20 Oktober 2012

Unterwegs nach Entenhausen


Noch Jahre später, wenn ich Eisenbahnschienen sehe, höre ich das aufgeregte "Rrrahje, Mama, Rrrahje...!" von Sohn1, der damals mit seinem kleinen Fingerchen in die Richtung des nahenden Zuges zeigte. Rrrahje hieß Zug. Das hatte der Sohn so vorgegeben, was wiederum wenige Jahre später von Sohn2 anstandslos so in dessen Wortschatz übernommen wurde. Ich kann mich erinnern an Stunden, in denen wir uns geduldig mit Sohn1 am Bahnhof herumdrückten, um nahende und abfahrende Züge zu beobachten. Inzwischen wird der Zug tatsächlich so benannt, wie's üblich ist, aber bis heute ist die Faszination für die kleinen Herren geblieben. Was lag da also näher, als die Fahrräder mitzunehmen und einen Ausflug mit der Bahn zu machen.

 

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber kein Mensch auf diesem Planeten kann mich so sehr demütigen, wie dieser blöde Fahrkartenautomat der Bahn... Allein der ist dafür verantwortlich, daß ich höchst ungern und nur sehr selten mit der Bahn fahre.

 
Aber problemlos die Fahrräder mitnehmen können - das finde auch ich gut.

Wir haben so gutes Wetter wie schon seit langem nicht mehr.


Ich fühle mich etwas unbehaglich, als dieser Schwan vor mir auftaucht. Denn kurz zuvor hat er auf sehr beeindruckende Weise einen Hund angefaucht. Und beachtlich, zu welcher Größe er sich dabei aufplustern konnte. Nein, mit dem möchte man nicht aneinandergeraten.

 
Aber dieser Erpel hat im Handumdrehn mein Herz für sich eingenommen. Ist er nicht herzallerliebst, wie er da so steht?!


Mit so einem zutraulichen Kerlchen haben wir es noch nie zu tun gehabt. Im Gegensatz zu der restlichen Familie, die aus großer Entfernung hofft, etwas abzubekommen,  hat dieser einen erfolgeichen Weg gefunden, gut satt zu werden. Und ja, wir haben ohne jegliches schlechtes Gewissen die Tiere gefüttert, und erst bei der Weiterfahrt das "Tiere füttern verboten!" - Schild entdeckt.


Und während die Familie draußen ein Süppchen genießen wollte, habe ich noch einige Hinterhöfe ablichten wollen - zumindest so lange, bis das Essen da war.  Ich liebe Hinterhöfe, die so idyllisch aussehen. Und das sind noch nicht einmal die wirklich Schönen.


Aber man muß durchaus zugeben, daß das was hat - oder, wie seht ihr das?!





Home, sweet home. Nach ziemlich genau sechs Stunden sind wir wieder zu Hause. Und welch' Überraschung auf der Rückfahrt: wir haben die Fahrkarten nicht ganz richtig gelöst. Ein sehr freundlicher Schaffner klärt uns darüber auf und fügt noch wohlwollend hinzu: "Das mit dem Fahrkartenautomaten haben die wenigsten richtig drauf...!" Na, das ist doch mal ein echter Trost.

Kommentare:

  1. Die Automaten sind auch mein Feind und ich frage mich jedes Mal, wie erst ein ausländischer Tourist davorstehen muss und wie groß die Chance ist, dass er die richtige Karten zieht, wenn nicht mal ich als Einheimische das Prinzip kapiere. Aber mich überfordern manchmal sogar Parkautomaten...
    Das sieht nach einem tollen Ausflug aus. Hinterhöfe mag ich auch sehr, hab ja selber einen. Die Freude daran ist allerdings getrübt durch meine Messie-Nachbarin, die darin Schrott und Müll stapelt, so dass der Anblick einfach eingeschränkt ist. Ein eigener Garten kann eben so gestaltet werden wie man selbst möchte und man muss ihn nicht mit müllsammelnden Nachbarn teilen... ;-)
    Hab ein schönes Wochenende!
    Herzlich, Katja

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  2. Liebe Katja, wie sehr ich Dich mag dürfte kein Geheimnis sein. Aber das nicht Umgehen können mit solchen Automaten bringt Dich mir noch näher als Nah.

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  3. :-) Oooh, da seid Ihr dort gewesen, wo ich 4 1/2 Jahre wohnen durfte. Das weckt schöne Erinnerungen, auch die Bilder der Höfe. Wart Ihr auch in der Roten Straße? Alles Liebe, Martina :-) (lese schon ein Weilchen und gerne bei Dir)
    PS: Die Fahrkartenautomaten mag ich auch nicht, die haben sogar einmal mein Geld geschluckt.

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    1. Hallo Liebes, schön, daß Du Deine Vergangenheit in den Bildern wiedergefunden hast. In der besagten Straße beziehe ich meine Wollvorräte. Dort befinden sich auch wunderschöne Hinterhöfe mit Cafes. Next time gibt es Bilder auch davon.

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  4. Herrliche Hinterhöfe! Ich hoffe, das Essen war genauso nett ;-)
    Und mir geht es mit den Fahrkarten-Automaten auch immer so; ich schaffe es bis heute zB. nicht, eine Mehrfahrten-Karte zu lösen... Und das als Nicht-Auto-Fahrerin und jahrelange GA-Besitzerin!

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    1. Es gibt noch viel schönere Hinterhöfe dort. Ich habe heute den Entschluß gefaßt, Euch in Zukunft noch mehr davon zu zeigen. Ja, das Essen war ganz schmackhaft, und was besonders nett war, war eine sehr nette Unterhaltung mit einem älteren Ehepaar am Nachbartisch. Er ehemaliger Kapitän zur See, sie Dreifach-Mama, und nun zweifache Oma. Ich mag solche Begegnungen im Alltag.

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  5. Hinterhöfe liebe ich, schon in Berlin, da gibt es manchmal bis zu sechs! Obwohl die nicht immer im herkömmlichen Sinne schön sind.

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