen, liebe Katja.

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