20 November 2012

II Ausflug nach Turunç

Hallo Ihr Lieben,


Ich bin wirklich froh, dass wir gerade jetzt (Anfang bis Mitte Mai) hier sind und nicht weitere zwei Wochen später. Denn da soll es in Içmeler/Marmaris richtig „brummen“ und das brauchen wir nun wirklich nicht.

Heute haben wir den angenehm windigen und leicht bewölkten Tag dazu genutzt, um mit dem Bus meines Vaters zu einer der Nachbarbuchten zu fahren. Eine Hundekurve nach der anderen. Eine leichte Kopfdrehung zur Seite eröffnete mir den Blick auf tief abfallende Schluchten. Da kann einem schon mulmig werden.



Der Ort  hat Turunç einen ganz kleinen Hafen, einpaar Buden mit Touristen-Nepp, einen Eisverkäufer, wenige wie verloren wirkende Hotels. Ich glaube zwei Wochen in so einem Ort „gefangen“, und ich würde schon ab dem vierten Tag anfangen wirklich nervös zu werden. Und verglichen mit Içmeler ist es aus unserer Sicht nicht der Rede wert.


Hier gibt es natürlich ganze Straßenzüge mit aneinander gereihten Touristenbuden (auch die benötigen wir nicht wirklich), jede Menge Restaurants – in der Regel genau auf die kulinarischen Wünsche von Engländern abgestimmt. Im Hotel ist es ganz ähnlich: leider kommt das typisch Türkische an Gerichten etwas zu kurz. Aber da ich weiß, welches der Gerichte am besten schmeckt, gehe ich natürlich ganz gezielt an das Buffet heran. Und dann ist alles andere weniger tragisch. Außerdem gönnen wir uns zu dem üblichen „All-inclusive-Trallala“ noch gute Fischgerichte aus der Region. Jetzt für Freitag z.B. haben wir da einen Landsmann etwas Außerhalb entdeckt, der für seine Fischzubereitungen von den Einheimischen viel gerühmt wird. Und abgesehen davon habe ich heute mit dem Koch unseres Hotels einen Plausch gehalten. Und bei der Gelegenheit hat er mir zugesagt, dass er in der Zeit, die wir hier sind, uns einige unserer Wunschgerichte zubereiten wird. Unglaublich nett, oder?

Ansonsten haben wir viel Kontakt zu den Einheimischen. Es ergeben sich ständig neue Begegnungen und sehr interessante Gespräche. Ich genieße es, mich auch wieder ausschließlich in meiner Muttersprache unterhalten zu können. Im Hotel selbst ist das Klientel eher älter. Wenige sehr junge Paare, dann kommen wir, und dann eigentlich nur noch Rentner und passionierte Segler. Wie bereits erwähnt in erster Linie Engländer, Niederländer und sehr wenige Türken. Die eigentliche Touristeninvasion steht noch bevor. Da sind wir aber im wahrsten Sinne des Wortes längst wieder über alle Berge.


Der Hoteleigene Pool ist klein, aber durchaus ausreichend für alle Faulpelze, die die wenigen Meter zum Strand scheuen. Bei dem tollen Blick auf die traumhafte Bucht stellt der Pool keinerlei Versuchung für mich dar. Das Zusammenspiel der Gebirgsketten, welche das Meer umsäumen, ist so wunderschön anzuschauen. Und irgendwo inmitten dieses Bilderbuchpanoramas zu schwimmen ist ein sehr sinnliches Erlebnis. Die Lage dieses Ortes ist bestechend schön.

Heute habe ich so viele Feigen- und duftende Mandarinenbäume gesehen. Hochgewachsene Eukalyptusbäume mit ihren unverwechselbaren Baumrinden, Maulbeerbäume, von deren Zweigen auch wir genascht haben. Sogar eine Allee aus rot blühenden Granatapfelbäumen: ein botanischer Traum! Alles kraftstrotzend im Wachstum, gekleidet durch ein kräftiges, frisches Grün. Ich liebe das! 



Wann immer ich dieses kräftige, leuchtend Rot-Orange sehe, fühle ich mich an den Lippenstift meiner Mam erinnert. Und den echten Jasmin, den liebte sie ganz besonders. Sein unfaßbar intensiver Duft haut einen beinahe um.



So, für heute genug geschwärmt. Wir sitzen noch mit dem Babyphone bewaffnet in der Lobby und nehmen noch einige Getränke zu uns, erzählen und lachen…

Das Bild unten zeigt  Içmeler (und genau unsere Bucht) aufgenommen hoch droben vom Taurusgebirge. Ganz hinten in der Bucht links sieht man eines von den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die hier immer mal wieder auftauchen.


Bis demnächst wieder – Grüße vom Pünktchen.


Kommentare:

  1. Hach, das ist ja wie noch mal Urlaub, nur in einer anderen Gegend, mit einer türkischen Freundin an der Seite.
    Bei uns waren schon die schönen roten Granatäpfel an den Bäumen. Die Blüten sind ja unglaublich schön. Aber Jasmin hat bei uns auch noch geblüht, der Duft haut einen wirklich um, man kann eigentlich nicht stehen bleiben. Sind die Früchte auf dem vorletzten Bild Maulbeeren? Ich habe sie getrocknet immer im Müsli gegessen, lecker.

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    1. Ja, es ist immer wieder schön, in alten Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Das einzig Blöde ist, daß nach meinem Festplattencrash und der Datenwiederherstellung alle Bilder durcheinander sind. Ich hatte sie lediglich nochmal grob geordnet. So kostet mich das ziemlich viel Zeit im Moment die Bilder in der chronologischen Reihenfolge auszusuchen.

      Ja, das sind Maulbeeren. Ich liebe frische Maulbeeren. Sogar hier in unserem Garten gibt es einmal die helle und auch eine dunkle Maulbeersorte. Jedoch haben sie noch nie getragen, weil sie noch zu Jung sind. Und meine Mam hatte früher sogar einen riesigen echten Jasminstrauch - bis ein ganz übler Winter ihn hinwegraffte.

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  2. Diese Bilder - und deine wunderbaren Reisebegleitworte. Ich genieße jedes einzelne davon!!
    Alles Liebe. maria (freu mich schon auf die Weiterreise!)

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  3. Dieser Ort liegt ja wirklich traumhaft schön zwischen den Bergen und so wie Du deine Eindrücke beschreibst, will man da auch unbedingt mal hin - und sei es nur, um sich eine Mandarine zu pflücken, oder das Meer zu sehen...

    Lieber Gruß,
    Katja

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  4. Die Berge UND das Meer - das hat nochmal so seinen ganz eigenen Reiz. Das hat uns auch sehr gefallen.

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